Ufo-Sichtung

Ich werde jetzt nicht behaupten, das sei wirklich ein Ufo, auch wenn das Foto ähnlich ausguckt:

Es ist tatsächlich – beim vergrößern übrigens auch sofort zu sehen – ein richtig schöner, ziemlich großer Kronleuchter. Was ich faszinierend fand (und das ist auch der Grund für den Blogpost, die Idee mit dem Ufo kam erst später): die Farbe der LEDs sieht auf Fotos ganz anders aus als mit bloßem Auge. Vielleicht sind sie dem Chip vor dem dunklen Hintergrund auch einfach zu hell, jedenfalls sieht auf dem Bild eins der Lichter blau- und das andere rotstichig aus. Und das auch noch direkt nebeneinander.

Advertisements

Frohes Neues Jahr 2018!

Euch allen ein gutes und glückliches 2018!

(ich weile nach Familientreffen und Notdienst zumindest halbwegs wieder unter den Lebenden 🙂 , also, jau, da bin ich wieder zu lesen)

A Weng s’Kalender, Tür 24

… sozusagen ein paar Extratürchen: als ich diesen Kalender in einem anderen Forum geschrieben habe, hatte ich immer garkeine 24ste Tür, sondern dann immer nur Frohe Weihnachten gewünscht. Ein paar Texte habe ich aber noch, also warum auch nicht 🙂

Extratür 1: Stefan Albus, Das Lichterkettenmassaker

[…]Gut: ich kannte drei Typen von Rettungssanitätern: den lethargischen, dem alles egal war, solange er nur eine Flasche Wodka in Greifweite hatte, den Überdrehten, der über Details seiner Arbeit quasselte, bis er grün wurde wie Schalke-Rasen. Und Typen, die geradezu unheimlich normal waren, weil Spritzen, Defibrillator und Totenscheine für sie so waren wie Messer und Gabel. Arno gehörte zu den überdrehten. Zu den überdrehtesten.
„Echt jetzt“, sagte er, die Zunge schon etwas schwer, „die hatten uns gerufen, weil sich da ein Typ erhängt hatte. An der Hausfassade gegenüber. Wir also hin. Schon beim ranfahren merk ich: Och neee, nich schon wieder!“ Er nahm einen Schluck aus einem Glas, das er irgendwo hergezaubert hatte. „Der Typ steckte in einem Nikolaus-Kostüm. Und war garkein Typ, sondern Weihnachtsdeko, verstehsse?“ Arno keuchte vor lachen, als hätte er mir den Witz seines Lebens erzählt. Dabei waren er und seine Kollegen lediglich auf einen dieser Nylon-Weihnachtsmänner hereingefallen, die sich jahr für Jahr immer mehr Menschen an die Fassade hängen – im Internet schon für wenige Euro zu haben, sahen sie in den ersten zwei Stunden nach ihrer Installation tatsächlich so aus, als würden sie die Fassade hochkraxeln. Unter völliger Missachtung sämtlicher Traditionen übrigens, die bekanntlich verlangen, daß der gute Weihnachtsmann sich irgendwie von seinem Rentierschlitten herablässt und durch den Schornstein ins Haus rutscht.
Nun kann man sich vorstellen, daß es in deutschen Wohnungen nicht genug Schornsteine gibt, um alle zu bescherenden auf diesem Wege zu erreichen, aber warum nimmt der heilige Mann dann nicht die Tür, anstatt die Fassade hochzustürmen wie Reinhold Messner die Eiger-Nordwand? Die Welt fand schon im Advent des Jahres 2000 eine mögliche Antwort: Vielleicht, so mutmaßte das Blatt im Angesicht der ersten gesichteten Kletter-Kläuse, müssten sie sich schlicht und einfach deshalb die Hauswand hinaufhangeln, weil Kinder heutzutage keine fremden Leute mehr hereinlassen dürfen. Egal: in aller Regel genügte ein Windstoß – und die fassadenkletternden Präsentebringer sahen aus wie Diebe, die auf frischer Tat ertappt und vom Hausbesitzer mit einer Pumpgun niedergestreckt worden waren. Oder sich beim Abstieg mit einem Sack voller Beute versehentlich an ihrem eigenen Seil erhängt hatten. Besonders schräg wirkte das morbide Arrangement, wenn der Hausherr seinen toten Nikolaus an einer Lichterkette baumeln ließ. „Echt, das wird jedes Jahr schlimmer!“, sagte Arno und winkte ab. Da musste ich ihm recht geben: Inzwischen gab es ganze Straßenzüge voller Nikolaus-„Leichen“, die wie die Opfer eines traurigen Lichterketten-Massakers im Wind schaukelten und allmählich ausblichen und mumifizierten, bis ihre sterblichen Hüllen zu Mariä Lichtmess irgendwann entsorgt wurden. Sogar an einer kölner Rheinbrücke soll ein gehenkter Nylon-Weihnachtsmann bis in den Januar hinein kleine Kinder erschreckt haben.
[…]
„Was habt Ihr eigentlich mit diesem Ding gemacht?“, fragte ich. Es war spät geworden und der große Teil der Belegschaft längst abgezogen, nur an der Bar standen noch ein paar Leute, die sich unter zuhilfenahme kleiner Likörfläschchen abteilungsübergreifend verbrüdert hatten und inzwischen Geschenketips austauschten. Aus der Stereoanlage plätscherte Last Christmas. Auch Arno hielt sich ein paar Minuten am Tresen fest. „Ach“, sagte er. Ich hatte bis dahin nicht gewusst, daß man dieses Wort lallen kann und erwartete irgendwas in Richtung „Anzeige erstattet, Anfahrt in Rechnung gestellt, ist doch klar.“ Aber Arno sah nur haarscharf an mir vorbei und meinte: „Ach weisse … für sowas haben wir immer einen Sack Schokonikoläuse dabei und manchmal kleine Feuerwehr-Modellautos. Die stecken wir dem in die Taschen, hängen ihn wieder ordentlich hin und gut, verstehsse … weisse, wir sind ja froh, wenn mal nichts is.“ Er strich sich über die gegelten Haare und schielte in Richtung seines leeren Glases. „Gerade im Advent … Du glaubst nicht, was wir da alles…“ Arno sah auf einmal müde aus, als wäre er ungefähr seit dem Urknall auf den Beinen. Ich betrachtete eine Weile die Kellnerin, die versuchte, die arg zerwühlte Weihnachtsdeko auf dem Tisch für die nächste Belegschafts-Rutsche halbwegs wieder in Ordnung zu bringen. Holte noch zwei Pils, die Arno und ich schweigend runterstürzten. Dann rief ich ein Taxi und brachte ihn nach hause. Auf dem Weg kam uns ein Rettungswagen entgegen. „Ulli und Franjo“, sagte Arno und hob einen Arm. Ich drückte beiden die Daumen ganz fest.

