Es herbstelt seit Mai

Mal wieder Smalltalk: reden wir übers Wetter (*grinst*)!

IMG_4359aÜbermorgen ist der Sommer kalendarisch vorbei. Sozusagen offiziell. Ab-hier-darf-keiner-mehr-schwitzen-vom-Kalender-festgestellt – offiziell.

Nicht dass in den letzten drei Wochen jemand geschwitzt hätte, im verregneten August. Seit diesem Wochenende allerdings, nur ein paar Tage sinds um die sich das Wetter mit dem Kalender nicht einig ist, wird es selbst dann nicht mehr richtig warm wenn die Sonne scheint. An meiner Tür hat schon vor einem Monat eine Radnetzspinne ihre Zelte bzw. ihre Netze aufgeschlagen; Spinnennetze fallen also auch aus als Unterscheidung der Jahreszeiten. Der Spinne, muß ich dazusagen, mache ich Catering-Service mit den dieses Jahr besonders zahlreichen Fruchtfliegen aus meiner Küche (die ich in einer leeren Flasche mit Erdbeersaftnoagerl einfange und alle anderen Tage unter dem Spinnennetz fliegenlasse) – vielleicht habe ich sie also auch einfach bestochen, vor meiner Wohnung als Dekoartikel abzuhängen. Morgens ist das Netz aber seit ein paar Tagen besonders dekorativ mit Tau. Die Nikoläuse im Supermarktregal gibt es zuverlässig schon im Sommer (dieses Jahr im Juni habe ich schon Weihnachtswerbung bekommen. Im. Juni.) – jetzt allerdings gesellen sich die Kürbislaternen dazu.

Kurz: es herbstelt.

Selbst wenn der wilde Wein an der Hausmauer noch keine Herbstfärbung hat (immer meine Signallampe für Jahreszeitenwechsel, der): jetzt herbstelt es. Es herbstelt jetzt; ähnlich wie mit den Nikoläusen habe ich aber schon im Juli im Radio der Straße (vulgo: über Smalltalk) erfahren, es herbstele ja schonwieder. Immer wenn es einmal einen kälteren Tag, Nebel oder Regen gab und Sahara-Lookalike-Contest und Klimawandelfieber-messen ausgesetzt werden mussten: es herbstelt.

Jetzt ist es sowohl kalendarisch als auch meteorologisch so gut wie Herbst. Und jetzt sagt das Radio der Straße: es ist aber verdammt kalt und feucht für August!

Zusätzlich zum Kalender gibt es vielleicht in ein paar Jahren ‘gefühlte Kalender‘ mit vierundzwanzig Blättern; je zwei pro Monat zum auswählen für gutes oder für schlechtes Wetter? Zwei Jahreszeiten, denen ein Monat zugehörig erklärt werden kann? April oder Aprai, Mai oder Mairz, Juni/Juli oder Junember/Julember? Das wäre eine echte Marktlücke!

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Veröffentlicht am August 30, 2014 in Meteorologisches, Smalltalk und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 18 Kommentare.

  1. … ja, auch die Dolden dieses merkwürdigen Sumpfgrases vor meinem Fenster (nein, eher hinter meinem Fenster, denn ich wohne zwar merkwürdig, aber so merkwürdig nu auch wieder nicht) haben sich verdächtig strohfarben verfärbt (wenn sich überhaupt was farblich verfärben und nicht nur einfach verfärben kann oder tut, wenn denn!), ja, so ein fahles Ocker, recht ockerherbstlich, wenngleich farblich und dramaturgisch ja um Jahreszeiten nein Lichtjahre entfernt von Deinem wilden Weinlaub 🙂 , und die anderen Sumpfgräser da hinten auch, ebenfalls hinter meinem Fenster (oder doch vor?, denn so wenig merkwürdig wohne ich nu auch wieder nicht) sind fahl falbe travertinfarben geworden, haben also ihre Farbe verloren, haben sich darob verfärbt oder entfärbt, was eigenrlich schade ist, wenngleich doch ganz schön, die da hinter oder vor oder jenseits meines merkwürdigen Fensters so in Herbstockerstrohfarbe zu sehen.

