Wortsalat am internationalen Buffet

20140830_153540Jetzt ziehe ich mir wahrscheinlich den Zorn aller Deutschlehrer und derer die es gern wären zu, aber ich sage es gleich vorneweg: ich mag Fremdwörter!

Wer braucht mit einer herrlichen Phrase wie ‘Master of Disaster‘ noch eine deutsche Übersetzung, die wahrscheinlich ebenso in die Binsen geht wie deutsche Übersetzungen von Filmtiteln? Chaosdompteur? *schüttelt sich!*

Oder wer würde die großartige Cocktailpoesie ‘Sex on the Beach‘, ’Flying Kangaroo’, ’Bloody Mary’, ’Cuba Libre’, ’Son of a Preacher Man’ zu termini non grata erklären wollen? Oder einen Hahnenbürzel trinken? Nicht alle Cocktailgläser im Schrank?

Wenn es die elegante, griechische ‘Synergie‘ gibt, warum dann ‘Zusammenarbeit‘ sagen? Gut, in dem Fall sollte nicht vergessen werden was es heißt; etwas das gerade bei Synergie=Zusammenarbeit öfter schon vorgekommen sein soll. Nicht jeder kann griechisch; aber dem englischen ‘to manage‘ gehts da ganz ähnlich. Ich habe eine Dozentin für QMS schon fürchterlich durcheinandergebracht als ich sie gebeten habe das mal kurz zu übersetzen. *grinst fies!* Fürs Protokoll, übrigens: es heißt entweder verwalten oder zurechtkommen. Antwortet eine Britin auf die mitfühlende Frage wie es ihr geht, nachdem ihr Mann mit einer Lokalpolitikerin durchgebrannt ist: ‘I’ll manage‘, wurschtelt sie sich schon irgendwie durch. Näher am Thema würde keiner als ‘Vorderschreibtischverwalter‘ bezeichnet werden wollen – dann schon lieber als Portier oder front desk manager, oder? Ganz zu schweigen vom Dressman…

Warum einen Slip (ja, ich weiß, das heißt auf englisch Quittung oder Unterrock) als Damenwäsche bezeichnen? Zumal sich da unter Umständen ganz ungeahnte Erklärungsnotfallen auftun: Söckchen gehen bis Größe 34 oder bis unter den Knöchel, Socken sind größer und gehen bis zur halben Wade; bei Damen- wie bei Herrenmodellen. Erklär mal einer Radikalfeministin warum Du Damensocken, Größe 34, mit ‘Söckchen‘ nicht infantilisierst. Von Slips ganz zu schweigen. Eben dafür gibts das Wort Slip. Das ganze –innen-Problem lässt sich genauso mit englischen Berufsbezeichnungen umgehen. Ganz ohne Exklusion und ohne sprachliche Verrenkungen. Vielleicht mögen die Linken sie deshalb nicht?

Und manchmal sind Fremdwörter einfach nur praktisch, treffend oder sie klingen cool. Hip. Groovy. Trendy. Chic. Erzähle ich dass im Film neulich das Monster zu Salsa verarbeitet wurde, gebe ich viel mehr spanische Würze in meinen zum Film gegebenen Senf. Manchmal nehme ich mein Tablet als Tablett, aber deswegen sage ich zu meinem Laptop nicht Klapprechner. Jour fixe für einen immer wiederkehrenden Termin ist einfach viel zu praktisch um es sein zu lassen – Dauertermin klingt nach Dauerauftrag und Bankgeschäften, so. Und der in Anlehnung an Parapluie und Parasol erfundene ‘Paraneige‘ klingt viel eleganter als einen Schneeschirm zu erfinden (ist das sowas wie ein Schneebesen?).

Wirklich richtig gerne mag ich aber das Wort ‘rucksack‘. Das ist das englisch Wort für das, was im Deutschen ‘Backpack‘ heißt. 😀

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Veröffentlicht am August 30, 2014 in Kulturelles, Smalltalk und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 19 Kommentare.

  1. … pardon, ich sag zu meinem Laptop aber wirklich Klappschreib, weil ich ihn ja nie auf der Spitze meines Schoßes halte, denn der hat keine, und vraiment ein Notebook ist mein Klappschreib ja auch nicht, weil da keine Noten drin sind, auch nicht zur Not!, drum heiß er Klappschreib, der, wiewohl er ein Computer ist wie jedermann und jedefrau, nur kompjutet er so wahnsinnig schnell, dass dabei nicht jedermann oder gar jedefrau mitzählen könnte, na bei Weitem nicht. Weswegen er halt kein Computer ist, dann.
    Aber ein Klappschreib dann ja schon.
    Weil man ihn klappen kann, und weil man ihn schreiben kann.
    Man kann also mit ihm schreiben und mit ihm klappen. Oder so. Wenn’s klappt.

