Ein paar Worte

Gelesen auf Tapfer im Nirgendwo (http://tapferimnirgendwo.com/2014/11/19/ein-paar-worte/) Worte von David Serebrjanik zum letzten Anschlag, wie ich sie so gut nie schreiben könnte:

Rose3Ist es das Gute, wenn eine Mutter das eigene Kind direkt unter die Bomben plaziert, die darauf abzielen, terroristische Stellungen zu treffen? Ist DAS das Gute? Oder vielleicht doch das, dass ein Land auch seine erbittertsten Feinde, Mörder und Angreifer auf Staatskosten in einem Krankenhaus behandelt?
Oder ist es Ausdruck des Guten, wenn man Menschen im Gebetshaus beim Beten ermordert? – Kommt mir jetzt nicht mit der “Verzweiflung der Palästinenser”. Keine Verzweiflung (und vor allem keine selbstverursachte), rechtfertigt ein Abschlachten anderer Menschen. Die Palästinenser hätten längst, vor 66 Jahren nämlich, ihre Verzweiflung und finanzielle Not auskurieren können, wenn sie die freundschaftlich ausgestreckte jüdische Hand nicht auf brutalste Weise abgeschlagen hätten – Kommt mir jetzt nicht mit “die Juden besetzten fremdes Land”. Es gab niemals ein Land namens Palästina. Und das Volk der Palästinenser ist eine ziemlich an den Haaren herbeigezogene, künstliche Konstruktion. Ihr, lieben Geschichts-Bewusstseier, habt viel zu oft viel zu wenig Ahnung von Geschichte. Ihr lasst Euch mit vorgefertigten Meinungen und Informationen vollstopfen, die viel zu oft auf diesem gewissen dunklen Etwas basieren, das bei Wörtern “Israel” und “Jude” in Bewegung kommt.
Manchmal ekelt es mich richtig an, mir vorzustellen, dass es in Deutschland Menschen gibt, die sich auf die Geschichte berufend (oder aus einem Schock über die Verbrechen der Deutschen […]), die heutige passierende Geschichte auf den Kopf stellen und sich, wie hypnotisiert durch irgendetwas, gegen Israel stellen. […] Was mir die[] Hoffnung oft wiedergibt, ist die Tatsache, dass es in Deutschland Menschen wie Gerd Buurmann gibt, die sich nicht zu schade, nicht zu bequem und nicht zu feige sind […] Eben, WEIL sie mit der Geschichte bewusst umgehen.
Liebe Geschichtsbewüsstler, wenn Ihr Israel nicht kennt, nicht wirklich wisst, was und wie dieses Land tut, es aber aus einem unbestimmten dunklen Etwas heraus kritisieren müsst, dann habt IHR ein Problem und nicht Israel.

Und bei Heplev entsprechend zum nachlesen Geschichte: http://heplev.wordpress.com/2014/11/18/die-flagge-palastinas-vor-1948/ und Umgang damit: http://heplev.wordpress.com/2014/11/18/wie-die-palastinenser-mit-einen-terroranschlag-umgehen/

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Veröffentlicht am November 19, 2014 in .Nahost, Kein Smalltalk und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 17 Kommentare.

  1. … danke Aurorula, und ich muss David drüben noch danke sagen, weil er diese eine große und größere typische Frage stelt, die ich unter so velen anderen Fragen und tagespolitischen Gräueln usf. schon ganz vergessen hatte!, nämlich diese Frage:
    WAS ist das Gute?

    Wer das fragt, zielt mit dickem Kaliber mitten durch diesen ganzen Ramsch (ja-aber-die Siedler, ja-aber-die Unterdrückung-durch-Israel, ja-aber-der-Zionismus) und trifft just die Frage, auf die es allein ankommt.

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  2. Was mir an Serebrjaniks Text u. a. gefällt: dass er sich nicht scheut, von Gut und Böse zu reden.

    Erklärte unlängst ein Teilnehmer an einer Fernsehdiskussion über den IS: Wer hier vom Bösen spricht, ist unfähig zu analysieren. Das ist geistiger Bankrott.
    So der „Experte“ sinngemäß. Der Ton machte Eindruck. Niemand wagte zu widersprechen und darauf hinzuweisen, dass das Eine das Andere nicht ausschließt. Beides ist am Platz: die Analyse und die moralische Bewertung.

