alptraumhaftes Timing

Heute schlecht geträumt:

Über nächstes Ostern bin ich Last-Minute in irgendeiner Stadt, wohl nahöstlich; das erste Reiseziel das es gab. Ich gehe durch die Stadt spazieren. Plötzlich, Raketenangriff! Sirenen, aufsteigende Jets am Himmel (fragt mich nicht wozu die, das ist ein Alptraum, braucht nicht logisch sein; etwa genauso wie es nicht logisch sein muß daß das eben iranische Raketen sind, die da kommen), abhauende Leute, von allen Seiten die Versicherung, sich trotz des Beschusses keine Sorgen zu machen. Und irgendwie lande ich in zehn hektischen Sekunden in einer Tiefgarage (Traumlogik – wahrscheinlich wäre die aber garnicht soo schlecht?). Dann plötzlich…

*KLIRRRRRRRRrrrrrrrrrr!!!*

… wirft jemand von meiner Familie in der Küche ein Glas zu Boden und weckt mich damit. Ich stand noch nie so plötzlich hellwach im Bett. Alptraumhaftes Timing.

Dann der Blick aus dem Fenster: wie aus einer anderen Welt. Draußen hatte es über Nacht geschneit. Schnee: letztes Jahr garnicht und dieses Jahr zum ersten Mal – völlig surreal.

winter.

Das Glas? Ja, das war kaputt. Ein Glas weniger auf dieser Welt – garnicht vergleichbar damit aus ähnlichen Realitäten eben nicht aufwachen zu können.

Selbstnotiz: vor dem Schlafengehen kein Jagd auf Roter Oktober mehr angucken is gscheiter.

„…Jetzt sagen Sie nicht, Sie haben noch ein U-Boot verloren…“

(Das Bild hat meine Mutter heute früh beim spazierengehen geschossen)

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Veröffentlicht am Dezember 26, 2014 in Smalltalk, Zufälliges und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 13 Kommentare.

  1. *klirrrr*kalt isses auf dem Foto 🙂

    Ojojoj. – Wenn das Glas nicht hingefallen wäre, hätte der Traum in der Tiefgarage einen anderen Weg genommen?, ist oft so, es beginnt so, Ortswechsel und es geht so weiter. Wer weiß – Tiefgarage, Du gehst nach unten, fährst dann weiter nach unten, plötzlich in einer blau-cremefarbenen ’56er Corvette, wo die herkam?, und jenseits des zwölften Untergeschosses beginnt die Innere Erde mit Blüten so groß wie sieben Köpfe, Wasserfällen, glitzernden Asphodeloswiesen, freundlichen Vulkanen und Goldadern in den Felsen

    – und DAAA lässt jemand in der Küche das Glas fallen!, *klirrr*, und Du nimmst es ihm den ganzen Tag lang übel.
    🙂

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  2. Am schönsten an diesem Traum aus Sderot (?) finde ich die Versicherung, man solle sich trotz des Beschusses keine Sorge machen. Wobei es ein Unterschied ist, ob Bundesbürger, sagen wir, den Leuten in Sderot versichern, es gebe trotz Raketenangriffe keinen Grund, sich Sorge zu machen, oder ob man‘s in Sderot noch während eines Angriffs zu hören bekommt.
    Die Beschossenen machen sich und Anderen Mut wie sie können, aber das hindert sie nicht daran, Richtung Schutz zu fliehen. Was auch die vernünftige Träumerin tut.
    Real zerscheppert ein Glas. Kein Grund zur Panik. Aber eins weiß ich sicher: Aurore gehört nicht zu den Verleugnern, die denen in Sderot versichern, alles sei in bester Ordnung. Was könnte auch normaler sein, als dass friedenssüchtige Fantastinenser Juden angreifen, während die Juden fliehen müssen? Ist das nicht die unverrückbare Ordnung der Dinge?

    Danke für den Beitrag, Aurorula.
    Gut Schabbes und schönes Wochende!

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    • In Lovecrafts „The Dream-Quest of Unknown Kadath“ (1926) fährt der Protagonist Randolph Carter (jaja, das bessere Ich des Herrn Lovecraft himself) schreiend aus dem Schlaf, in dem Moment, als er im Traume von Azathoth geholt wird (weil der *räu-häusper* unheilige, geschuppte Shantak in rasendem Fluge näher und näher in jene unsagbaren, ultimaten Gefilde vordringt, wo nur der gedämpfte, rasendmachende Trommelschlag nichtswürdiger Tamburine und das entsetzliche Gewinsel und Gepfeif verfluchter Flöten zu Jenem führt, der inmitten des Zentrums aller Finsternis hockt und verderblich und entsetzlich nagt, usw. usf. *ächz*)

      Da klirrt nichts, aber draußen glänzen die Kuppeln und Dächer von Boston, die Wirklichkeit, die ihn mit einem Klirr aus dem Alptraum holt.

      Lovecraft hätte einen Anlass einbauen müssen 🙂 , etwa das Picken einer Elster an der Fensterscheibe. *pick pick!*, aaarghh, Azathoths Knöchelchen??, mais non, a schejness fojgele.

      A gutten Samstagsonntagsschabbes.

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  3. Was ich Euch bringe, gehört zum Kapitel „I have a dream“ und damit auf diese Seite.
    Haltet Euch fest! Es gibt eine Pille gegen Antisemitismus! Sie ist im Forschungslabor des Europäischen Jüdischen Kongresses (EJC) entwickelt worden und seit kurzem im Handel erhältlich. „Antisemitox“ ihr Name: Das Mittel wirkt bereits bei den ersten Symptomen: Beschimpfungen, aggressives Verhalten, Verschwörungsphantasien, Zuckungen des rechten Arms, Antizionismus.
    In hartnäckigen Fällen empfiehlt der Autor des Artikels Antisemitox in Zäpfchenform. Ich würde sagen: bei Grass, Augstein und Herrmann: Zäpfchen.

    Antisemitox. C’est le nom du premier médicament contre l’antisémitisme. On doit ce traitement miracle aux laboratoires de l’Organisation juive européenne. Sa molécule agirait « dès l’apparition des premiers symptômes: insultes, jurons, comportements agressifs, délires révisionnistes, gestes de la quenelle, antisionisme. Chaque boîte contient trois pastilles au miel et un patch. » On l’aura compris, cette association, avec l’aide du publicitaire Frank Tapiro, parie sur l’humour pour dénoncer l’antisémitisme. On ignore encore si ces comprimés vaudront à l’Organisation juive européenne un prix Nobel de médecine, une standing ovation au Centre national de Pharmacovigilance, ou alors s’ils provoqueront un nouveau scandale du Mediator.

    Fabrice Pliskin, « Santé mentale : enfin une pilule contre l‘antisémitisme ! », Le Nouvel Observateur, 25.12.2014
    http://tempsreel.nouvelobs.com/societe/20141224.OBS8657/sante-mentale-enfin-une-pilule-contre-l-antisemitisme.html?xtor=RSS-25

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