    Aber was ich Dich immer schon mal fragen wollte!: Wie das jetzt mit dem Planetensystem ist! Weil ich da an Deiner Pinnwand mit offenem Munde las und las (wie ein Klapp-Les), was Du da alles stehen hast, da tun sich ja Gipfel auf (dochdoch!), einer nach dem anderen, und also nun die Planeten, wegen Deines einen Satzes im unteren Drittel, dieses Akrostichon (dolles germanisches Urwort übrigens), das als Eselsbrücke für die ehedem neun Planeten gilt, nein galt, nicht?, weil es ja nicht mehr für die neun Planeten gilt, weil einer sich ja verdünnisiert hat. Der it von Astronomen einfach wegdeklariert worden. Ob der davon was weiß? Es sind nur noch acht Planeten plus ein paar Planetesimale da draußen. Wieder ein dolles deutsches Wort, Planetesimal. Kann man auch nicht germanizisieren, oder wie klänge Quasiwanderer? Erstaunlicher als Söckchen 😀

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    • Freut mich daß es Dir gefällt 🙂
      Klappschreib umgekehrt gefällt mir (: . Viel besser als – die Schoschonen haben den Klappstuhl ausgegraben – Klapprechner, weil der ja nicht rechnet, indem er klappt; und ich da immer „Klapprechen“ wie Klappspaten lese; und manchmal klappts auch nicht so ganz mit dem rechnen, wie Du oben schon so ähnlich geschrieben hast. Manchmal klapperts höchstens.
      Zum Vorgänger habe ich „Apfeltasche“ gesagt (das war ein Mac); und wenn ich dieses hier mitnehme, ists nach spätestens 200 Metern ein „Schlepp-Top“. „To schlepp“ ist übrigens auch ein Wort daß das Englische übernommen hat; was Schlepptop zum komplett englischen Wort a la „läßt sich prima schleppen“ macht – das triffts, deswegen heißts bei mir meistens so.

      Meine Pinwand in der Küche ist im Laufe der Zeit die ich hier wohne entstanden: Magnetsilben machen mir eine Menge Spaß, aber erst seitdem ich angefangen habe sie übereinanderzukleben kann ich auch wirklich alles hinbappen was entweder gut oder phrasenhaft genug ist. Geniales Spielzeug, das (: Macht sich hier in der Wohnung nicht nur auf der Pinwand breit, sondern auf jeder magnetischen Oberfläche (auf allen Türrahmen, hauptsächlich) – Sprüche allerdings nur in der Küche weil die Pinwand breiter ist. An den Türrahmen gibts ein PSE, Tetrisspiele, Magnetbilder und etliche Kombinationen von Wortkacheln die zufällig gleich lang waren, weil, ob sich darin ein Sinn ergibt (sowas wie mehr-Raum-Honig, extrem-warum-Gedicht, nervös-gerade-muffig-immer, lustig-Kaffee-lieber oder mein absoluter Favorit: manchmal-Abenteuer-Frühstück-besonders-gefährlich).

      Die Ergänzung zum „Mei Vatta erklärt mir jeden Samstag unser“ habe ich weitergedichtet als Pluto plötzlich kein Planet mehr war. Das neue planetare Chaos ist natürlich ein Seitenhieb richtung Astronomen, es ergibt aber auch einen Sinn im Zusammenhang: die wichtigsten Planetisimale sind eben Pluto und Charon (der wurde vom Mond Plutos zum Planetisimal aufgewertet, weil er fast so groß ist wie Pluto selbst), dann Sedna (die war eine zeitlang der zehnte Planet, ist etwa 12 Lichtstunden von der Sonne entfernt, nach einer Gestalt aus der Mythologie der Inuit benannt und im Prinzip ein sehrsehrgroßer Schneeball) und die Trojaner (ein paar größere Brocken im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, alle mit Namen aus der Illias). So kann ich die Eselsbrücke noch weiterverwenden: never change a winning team!

      Ob der davon was weiß? Hmmm…. wenn, ist ers gewohnt. Hades/Pluto hat ja in der griechischen und römischen Mythologie ein superschlechtes Image (weil der Totengott); ist aber eigentlich verglichen mit deren sonstigen Gottheiten ein ziemlich anständiger Kerl.

