Übermalte Graffiti 1

Jemand hat den Tiger übermalt über den ich vor kurzem geschrieben habe:

graffitiuebermalt.

Jetzt hat zwar der Hausbesitzer die schlimmsten Spuren (ein riesengr0ßes „Never paint Tigers!“, „f*** Holzweg!!“ und ähnliches) schwarz übermalt, aber der Tiger ist trotzdem mehr oder weniger hin. Versaubeutelt, pardon, verfarbbeutelt. Bislang dachte ich, daß sich Schreiber untereinander die Graffiti nicht übermalten – aber da war ich wohl entweder selbst auf dem Holzweg; oder der Übermaler sieht sich nicht als Schreiber, sondern als Aktivisten.

Fragt sich nur, was daran so schlimm ist daß jemand Katzen auf eine Garagenwand schreibt daß dagegen aktiv geworden werden muß. Es ist nicht ganz vergleichbar mit dem Säureattentat auf den Rembrandt im Museum (der Tiger ist sehr schön, aber Milliarden doch nicht wert) – aber der Gedanke dahinter bleibt derselbe: da ist etwas Schönes; vandalisieren!

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Veröffentlicht am Januar 3, 2016 in Bilder, Kulturelles, Smalltalk und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 20 Kommentare.

  1. Es war doch sehr schön, das der Tiger soooo lange da sein durfte, so vergeht er nun, wie alle Schönheit. Nada es para siempre, que hasta la belleza cansa. José José, Ayayay.

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    • Hier ein Schmachtvideo zum Beweinen des Tigers.

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      • *schnief*
        Die Tigerin im Messingbette hat’s voll erfasst, sie pennt alle Mäkligkeiten und Vandalitäten der Zeit, der Vandalen und des Ungefährs hinweg und behält ihren Lippenstift nebst weiterer hübschender Gewaltmaquillagisierereien, allen Abendwaschungen, Kratzbettdecken und allfälligen Schleckereyen des Schmalzgelockten zum Trotze. Obschon im Traume.
        Aber für wen hatte sie sich angemalet-?

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        • Sie wollte doch nur einmal wirklich „schön“ schlafen.

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        • … aber das klebt dann so im Gesicht, klebt es nicht?, und dann träumt man von komischen Klebeschnecken und so, oder von abrutschenden Farbtöpfen, oder gar von der entsetzten Avon-Beraterin.

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        • Ja aber es ist doch so schön, schön zu sein und sei’s im Bette eingeschmiert mim kosmetischen Fette. Außerdem, was wäre aus Schneewittchen geworden, wäre ihr Prinz gleich dem Schmalzgelockten entschwunden, ein weisses Tempotaschentuch zurücklassend? DAVOR hatte sie Angst und was passiert … genau das. *schnief* Dieser Schmalzlocken Tiehger.

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        • Der Tiehger tat erst tändeln, Män.
          Am End ward er zum Gentleman.
          Nicht, weil er sie verließ:
          Derlei bleibt fies
          (weil man das anders händlen cän).
          Aber weil er’s Tuch, ganz ohne Nies‘,
          frisch an der Bettesstatt beließ.

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        • Im weichen Himmelbette
          liegt, geschönt, Cosette.
          Ihr Traum: der Schmalzgelockte
          und Lieb‘ und Leidenschaft.
          Das er es so verbockte
          sie hat es nie gerafft.

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        • Dass die schlummernde Cosette
          angemalt mit buntem Fette
          stets gekleidet auf die Nette
          und bereit, wann auch er bäte!,
          ihn dennoch nun verlor:
          Obgleich er herzerweichend schwor!,
          dass er, der feine Schmalzadrette
          sie niemals nich‘ betrogen hätte,
          ja niemahhltz nich‘ im selben Bette!,
          ach, das wird sie bald verwinden.
          Wird sie zücken’s Bajonette,
          wird ihn finden.
          Wird ihn schinden.
          Bis der Tiehger
          wird zum Lieger.

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        • Und so schreibt Miss Krimi-Marple
          Über nächtliches Gerappel
          Nach dem Fall ins Tagebuch:
          Dieses War Des Tiehgers Fluch!

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  2. Cosette ach Cosette
    entwinde Dich dem Bette
    schmink ab der Schönheit Fette
    zerbrich des Schmalzgelockten Kette
    der vorgab zu beglücken
    er wollte dich nur …
    das aber wolltst auch Du
    du dämliche Cosetten Kuh
    Hände gefaltet, auf die Knie
    zu spät zur Reue ist es nie
    und wenn nicht heute dann halt morgen
    wird ein Blondgelockter Dir’s besorgen.

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    • Lobeshymne zum Abend

      In und unterm Bette galt Cosette
      schon als Nette.
      Indem sie Glatzenbratzen und Gelockte
      schon viel dockte.
      Und sie fockte und sie lockte
      Hinz und Schmunz und Binz und Kunz:
      Wegen Brunst,
      voller Kunst.
      Und gar umsunst!

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  3. Umsunst tat’s die Cosette
    in und unterm Bette
    Harald Werner oder Uschi
    allen schenkt sie ihre Mu .. reundschaft
    Umsunst jedoch ist nix auf Erden
    ’s wird wie es denn musste werden
    es finden sich die so gemuschten
    erwartet haetten sie es nie
    mit AIDS in Krankenkassen Therapie
    dumm, wie sie es verpfuschten.

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    • … und die sie nicht mit AIDS anschiss,
      die kriegten von ihr Syphilis,
      wahlweise Krätz und Pilz und Floh.
      (Gut ging’s, wenn man zeitig floh.)

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    • Ich knick ab … 😉

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      • Die Tigerdame dort im Bette
        Hielt Tiehger Schmalzlock für Cosette
        Weswegen er des Bettes floh
        Das machte dann Miss Marple froh:
        Krimi, Tiger, Blattschuss: ihn
        erlegt die Doppelgängerin!

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        • Des is schee und fein und fett und nett. 🙂
          Bloß Miss Marpl kriegte keinen nicht ins Bett. 😦

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        • ( zu summen nach La Cucaracha )

          La Cosateta, la Concharela
          ya no puede cocinar,
          porque lo hace, porque no deja
          todo día fornicar.

          P.S.
          Aba‘ abbkniggn is‘ nich‘, Bachatehero 🙂

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        • Abbkniggen sollte heißen, ich pinkel mir in die Bermudas vor Lachen, ’s war zu gut. Un de Cosette ist eine liebe Freundin seit über 35 Johr, meine Spanischlehrerin seinerzeit, die fiel mir direkt zum Schmalzgelockten und Bette ein. Cosette war, mit ihrer nymphomanischen Freundin, einer entonces gefährlichen Zahnärztin, bekannt unter dem Künstlernamen „El duo infernal“. Kein General, Restaurantbesitzer oder irgendwie anders zahlungs- und liebesfähiger caballero war vor denen sicher, weder im Holz- noch Metallbett, drupp oder drunner. Ganz großes Kino die Beiden, die sich vor lachen nicht ein kriegen, wenn sie die alten stories raushauen. Und, typisch für die Mentalitaet hier, die ollen Liebhaber liegen denen noch heute zu Füßen, die Lebenden, und bringen ihnen großen Respekt entgegen. Kann man „bei uns“ nicht mal im Kino sehen, so was. Ari, Du wirst es a weng verstehen, Argentinien könnte durchaus ähnlich sein?

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  1. Pingback: Übermalte Graffiti 2 | kleines Südlicht

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