… und dann auch eine Art Lichterkettenmassaker, aus dem Tagebuch des täglichen Wahnsinns, Lichterhelle Weihnachtszeit (leider ist der Autor auf dem Weg zu der Stelle von der ich das habe durch vielviel Copypaste verlorengegangen, den reiche ich nach):

1.Advent: Besinnlich und friedlich soll sie werden, die Vorweihachtszeit. Habe das auch meinem Nachbarn erläutert, der mir darin voll zustimmt. Die kalte Witterung läßt die Gedanken klarer hervortreten, der Alltag mit seinen dummen Streitereien tritt zurück, und macht wirklich wichtigem Platz. Mein Nachbar hat mir erzählt, daß er in diesem Jahr seine Tanne im Garten mit hübschen Lichtern schmücken will. Wegen der Stimmung. Finde das toll.

5. Dezember: Seit gestern hat mein Nachbar einen Tannenbaum illuminiert. Kleine Lämpchen, circa 20 Stück, weiß. Sieht hübsch aus, sagt die ganze Nachbarschaft. Habe beschlossen, solidarisch an der weihnachtlichen Ausschmückung der Nachbarschaft mitzuwirken, und mich darum im Baumarkt nach kleinen Lämpchen umgesehen. Natürlich sollten es nicht zu wenige sein, wegen der Wirkung. Erstand kurzentschlossen eine 50-Lichter-Kette mit extrastarken Lämpchen, brilliantweiß. Werde sie gleich heute Abend montieren.

7. Dezember: Komische Sache. Mein Nachbar scheint meinen Wunsch zur gutnachbarlichen Zusammenarbeit zwecks Verschönerung der Straße mißverstanden zu haben. Heute Morgen waren bei ihm sämtliche Tannenbäume, zwei Kirschbäume und eine Platane mit Lichterketten versehen. Eine flüchtige Zählung mit dem Feldstecher ergab im Durchschnitt circa 80 Lämpchen je Baum. Soll das etwa ein Wettkampf werden? Ist doch erwachsener Menschen unwürdig!

11. Dezember: Kam heute Mittag zufällig am Baumarkt vorbei. Wusste gar nicht, daß man bei Abnahme von 15 Lichterketten a 150 Leuchteinheiten Sonderrabatte erhält. Besonders effektvoll sollen blinkende Ketten sein, vorzugsweise die 250er-Einheiten mit Hochspannungssicherheitstransformator und induktivem Schalter. Will das ganze aber nicht übertreiben, habe daher für die große Tanne lediglich zwei davon gekauft. Komme unter Einsatz von zwei Gummibäumen auf jetzt 14 illuminierte Gewächse. Ein Hauch des Friedens geht von meinem Garten aus.

13. Dezember: Eine Kampfansage! Mein verschwendungssüchtiger Nachbar hat den kompletten Zaun mit Leuchtkörpern behängt. Circa 1000 rhythmisch blinkende Lampen in den geschmacklosesten Farben. Was für eine proletarisch-billige Form der Weihnachtsbeleuchtung! Das bestätigte mir auch mein Elektriker, der an unserer Fassade Leuchtsterne und biblische Motive angebracht hat und meinte: „Wenn schon Beleuchtung, dann aber mit leuchtstarken Halogenstrahlern wie diesen hier!“

16. Dezember: Die rhythmisch blinkenden Figuren an sämtlichen Fenstern des Nachbarn verursachen mir seit Tagen schlimme Kopfschmerzen, die auch bei Betrachtung meiner neu angebrachten 5000-Watt-Lichtbogen-Himmelsstrahler nur unwesentlich besser werden. Sie werfen rhythmisch zuckende Lichtfinger in den wolkenverhangenen Himmel und geben einen interessanten Kontrast zu den lasergesteuerten Beamern, die auf die Wolken grell leuchtende Bilder mit Szenen aus der Weihnachtsgeschichte malen. Dagegen sind die neu installierten Lauflichter an den Fassandenkanten des Hauses meines intriganten Nachbarngeradezu lächerlich.