      Planetisimal=Quasiwanderer – LOL! 😀

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      • … das thaten einst zu Zeiten die Schoschonen, die gruben aus, was nicht niet- und nagelfest war, und das muss wohl jener bestimmte Klappstuhl gewesen sein, den ich einst besaß, bevor ich ihn dann dem Nächsten überließ, der dorten am Flusse einziehen sollte – vielleicht ein Iroquois, der Mangels inneren Schoschonenseins gar nicht wusste, was er da hatte. Weil der Klappstuhl zwar mehrere abbe Ecken hatte, die der Iroquois (so er ein solcher war) sodann bekam, aber eigentlich war der ja gotisch, nein nicht der Iroquois oder der Schoschone, sondern der Klappstuhl dorten am Flusse!, nein er war eine Kopie eines gotischen Klappstuhls (nun stimmt es, uff), und zwar so gut kopiert, dass ihn wirklich einer ausgegraben haben muss. Er passte da so hinein, dass ich nicht wagte, ihn mitzunehmen, als ich vom Flusse wegging, auch aus Gründen des womöglichen Auseinanderfalls oder wegen der lokalen Schoschonen oder künftigen Iroquois, die ihn vielleicht wieder zurückhaben wollten!, denn asoj eppes weiß man ja nie im Voraus, ob da womöglich einer kömmt, so ein Goj, und seinen Kriegsklappfaltstuhl wiederhaben will, jezze sorrforrt.

        Weil das ja Feldherrenstühle sind, die. Nicht? Seit den Römern saßen die Feldherren auf sowas drauf und feldherrten auf dem Felde. Auch Dagobert der fiese Merowinger saß auf so einem, und er war grauenhaft, der Dagobert ohnehin, so wie sein fieser Klappstuhl. Weswegen dann seit dem späten fünfzehnten Jahrhundert und den französischen Italienkriegen und den Kriegen der dortigen Stadtrepubliken untereinander und mit und von den Gonzagas und Colleonis und sonstigen Päpsten (verzeih mir das Namedropping und diese Détails so auf’n Sonntagnachmittag!), also weswegen die dann auch alle so wie zuvor der Germanicus und dann der Dagobert und dann Karl der Kahle usf. auf sowas Faltstühligem saßen, und weil das viele waren, diese Gonzagas und Corleones und François-Premiers und deren Kriege immer mehr wurden, waren das auch viele Klappstühle, nicht?, viele und vielere, wobei die naturgemäß nich‘ einfach Klappstühle waren, die. Sowas als bloßen Klappstuhl gräbt ja nur ein Schoschone aus, der außer a bissele Krieg keinem was Böses will. Aber ein italienischer Feldherr aus dem späten fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert musste ja auf einem prächtigen Feldherrenstuhl sitzen, mit Wappen drauf und allen Schikanen wie florentinische Goudrons (heißen da wohl Godroni so wie Maccaroni) und C-Schwüngen oben in der Zarge (die aus der Spätgotik kamen und dann übers siebzehnte Jahrhundert bis zu den Franzosen tradiert wurden, die sie als Roccaille wieder neu erfanden, aber verzeih mir wieder diese ganzen Exkurse und diesen Sermon ojf’n schejnen Sonntagnachmittag!), also wo war ich: Bei Draufsitzen, denn für nischt Anderes sind sie gemacht, diese Feldherren-Klappstühle, Tabourets, später in schöneren Gegenden und Zeiten die Fauteuils, Duchesses, Marquises, Bergères usf., auf denen die Damen hingegossen saßen, mehr halb lagen, ja lungerten, denn dafür waren sie gemacht, diese Sitzmöbel und die Damen. Zumindest mussten deren Sitzmöbel danach aussehen, egal, ob die Damen es ihnen gleichtaten, dann – ja es musste so aussehen, als könnten sie es ihren luschigen souplesse-strotzenden, contournierten Sitzmöbeln gleichtun, genauso wie heute, wo der Drang zum Sexysein allerorten propagiert und verkauft und abgenommen wird, aber ob man es dann wirklich so macht, nun ja.

