Von Avataren und Rindviechern

Über meinen Avatar. Ich bin gefragt worden, was er eigentlich darstellt:

https://aurorula.wordpress.com/2014/08/15/preface-hardly-anyone-will-ever-read/comment-page-1/#comment-4

004bKurz gesagt, auf dem Bild bin ich. Zumindest meine Hände sind drauf – die ich in einer recht merkwürdigen Art und Weise über den Kopf in die Botanik hebe. Eine Beschreibung was das eigentlich darstellen sollte liest sich theoretisch wie folgt:

»Der […] Ochs [zur rechten Seite] wird nun auf folgende Weise gemacht: Stehe mit deinem linken Fuß vor, halte das Schwert mit dem Heft neben Deinem Kopf zur rechten Seite in der Höhe, so daß dein vorderer Ort dem Mann gegen dem Gesicht steht.« (Joachim Meyers Kunst des Fechtens, Straßburg 1570)

Etwas alltagstauglicher ausgedrückt komme ich auf dem Avatar daher wie ein Rindviech: wenn sie mit einhändigen Waffen ausgeführt wird nennt sich diese Haltung ‘Stier’ und nicht ‘Ochs’,  aber etwas gehörntes Bovines das zum Angriff kommt bildet sie auf alle Fälle nach (im Bild rechts nochmal von der Seite).
Sehr nützlich aus zwei Gründen: Falls jemand von oben auf mich draufschlagen will ist mein Schwert dazwischen: der Ochs ist eine der Haupthuten im Schwertkampf, als (improvisierter) Schild zu dienen ist deren eigentlicher Zweck. Beim Angriff von oben könnte man scherzhaft und garnicht schwertkämpferisch von Eisenhut sprechen, womit ich wieder in der Botanik bin (; . Und – wie es auf dem Bild so schön nicht zu sehen ist – optisch verschwindet das Schwert. Ich mache es auf meinem Avatar nebenbei nicht ganz richtig, würde ich das hätte ich das Schwert noch ein kleines Bißchen mehr nach oben gekippt, dann sieht die Kamera garnichts mehr von der Klinge aka der Rache der Unfotogenen.
Und auch nicht was ich tue: da habe ich jemanden erstochen bevor er merkt daß ich mich bewege, weil ich beim Stich die Klinge auf der Sichtlinie nach vorne schiebe. Sozusagen das Gegenteil der Gila-Krustenechse; statt nicht umbringen und sehr viel davon merken … nun, umgekehrt.

003a»der also sehr in die Irre führen kann, indem man GLAUBT, was zu sehen und nichts sieht«, sagt es der oben verlinkte Post von Aristobulus wesentlich kürzer und eleganter als ich mit meinem Schwertkampf-Vortrag.

Dafür daß ich das hier nicht ganz richtig halte fand ich aber die Totalreflexion auf der Klinge fotografisch einen sehr schönen Effekt (: (So sauber ist die garnicht, ist sie nie, das ist ein rein optischer Trick).

 

Kletterhortensie. Die klettert an den Dingen des Gartens (Hortensia – Gartendinge). Muss man ja tun!, dieses Klettern an den Dingen des Gartens, ob man nun Hortensie ist oder nicht. (noch etwas aus Aris Post über die Botanik die zweidrittel des Avatars ausmacht)

😀 Das ‘Ding des Gartens’ an dem sie klettert ist die Wand zur Garage. Und gut daß sie da ist: die Pflanze ist schön, die Garage ists ohne die Pflanze nicht. Quasi das Ding, das den Garten zum Garten macht.

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Veröffentlicht am August 16, 2014 in Smalltalk, Sportliches und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 10 Kommentare.

  1. Ah schön.
    Dein Armband übrigens auch 🙂

    ( Und unfotogen halte ich ja nu für ein unbestätigtes und nicht zu bestätigendes Gerücht )

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    • Das Armband stammt von einem kanadischen Goldschmied; meine Mutter hats mir vor ein paar Jahren aus dem Urlaub auf Neufundland mitgebracht. Mir gefällts auch wirklich gut!
      Dieses spiralige Muster neben dem Türkis stellt wohl nicht nur ein Ornament, sondern irgendetwas bestimmtes dar; den Wind, meine ich mich zu erinnern, bin mir aber nicht sicher. Könnte auch das Leben im allgemeinen gewesen sein (nach der Geburt bewegen sich die Leute mit ihrem Lebenskurs erst planlos ein Bissl hin und her, bevor sie dann irgendwann nur noch im Kreis rennen). Egal wie schaut es einfach schön aus. 🙂

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  2. … mir hat mal jemand einen Säbel geschickt, den er 1976 in einem Sumpf bei Jena gefunden hat. Das Eisen der Klinge ließ sich entrosten – das sauerstoffarme Wasser hat es erhalten. Der Finder meinte, dass ein Soldat den Säbel dort verloren habe, ein sabre briquet, der Fundort deutet auf die Schlacht von Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806, er lag hundertsiebzig Jahre im Sumpf.

    Hat der Soldat ihn einfach verloren? Kaum möglich!, der Messinggriff zeigt heftige Schlagspuren, all in der selben Richtung, der Soldat muss dabei nach und nach seine Finger verloren haben. Die meisten Schlagspuren zeigt die Seite des Griffs, auf der die Finger ihn festhielten. Er muss den Griff umklammert haben – und ein Hieb von vorn, der tief im Heft sitzt, wird ihm fast die Hand abgetrennt haben. Wohl der letzte Schlag.
    Messing ist weicher als ein preußischer Blüchersäbel – und eine Hand ist noch weicher.

