Tags im Museum

kachelAus dieser Szene heute hätte glatt ein Theaterstück werden können 🙂

Regie: der Zufall; Titel: Kontraste

blickOrt: Im hamburger Museum für Kunst und Gewerbe, der Flur vor dem Eingang zum Jugendstil-Saal. Der Flur ist weiß getüncht, hell beleuchtet; und leer bis auf den Hocker des Museumswärters an der Wand und eine einzelne Vitrine neben der Tür. In der Vitrine verbreitet eine typische, gusseiserne 1920er-Tütenlampe einen freundlichen dottergelben Lichtfleck in den kühlschrankähnlichen Museumsflur. An der Wand hängt ein Wegweiser (geradeaus: „Jugendstil & Art Deco“; nach links: „Renaissance“, „Skulpturensaal“; nach rechts: „Historismus“, „Moderne“, „Spiegelkantine“ und „Ausgang“). Durch die Tür zur Ausstellung sieht man fahl-bläulichgrün getünchte Wände, ein Stück einer matten, graubraunen Wandvertäfelung, einzelne Möbelstücke aus den 1920ern; und ein Fenster, das von außen allerdings komplett von der gräulichen Rückseite eines Werbebanners verdeckt wird. Zur Linken führen mehrere Stufen einer Treppe nach oben.

Dramatis personae: Zwei gebildete alte Damen, auf dem Weg vom Flur in die Ausstellung; eine etwa 30jährige und ihr Begleiter, auf dem Weg aus der Ausstellung in den Flur; ein Museumswärter, neben der Tür  stehend.

Die beiden Damen kommen den Flur entlang und biegen in Richtung der Tür zur Ausstellung ab. Sobald sie durch die Tür sehen kann, fängt eine von beiden an, etwas schneller zu gehen; und komentiert das gegenüber ihrer Begleitung mit:

plappergeiMUSEUMSBESUCHERIN 1 (begeistert zu Museumsbesucherin 2): Nein, wie entzüÜückend! Wie geschmackvoll! Diese Farbe schon an der Wand, und…  (etcetera pp, beide gehen in die Ausstellung).

MUSEUMSWÄRTER (behält sein Pokerface)

Eine halbe Minute später kommen die anderen beiden Besucher aus der Ausstellung in den Flur. Sobald sie durch die Tür in den Flur sehen kann, fängt die Besucherin an, etwas schneller zu gehen; und komentiert das gegenüber ihrem Begleiter mit:

MUSEUMSBESUCHERIN 3 (erschöpft und ein wenig erleichtert zu Museumsbesucher 4): Uff-ich-muß-hier-raus! Jugendstil ist ja schön, aber so depressiv. Die moosigen Farben, ein ganzes Zimmer voll erschlägt einen… Die delfter Kachel vorhin da drüben, dagegen, die war wirklich schön… (etcetera, beide gehen in Richtung „da drüben“ zu anderen Ausstellungen)

MUSEUMSWÄRTER (behält nach wie vor sein Pokerface)

 

Es gefällt eben nicht allen dasselbe. Aber die Keramik im Museum ist wirklich sehr schön. 🙂

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Veröffentlicht am Juli 17, 2016 in Smalltalk, Zufälliges und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 6 Kommentare.

  1. Gutartiges Geschwulst

    Vielen Dank, liebe aurorula a., für Ihre humorvolle Betrachtung. Drucks .., nun ja …, und sollte sich Ihr Schreib- oder Cartoon-Drang wieder etwas verstärken, wäre ich dafür keineswegs undankbar.

    Gefällt 1 Person

  2. Gutartiges Geschwulst

    P. S.

    Übrigens fällt mir auf, dass sich der olle Aristobulus hier herumtreibt, was mich doch ziemlich beruhigt. Sollte er eine Tomate sein, was seine Treulosigkeit leider befürchten lässt, ist er doch immerhin des Gärtners Stolz.

    Gefällt 3 Personen

  3. Post aktualisiert (Bilder eingefügt).

    Gefällt 1 Person

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