        Ich werd Dir das jetzt nicht ersparen, pardon!, aber es ist halt Sonntagnachmittag, was soll man machen, Du hast hier eine Plaudertasche im Salon, die gerne über völlig unbekannte Dinge so exzessiv tratscht wie über die Allerbekanntesten. Also diese ganzen Sitzmöbel aus Frankreich aus’m achtzehnten Jahrhundert, ja?, es gibt noch immer tausende davon, und es ist eine Wissenschaft für sich, die zu kennen und zu mögen und sie zu benennen und sie einzuordnen und deren Zweck zu erraten und um darzulegen, welcher Pariser Menuisier mit welchem Galeristen Gersaint am Petit-Pont wann welche Idee hatte, um eine Variante zu bauen, und wer die dann kaufte (meist die Pompadour oder der Choiseul und ihre siebenhundert Bekanntschaften) und wer die Idee verbreitete, dass ‚man‘ nun véritablement z.B. eine Duchesse brisée tripartite haben musste, also ein Ruhebett für’n Salon aus drei Teilen, einer wie ein Fauteuil, einer wie ein Hocker, einer wie ein Fauteuil mit nur angedeuteter Lehne.
        Was machte man auf diesen Möbeln?
        Eben, einen guten Eindruck. Die sind nur dafür da, um den Eindruck zu erwecken, dass die Dame des Hauses bis grad eben ihren Liebhaber da hatte Zwecks lustvollen Lagerns auf diesen Sitz-Liegemöbeln, um nachher den nächsten zu eben jenem erneuerten Zwecke zu empfangen, und dass ihr der Sinn nach nur diesem Zwecke stand.

        Schockierend übrigens, dass noch nie einer da drüber geschrieben hat, über diesen einzigen Zweck dieser hundert und mehr Typen von Sitzmöbeln aus’m Louis-Qinze und aus’m Louis-Seize!, zumal schon sehr viele über diese Möbel geschrieben haben, ja in jedem alten französischen Haushalt gibt es mindestens drei zerlesene Bücher über Le Siège Français, aber in keinem steht drin, dass das ja allesamt pardon Fickel-Möbel gewesen sind 😀 , aber wieso nicht?, nu, weil’s jeder weiß, aber vornehm schweigt?

        Dass es Fickel-Möbel (pardon) sind, gilt als unbestreitbar, wegen der Form und wegen der besonderen Stabilität bei aller Grazilität und wege l’attitude, ich hab’s mal mit jemandem ausprobiert, es ging erschreckend gut, genauestens zum Zwecke. Gebaut von Leuten, die sich bestens auskannten, für Leute, die darstellen wollten, dass sie sich noch sublimer auskannten. Selbst wenn sie’s dann nicht taten. Taten die ja nicht 😉 . Es wird so ähnlich wie heute gewesen sein – wo jeder als der/die/das Begehrenswerteste erscheinen will, aber was außer diesem tut er/sie/es schon?

        Zurück zu den Feldherren-Klappstühlen. Die vertreten ja mehr die unangenehme Seite des Sexy-Erscheinenwollens. Es gibt ein Portrait von Napoléon auf so ’nem Stuhle, er lauert da breitbeinig drin, hält auf sich, ihm schwillt da der Kamm, und er kann sich wohl nicht entscheiden, ob er an seine Joséphine oder doch lieber an seine nächste Schlacht denken soll. So war’s schon zu Zeiten der Gonzagas und Sforzas und Orsinis um 1500!, dann wurde es besser und besser, und man erfand schließlich den Siège à la Reine und die Marquise (auf der Anderhalb sitzen können, yep, also mehr ineinander als nebeneinander sitzen :D, das geht alles und soll ja so, ach wie schon erwähnt), in den besseren Zeiten, als das Lungern und Eindruckmachen was Nettes und Zivilisiertes bekam.
        Seit der Zeit Napoléons schlug das Pendel dann wieder zurück, da marschierte und trompetete man dann wieder wie Beethoven fortwährend, und das andere, lauschigere, lustigere Lungern galt mehr und mehr als Sünde.

        – So weit also zu Klappstühlereien, Schoschonen und so weiter, so zum Sonntagnachmittage.