19. Dezember: Hatte heute Besuch eines Technikers der städtischen Stromwerke, der den enormen Anstieg meines Stromverbrauchs für einen Defekt im Leitungssystem hielt. Unsere Unterhaltung wurde stark gestört durch das elektrische Glockenspiel auf dem Nachbargrundstück, das mit 38 Kupferglocken die bekanntesten 40 Weihnachtslieder erklingen lässt. Der Techniker empfahl mir, einen 20KV-Industrietrafo einbauen zu lassen und im Abrechnungssystem auf eine Gewerbeabrechnung für mittelgroße Betriebe umzusteigen, wegen der günstigeren Grundgebühren. Beim weggehen meinte er kopfschüttelnd, ob ich nicht etwas gegen dieses Glockengeläut unternehmen wolle. Zeigte ihm meine neuen 2000-Watt-Außenleutsprecher mit Ultra-Subwoofern und die zugehörige Abspielstation für die CD mit dem Lied „Stille Nacht“. Gehe heute Abend auf Sendung.

20. Dezember: Habe einen weiteren Beamer installiert, der auf das Garagentor die Neuverfilmung der Geschichte Christi projiziert. In Reserve halte ich noch eine Kopie des Films „Die zehn Gebote“. Da kann mein geschmackloser Nachbar mit seinen Außenlautsprechern und dem Hörspiel der Weihnachtsgeschichte natürlich einpacken, zumal der Schneewerfer auf meinem Dach durch die eerzeugten Schneemengen alle Geräusche stark zu dämpfen pflegt. Mehrere strategisch angebrachte Heizstrahler halten meine beleuchteten Gartenbäume schneefrei.

22. Dezember: Die Menschenmassen in unserer Straße nehmen langsam unübersehbare Ausmaße an. Dabei kann ich voller Stolz feststellen, daß das ausblasen von feinen Silbersternen vor dem Haus die allgemeine Bewunderung auf diese Seite der Straße konzentriert. Da kann auch das Rentiergespann meines Nachbarn nichts dran ändern. Zumindest seit ich einen Stand für Gebäck und Getränke eingerichtet habe.

24. Dezember: Etwas merkwürdiges ist passiert. Die Stadtverwaltung hat alle weihnachtlichen Zurschaustellungen in meiner Straße verboten, mit dem völlig irrelevanten Argument, hier werde ein nicht genehmigter Weihnachtsmarkt abgehalten. Bin fassungslos. Und das an Weihnachten, dem Fest des Friedens und der Besinnung!

… ursprünglich hatte ich für den 23sten Dezember immer einen saisonal kulturmarxistischen Text ausgesucht (und mich zwischen den Zeilen drüber lustig gemacht), hier also der saisonal kulturmarxistische Text, mit dem festen Versprechen daß der angekündigte Text von mir über saisonalen Kulturmarxismus auch ganz sicher noch irgendwann nach den Feiertagen kommt. Gegenbild, von Günther Kunert (weia, das hört sich schon so an, nach Instrumentalisierung der Freude anderer für eigene Zwecke durch Erpressung mit einem schlechten Gewissen das sie nicht zu haben brauchen, oder…?):

… und sie gebar ihren ersten Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe im Stall.‘ Doch noch ehe die Hirten erschienen, aber regte sich das Kind nicht mehr.
Und die Verkündigung?
Aus der Verzweiflung über den Tod des Neugeborenen entstand bald Zweifel, ob da überhaupt so etwas wie eine Zusage, etwas wie eine göttliche Absicht vorgelegen und nicht alles Einbildung gewesen sei. Wer war man schon, um die Vorraussetzung für die undurchschaubaren Pläne übermenschlicher Mächte zu bieten.
Und während der Zimmermann und seine Frau den kleinen Leichnam hinter dem Stall begruben, trösteten sie sich damit, daß ihnen wer weiß was erspart geblieben sei. In den schlimmen Zeiten nach dem gescheiterten Aufstand, nach dem verlorenen Krieg gegen die Besatzungsmacht war die Zukunft ohnehin unsicher und düster genug. Wer jetzt zu einem großen Schicksal ausersehen schien, war von vornherein zum Tode verurteilt. Vielleicht hatten die Römer recht, wenn sie sagten: ‚Pulvis et umbra sumus.‘ Staub und Schatten sind wir.
So verließen sie Bethlehem und zogen nach Nazareth zurück, gemächlich und eher beruhigt, daß sich keines der Versprechen erfüllt hatte und sie, kleine Leute, nicht gezwungen waren, sich gegen den Lauf der Welt stellen zu müssen. Dann sollte lieber alles so weitergehen wie bisher, wie eh und je, und man selbst existierte besser als kurzfristig belebter Staub und Schatten dahin.
Schließlich blieb einem das Heil, kein Heil mehr zu erwarten.

… und bevor ich jetzt anfange drüber zu schreiben was mich an diesem Text so alles stört und den anderen Text gleich hier und jetzt einfüge, lieber noch ein schönes kleines Video von Elefant Studios von einem Nieser, einem Tannenbaum und einem kerzenanzündenden Elefanten:

Euch allen schöne Feiertage und frohe Weihnachten!

