Worms – und Schilder in Städten

Wie es der Titel schon sagt: ich war in Worms. Und die Stadt, so wie sie jetzt ist, hat mir größtenteils nicht gefallen. Vielleicht war es einfach Zufall oder ein einzelner Hund mit Durchfall kam ausgerechnet dort vorbei, wo ich hinwollte; jedenfalls hatte ich den Eindruck, daß die Stadt … äh … die Straßenreinigung ortsabhängig unterschiedlich oft einsetzt. Und die Rezeptionistin in der Information wurde sehr unfreundlich, als jemand vor mir nach einem Stadtplan gefragt hat. Und ich gleich danach auch nochmal.

Andererseits gibt es aber auch noch Reste des alten Worms (außer am Dom, auf den sie sehr stolz sind, paradoxerweise ebendort, wo mehr Dreck liegt), und die haben mir dann gut gefallen.

worms1Durch den Zaun auf die wiederaufgebaute Synagoge gespickt. Von innen sieht sie irgendwie aus, als ob die Farbe vom Wiederaufbau noch nicht ganz trocken ist, nach Rekonstruktion – davon abgesehen ist sie aber wohl ein schönes Gebäude gewesen, und der Wiederaufbau ist es immer noch. (Wenn man sie denn findet – wozu ich auf dem Hinweg an den Hundetretminen vorbeinavigiert habe, und auf dem Rückweg eine Ecke weiter an einer kitschigen Gedenkstele vorbei; deren unrechtsstolzer Pseudowiedergutmachungstext mich fast dazu gebracht hätte, mir einen der örtlichen Sprayer zu suchen und ihm ein Bier auszugeben dafür, daß er dieses ausbeuterische Ding komplett und unterschiedslos schwarz streicht. Alte Gebäude angucken ist in Worms also mit Hindernissen verbunden.)

worms2A propos Rekonstruktion: diese Tafel wurde dort wieder in die Mauer eingebaut. Hier und da sind noch Risse zu sehen vom zerbrochensein, aber zu lesen ist die Schrift noch gut – außer, daß ich sie nicht lesen kann. 😦 Einzelne Buchstaben – ein Shin oder ein Lamet etwa – erkenne ich, und daß wahrscheinlich jede Zeile mit der gleichen Silbe endet auch. Ansonsten komme ich mir vor wie eine Analphabetin. Vielleicht kann ja jemand von den Hiesigen mir beim lesen helfen … 😳 & merci bien beaucoup! 😀

worms3Hier und da gab es alte Häuser, meistens versteckt (und wie erwähnt: Vorsicht beim gehen) – und viel schlechtes Wetter.

Ich habe den Dom angesehen (das Hindernis hier zivil, nur ein Bißchen Legende auf dem Vorplatz – so legendär war er garnicht).

Und dann habe ich auf dem Friedhof noch das Grab des Kaufmanns gesucht (inzwischen habe ich gegoogelt: er hieß Alexander Wimpfen), der die Leiche seines Freunds Rabbi Meir von Rothenburg gleich zum zweiten Mal augelöst hat. Ihn fand ich wirklich beeindruckend, als ich diese Geschichte gehört habe. Erstmal allerdings mußte ich den Friedhof suchen, dabei habe ich mich zweimal verlaufen… Es hört nicht auf mit den Hindernissen. (:

Und ganz am Schluss auch das versprochene Schild in der Stadt:

schum0Jemand hat das vorherige Schild am Museum mit diesem hier ergänzt. Was ich  – analog zur Bäckerei Schum – für Schum ein Bißchen zurechtgeschnitten und übermalt habe 😀 :

schum1entweder mit lateinischer Transkription

schum2oder ohne, je nachdem, was besser gefällt 🙂

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Veröffentlicht am November 20, 2016 in Bilder, Smalltalk und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Gutartiges Geschwulst

    Immerhin verfährt die Stadt Worms nicht oberflächlich, wenn sie ihrer jüdischen Geschichte gedenkt:
    https://www.heise.de/tp/features/Dead-Jewish-Worms-3430463.html

    Gefällt 2 Personen

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