    Ist man unseriös, wenn man nach trockener Faktendarstellung den Barbarossa-Feldzug als verbrecherisch bezeichnet? Ist man unprofessionell, wenn man den Willen zur Vernichtung der Juden innerhalb der PLO- und der Hamas-Charta sowohl streng nachweist wie auch böse nennt?

    Ja, David: Zwischen Israel und den Arabern – oder muss man schon sagen: zwischen Israel und dem Rest der Welt? – geht es um Gut und Böse. Oder wie Brigitte Gabriel in einer Rede gesagt hat:

    The difference between the Arabic world and Israel is a difference in values and character. It’s barbarism versus civilization. It’s democracy versus dictatorship. It’s goodness versus evil.
    (Speech at Duke University, Durham/North Carolina, October 14, 2004)

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    • Weißt Du noch, welcher große Experte da vom Katheder sprach?
      Er hat also was zu analysieren und hat geistigen Gewinn, wenn der IS Tausenden die Köpfe abeschneidet. Ich wüsste gern, wer dieser Größtexperte war – um besser zu verstehen, wie es zum Phänomen des Relativismus und der Scheinobjektivität kommt, und überhaupt zu dieser ganzen Schwerdenkhuberei.

      Da fällt mir doch noch ein passendes Zitat ein. Von Hannah Arendt: „Zu Hitler fiel ihnen was ein.“

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      • Arendts Satz lese ich zum ersten Mal. Großartig!

        Nein, ich weiß nicht, wie der große Experte heißt. Habe die Diskussion auch nicht verfolgt, wie ich auch grundsätzlich die Glotze meide. Es trifft sich, dass ich den Klubraum (hiesige Bezeichnung) überquerte, als meine Mitbewohnerin Kartoffeln schälend davor saß.
        Als mich die Sätze erreichten, blieb ich etwa fünf Minuten vor dem Größtexperten stehen, um das statement zu Ende zu hören und die Reaktionen noch mitzukriegen. Als nichts kam, zog ich weiter.

        (So, Aurorula. Jetzt weißt Du Alles von mir.)

        Gute Nacht an Euch Beide!

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    • Ich habe gerade hier Datenschnee geschippt; will sagen mehrere von drei Nicks und einer IP-Adresse gepostete Beiträge ins Spam-Nirvana geschickt.
      Hätte die-/derjenige sich an anderer Stelle nicht recht trollig beschwert, daß ich keine Identität und Postadresse hinterlasse (wozu soll ich das als Privatperson, nicht als Person des öffentlichen Lebens, für Briefbomben? Ne, ne, ne 😉 ), hätte ich einen Beitrag vielleicht sogar freigeschaltet. Weil ich darauf antworten will, und keine Lust habe das per Mail zu tun (brauche meine Adressen noch).

      Im fraglichen Beitrag verlinkt er/sie diesen Artikel: http://taz.de/Kolumne-Macht/!149972/ . Ein anderer Beitrag bestand daraus – drücke ich das mal wohlwollend aus – in wesentlich schärferem Ton die Aussagen des Artikels wiederzugeben, gemischt mit ein paar beliebten Mythen im Stile des Jebberkens: Israel als Besatzer, Deklassierung der Araber, kein Schutz vor ‚Staatsterror‘ oder wegsehen bei ‚Siedlern‘ als Terroristen, gezielte Tötung von Attentätern, ‚Sippenhaft‘ – das übliche. Daher antworte ich auf den Artikel, nicht den Kommentar.

      Und im Artikel steht ja durchaus sinnvolles (was der/die Unbekannte zu überlesen scheint):

      Es ist verständlich, wenn Betroffene – mittelbar und unmittelbar Betroffene – zu differenzierten Analysen weder fähig noch willens sind. Was aber wirklich beunruhigt: Wenn Beobachter sich so sehr mit Vorgängen identifizieren, die sehr weit entfernt stattfinden, dass sie eigenen Gefühlen und Überzeugungen den Platz von nüchternen Analysen einräumen.
      Im Hinblick auf Israel und die palästinensischen Gebiete scheint diese Gefahr in Deutschland zu wachsen. Sage mir, welchen Rechtsbruch du erwähnst, welchen du verschweigst – und ich sage dir, wes Geistes Kind du bist. Manche Leitartikel lesen sich derzeit wie Solidaritätsbekundungen. Andere wie Kriegserklärungen.
      Dabei könnte eine universale Achtung der Menschenrechte bei der Kommentierung dieses Themas hilfreich sein. Sie ist nämlich die Voraussetzung für Glaubwürdigkeit. Und nicht etwa eine Schönheitsverzierung. Bedrückend, dass dies nicht mehr Konsens zu sein scheint.