A Weng s’Kalender, Tür 22 und 23

Der hier ist zu schön, um ihn einfach bleibenzulassen, Dry Bones, die Extratür:

… und eigentlich wolllt ich für Tür 22 ja noch einen Weihnachtsmannschauspieler, der nicht so will wie die sehr progressiven Eltern, die ihn einladen. Drauß vom Walde komm ich her, von Jens Joachimsen:

Ja, ich gestehe: ich war einmal der Nikolaus. Ist gar nicht so lange her, auch war ich nicht mehr wirklich jung, aber ich brauchte das Geld. Also bewarb ich mich bei einer „Firma für Events aller Art“ mit obligatorisch angelsächsischem Namen, und die Sache ließ sich gleich gut an. „Herr Jess Joachimsen“, hieß es in meinem Arbeitsvertrag, „ist hiermit gebucht als Event-Performer vom 5. bis 7. Dezember. Coaching: 4.12., 16 Uhr.“
Wow! Bingo! New Economy! Hey – ich war kein old school Nikolaus, sondern ein fancy Event-Performer, und als solcher würde ich eine Schweinekohle machen.
Ich gebe gerne zu, daß ich etwas aufgeregt war. Weniger, weil ich mir die Arbeit nicht zugetraut hätte, sondern eher, weil ich als Kind dem Nikolaus nie leibhaftig begegnet bin. Wenn meine Eltern etwas taten, dann taten sie es gründlich. Sie hatten eine Schwarze Liste mit unerwünschten Personen des kapitalistischen Brauchtums heidnischen Ursprungs – und der Weihnachtsmann, das Christkind und der Nikolaus waren die Top Three auf dieser Liste. Doch wozu gab es die Schulung!
Bestens gelaunt erschien ich also zu ebendieser – zusammen mit 60 anderen. Ein leicht elitäres Glücksgefühl beschlich mich. Wir waren die Auserwählten, die Nikoläuse der Stadt, junge, eventmäßig hochmotivierte Segensbringer. Und da erschien auch schon unser Performance-Coach.
Er brachte die Verkleidungen und schärfte uns ein, immer vorher bei den Eltern anzurufen, um das „mit den Geschenken abzuchecken“. Einen Witz machte der Nikolaus-Instructor auch noch: „Was bei den Kids gut kommt, ist ein kleiner Rap: Yeah, ich bin der Nikolaus / und hol gleich meine Rute raus.“
Vereinzeltes Gelächter. Na prima, dachte ich, wenn wir so auftreten, rappen die Kinder spontan zurück: „Yo man, vom Walde kommst Du her / und ich muß Dir sagen: Fuck you, yeah!“
Unser Coach schloss seine Ausführungen damit, dass wir uns stadtteilmäßig aufzuteilen hätten. Der Nikolaus-Anwärter neben mir brüllte: „Ohne Knecht Rupprecht gehe ich nicht nochmal in die Vorstadt!“
Ich breute den Job jetzt schon. Trotzdem werde ich erzählen, wies lief. Eher peinlich bekleidet und mit einem Haufen Watte im Gesicht – den Bart mußten wir uns aus hygienischen Grüden selber basteln – stapfte ich los. Mein „Performance-Bereich“ war ein Edel-Viertel, hohes Intellektuellenaufkommen und lecker Lehrerdichte, wo die Kinder also Lukas und Sarah hießen. Oder gleich so IKEA-Namen tragen, Sören, Bengt, … wie die Möbel, auf denen sie gezeugt wurden.
Interressanterweise hieß mein erstes „Zielobjekt“ Mario F. und wohnte in der Hildastraße. Von Mama F. instruiert, Mario solle weniger fernsehen und – Altbau bleibt eben Altbau – doch bitte mehr lesen, erschien ich pünktlich. (Das Geschenk war im Treppenhaus hinterlegt, zwei Mandarinen und ein verpacktes Buch, da würde sich der Bub aber freuen.) Ich trat in den Altbau-Flur und Frau F. rief: „Mario, kommst Du mal, da ist ein fremder Mann, ich glaube fast, das ist der Nikolaus.“
Von irgendwoher brüllte Mario: „Der soll später wiederkommen, ich bin grade auf Level Acht!“
„Würdest Du jetzt bitte den Computer sein lassen“, rief Frau F., zu mir sagte sie: „Und Sie, Herr Joachimsen, ziehen bitte die Stiefel aus.“
Ich fühlte mich meiner Autorität doch etwas beraubt, als Mario kam.
Ich zückte das Buch: „Guck mal, Mario, was Dir der Nikolaus mitgebracht hat.“
„Wenn er das neue Game nicht dabeihat, kann er sich gleich verpissen“, sagte Mario.
Ich sagte: „Aber Mario, hör mal…“
„Sie halten sich da raus“, sagte Frau F., „und Du, Mario, nimmst jetzt das Buch und freust Dich gefälligst.“
„Ich soll von Fremden nichts nehmen“, heulte Mario.
Nun wurde ich laut: „Wenn Du nicht augenblicklich brav bist…“
„Schreien Sie mein Kind nicht an!“, schrie Frau F.
„Hey – ich bin der Nikolaus!“
„Ja, und ich bin der Weihnachtsmann, Du Arschloch“, brüllte Mario.
„Freundchen“, brüllte ich und war kurz davor, dem Kleinen eine zu schallern. „Freundchen…“
„Trau Dich doch, trau Dich doch“, provozierte das Altbaubalg weiter.
„FREUNDCHEN…“ Mir platzte der Kragen. „Deine Mama hat Depressionen, und außerdem bist Du adoptiert. Hier – da hast Du Dein beknacktes Harry-Potter-blöd-Buch. Und Tschüss.“ Ich ging.
Es war kalt in der Hildastraße – so ohne Stiefel.