        Wobei ich Dir unbedingt und unbedingter, nein unbedingtest auch was über Planeten, finstere Planetesimale, neu entdeckte Quasidinge da draußen (wenn Charon nicht so richtig um den Pluto kreist, weil beide mehr um ein gemeinsames Zentrum kreisen, warum zählt man den Charon jetzt als planetigeres Ding als etwa den Erdmond?, der auch mit der Erde um ein gemeinsames Zentrum kreist, man merkt’s bei jeder Ebbe und Flut und an den nassen Füßen), also davon wollt‘ ich Dir was schreiben, aber naturgemäß auch über deinen absoluten Magnetpapier-Kombinations-Pinnwandgedicht-Favoriten: manchmal-Abenteuer-Frühstück-besonders-gefährlich, LOLst!, also das macht jetzt meinen Sonntagnachmittag, also diesen. 😀

        Frühstück ist in der Tat eines der Allergefährlichsten im Universum. Was da alles passieren kann, und es passiert ja fortwährend. Ich hab 2006 beim Frühstück erfahren, dass die Astronomen dem Pluto den Status des Planeten (welch Rattenschwanz von Substantiven) aberkannt hatten, einfach so. Ich aß Müsli, als ich das erfuhr. Es war traumatisch. Das Müsli und der Pluto. Seitdem friert’s mich, wenn ich an dieses finstere Müsli und an dieses Frühstück denke. Und meist klingelt’s ja während des Frühstücks an der Haustür, und der Postbote bringt einem einen schlimmen Brief!, eigentlich meist beim Frühstück, oft und öfter!, oder wenn man wegen der Arbeit in der Nacht noch im Bette liegt (wenn nicht von der Arbeit gebrochen auf einer Duchesse brisée), schellt es und der Postbote bringt einen NOCH schlimmeren Brief, und das ist dann noch VOR dem Frühstück!, ja wie entsetzlich wird dann erst das Frühstück selbst!, ach ach.

        Ich hab hier mal gefühstückt, während das Wasser von der Decke lief, plutonische Flut. Manchmal wird ein schlimmer Brief oder ein schlimmerer gebracht, manchmal dann pünktlich zum Frühstück gar ein Planetenuntergang resp. die Erklärung, dass es ein Ding mit sechstausend Kilometern Durchmesser (das gar nichts dafür kann) ab nu nich‘ mehr gibt!, was ja dem Planetenuntergange wenn nicht gleich-, so doch sehr, sehr nahekommt, oder es wird einem dann dieses Wasser quer durch die Decke gebracht, und man hatte es nichtmal erbeten.
        Es rann und rann, nichts zu machen!, alle Rohre waren schon abgedreht und verstopft und ausgegraben und in Arbeit, wasweißich, weil ich noch in der Nacht alle Notdienste abgerufen hatte, aber das Wasser interessierte das alles nicht, es rann weiter quer durch meine Küche, es hatte mir einen kleinen Piranesi-Kupferstich verdorben, weil es genau da fließen wollte, wo der gelehnt hatte (auf einer Halde aus Büchern auf meiner Ghoul-Kiste, in der vielleicht ein Ghoul ist, so sieht sie aus, nämlich wie seit dreihundert Jahren beerdigt, aber wegen der Bücherhalden darauf kann man darin nicht nachsehen, und also bleibt der Ghoul ein vermuteter Ghoul, was ja vielleicht ganz gut ist für einen Ghoul).
        Der Piranesi-Stich also (der genau im linken Gesichtsfeld dieses Loch zeigt, diesen Abgrund, den Descartes immer in seinem eigenen linken Gesichtsfeld sah, deshalb hatte ich ihn ja, nein nicht den Abgrund oder den Descartes, sondern den Piranesi!, und auch den nicht, sondern seinen Stich, so, einen ganz kleinen und wohl einen Nachdruck, nachdem er schon tot war, denn ein echter großer Piranesi-Stich ist verdammt teuer und rar, und also bin ich mehr der Mensch für den kleinen, späteren, aber dafür mit Descarteschem Abgrund drin 😉 ), also wo war ich -?, ja beim Frühstück war ich, denn was sollte ich da im rinnenden Wasser andres machen außer zu frühstücken, als das Wasser noch immer durch die Decke rann und rann und rann, wegen eines kaputten Rohrs von 1912, das vielleicht wegen des Descarteschen Abgrunds oder wegen des fernen finsteren rettungslos vereisten luftleeren sinistren usf. Ex-Planeten Pluto oder womöglich wegen der Schoschonen gebrochen war. Was weiß man schon.

        Dir noch einen guten Sonntagabend 🙂 , denn nu werd ich Dich mit weiteren Betrachtungen verschonen, schon diese hier sind zu ausufernd und so.

        P.S.
        À propos, den kleinen Piranesi-Stich hab ich dann wieder hinbekommen, ganz vorsichtig, die braunen Wasserränder weggemacht ganz vorsichtig mit Tupfern und so, die Wellen im Papier geglättet mit dem lauwarmen Bügeleisen, also immerhin. Er ging nicht den Weg des Pluto.