      Das tragische daran ist nur, in welche Richtung diese Worte abgezielt sind: die Autorin selbst hält sich keineswegs daran. Sie schreibt von summarischen Kollektivstrafen (und andere, unschönere Worte dafür), von Staatswillkür ohne Möglichkeit der Gegenwehr – von EU-finanzierter PA-‚Staats’rente für Attentäterfamilien schreibt sie nichts, übrigens, und auch nichts von einer (fehlenden) Möglichkeit der Gegenwehr ziviler Opfer gegen von Hamas-Propaganda aufgehetzte und von quasi-offiziellen PA-Stellen unterstützte und zu Helden (v)erklärte Attentäter. Sie schreibt davon, sich als Beobachter nicht mit Vorgängen zu identifizieren, dann identifiziert sie sich mit dem Bild, das sie von den Vorgängen im Nahen Osten hat – und dann mahnt sie universelle Menschenrechte an. Also allgemeingültig, egal wo und für wen. Das ist schon fast ein Dreifachstandard: aussuchen, für wen Menschenrechte zu gelten haben (nicht für die Opfer der Attentate als Gruppe, und überhaupt für Israelis als Gruppe auch nicht) und trotzdem das universelle der Menschenrechte betonen. Dann sagen, Beobachter sollten nicht werten (also: auch nicht im Sinne universeller Menschenrechte?). Um zuletzt als Beobachterin eine (Ab-)Wertung abzugeben.
      Hätte diese Geisteshaltung keine Doppelstandards, hätte sie wahrscheinlich garkeine Standards.

      Dabei wäre die Frage ja garnicht irrelevant, wäre die Definition der Autorin von ‚universell‘ bei Menschenrechten dieselbe wie die ursprünglich in dieser Idee enthaltene: sie gelten für jeden – und jeder muß sich an sie halten. Alle gleich.
      Deutlicher:
      Menschenrechte gelten für alle gleich. Ohne ja, aber. Ohne Relativismus. Ohne Hintergrund, ohne Bedingungen. Also gelten genau gleiche Menschenrechte für ‚Siedler‘.
      Jeder hat das Recht, von Angriffen auf Leib und Leben verschont zu werden und sich dagegen wehren zu können. Egal welche Farbe die Nationalflagge hat. Oder wo das ist. Oder gegen wen. Oder warum. Also haben Einwohner Israels und der Staat Israel als ganzes das Recht auf Leben und ihr Leben zu schützen. Was offensichtlich sein sollte, es manchen aber wohl nicht ist.
      Und ein Mord ist ein Mord und dementsprechend zu ahnden. Also ist auch ein wie auch immer politisch motiviertes Attentat ein Mord (Menschen umzubringen weil sie einer bestimmten Gruppe angehören ist Mord aus niederen Motiven, übrigens) und dementsprechend zu ahnden. Was offensichtlich sein sollte, es manchen aber wohl nicht ist.

      Außerdem liest sich der Artikel stellenweise wie ‚Mord‘ und ‚Attentat‘ sind sooooo hässliche Worte, und beide Seiten, und Hintergrund, und Motivation, … das versaut einem den Tag. Werde ihn zum Ausgleich bei TiN für einen silbernen Orwell vorschlagen, weil er es schafft mit Worten wie ‚universelle Menschenrechte‘ und ‚ein Rechtsgrundsatz, der keine allgemeine Gültigkeit besitzt, ist keiner‘ durch die Hintertür das Gegenteil der Bedeutung eben dieser Worte hineinzuschmuggeln. Und für die scheinheilige Feststellung, es sei nicht schlimmer Betende in einem Sakralbau umzubringen als bei jedem anderen Sakralbau – als habe es irgendwer unterstellt. Und zwar nicht überhaupt eine Wertung verschiedener Attentatsorte unterstellt, sondern die Aufwertung eines bestimmten Attentatsorts unterstellt. Hätte sie geschrieben, jemand der aus antisemitischen Motiven in einer Synagoge ein Blutbad anrichtet im Glauben das sei besser als woanders handle selbstverständlich, offensichtlich, und es braucht garnicht mehr dazugesagt werden genauso abscheulich wie in jedem anderen Sakralbau auch; dann wäre es ganz etwas anderes. Das hat sie aber nicht.

