Sirenenfischpfützenreime

Vorgestern hat Ari beim Zweitenselbst ein Gedicht von Heinz Erhard zitiert:

Am Rand des Meeres saß er.
Das heißt er lag, weil er ja schlief,
und unten ist’s besonders tief-.
Da plötzlich aus dem Fluten
eine Jungfrau trat herfür!,
auf eine Flöhöhöte tat sie tuten,
das war kein schöner Zug von ihr.
Dem Jüngling ging das Lied zu Herzen,
obwohl sie falsche Töne pfoff,
er tat sich in die Fluten sterzen,
da ging er unter und versoff.

Was ich dann parodiert habe (die parodierte Parodie, aber, ja mei) mit:

Am Rand des Flusses ging er.
Das heißt, der Fluss, das war ein Bach-,
selbst unten ists besonders flach.
Da plötzlich in den Fluten
die Forelle schwamm vorbei!,
er denkt an Steckerlfisch, den guhuhuten,
und wie gern er jetzt Fischkoch sey.
Der Jüngling nach dem Fischerl witschte
obwohl er oft danebengroff;
bis er den Hals sich brechend glitschte –
da ging er unter und versoff.

Und eine zweite Strophe kam von Ari:

Am Sonntag aus der Pfütze soff er,
das heißt er trank, als feiner Mann,
doch von G’wissnsbissn troff er,
und hofft‘, dass wer ihn rette wann.
Da plötzlich aus der Lache
eine Dryade trat herfür
und stieg moralisch ihm auf’s Dache!,
und bessert‘ ihn mit Ach und Rühr‘.
Dem Pfütztrink schwoll das Herzelein,
weil er moralisch so gefehlt,
er lud sie prompt zum Essen ein-.
Am Mittwoch waren sie vermählt.

Weitere Strophen immer gerne 😀 !

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Ganzkörpergrimassen

Auch dieses Spiel wird von Kindern auf der ganzen Welt gespielt: zwei Spieler schneiden Grimassen in Richtung des jeweils anderen; es gewinnt, wessen Grimassen dem Publikum besser gefallen. So eine Art Seelenverwandter des Battle of the Bands oder der Slam Poetry.

Wobei es wohl regionale Unterschiede gibt, wieviel Körpereinsatz in die Grimassen gesteckt wird:

Diese Monsterdarstellungen sind beide schon auf halbem Wege zum Straßentheater.

Oder auf halbem Wege zu den Hupfkästchen von neulich.

Wochenende im blinden Spiegel

Gut Schabbes und/oder schönes Wochenende wünsche ich Euch allen 😀 !

😀

Freitagstextermedaille

Letzte Woche habe ich von Zynästhesie den Freitagstexter geerbt und hier ein Bild-sucht-Geschichte-die-es-erzählt gepostet.

Das Bild war ein Blick in einen der Spiegel im Spiegelsaal von Schloss Amalienburg – und aus dieser Perspektive sah man hauptsächlich Absperrung.

Was la-mamma kommentierte mit:

Prinzessin Isalinda findet es mit zunehmendem Alter immer umständlicher, in ihrem Heim permanent über irgendwelche Seile steigen zu müssen.

kulturflaneur fand eher, der Spiegel sehe aus wie vom Konditor kunstvoll aus Zuckerguss gefrickelt:

An den Berufs-Weltmeisterschaften in Abu Dhabi haben die Zuckerbäcker ein süsses Meisterwerk geschaffen.

Wirklich gut gefallen hat mir auch Aris Erklärung, warum es mit einer Geschichte im Stil von Lewis Carrolls Alice hinter den Spiegeln zumindest an dieser Stelle nichts wird:

So bald man wirklich mal die Welt hinter dem Spiegel betreten könnte, denn da ist sie ja!, steht da gleich eine Absperrung. Klar, man könnt‘ drübersteigen, oder man könnt‘ sie kurz mal zur Seite lupfen. Aber das traut sich niemand jemals – und deshalb betritt niemand jemals die Welt hinter dem Spiegel.

Die beste Geschichte aber kam von Lakritze:

Sich komplett assimilieren, war der Einsatzbefehl gewesen. Volle Tarnung. „Wie ein Erdbewohner unter Erdbewohnern.“ — Wieder eine der Gelegenheiten, wo sich Farf|wob| nichts mehr wünschte als ein größeres Buget für die Abteilung „Interplanetare Forschung & Aufklärung“.

