Kunst am Wegrand 4: der Schlüsselghoul

SchluesselghoulAuch Kunst am Wegrand, allerdings erheblich älter als das was ich hier sonst fotografiere: auf der Rückseite der Stadtkirche in Ludwigslust sind an der mehrfach übergestrichenen, aber wohl nicht ersetzten Tür noch halbverrostete  Reste des Türschlosses. Es ist sogar noch ein Gargoyle zu erahnen, und mit den halbvorhandenen Ranken daneben sieht es aus, als habe er Elefantenohren. (‚°.°‘)

Die Kirche wird gerade renoviert, ich durfte aber trotzdem in die Baustelle gucken gehen – allerdings hätte ich nur ohne Blitz fotografieren können; und dafür war das Licht zu schlecht.

Außerdem an ludwigsluster Mauern gefunden: einen mehrere hundert Jahre alten Efeu:

EfeuUnd eine Inschrift an ebender Stadtkirche hat bei mir sehr für Erheiterung gesorgt, als daß sich der Bauherr hier wie üblich auf Latein verewigt hat – der war einer der Herzöge von Mecklenburg, und hat „Herzog von Mecklenburg“ lateinisiert als: Dux Megapolitanis.

Und das ist Ludwigslust nun … eher weniger.

(Megapolisbild aus der Wikipedischen)
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Veröffentlicht am Januar 13, 2016 in Bilder, Smalltalk und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 11 Kommentare.

  1. Diese Gedärme auf dem letzten Bild, zwischen denen die Blättlein hervorlugen, sind das Äste?

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  2. … jedenfalls ist der Dux Megapolitanis ein wirklich großer Herr gewesen, so als Anführer einer wirklich großen Stadt (obwohl die Griechen themselves lieber Megalópolis statt Megâpolis gesagt hätten, wegen des Rhythmós und wegen der Maulsperre nach dem langen Â, gleichwohl!, der Mecklenburgische nannte sich neogräzisierend eben so), und was hat er damit gewollt?, nu, der wollte den König von Neapel ausstechen, der nur ein Rex Neapolitanis gewesen ist, also nur der Regierende einer neuen (nea~) Stadt, hingegen kein wirklicher Anführer einer wirklich großen Stadt (mega~), also diese Glanzrolle nebst Glanztitel muss man dem Mecklenburgischen lassen!, obgleich wirklich in ganz Mecklenburg wirklich noch niemals eine nur halbmittelnormalviertelgroße Mittelstadt zu finden gewesen ist 😀
    Nur etwas Mecklenburg ist dorten zu finden.

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    • … und etwas Vorpommern mit seinen Landpomeranzen, die Ludwigslust erregten, welche aber eher aus Neapel denn aus Mecklenburg kommen. 😀

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      • Jaha, die Erscheinung von Pomeranzen galt und gilt dorten als skandalöser Luxus, manchmal als luxuriöser Skandal, aber immer als Skandal einfach so. Seitdem bedarf die öffentliche Erscheinung von etwas Pomeranzenähnlichem unbedingt des herzöglich-megapolitanischem Placets. Anderenfalls wird die Pomeranz‘ nach Hinterpommern ausgewiesen (die andere Richtung als die, wo’s ins Neapolitanische geht. Ach, aber das ist weit, so oder so).

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        • Was, ausgewiesen? Ein rechter Narr dieser herzöglich-megapolitanische Lustwig. Ich hätte die Pomeranzen in ein schnuckeliges Gefängnischen, mit Direktzugang aus meiner Kemenate, verbannt, um sie, je nach Reifegrad, zu jeder Stunde ihrer wohlverdienten Strafe zuführen zu können und erst später, bei eingetretener Überreife auszuweisen. Nicht sehr nobel, aber bei der Menge an Pomeranzen …que pouvez-vous faire, hein?

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        • … dieser Lustwig scheint sogar auf Gips verzichtet zu haben (weil zu schön und zu weiß und allzu feminin formbar, der), er ließ statt dessen schnödes Pappmachée hernehmen (doch!, tat er) und es statt des sünd’gen Gipses vergolden in seinem Schlosse und in seiner Hofkirche, warum nur?, na aus Gründen reiner Tugend und reinen Pappmachées.
          Wer das tut, der lässt auch die feinsten Pomeranzen verschrummbeln, öffentlich, versteht sich, nur um Buße zu tun. Öffentliche.
          Nachts und Nebels frisst er dann heimlich und enorm.