    Und ebenfalls in der Küche hat eine Spinne ein Netz gebaut, und zwar zwischen meinem Hawdoleleuchter und dem anderen Leuchter aus Zinn mit gedrehter Säule, der ist von 1720, und der Hawdoleleuchter ist vergleichsweise brandneu von 1880, alles ja doch ziemlich merkwürdig hier!, und dazu herbstlich und herbstlicher, ja und das Spinnennetz musste noch neuer gewesen sein gestern, als ich es entdeckte am Schabbes, weswegen ich die Spinne leider verjagen musste – weil man doch einen Hawoleleuchter am Ende des Schabbes anzündet, und ja bloß nicht die Spinne. Aber naturgemäß auch nicht den Hawdoleleuchter. Das wär ja dämlich, den anzuzünden, denn er ist schön, hat Roccaillen und so, und allzu schwierig wär’s dazu, den enzuzünden man bräuchte schon eine Phaserpistole, bis die Bronze schwelt und glüht und sich vulkanisiert!, aber dann wär er ja weg – und eigentlich ist das gar nicht mehr mein Hawdoleleuchter, denn ich will ihn dem A.mOr schenken, allhier bekannt, dieser A.mOr.
    Damit er im Herbst einen Hawdoleleuchter habe.
    Weil er nämlich kommt. Der Herbst. Und auch der Leuchter. So wie die kleine Spinne, der beim Verjagtwerden nichts passiert ist, weswegen sie ja zurückkommt. Oder schon wieder da ist. Auch ganz fein, dieses 🙂

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  2. Beim Barte des Hotzenplotz!
    (Räuber haben immer-!- Bärte, aber nicht alle Bartträger sind Räuber, sonst hieße es „beim Barte des Hotzenpotz!“, nehme ich an?)

    Du schreibst Dir ja längst schon die Finger wund, und ich denke, daß ich mal reinschlüre zu sehen, was das Licht des Südens so zusammenträufelte inzwischen … Pustekuchen! 
    Wasserfall! 
    Ach, Tsunaaamiii!! 😯
    Da kommt man schon mal dazu mi’m Bart zu sprechen, obwohl’s nicht Purim ist, wo’s auch haarig werden kann und naß.

    Was mich darauf bringt, ob’s demnächst der Sabber der Begehrlichkeit ist?, der mich in Erwartung Deines nächsten Blog-Eintrags mitten am Barte ernäßt, bei Hotzen …, das hatten wir schon, beim Potz!

    Aber, wo’s hier gerade um’s Wetter geht und Herbst, wir wär’s mit ‚November Rain‘ by ‚Guns N‘ Roses‘?
    [Hier bitte das entsprechende Video eintragen. Das offizielle Video-Kunstwerk finde ich nicht mehr, zumindest in der Tube nicht, und meine technischen Bedingungen sind leider für eine Weile (’ne Woche noch?) sehr schlecht, so daß eine an sich einfache Suche auch bei anderen Musik-Anbietern sich als unüberwindliche Aufgabe darstellt, scusi. Aber falls Du, liebe aurorula a., die originale Version findest, dann darfst Du gerne meinen Text in eckigen Klammern ersetzen für das gute Stück. Aber sowas von! 😉 Wenn nicht, dann hilft die Kraft von Erinnerung und Imagination.]

    So wie so, schön Dich on air zu haben!
    Beste Grüße,

    Dein A.mOr.

    ps/ Hey Ari, was hast Du für Ideen? 
    Schön Dich hier auch zu treffen, was mich allerdings nicht wirklich wundert. 😛
    Kostverächter bist Du nicht, nicht? Nicht einmal im Herbst, sollte er noch kommen!

    pps/ und nun, Or ha-Darom, brauche ich erstmal noch etwas Zeit zum Umsehen hier im schönen Garten, der er auf dem ersten Blick zweifellos ist, und ich erwarte (was ich sonst nicht tue), daß der Inhalt hinter Blüten und Laub diesen ersten Eindruck bestätigen wird.
    Verspätet, aber Massl Tow! 😀

    ppps/ und verzeih‘ bitte meine teils wohl rüde Wortwahl, ist nur die reine Hilflosigkeit vor Begeisterung! 😕
    Freut mich tierisch! Hat aber nicht wirklich was mit Rüden zu tun…

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    • Finde im Moment nur Livemitschnitte von Konzerten, die sich teilweise sehr live anhören (je nachdem wie sehr das Mikro grade als Snack dient). 😉
      Einer der besseren:

      Aber das Lied mag ich auch wirklich gern 😀

      So wie so, schön Dich on air zu haben!
      Schön daß Du reinschneist 😀 (oder reinregnest?)