    Nu hängt der Säbel an einem Nagel an der Tür meines Salons

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    • Gut möglich daß das ein ähnlicher Hieb war wie es hier zu sehen ist:


      (Bild von schwertkampf-ochs.de entführt; aus einer Quelle 14. Jahrhundert – finde kein besseres, leider.)

      Dann ging das sehr schnell mit den Fingern – und dem Kopf gleich mit. Hier im Bild klappt das rechte Manschgerl sein Messer um das Messer des linken quasi einmal herum und drischt ihm dabei von der Seite gegen den Kopf. Nebenbei schneidet er vielleicht ein paar Finger ab, aber das muß nicht sein.

      Wo ich mir auch trotz Motorradhandschuhen drunter und Lacrosse-Handschuhen drüber und stumpfen Schwertern und bremsenden Trainingspartnern schon öfter sauber blaue Finger geholt habe ist wenn ich irgendwas nach von mir aus gesehen links oben versetze („versetzen“ ist das was bei olympischen Fechtdisziplinen „parieren“ heißt) – und die Hände am Griff zu weit vorne habe. Autsch!

      😀 Schön, Dein Säbel, so wie Du ihn beschreibst. Jedes Museum wäre bestimmt happy drüber – pass gut drauf auf.

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      • Danke. Museen ist sowas zu poplig, und die Rostnarben an der Klinge und so, und dieser zerhauene Griff & Handschutzbügel, ach der blitzt und gleißt ja so garnicht 😉

        Und Deine Finger, ohje, was muss ich da hören?, uh. Gibt es dagegen nicht so Panzerfäuste? Nein, ich meine jetzt keine veritable Panzerfaust 😀 , die wär unsportlich, aber halt so ’nen Metzgerhandschuh mit Stahlplatten?, so wie damals in Augsburg um 1500?

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        • No worries (: wegen meiner Finger – dafür habe ich ja die Lacrosse-Handschuhe. Die wirklich richtig gut polstern (Das gute alte Aramid – was bei einem stupfen Schlag erheblich mehr bringt als eine Stahlplatte, die eher gegen Schnitte schützt); mehr als blaue Finger brauche ich dann auch nicht zu befürchten. Und das auch nur wenn mein Trainingspartner das nicht mitbekommt und zu langsam oder zuwenig bremst.
          Ein Hieb auf die ungeschützten Finger, nun, so ein Schwertsimulator ist auch nur ein Baseballschläger mit guter PR; dann wären sie wenns blöd kommt wahrscheinlich gebrochen. Weshalb ich auch wirklich nur für gestellte Fotos wie das oben ohne Schutzausrüstung fechte…
          … und Angriffe auf die Hände übrigens bei den meisten Wettkämpfen als Foul zählen (und nicht als Treffer gewertet werden).

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  3. * sucht den Antwortknopf unter dem Armband, drückt auf den Stein, aber das ist kein Knopf, sondern ja ein Stein 🙂 *

    Ah, das spiralige Muster erinnert mich an einen Totempfahl, den hierzustadt einst ein kanadischer Indianer geschnitzt hat. Zehn Meter hoch, der (nicht der Indianer), darauf diese nördlichen Fischmasken und Vogelmasken aus Kanada (Algonquin?) und solche Spiralmuster, genau sie!, wie Bewegungen, die man selber macht, erst Voluten, dann spiralt es sich ein (und manchmal wieder aus).

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    • Und daaa isser ja, der Knopf des Antwortens, er war unsichtbar und unerkannt, aber nun spiralsuchte ich den Finger nein Pfeil drauf

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      • 🙂

        Ich meine auch, der Goldschmied hat sich von solchen Mustern inspirieren lassen.
        Ein schönes, echt kanadisches Souvenir in doppelter Bedeutung: es kommt daher und interpretiert ein Stück kanadische Tradition.

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        • … aber ja. Das ist mir bisher noch nicht aufgefallen, danke für Deine Bemerkung wegen der kanadischen Tradition: Da gibt es eben diese der Métis und der verschiedenen Algonquin (mehr weiß ich so auf Anhieb nicht), und jene der vielen Ex-Briten, jene der wenigeren Acadiens (Québec-Franzosen), der Schwarzen, auch von ein paar Holländern, Deutschen und Eskimos, die allesamt Kanadier und meist zweisprachig sind, und die miteinander außer bissele Québec hier und Angizismen da kaum miteinander zu kämpfen haben.
          Die alle sind die kanadische Tradition.

          Und was ist in Europa: Da sind Moslems, die nirgends zu den hiesigen Traditionen gehören. Weil sie 1) nicht dazu passen und 2) ohnehin nicht wollen. Vier Generationen haben nicht ausgereicht, um aus Türken Deutsche oder aus Marokkanern Franzosen zu machen: 80% von denen sind mehr Türken und Marokkaner denn je, und man kann auf nichts Gemeinsames hinblicken.

          Deutschland müsste einen traditionellen schwarzen Anteil haben. Mist, dass es den nicht gibt. Oder einen traditionellen Cro-Magnon-Anteil (in Ermangelung von Indianern), mit denen gäbe es ja nur den Hickhack wie zwischen Preußen und Bayern oder zwischen Parisern und Marseillern. Dann ließe es sich auf so viel Gemeinsames hinblicken, dass man sich den Luxus des Hickhacks leisten könnt‘.

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