do-someone-else-Theater provokant

Wanderer, kommst Du nach Hamburg…
… in Hamburg konntest Du über etwas fallen, da geht es spontan gleich wieder weg von Hamburg. Dort waren es die Künstler vom Theater Kampnagel, die widerlichtaten.

… in Hamburg in der Neuen Großen Bergstraße (Kreuzung Altonaer Poststraße) fand die ganze letzte Woche anscheinend eine Kunstaktion “zum Thema Integration” statt, an der ich letzten Montag den Zufall hatte vorbeizukommen.
Die Theatergruppe wollte mit dieser “Aktion” “provokativ” (das ist locker, angesagt, und das was sie dazu sagen) auf die Wahrnehmung von Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge aufmerksam machen. Das erreichten sie mithilfe von diesem Schild an ihrem Stand:

201602151Der einzige Zweck dieses grauenhaft widerlichen Schilds war Reaktionen der Passanten darauf zu beobachten (deswegen schrieb ich vom do-someone-else-Theater).

Von der Polizei hat ein anderer Passant der gleichzeitig mit mir vorbeigekommen ist und dort angerufen hat erfahren, daß diese Kunstaktion vom Theater Kampnagel anscheinend von der Stadt Hamburg genehmigt ist.
Was – so die nächste Idee – eine Beschwerde bei der Stadt über diese Genehmigung einer Kunstaktion die derartige Assoziationen (zu ~rationslager) gutgemeint ausnutzt bringt; bzw. wie sich dagegen gewehrt werden kann, wenn dieser gerade-eben-nicht-Vergleich durch Anklang doch zu einem “guten Zweck” ist? Nicht viel und nicht gut, wahrscheinlich. Einfach widerlich, wie das Leid von Millionen Menschen für einen PR-Gag ausgenutzt wird (egal ob es PR für “Flüchtlinge” ist oder sonstwas, oder ob für PR oder sonstwas oder überhaupt das überhaupt!)! Aber das gilt anscheinend uneingeschränkt nur für derartige Parallelen „von rechts“.

Noch ein Bild von der anderen Seite:

201602152(so hieß die Aktion wohl)

Diese Bilder habe ich mit ein paar Zeilen dazu am bewussten Montag an achgut gemailt, es so öffentlich wie möglich zu machen war mir auch noch eingefallen.
Wenn noch jemand eine Idee hat…?

Zumindest daß es nicht einfach stattfindet, wie gewünscht integrativ provoziert und unkommentiert wieder vergeht: teilt das mit sovielen Leuten wie möglich die sich bei den Theaterleuten beschweren – wenigstens einen Shitstorm sollen sie abbekommen (ihre Mailadresse ist: mail ät kampnagel Punkt de).

Es sieht nicht so aus, als wäre das von letzter Woche eine ungewöhnliche Art Kunst für dieses Theater; hier ganz in der Nähe hängt an einer Säule dieses Plakat:

arabischJetzt müßte ich arabisch lesen können – andererseits will ichs wahrscheinlich garnicht wissen…

arabischgross2.Teil:

Nachdem ich das hier bei Numeri ( https://numeri249.wordpress.com/2016/02/15/der-extremhumanismus-des-moustafa-kashefi/ ) schon letzte Woche gepostet habe, gibt es schon Antworten darauf.

Gutartiges Geschwulst schreibt: Integrationslager ist ein geniales Wort, wie ich zugeben muss! Wer es sich ausgedacht hat, begreift Intelligenz und Anzahl seiner Adep(p)ten, die dieses Wortspiel sicherlich begeistert nachkläffen und verbreiten werden.
Dummheit lebt von knappen Begriffen.

Aristobulus schreibt: Ja. Und Dummheit lebt von Politg’schwurbl wie diesem (s.u.), wo ausgerechnet Österreicher von Deutschen irgendwo fordern, dass sie sich integrieren sollen.
Gut, wogegen sie sind wissen wir wohl, indem sie irgendwie gegen alles sind. Aber wofür ist dieses dauertotsubventionierte Staats-Tanz-und-Performancetheater: Dass sich “alle miteinander” integrier’n solln. Also etwas restliches Grundgesetz mit etwas mehr Scharia ab zur Integration, ja?, und wehe, wenn das Resultat dann keiner ganz schnell und möglichst weit hinterm Kobenzl ins Endlager sperrt. Weil das dann wieder rauskriecht und noch mehr Staatssubventionen kriegt.
http : // www .kampnagel .de / de / programm / deutsche-integriert-euch /

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Veröffentlicht am Februar 20, 2016, in Kein Smalltalk, Politik, Weltanschauung. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. P.S: Weil ich nicht weiß, wie lange der von Ari ausgegrabene Link dortbehalten wird sicherheitshalber nocheinmal der Text den das Theater dort über seine „Aufführung“ schreibt, auch wenn der garkeinen Spaß macht zu lesen:

    „Integration ist das neue Zauberwort der gesellschaftlichen Mitte, politische Mehrzweckwaffe und Allheilmittel – doch der Begriff ist irreführend. Das Wiener Performance Kollektiv God’s Entertainment stellt die Integrationsdebatte vom Kopf auf die interkulturellen Füße und demokratisiert sie radikal: Denn anstatt zu glauben, dass durch die entsprechende Anpassung und Eingliederung derer »von draußen« ein imaginierter Zustand von idyllenhaftem Früher wiederhergestellt werden könne und in dieser Irrealität mit der ethnisch-kulturellen Unterschiedlichkeit auch die sozialen Brennpunkte verschwinden würden, sollten sich besser alle Angehörigen eines heterogenen Gemeinwesens mit- und ineinander integrieren, um die Gesellschaft zukunftsfähig zu machen. Deshalb, nach all der Leitkultur, den Integrationskursen und Sprachprüfungen, die unsere zugewanderten Mitbürger*innen absolviert haben, fordert God’s Entertainment nunmehr die Hiergebliebenen auf, es den Hergekommenen gleichzutun: Deutsche integriert Euch! God’s Entertainment informiert am Info-Integrationsstand die Passant*innen über das neue Integrationsmodell in Deutschland für Deutsche und testet sie vor Ort auf die eigene Integrationsfähig und -willigkeit.“

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  2. Gutartiges Geschwulst

    “Denn anstatt zu glauben, dass durch die entsprechende Anpassung und Eingliederung derer »von draußen« ein imaginierter Zustand von idyllenhaftem Früher wiederhergestellt werden könne …, sollten sich besser alle Angehörigen eines heterogenen Gemeinwesens mit- und ineinander integrieren, …”

    Leider wissen die hoffnungsvollen Aktionskünstler noch nicht, dass sie mit dieser Aussage ihre eigene Zukunft beschreiben. Wenn die kommunalen Kassen erschöpft sind, weil sich das Leben unserer islamischen Neubürger nur durch komfortable Zugeständnisse retten lässt, wird für die künstlerischen Projekte linker Daumenlutscher kein Geld mehr übrig bleiben. Selbst der Applaus, das Brot des Künstlers, wird den Kampnagels künftiger Zeiten vorenthaltenj bleiben.
    Unsere Neuankömmlinge werden sich mit dieser erlesenen Aktionskunst vermutlich den Abendstern abwischen, so wie ich es schon heute tue.
    Insofern habe ich meine Aufgabe erfüllt*: Deutsche integriert Euch!

    * Während Andere bereits das Aufgeben erfüllt haben.

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