      Nachklapp:
      http://heplev.wordpress.com/2014/11/20/terroristen-nach-israel-reinlassen/
      Passt irgendwo zum Thema und gefiel mir 🙂

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      • Ja. Die besondere Giftigkeit und der besondere Doppelstandard von Zeitungsartikeln und Verlautbarungen des Fernsehens nach diesem Terroranschlag fiel sehr auf. Besonders, weil meist im selben Satz sofort arabische Tote erwähnt worden sind (von der Hamas!, was freilich nicht erwähnt ward) – diese Besessenheit des sofortigen Aufrechnens, weil den Leuten zu wenig tote Juden auffallen, und dieser Besessenheitskomplex bei toten Juden!, indem sofort auf die Schuld anderer Juden verwiesen wird.
        Denn was auch dem Jud‘ passiert, der Jud‘ ist Schuld.

        Mit Menschenrechten, gar universalen, wid sehr gern hantiert, wenn es um die Schuld des Jud‘ geht. Bevor diese Menschenrechte entdeckt worden waren, nannte man es anders: Da war es die Rasse, gegen die sich der Jud‘ verging, oder es waren die Werte der Nation, die der Jud‘ durch seine bloße Anwesenheit nicht respektierte.

        Weil derlei mittlerweile natürlich zu Recht als rechts verschrieen ist, wirft man sich lieber auf die Menschenrechte, so bald irgendwo Juden wohnen, wo sie nach Ansicht von Menschenrechtlern nicht wohnen dürfen. Dann sollen die Menschenrechte dafür herhalten, dass der am Ort Xyz wohnende Jud‘ die Anderen benachteiligt, die behaupten, ihnen allein gehöre dieser Ort.
        Damals hieß es: Juden ab nach Palästina!
        Jetzt heißt es: Juden raus aus Palästina!
        Na was denn nun?

        Wer wedelt eigentlich mit den Menschenrechten, wenn im Irak wieder Hunderte oder Tausende geköpft werden? Kaum jemals ein halber Kommentator unternimmt den zaghaften Versuch. Jedoch wenn die israelische Armee die Wohungen arabischer Terroristen unbewohnbar macht, gibt es sofort europäische Regierungserklärungen und Statements der EU, dass hier Menschenrechte verletzt würden.
        Jedoch ich habe NIRGENDWO dergleichen gelesen und gehört, als in diesem Sommer in nur einer Woche vierhundert Hamasraketen auf israelische Ortschaften fielen. Von den Menschenrechten irgendwo wohnender Juden hat keine Rede zu sein.

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        • P.S.
          Heplevs Bildmontage ist nicht ohne. Just die beiden Jiddn rechts auf den Fotos gehören zu den paar durchgeknallten frommen Antizionisten, die publikumswirsam irgendwo aufgebaut wurden und Spruchbänder trugen, dass die Israelis die neuen Nazis seien.

          Heplev hat ihnen glatt und erbaulich das Wort im Mund rumgedreht 😀

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        • Keine Ahnung, wie man diesen Ort ausspricht (trotz der Lautschrift):
          http://en.wikipedia.org/wiki/Zzyzx,_California

          😳 ist mir grade spotan eingefallen daß es den gibt, als ich Deinen Beitrag gelesen hab. Ob es Abc (oder ähnlich) auch gibt, weiß ich allerdings nicht.

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        • /ˈzaɪzɨks/ Saisikss scheint wahrlich das Letzte am Anus Mundi kurz vor dem Ende des selben zu sein 🙂
          Die schöne Catherine Heigl hat da einen Film gedreht, der nur 30 $ einbrachte.
          Sollen die paar meschiggenen selbsthassenden Jiddn doch da hingegehen. Es sieht biblisch aus, gar ein Natronsee ist in der Gegend, so wie in Ägypten, als man da ein Sklave war und nicht zionistisch sein musste.

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