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  3. Schon wieder vergessen, aber zum Kraut sagte ich ja bereits etwas! Und es sprießt und wie! Nur rauchen kann man’s nicht, ansonsten voller Genuß. Spannend.
    Gute Nacht.

    A.mOr.

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  4. Hi aurorula a., 
    merßí für Deine Mühe vorangestellt! 😊 

    Du stellst mir zum Abschluß eine knifflige Frage! Willst Du mich naß machen? 😳

    Wenn ich reinschneie, dann hoffentlich dort, wo ich willkommen bin, wenn ich allerdings reinregne, dann freut sich wohl niemand, es sei unter’m Wasserfall, aber dann auch nicht speziell für’s Leck.

    Aber mir ist schon klar, warum Du auf schönen Regen anspielst, Du kennst Dich schließlich aus! 
    Hast also ganz richtig rückgeschlossen, daß ich eher der Regenmann als der Schneemann bin, dabei handelt es sich doch um die gleiche Substanz; im Weltall verzweifelt gesucht! Aussichtsreicher Kandidat immer noch der Mond Europa? 
    Und gar aus’m All könnte es gekommen sein, das kühle Naß! Mitten auf die unglaublich heiße Erde, die zu diesen Zeiten wohl um massik Schnee bat. 

    (+ + + Kalt erwischt! Planet Erde hat eine Drogenvergangenheit! + + +)

    Nu, noch ist es Sommer, und was ist schöner als ein erfrischender Sommerregen? 
    Etwa ein Novemberregen? ☔

    Talking of November Rain – das Solo von Slash am Ende!! 😜

    A.mOr.

    Für Dich: 🌻😏

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    • Der Planet Erde hat eine methanisch-schweflig-kohlenmonoxydisch-glühend-basaltisch-lavaesk-hadaische Vergangenheit, und dann regnete es Juden aus dem Jenseits, und siehe da, erst zischte alles auf und schnob im Dampfe, aber dann ward alles immer schöner 🙂

      Auf nein in dem Jupitermond Europa leben vielleicht so Wassertiere!, da im Monde unter dem Eis im Warmen, Wassertiere, kleine oder große oder mittelkleine mit Tentakeln, denn die brauchen die, wenn sie denn da sind, und ob nu Tentakeln oder nicht da, keiner hat sie gesehen (die können einander wahrscheinlich auch nicht sehen, so sie denn da sind, weil’s da drin im Monde Europa noch dunkler ist als überhaupt irgendwo, und die können das Licht nicht anmachen, die haben keinen Schalter. Also grabbeln die einander entzückt an mit ihren Tentakeln (schönes Wort, sollte man öfters gebrauchen), an und an und an, da im Dunken unter dunklen Eise neben dem Jupiter, dem ach gasförmigen, auf dem vielleicht Düsenwesen leben, so Düsenwesen!, drunten im Gase, wo’s vielleicht zwanzig oder vierzig Grad hat und viel Ammoniak und Wasserstoff und Aminosäurenwolken und so, von denen die Düsenwesen vielleicht schlürfen, ganz entzückt, wenn sie denn da sind – aber Tentakeln haben die dann keine, weil’s da zu sehr stürmt für irgend Tentakel auf dem so gasförmigen Jupiter

      (Und nein, ich hab nichts geraucht. Pardon. Ich bin so)