 

Herzlichen Glückwunsch!

Blick in den Freitagstexter

Wer öfter bei mir auf dem Blog vorbeischaut, kennt wahrscheinlich das Bild schon, das ich gleich poste, aber nicht das Spiel zu dem es diesmal gehört. Dafür kennen die die das Spiel öfter spielen meinen Blog wahrscheinlich nicht; und ich kannte bis jetzt das Spiel nicht. So gleicht sich alles aus im Leben.

Zur Erleuchtung der allerseitigen Unwissenheit: letztes Wochenende hat Lakritze etwas geliked das ich geschrieben hatte; ich habe ich auf dem Blog von Lakritze vorbeigeschaut und eine alte Ausgabe eines Blog-Ketten-Spiels gefunden: jemand stellt ein Bild bei sich auf den Blog, und wer will kann eine Bildunterschrift für dieses Bild schreiben. Ich habe Lakritze noch als kleines Hallo und P.S. einen Untertitel zu diesem alten Bild geschrieben. Außerdem war die Spielrunde längst vorbei, ich konnte also nicht noch innerhalb der Spielzeit die nach Lakritzes Meinung beste Bildunterschrift liefern und damit die nächste Runde ausrichten 🙂 : sie war also ein Ding-an-sich, diese Bildunterschrift. Spaßeshalber habe ich dann doch noch bei der laufenden Runde mitgespielt – und prompt mit etwas anderem bei jemand anderem doch noch die Ausrichtung der nächsten Runde gewonnen…

Hier ist sie also, die Spielrunde.  🙂

Das Spiel: nennt sich Freitagstexter.

Die Regeln: finden sich hier. Freitags wird das Bild auf dem ausrichtenden Blog online gestellt, bis einschließlich Dienstag können Bildunterschriften geschrieben werden (danach auch noch, aber ab Nulluhrmittwoch nicht mehr fürs Spiel…), der Blogbetreiber* sucht sich die aus die ihm am besten gefällt, gibt das Mittwoch bekannt – und der Autor dieser Bildunterschrift richtet am folgenden Freitag die nächste Runde aus.

Das war dann wohl ich. Zynästhesie brachte letzten Freitag als Rätselbild mehrere Reihen von Tonhohlkopfbürsten (oder Bürstentonhohlköpfen? Hohlkopftonbür… you get the idea 😛 ) – und dafür daß ich fand, daß diese Bonkohlstopftür…kür…undsoweiter wie Golems aussehen, hat mir widerum Zynästhesie die Kür (? eher Pflicht) des Bildpostens weitergereicht:

Derweil schrauben im Hause Meyrink mechanisch begabte Hilfskräfte (einer hat noch bei Frankenstein gelernt, eine ihr Praktikum auf der Scheibenwelt gemacht) auf einem Prager Dachboden Einzelteile zusammen. Aus Lehm bist Du geworden, zu Lehm sollst Du werden. Gold geht an aurorula a. für den mythischen Schluss: „Just-in-Time-Lieferung in der Golemfertigung“. Herzlichen Glückwunsch!

Und beim mythischen oder zumindest nach Bebilderung des Mythischen aussehenden bleibt auch mein Bild, der Blick in die Welt hinter den Spiegeln:

Viel Spaß beim Spielen und Schreiben 😀 !

Zwei Sachen füge ich noch den Spielregeln für diese Runde dazu: weil bei mir eine Menge Leute posten die keine eigenen Blogs haben, können sie natürlich trotzdem nicht nur außer Konkurrenz mitspielen, wenn sie denn wollen – die nächste Runde richtet einfach nur der höchstplazierte Autor* aus, der einen Blog hat oder kapern kann, jemand anderes kann aber trotzdem gewinnen 😛 . Das andere ist daß ich den Gewinner(unter)titel Mittwoch tags nur ganz kurz in diesem Thread bekanntgebe und arbeitsbedingt einen eigenen Artikel mit Bild und Pokal und drum und dran erst abends schreibe – seht das einfach so wie den gewonnenen Wettkampf am Morgen und die Medaille … später.

 

*Fußnote (wer hier öfter liest weiß das schon): daß ich den Anhang -in oder -innen als verbales Äquivalent zum Kopftuch sehe und ihn deshalb nicht trage habe ich schon an anderer Stelle ausgeführt – die die das hier lesen können das natürlich halten wie sie wollen, sind aber egal wie natürlich gemeint 😀 ; wenn sie denn mitspielen wollen.