… und für Tür 23 noch einen Pratchett (leider diesmal die deutsche Übersetzung, stammt aus dem Buch Hogfather, das so oder so eine Parodie aufs Weihnachtsfest ist):

[…] „Es ist Silvester“, sagte der Dekan. „Es heißt der Schneevater zieht umher.“
„Glaubst Du an ihn?“ fragte Ridcully.
„Nun, er existiert in erster Linie für Kinder, nicht wahr?“ erwiederte der Dekan. „Sie glauben bestimmt alle an ihn. Ich war davon überzeugt, daß es ihn gibt. Als kleiner Junge hängt ich am Silvesterabend immer einen Kopfkissenbezug an den Kamin…“
„Einen Kopfkisenbezug?“ wiederholte der Oberste Hirte scharf.
„Nun, in einem Strumpf ist nicht viel Platz, oder?“ ließ sich der Dekan vernehmen.
„Ja, aber ein Kopfkissenbezug?“ beharrte der Oberste Hirte.
„Warum denn nicht?“
„Kommen darin nicht Habgier und Egoismus zum Ausdruck?“ fragte der Oberste Hirte. „In meiner Familie wurden nur kleine Socken aufgehängt. Ein Marzipanferkel, ein Spielzeugsoldat, zwei Orangen, und damit hatte es sich. Kein Wunder, daß Leute mit Kopkissenbezügen den Markt monopolisierten.“
„Hört endlich auf, Unsinn zu brabbeln“, warf Ridcully ein. „Es muß eine einfache Möglichkeit geben, Gewißheit zu erlangen. Wie stellt man fest, ob der Schneevater existiert?“
„Es gibt deutliche Indizien“, sagte der Dekan. „Leergetrunkene Sherrygläser, rußige Fußspuren auf dem Teppich, Kufenabdrücke eines Schlittens auf dem Dach und der Kopfkissenbezug voller Geschenke.“
Ein Kopfkissenbezug„, brummte der Oberste Hirte. „Ha. Ich schätze, Deine Familie gehörte zur hochnäsigen Sorte, die ihre Geschenke erst nach dem traditionellen Silvesteressen öffnete, wie? Und bestimmt stand auch ein prächtig geschmückter Silvesterbaum im Flur.“
„Vielleicht sollten wir…“, begann Ridcully, aber es war bereits zu spät.
„Natürlich haben wir bis nach dem Essen gewartet“, entgegnete der Dekan.
„Ich habe mich damals immer sehr über Leute mit großen, prahlerischen Silvesterbäumen geärgert“, sagte der Oberste Hirte. „Ich wette, Ihr hattet auch einen dieser protzigen Nußknacker, die wie eine große Daumenschraube aussehen. Andere Leute mußten sich mit dem Kohlenhammer aus dem Schuppen begnügen. Und aßen ganz normal zu Mittag, anstatt abends haufenweise Piekfeines auf den Tisch zu bringen.“
„Ich kann nichts dafür, daß meine Familie Geld hatte“, sagte der Dekan. Es wäre ihm vermutlich gelungen, die Dinge damit ein wenig zu entschärfen, wenn er nicht noch hinzugefügt hätte: „und Niveau.“
„Und Kopfkissenbezüge?“ rief der Oberste Hirte. Er sprang wütend auf und ab. „Außerdem habt Ihr Eure Stechpalmenzweige bestimmt gekauft.“
Der Dekan wölbte die Brauen. „Natürlich! Wir schlichen nicht durch die Landschaft, um sie aus den Hecken anderer Leute zu schneiden“, erwiderte er scharf.
„Es gehört dazu! Dadurch macht alles noch viel mehr Spaß!“
„Indem man Silvester mit gestohlenen Stechpalmenzweigen feiert?“
Ridcully hielt sich die Hand vor die Augen.
Man sprach in diesem Zusammenhang von „Hüttenfieber“. Wenn Menschen im Verlauf von endlosen dunkeln Wintern zuviel Zeit auf engem Raum verbrachten, gingen sie sich früher oder später auf die Nerven. Doch wenn man seine Zeit in einer Universität verbrachte, die mehr als fünftausend bekannte Räume hatte, eine gewaltige Bibliothek, die besten Küchen der Stadt, eine eigene Brauerei, eine Molkerei, einen ausgedehnten Weinkeller, eine Wäscherei, einen Friseurladen, Kreuzgänge und eine Kegelbahn – dann könnte man wohl kaum behaupten, mit anderen Leuten „eingepfercht“ zu sein. In dieser Hinsicht hatten Zauberer eine besondere Begabung. Sie konnten sich selbst dann auf die Nerven gehen, wenn sie in den gegenüberliegenden Ecken eines sehr großen Feldes standen.
„Seid endlich still!“ sagte Ridcully. „Es ist Silvester! Es gibt keinen ungeeigneteren Zeitpunkt für dumme Streitereien!“
„Oh, ganz im Gegenteil“, erwiderte der Professor für unbestimmte Studien verdrießlich. „Es gibt keinen besseren Zeitpunkt dafür. In unserer Familie konnten wir von Glück sagen, wenn wir das Mittagessen ohne eine Wiederholung von Wie-schade-daß-unser-Henry-kein-Geschäftspartner-unseres-Rons-wurde hinter uns brachten. Oder ohne Warum-hat-den-Kindern-niemand-beigebracht-wie-man-mit-Messer-und-Gabel-ißt. Das war ein weiteres beliebtes Thema.“