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        • … er konnte zum Fressen nicht mal wie unsereins nachts heimlich zum Kühlschrank schleichen, der zwar weiß und aus Pappe war, aber nicht kühlte, ohne Strom, denn Strom aus Pappe gab es auch damals noch nicht. Könnte er in seinem Pappwahn nicht sogar der bisher unbekannte Stifter dieses aberranten Kultes sein? Die Vergoldung spricht dafür. Er hat wahrscheinlich dann auch die Rauschgoldengel dazu erfunden? Vielleicht haben die Pomeranzen Model gestanden, nach Verschrunbelung?

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        • … er hat freilich den Backwahn gründen wollen, aber der Kaiserschmarrn verbrutzelte ihm auf die grauenhafteste Weise, weil er so verdammichte Schuldgefühle wegen des Kaisers & des Schmarrns hatte!, indem ein Kaiser nun mal ka‘ Schmarrn is‘, sondern bekanntlischement vom Herrn der hymmlyschn Herrenscharen eingesetzt ward, woraufhin er sodann im Pappwahne sich erging, zumal ohne Kühlschrank seiend, ohne welchen auch alle anderen Speisen als jener entsetzlich angekokelte Kaiserschmarrn alsbald babbich und babbicher werden.
          Drum erfand er auch die Pabbengel aus Schrunbelgold und später wohl manch einen golden eingepabbten Osterhasen, so munkelt man bis heut im mecklenburg’schen Hinterlande, wenn die Nebel und die Howler gekrochen kommen und wenn desob wieder die Pomeranzen und Speranzen fehlen (von Protuberanzen ganz zu schweigen).

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        • … und Ludwix wurde ja, selbst an nebelfreien Tagen, schon morgens von Hofschranzen und Bettwanzen geplagt, sogar Emanzen (wenn auch wenige erst) sollen darunter gewesen sein. So verfiel er sehr schnell dem Backwahn, ohne allerdings mehr als Verbabbtes zustande zubringen und so beim Pappwahn endete und Osterhanzen, die ihm lange Ohren machten und nicht von Pappe waren.

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        • Dorten auf der ungepabbten Kaskade mümmelt einer derer (ganz links, er tut als wär er Neptunius himself, hat aber sein Langohr quer über den Scheitel geschlungen), und da ist tatsächlich ein Osterhanz (rechts), das als Rehtier oder Renntier mit Schwanenhals erscheinen will:

          Auch auf die drängende Gefahr der zunehmenden, ja ultimaten Ludwixluschter Verspukung muss hier hingewiesen werden:

          Dräuend erheben sich die Gargoyles und die Nightgaunts auf dem Simse des Schlosses in herabfallender Nacht, derweil irrlichternde Nebelbahnen aus allerley unerlösten Lyschten unheilschwanger ihre schlimmen Bahnen ziehen.

          Und gar die Pabbsäulen im Saale! Da:

          In jede ward einst ein Kätzchen eingepappt, derweil es in der Düsternis der beiden Pappnischen da hinten beständig scharrt und faucht, wenn man es wagt zu lauschen.

          Und weil der Lustwix aus laute Babbwahn gar am Fensterglase gespart hat, wabern die Nebel des Jenseits beständig in die Schlosskyrche hinein, unentwegt seit siebbenzehnhundertsibbenzich!, was entsetzliche Erscheinungen, gnadenlose Erkältungen, unsagbar nasse Füße und vage, wabernde, hemdenmatzige Gestalten an der Grenze von Sichtbarkeit und Welt zur Folge hat, bis überall diese fiesorangenen Pilze sprießen und sich das pure und purste Entsetzen Bahn bricht. Waah.

          Doch von wannen stammet das sinistere, ungreifbare, unvordenkliche Entsetzen, das diese entlegenen Gefilde so unheilig heimsucht?!, obwohl jener hochgemuthe Ludwicht ja alles und mehr versucht hat!, selbst das Pabbste und Allerbabbeste hat er versucht!, um es aufzuhalten!

          Von dorten!, aus jenem unvordenklichen, grausen Gemäuer unbekannten Ursprungs inmitten der sumpfigen Wildnis unweit des Schlosses:

          http://www.bike-berlin-copenhagen.com/sites/default/files/styles/mapsidebar/public/import/infomax/grotte-schlosspark-ludwigslust-1.jpg?itok=O6BLZV8r

          Wo wüste Finsternisse aus den Schlünden der inneren Erde seit uralter Zeit rütteln, grinsen und nagen!, ein lauerndes Verderbnis älter als die Menschheit, ja älter als die Zeit!, jenes ultimate Entsetzen aus tiefsten, schwärzesten Kavernen, von denen selbst ein Atanasius Kircher in seinem ängstlich gehüteten und allzeit weggeschlossenen Werk „Mundus Subterraneus“ nur in klammen, wispernden Andeutungen zu munckeln und zu stammeln wagete.

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