Kurzgedanken die niemand braucht: Licht Nr. 57

Ich wollte schon lange einen völlig überflüssigen Exkurs zu einem zufälligen Thema schreiben, und schauen wo ich am Schluss lande. 😀 Heute fange ich damit an, diesmal zum Konzept eines 57sten Lichts:

Merry Christmas New YorkZweiundfünfzig Wochen hat ein Jahr. Sparwitz Nummer dreiundfuffzich widerum geht: „und wenn das fünfte Lichtlein brennt“, bezogen auf die vier Adventswochen und -kerzen. Sprich, wenn jemand Weihnachten (in der 5. Woche) ausfallen lässt, ist das nächste Weihnachtsfest 57 Wochen nach dem ersten Advent des Vorjahres.

Was nebenbei beweist, daß diejenigen die ein „dann hast Du das Fest verpennt“ auf das fünfte Licht setzen nicht nur keinen Humor (bei Sparwitzen wenig überraschend), sondern auch keinen Sinn für Mathematik (überrascht eigentlich auch nicht) haben – dann wäre nämlich Weihnachten selbst an der Reihe, statt vorbei. Auch nebenbei: anders als bei einer Chanukkia mit ihren 8+1 Kerzen; der Tag an dem dort das letzte Licht brennt ist der letzte Tag des Fests. Wer also schon Ideen klaut, sollte das wenigstens richtig tun. Genau wie beim geistigen tendieren die Leute allerdings auch beim geistlichen Diebstahl dazu, sauer zu werden. Obendrauf gelegt und besonders weil Chanukka mit Weihnachten, außer daß sie zufällig fast gleichzeitig fallen, überhaupt nichts zu tun hat. Etwas das die Nichtadaption an fremde Gebräuche feiert wird für fremde Gebräuche adaptiert? Happy Holiday Season, Kiddies!

So oder so, a propos Jahreszeiten, sind die Schokojahresendflüg… Schokojahresendkaputzenmänner? … Nikoläuse, eben, gefühlt jedes Jahr früher im Einzelhandel zu sehen, es scheint also Leute zu geben, die ernsthaft die lange 57-Wochen-Zählung bis zum übernächsten Fest betreiben. Leute: übertreibt Ihr das nicht ein Bißchen?

Weihnachten, also. Das gefühlte Hauptfest des Christentums, oder der Zeitpunkt zu dem besonders auffällt, daß es dasselbe gibt. Religiöse Christen werden an dieser Stelle protestieren – auch das gehört zur Adventszeit als nicht-wirklich-Tradition dazu, und immer ist mindestens ein Geistlicher dabei – daß Weihnachten garnicht das Hauptfest des Christentums ist. Vielleicht um dem Problem aus dem Weg zu gehen, das Schum letztens so zusammengefasst hat: „was kannst Du anfangen mit Jesulein im Krippelein, wenn es Dir wirklich schlecht geht?“, der Infantilisierung ihrer Religion – die sie immerhin selbst betreiben. Leute: übertreibt Ihr das nicht ein Bißchen?

Dabei wird das völlig valide Argument ignoriert, daß Weihnachten sich (wie der Muttertag, den ursprünglich eine Amerikanerin in die Welt gesetzt hat, nur: es macht einfach keinen Unterschied, daß das so war!) losgelöst von seinen Ursprüngen verselbständigt habe. Stattdessen werden – je nachdem welcher Konfession, und damit Interpretation, des Christentums jemand nahesteht – (Pause für Zitat) „eigentlich“ (Pausenende) Ostern, der Karfreitag oder Pfingsten (was so ziemlich alle anderen christlichen Feiertage umfasst) als Hauptsache angesehen. Von Katholiken, Protestanten, oder den Pfingstkirchen, respektive. Womit Nichtchristen dann wieder ihre ganz eigenen Probleme bekommen – bis hin zu Problemen genau in dem Sinne wie die „Troubles“ mit großem T in Großbrittanien. Und angesichts der österlichen, karfreitäglichen oder Pfingst-Nesseln, die es da unabhängig vom hineinsetzen leider einfach gibt, und die nicht totzukriegen sind (um nochmal auf den Unterschied zurückzukommen, den es nicht macht) – doch lieber die Lieder von Ochs, Esel, und Krippelein. Ohropax vobiscum.

Zumal nicht ganz von der Hand zu weisen ist, daß es, wie beim Koran auch, für Außenstehende schlicht egal ist, was in heiligen Schriften steht: wichtig ist wonach ihre Anhänger handeln. Happy Holiday Season, Kiddies.

Für alle anderen: auch das geht vorbei…

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Veröffentlicht am Dezember 3, 2016 in Smalltalk, Weltanschauung und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 12 Kommentare.

  1. … gutt Advent Dir jedenfalls 🙂

    Gefällt 1 Person

  2. Gutartiges Geschwulst

    „…, und die nicht totzukriegen sind (um nochmal auf den Unterschied zurückzukommen, den es nicht macht) – doch lieber die Lieder von Ochs, Esel, …“

    Sehe ich auch so! Weihnachten ist schließlich das Fest der Versöhnung, das alle Glaubens-und Meinungsgrenzen überwindet.
    Welche Repräsentanten wären dieser Aufgabe wohl würdiger, als Ochs und Esel?
    Sie waren nicht nur fähig das Jesulein zu wärmen, sondern wurden später auch noch die gefragtesten Symboltiere des Sozialismus, da sie bekanntlich die Einzigen waren, die ihn nicht aufhielten.

    Gefällt 2 Personen

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