„Und dann das Schmollen“, sagte Ponder Stibbons.
„Oh, ja, das Schmollen“, bestätigte der Professor für unbestimmte Studien. „Es war kein richtiges Silvesterfest, wenn nicht irgendwann alle stumm an verschiedene Wände starrten.“
„Die Spiele waren noch schlimmer“, meinte Ponder.
„Schlimmer als die Kinder, die sich gegenseitig mit ihren Spielzeugen schlugen? An einem richtigen Silvesternachmittag wimmelte es auf dem Wohnzimmerboden bald von kleinen Rädern und Teilen zerfetzter Puppen, Marke ‚Körperverletzung inbegriffen‘.“
„Bei uns gab es ein Spiel namens ‚Sucht den Pantoffel'“, sagte Ponder. „Jemand versteckte einen Pantoffel, und wir mußten ihn finden. Und anschließend zankten wir uns.“
„Das ist nicht wirklich schlimm„, meinte der Dozent für neue Runen. „Zumindest nicht auf silvesterliche Weise schlimm. Richtig schlimm wirds erst, wenn jemand einen Papierhut trägt. Es passiert praktisch immer, daß irgendeine gräßliche Großtante einen Papierhut aufsetzt und grinst, weil sie so unkonventionell ist.“
„Das mit den Papierhüten hatte ich ganz vergessen“, sagte der Professor für unbestimmte Studien. „Meine Güte.“
„Und später schlägt jemand ein Brettspiel vor“, warf Ponder ein.
„Ja. und niemand erinnert sich genau an die Regeln.“
„Was jedoch keinen davon abhält, um Geld zu spielen.“
„“Und fünf Minuten später sprechen zwei Personen für den Rest ihres Lebens nicht mehr miteinander, weil jemand zwei Ankh-Morpork-Cent verloren hat.“
„Und irgendein gräßliches kleines Kind…“
„Ich weiß, ich weiß! Ein kleines Kind, das aufbleiben durfte, erweist sich als durchtriebener Ich-lerne-schnell und knöpft allen Leuten das Geld ab!“
„Genau!“
„Äh…“, sagte Ponder, der argwöhnte, selbst jenes Kind gewesen zu sein.
„und vergesst nicht die Geschenke“, meinte der Professor für unbestimmte Studien. Er schien von einer nur für ihn sichtbaren Liste des Kummers abzulesen. „Eingepackt sind sie voller Verheißungen und Möglichkeiten. Aber wenn man sie öffnet…, dann stellt sich heraus, daß das bunte Papier ihr interessantester Aspekt war. Und man muß sagen: ‚Oh, wie schön, das kann ich wirklich gut gebrauchen.‘ Geschenke zu verschenken ist meiner Ansicht nach kaum besser, als sie zu empfangen – es sind nur weniger Peinlichkeiten damit verbunden.“
„Ich habe ausgerechnet, daß ich im Laufe der Jahre zu einem Netto-Exporteur von Silvestergeschenken geworden bin“, sagte der Oberste Hirte.
„Das gilt für uns alle“, sagte der Professor. „Man gibt ein Vermögen für andere Leute aus, und was bekommt man, wenn man das ganze bunte Papier weggeräumt hat? Einen Pantoffel in der falschen Farbe und ein Buch über Ohrenschmalz.“
Ridcully saß stumm da und hörte entsetzt zu. Das Silvesterfest hatte ihm immer sehr gefallen, und zwar in allen Einzelheiten. Er hatte sich darüber gefreut, alte Verwandte wiederzusehen, mit ihnen zusammen zu essen und Spiele wie Jag-den-Nachbarn-durch-die-Gasse und Hurra-fröhlicher-Kesselflicker zu spielen. Er gehörte immer zu den ersten, die einen Papierhut aufsetzten, denn er glaubte, daß Papierhüte festliche Stimmungen besonders gut zum Ausdruck brachten. Die Mitteilungen auf Silvesterkarten las er immer sehr sorgfältig und nahm sich Zeit für ein paar freundliche Gedanken an den Absender.
Den Zauberern bei solchen Bemerkungen zuzuhören… Es war, als würde er beobachten, wie jemand ein Puppenhaus zertrat.
„Aber die Botschaften der Silvesterkekse sind doch recht lustig, oder?“ fragte Ridcully vorsichtig.
Die Zauberer drehten den Kopf, sahen ihn an und wandten sich dann wieder ab.
„Wenn man den Humor eines Kleiderbügels aus Draht hat“, sagte der Oberste Hirte.
„Meine Güte“, erwiderte Ridcully. „Wenn Ihr so lange Gesichter zieht… Vielleicht gibt es gar keinen Schneevater. Er gehört nicht zu den Leuten, die soviel Verdrießlichkeit zulassen.“ […]