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        • 😆 ROFL! 😆
          You made my evening! Danke Dir, bin ausm Lachen kaum rausgekommen beim lesen. *gefällt mir*

          .

          Gefällt 1 Person

        • 😀
          Ah, Franz Marcs Thigerthier, und „Wunderbar“ hab ich auch an meiner Tür zum Bücherzimmer hängen, aber Schwarz auf Gelb ausgeschnitten aus einer Cadbury-Keksschachtel, die einst Waffeln enthielt, die wahrlich Uande’baa‘ hießen, bevor sie verspiesen wurden, und der Einstein hat noch in Euro gerechnet, nicht in Pfund? (früher konnten Schreibmaschinen immer das doppelt durchgestrichene Schreibschrift-Ell, hat man nie begraucht, aber nu können die Nachfolger nur noch den Teuro, von dem man dafür um so mehr braucht), und der mehr-raum-honig unter der Wall Street, wenn das die jüd’schen Finanzmanipulateure wüssten. Die Fassade links darunter ist St.Patrick oberhalb der Wall Street?, die erkenne ich grad, so wie wohl die Häuser am Central Park, und das da drunter erklärt sich alles von selbst 🙂 , mei liab.

          Was ist der quasibarocke Brunnen neben dem manchmal-abenteuer-frühstück-besonders-gefährlich?, Skulptur auf der Central Station?

          [ und drunter geht’s ja noch weiter! ]

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        • Über der Freiheitsstatue, ja, das ist die Central Station. (:
          Unter der Börse ist ein Konzertplakat, nachdem das Bild aber auch im Original nicht größer als zweieinhalb Zentimeter im Quadrat ist und noch ein Stück Cafe drauf sehe ich außer lautem Gesang und Hut nicht viel davon.

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  2. Verzeihung aurorula a., aber bei Schlepptop denke ich doch glatt (oder rund?) an eine große Oberweite. 🙄 

    Und Klappschreib find ich richtig gut, vor allem, wenn’s beim Schreiben klappert, wenn, und nicht nur die Zähne!

    Verzeihung Aristobulus, beim Faltstuhl oder Stuhlklapp (könnte man als Klo „miß“verstehen? Auch wenn’s solche heißen Stühle doch auch gab zu allen Zeiten, denen Du hier Farbe gibst! Und viel zu verklappen hat der Mensch doch Tag für Tag, oder?) glaube ich nicht, daß der Cherusker, den einige gar Herrmann nennen, aber bloß nicht Walter den Hasspapp-Falter damit meinen!, darauf saß. 

    Warum? 
    Die haben doch immer diese Armlehnen, nicht wahr? Das heißt, man sitzt da ziemlich eingezwängt, so Knie an Knie gedrängt. 
    Mensch!, das ist Arminius (oder so) der Cherusker, der hatte so dicke Eier, daß er die Römer in den Wald aber nicht wieder hinaus ließ!
    Kannst Du Dir wirklich vorstellen, daß der sich freiwillig was im Klappstuhl wegklappt? 
    Das klappt nicht, beim besten Klapperstorch nicht! 
    Und der bringt doch die Kinder, vorausgesetzt, da wurd‘ nichts weg geklappt!

    Allerdings was Du vom breitbeinigen Napoleon mit geschwilltem Kamm -so sindse, die Gauloises- beschreibst, der hat den Hintern entweder weit vorne, oder eine sehr breite Sitzfläche oder eben nicht die Armlehnen. Ja? 
    Oder ist er einfach sehr klein? 😕

    Soviel zum spätenst Sonntag.

    A.mOr.

    ps/ faszinierend, aurorula a. 😉
    Braucht mir aber noch mehr Forscherzeit.

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    • Napoléon auf’m faltigen Stuhle war ein Korse durch und dürcher, da beißt die Biene (sein Wappentier) nun mal keine grünen (seine Lieblingsfarbe) Faden ab.

      Alors, Franzosen machen das anders, die sitzen anders, wenn sie sitzen, denn darin hamse Übrung, und die überrollen nicht die halbe Welt, die wollen auch keine Neuauflage des römischen Reichs, und die schenken auch niemandem nebenher den Code Civil mit Pressefreiheit und so. Derlei Meschiggitäten tun nur Korsen. Während die Franzosen zu Hause auf ihren meist nachgemachten Fauteuils sitzen (das Wort fängt nicht von ungefähr mit faux an, gefälscht) und streiten ab, dass der Islamismus irgendwas mit sonst etwas zu tun hätte, oder dass er nur irgend ein Trottoir überrollt 😀

      Arminius saß wahrscheinlich im Zelt gern auf einem Faltstuhl, so mit bronzenen Protomen und Troddeln dran, aber dann entdeckte er seine Liebe zum deutschen Walde, und die war recht unrömisch.