      … und diese Tentakelschwimmer im Urozean unter dem Einpanzer des fernen Eismonds!, und auch jene Düsenwesen in den Wolkenschlünden des fernen Jupiter (obgleich Erstere so blubbern und obgleich Zweitere so laut sind) rühren mich jetzt doch. Pardon! Sofern sie denn da sind. Denn sofern sie da SIND!, sind die ja gar keine Antisemiten. Überhaupt keine! Antisemitismus gibt’s da nicht. Nie gesehen nein ertakelt, der, dorten im hundert Kilometer tiefen Urozean de Eismonds, oder erstrudelt, dorten in den strudelnden Troposphärenstürmen des unvordenklichen Jupiter-Gasriesen!, die Dortigen, sofern sie denn da sind, haben zwar gar keine Espressomaschinen oder Fauteuils oder Steuererklärungsformulare oder gar Al-Bucharibücher und so, aber dafür haben sie auch überhaupt keinen Antisemitismus.

      Das rührt einen doch, so zur Nacht

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  5. Seit gestern ziehen hier die Gänseschwärme hoch droben übers Land, sie sind im Dunkeln nicht zu sehen, weil sie nur im Dunkeln so dahinfliegen am oder unter dem Himmel, und sie fliegen wohl nach Süden?, sammeln sich wohl über dem vielen Licht da unten, denn hier unten ist viel Licht unten, das meiste Licht dieser Stadt, und dann fliegen sie über die Elbe – wohl weil sie wissen, dass da Süden ist.

    Es herbstelt definitiv, wenn solche Gänseschwärme im Dunkeln über einen hinwegziehen, nicht?

    Und die haben sich viel vorzuschnattern. Weswegen ich überhaupt erst weiß, dass sie da droben übers Land ziehen, am oder unter dem Himmel, diese Gänseschwärme, weil sie dort im Fliegen schnattern und im Schnattern fliegen. Da, schon wieder. Jetzt eben schnattert’s, ein gleichförmiges vielstimmiges Schnattern, das oben vorbeistreicht, was schnattern die?
    Etwa dieses:
    „..sieh mal da unten, da sind Leute, flieg bloß nicht hin, denn die versteht man 1) überhaupt nicht, wenn sie schnattern, und die sind 2) nie einfach im Herbst nach Süden unterwegs, tsiss!, was sind das nur für welche?, wie kann man da unten so rumkrauchen?, ah egal, sieh mal da vorne, da gibt’s noch Mücken, fang mir mal eine oder zwei dicke, bitte.“

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  6. Noch etwas zum Herbste: So bald der Oktober beginnt, bekommt man im Penny (den ich gut wienerisch Greißler nenne) an der Ecke zur Reeperbahn wieder O’batztn, und dann tue ich mir mit Vorliebe O’batztn aufs Brot.

    Aber meinegüte, da ist ja wahnsinnig viel Butter drin, rasant viel schiere Butter. Merkte ich grad, als ich nach einem Brot mit besonders viel O’batztm unanständigerweise die Messerspitze ableckte, und ohne Brot wird’s überdeutlich!, das ist ja fast nur Butter, also ist die Schose richtig-richtig FETT.

    Wenn’s schee macht? Nö, FETT macht’s. Aber immerhin ist in wenigen Stunden der Anfang vom Jojm Kiper (Jom Kippur), ab dann wird gefastet bis zum Schwachwerden, nur ich faste nicht!, denn wer so viel schieren O’batztn ‚gessn hot, der fastet ja überhaupt nicht, selbst wenn er über den Jojm Kiper rein gar nichts isst.

    Aber gut gschmeckt hat’s scho‘

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    • …ojojoj. Schlimm war’s wieder, denn 27 Stunden nichts zu essen & nichts zu trinken KANN nur schlimm sein, wenngleich es in diesem Jahr etwas weniger schlimm war als sonst – so sag ich mir das jedes Jahr. Zumal ich so viel unterwegs war, hin zur Synagoge, zurück aus der Synagoge, einen Besuch machen (unaufschiebbar, da gab’s was zu essen, grausam für mich ;-( ), wieder zur Synagoge, das Meiste zu Fuß.

      Gegen halb neun gab’s in der Synagoge die beste geräuchterte Makrele des Jahrhunderts (mit Zwiebeln) und den besten Hummus zweier Jahrhunderte, vor Allem das beste WASSER des Jahrtausends.

      Is meschigge zu sajn a Jid.

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