A Weng s’Kalender, Tür 20 und 21

Auf besonderen Wunsch für beide Türen einen weiteren Pratchett, Twenty Pence, with Envelope and Seasonal Greeting (das hätte ich gern mit passenden Weihnachtskartenmotiven untermalt – aber die sind dann nicht von mir, dann bekomme ich Probleme beim ziteren, seufz):

I remember reading long ago that the vision of a ‚typical‘ Christmas owed a lot to the fact that, in his boyhood, Charles Dickens lived through seven of the worst Christmases of the nineteenth century – and so they became, under his influential pen, what Christmas ‚ought‘ to be. As a former journalist, I think that’s far to good a story to check.
This was written for the magazine
Time Out for Christmas 1987. I wanted to write a kind of Victorian horror story in which the covers of a row of Christmas cards come to life. And what better starting point than the jolly mail coach which is so, so traditionally on the really cheap cards … and what would the passengers think of Christmas cards to come? We don’t see Snoopy cards much now. But there are plenty that are worse.
From the Bath and Wiltshire Herald, 24 December 1843:
CALNE – Singular mystery surrounds the disapperance of the London Mail Coach on Tues. last in a snowstorm of considerable magnitude, the like of which has not been seen in the memory of the oldest now living. It is thought that the coachman, missing his way in the driving Blizzard at Silbury, took the horses off the road, perhaps to seek the shelter of a hedge or rick, and became overwhelmed in the drifting. Search parties have been sent out and the coachman, who was found wandering in a state of severe anxiety in the snow, has been brought to Bath…
From the journal of Thos Lunn, Doctor, of Chippenham, Wilts:
The world is but a tissue spread over the depths of Chaos. That which we call sanity is but a circle of firelight, and when I spoke to that poor mazed man downstairs he was several logs off a full blaze.
Even now, with my own more natural fire drawn up and the sturdy curtains shut against the Christmas chill, I shudder at the visions he imparted. Were it not for the solid evidence, which I have before me as I write, and which catches the firelight and sparkles so prettily, I could dismiss it as the mere ravings of a deranged mind. We have made him as comfortable as the ropes allow in my front room, but his cries punctuate this Christmas Eve like skulls in a flowerbed.
„Is Father Christmas coming/Or is he just breathing heavily? Lots of stuffing this Christmas!!! Snugglebottom Ex Ex Ex!“
There is a terrible sound outside. Carol singers! Do they not realize the terrible, terrible risk? Yet if I were to throw open the window and warn them to quit the streets, how could I answer their most obvious question? For if I attempted to, I too would be thought mad also … But I must set down what he told me, in his moments of clear thought, before insanity claimed him for its own.
Let my readers make of them what they may.
His eyes were the eyes of a man who had looked into Hell and had left behind something of himself. At times he was perfectly lucid, and complained about the ropes the searcher had put him in for fear that in his ravings he would hurt himself. At other times he tried to beat his head on the wall and ranted the slogans that had sent him mad.
„Twenty Pence! Plus Envelope and Seasonal Greeting!“

In between he told me…

It had been a wild day, with the snow blowing off the plain and turning the hills west of Silbury into one great white waste. At such times it is possible to miss the road, and he had got down off the box to lead the horses. Yet, despite what one might read in the papers, the snow was not impossibly deep on the hills, and had abated so that the sunset could be seen. Spirits were generally high, for the lights of Calne were visible, and one and all looked forward to being off the freezing roads by darkness.
And then, as he tells it, there was a creaking noise and a flicker of shadow and the world changed or, he believes, they stepped from this world into another. And, ahead of them, there was a great square hole in the landscape.
He avers now that it was the gateway to Hell, and while it was not the hell that Dante visited there is to my mind some internal evidence to suggest that his ignorant guess might be the truth.