      A gutte woch

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    • *lol* @ Alle!
      Wahrscheinlich sitze ich nie wieder auf einem Klappstuhl, weil ich in dem Moment wo ich drauf Platz nehmen will vor lachen runterfalle 😆

      (P.S: a Propos Videosuche, den hier finde ich sofort, November Rain dagegen ist gut vergraben – das sind die Freuden des Internets ): :
      http://www.youtube.com/watch?v=86vJcl5GXHA )

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  3. Nur bonjour sagen, Aurore, auf Aristobuli Einladung.
    Hast Du etwas gegen den Fremdnamen Aurore (Morgenröte)? Ist leichter zu handhaben als das vertippfreudige Aurorula. Auch George Sand hat Aurore (Dupin) geheißen. Ist doch was, oder?

    Zur Sache:
    Fremdwörter können tatsächlich unersetzbar sein, doch nur, wenn sie sich vom Eigenrest abheben, nicht? Wenn sie an Geschmack und Klang etwas hinzufügen, nichts abziehen.
    „Master of Disaster“, maître du désastre, z. B. für Mohammed oder Obama ist die Wucht.
    Doch nicht übersetzte Wörter wie „account“ oder „download“ tragen dazu bei, den ganzen PC-Bereich sprachlich und damit sinnlich außerhalb der deutschen Gegenwart zu halten. Schade.

    Diese Fremdwörterfrage hat sich, wie Du Dir denken kannst, den Erweckern der hebräischen Sprache Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts scharf gestellt.
    Wie schließen wir an die Moderne an? Was für Wörter für Auto, Flugzeug, Antibaby-Pille, Kühlschrank? Es mussten komplette Terminologien her: Chemie, Physik, Medizin, Psychologie, Psychoanalyse – was nicht alles?

    Man hat’s geleistet, gerade, weil man nicht das Schicke gesucht hat, sondern das eigene. Auf Deutsch und Französisch heißt Auto „Auto“ – nicht auf Iwrit.
    Überall gibt es nur „Computer“. Nicht in Israel. Da gibt es „Machschewim“ – von „chaschaw“, denken. Reset ist überall. In Israel drückt man auf den Knopf: „hechser“ – von „chasar“, bringen, bzw. „hechsir“, zurückbringen.

    Das Fremde, das ist die Kirsche auf dem Kuchen. Will zuerst den Kuchen (am liebsten Käsekuchen) haben.

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    • Hallo Schum, schön Dich zu lesen 😀

      Aus Kirschen läßt sich auch prima Kuchen backen 😛 aber Käsekuchen ist wirklich lecker.

      A propos neue Wörter in alten Sprachen, daß der Vatikan das Netz (angeblich, das weiß ich nur über Ecken) auf seinen Seiten als ‚Interrete‘ bezeichnet ist auch einen Schmunzler wert – obwohl es ja völlig logisch ist. (nebenbei: ui, freu, das Wort Netz war eines der paar die ich auch auf Latein (er)kenne)

      Du hast schon recht, manchmal sind Fremdwörter einfach nur Angabe oder word cruff (das verbale Äquivalent zu Staubflocken, auch schön). Und ja, da rege ich mich auch drüber auf – ganz besonders über Angabe, die nur zeigen soll wieviel moderner und weltgewandter jemand ist als das Gegenüber. Obwohl auch das sehr lustig werden kann (unfreiwillig, allerdings): wenn jemand die falsche Sprache erwischt… Ein Beispiel das ich nie vergessen werde:
      Plantago lanceolata ist der botanische Name für Spitzwegerich. Es gibt hierzulande einen Hustensaft, der sich Plantago nennt und in dem logischerweise Spitzwegerich drin ist (Spitzwegerich hilft bei Husten nämlich ziemlich gut). Einmal kam jemand zu mir: „So. Ich bekomme gern einen plænt əˈgoʊ.“ Plant a go?? Und dann nicht lachen, wenn ich das beim herholen wie den botanischen Namen ausspreche ders ist und er mich anschaut nach dem Motto „ich kann Englisch und die dumme Verkäuferin nicht!“

      Was auch regelmäßig für Erheiterung sorgt – a propos fehlidentifizierte Sprachen – sind Leute die einen Anglizismus durch einen anderen ersetzen und sich dann wie die Sprachhüter par exelence vorkommen. Etwa die ältere Dame, die über Anglizismen schimpft und meint das hätte es zu ihrer Zeit nicht gegeben, Teenager zum Beispiel hieß da noch Backfisch; das war doch auch ein treffendes Wort, wozu einen Anglizismus. Ein back fish ist ein Fisch, der (noch) zu klein ist und deswegen aus dem Netz wieder zurück ins Wasser geworfen wird, also Beifang – aber warum ihr den Spaß verderben? (;

      ‚hechser‘ erinnert mich jetzt spontan an ‚häckseln‘, mithin also das Gegenteil von zurückbringen. Das ist fast wie der Reporter, der zu Strauß‘ Zeiten ein ‚pacta sunt servanda‘ als ‚packts des auseinander‘ mitgeschrieben hat… 😀

      Nachklapp wegen von mir fehlinterpretierter Sprachen:
      Samstagabend war ich in der Stadt, und mir ist ein Koranverschenker entgegengekommen mit einem Riesenplakat: LIES!
      Im ersten Moment dachte ich, das wäre englisch… 😈

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      • … oder im Buurmannblog jener Nette, der brathering heißt, der aber Rätsel aufgab als bræθering 😀 , aber auf Italienisch heißt das Internet wirklich „la rete“, das Netz, so wie im Französischen le compailleuteur ja „l’ordinateur“ heißt, der Ordnungmachende?, welch ein frommer Wunsch als Vater des Gedankens. „Machschewim“, der Denkende, ist dann noch avancierter, also mein Ordinateur chaschawiert nicht, der denkt gar nicht dran!, das überlässt er leider mir.

        Um 1900 war man Expressionist, spürbar etwa in der Buber-Rosenthal-Übersetzung der Tojre, nicht?, g“ttseidank hat man damals diese tausende expressionistischer Wörter ins Hebräische hineingebracht, heute ginge das nicht, heut ist man zu prosaisch und zu technisch, heut liebt man die Sprache von Gebrauchsanleitungen („mode d’emploi“, die Mode der Anstellung). Zum Expressionismus traut sich ja keiner mehr.

        Plænt əˈgoʊ, lol!, dazu amerikanisch ausgesprochen, wie erstaunlich, da kommt einer und protzt, wie gut er Amerikanisch kann. Das ist ja dann nichtmal Englisch 😀 . Plantago lanceolata, ja, die spitzzulaufend Angepflanzte, das Lanzettenkraut, oder Lancelots-ich-mach-die-Pflanze, ist das von Lenné?, der war auch schon ein Expressionist vor der Zeit.

        – Mit LIES! haben die Salafistischen aber nu wirklich the bock des Jahrhunderts geshootet

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      • Chère Aurore, Du hast den Koranverschenker ganz und gar missverstanden, fürchte ich.
        Seine Aktion richtete sich nämlich an Liesel – stellvertretend für alle deutschen Frauen. So wie man sie bei uns zu Hause alle „Gretel“ nannte – die Deutsche an sich, also die Deutschen schlechthin.
        Was der – nun ja, etwas unzeitgemäße – Koranix nicht mitgekriegt hat: Deutsche tragen heute lieber fremdländische Namen. Nix mit Liesel oder Gretel. Meine kleine Nachbarin (8) heißt Jacqueline („Ja“ wie „Jacke“).

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        • … aber der Koranix darf sich ja an keine Liesel richten, wenn er nicht mit ihr verheiratet ist (und auch dann nur schräg nach hinten über die Schulter und gebellten Lauten). Also mussten sie die Liesel vermaskulinisieren, und schnell ein Ausrufezeichen hingesetzt!, ehe sie auf unzücht’ge oder überhaupt auf Gedanken kamen.

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        • Und die arme Jackeliene muss auf ’nem Schilde unbedingt mit JACKE! adressiert werden, sonst kömmt Allahs Zorn ins böse Spiel.

          Aber wer weiß, ob Jacke sein darf. Vorgeschrieben ist doch schmuddliges Nachthemd – ja, die haben’s luftig allerorten.

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        • Das koranische Liesel-Verbot war mir glatt entfallen. Bin noch nicht so weit, obwohl ich fleißig Sahih al-Buhari lese und überhaupt nur licites Zeug.
          Nun ist auch das Ausrufezeichen erklärt. Danke, Aristobulus!

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        • … bald hast Du ein anderes Bucheli, mit dem Du den Buchari vergessen kannst 🙂

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