There was something a-glitter at the edge of the world and, when he examined the drifted snow, he found the same curious substance strewn haphazardly on the crest of each hummock. It appeared to be thin plates of silver, scattered so as to reflect the light in what would have been, in better circumstances, a pleasing manner.
The coachman and several of the male passengers considered the situation. The sun was sinking fast into a western sky that was now a mess of livid red and purple tones, and to the east more snow threatened. Besides, it appeared to those who ventured a little way back along the coach tracks, which were already being erased by the blowing snow, that the road had been well lost and a white wilderness streched all around.
At length, there appearing to be no alternative, several of the party resolved to venture closer to the rectangle that obliterated the sky a score of yards away. It was then that they saw for the first time the monster that appeared to be the guardian of the gateway, perched on a snow-covered log.
It was a giant robin, several times larger than a turkey. It watched them with malevolence in its beady eyes, and they feared greatly that it would attack; but it remained unmoving as they reached the rim, and peered out on a blur of colour. Warm air, tinged with tobacco smoke, was blowing into the world, and according to the coachman they could hear strange sounds, distorted and distant…
One of the party was a scholar from Oxford who, having in the coachmans oppinion refreshed himself mightily during the journey, suggested that some of the party climb through the opening, beyond which lay, at a deapth of perhaps three feet, a wide expanse of brown plain, because, uncertain though this course may be, it offered a more certain chance of survival than a night in the hills which seemed increasingly alien.
„Seasons greetings! From all at the office!“
Several bold spirits in the party, with whom the scolar had been sharing his brandy, resolved to do this. The coachman was not among them, he told me, yet eventually decided to accompany them out of a sense of duty. They were still his passengers, he said, and he felt it incumbent upon him to bring them safely to Bath.
It was the view of the scholar that ath might be found across the plain, for, he held, if this was a window out of the world then it followed that there might be a window back into it…
Strange though it may seem, this appeared to be the case. They had not gone above a hundred yards before they saw, looming out of the mists in front of them, another rectangle very similar in appearance to the one they had vacated.
Imagine their joy to see that it opened onto a friendly street lined with yellow-lit windows.
One of the party declared that it was in fact a street very close to his own home in London, and while many of the travellers had left London some time before, the prospect of a return now caused them the greatest joy; the traveller promised to open up his house for them, and one of the men volunteered to go back alone to the coach to fetch the rest of the party. For it seemed to all, in those last few moments of hope, that Almighty Providence had forseen their fate upon the bitter road and had opened a gateway into the warm heart of the greatest city in the world…
It was then that they noticed a party of anxious people clustered near the rectangle, and the coachman saw with a falling heart that it too was rim’d with the glittering plates. This party was composed both of men and women, bearing lanterns, and, after some hesitation, one member approached the coachman.
The man who had a house nearby gave a cry of recognition and embraced the stranger, claiming to kow him as a neighbour, and then recoiled at the dreadful expression on his face. It was clear that here was another victim of a similar fate.
After some refreshment from the oxford scholar the newcomer explained that he had, with a party of friends, gone out carol singing. All had been well until, an hour before, there had been an eerie creaking and shifting of shadows, and now they were somehow in a world that was not of the world.
‚But – there is a street, and lighted windows‘, said the London man. ‚Is that not the Old Curiosity Shop, so ably run by Mrs. Nungent?‘
‚Then it is more than decently curious, because the doors do not open, and there is nothing beyond the windows but dull yellow light‘, said the carol singer. ‚What were houses, my friend, are now nothing but a flat lifelessness.‘
‚But there are other streets, my home, not a hundred yards away…‘
Ther carol singers face was pale. ‚At the end of the street‘, he said, ‚is nothing but white cardboard.‘
Their companion gave a terrified scream, climbed into the frame, and was soon lost to view. After a few seconds they heard his shout, which the coachman screamed to me, also:
„May This Day Bring You, Every Year,/Joy And Warmth And All Good Cheer!“
Several of the ladies in the carol singers party were quite hysterical at this point and insisted on joining the company. Thus, after much heated debate, it was resolved to return to the mail coach and, with considerable difficulty, snow and luggage and the glitter were piled against the frame sufficiently to allow it to be manhandled down on the plain.
At this point the coachmans tale becomes quite incoherent. It would seem that they set out to seek yet another entrance to the real world, and found for the first time that the strange windows had an obverse side. If I can understand his ravings, they seemed to be vast white squares in the sky on which some agency had written lengthy slogans of incredible yet menacing banality, whose discovery had so unhinged the London gentleman.
I can hear the coachman’s mad giggling even now: „I have come a long, long way,/To bring you Joy this Christmas Day!“ and he would bang his head on the wall again, in time to what I may, in the loosest sense, call the rhythm of the phrase.
Then he would drum his heels on the floor.
„Merry XMas to All at No. 27!“ he would scream, „From Tony, Pat and the Kids! Remember Majorca?“
And Get lots of crackling this Christmas!“ This last one seemed particularily to affect his brain, and I cannot but wonder what the poor man must have seen. „Merry XMas from Your Little Willie!!!“ and it was at this point that I had to get the gardener to come in and help me restrain him, in the apprehension that he would otherwise manage to do himself an injury.
How long were they on that fateful plain? For it appears that they were in a world outside Time as we know it, and sought for days an entrance into a world that was more than a flatness.
And they were not alone.
There were other people on the same dreadful journey. And monsters also.
I fear that his mind is quite gone. No sane man could have seen such things. There was a window, if such I may call it, into a world of desert sands under a night sky, wherein three men of african or asian appearance had made their camp.
One of them spoke passable latin, which the Oxford scholar was still just able to understand, despite his state of near inebriation. They too had found their world running out into a cardboard waste, and after considerable study had put it down to some event, possibly astronomical, which had severely distorted Space and, who knows, perhaps even Time itself.
They made common cause with the coachman’s party, much to the chagrin of the ladies present, but it would seem that they were well educated by heathen standards and indeed kept up the spirits of the company with their tales and outlandish songs. They were also men of considerable wealth, a fact of some importance when the swollen caravan of benighted travellers met a party of shepherds, orphans of their world, and were able to purchase several sheep, which the coachman, who had been raised on a farm, was able to slaughter and dress.
The shepherds, being nomads by persuasion, had been wandering for some time from their Window, and told of many fearful wonders.
„Happy Christmas! / It’s Your First One! / Wishing You Joy / And a Lifetime of Fun! Sweet Jesus! The dreadful beagle!
What more daare I write? He babbled of four giant kittens with blue bows around their necks; and a rectangle within which was a vast Pie of mincemeat, which they carried for their continued provisions. There were also several glasses, taller than a house, which – after considerable effort with ropes and the utilisation of a giant sprig of holly – were found to contain a sweet sherry, in which the Oxford scholar unfortunately drowned.
And ther was the bellowing red giant, bearded and mad, sitting on a rooftop. And other things, too dreadful to recount: men who were merely coloured shapes, and the enormous black and white carricature of a dog watching them balefully from the top of its kennel, and things which even as a man of science I would blush to record.
It seems that at last he resolved to quit the company, and came back alone across the plain, believing that to die in the bitter hills of Wiltshire in mid-winter was a better fate for a christian man than life in that abominable world.
No sooner had he reached it, and was crawling in extremis across the strange glittering snow, than behind him he heard once again the eldritch creaking and, upon looking around, saw the dreadful oblong slot disappear. Cold winds and snow immediately forced themselves upon it, but he felt it to be a benediction after that dreadful warm world of the brown plain. And thus, staggering into the fresh blizzard, he was found… It is now fully dark. The carol singers have gone, and I trust it is to their homes.
And now my housekeeper departs, having brought me the strange news of the day. A blackamoor on a camel has been arrested near Avebury. In Swindon a man has been savagely pecked to death in his own garden, and all there are to be seen in the snow are the footprints of an enormous bird. Here in Chippenham itself a traveller has reported seeing, before it leapt a tall hedge and ran across the fields, a cat larger than an elephant. It had a blue bow around its neck. What monsters have been let into the world?
And on my desk I see my reflection in the shining, tinselly shard that the coachman had clutched in his hands.
Who would cover the snow with this to make it glitter, and what fearful reason could there be?
I open the curtains, and look out upon the busy street. The local coach has come up from Bath and it is outside the inn, and all is bustle and Christmas cheer, a world away from the sad ravings of the man downstairs. It is a picture of hope, a reminder of reality, and perhaps he is, after all, no more than a man mazed by exposure, and the tales of giant beagles and flying sledges are no more than strange jests. Except for the shard of tinsel…
„The Tinsel on the Straw! Amen! Wishing You All the Best, Mom and Dad!“
And I see the falling snow, how it glitters … And I hear the creaking. God help us, every one.

[edit: der besseren Lesbarkeit wegen nicht als Zitat, der Text. Ist aber natürlich eins.]