Kurzgedanken die niemand braucht: Keine-Wahlzettel

Die Regierung bilden, 2017 wieder, nach der Bundestagswahl keine Parteien, sondern Koalitionen. Zur Wahl stehen aber Parteien.

Was heißt, daß ich als Wähler nur indirekt einen Einfluß auf die Regierungsbildung habe. Meine Stimme zählt dafür, wer in den Bundestag kommt – wenn diejenigen die ich wähle denn in den Bundestag kommen, sonst zählt sie garnicht – aber dann? Genausowenig wie ich Koalitionen abwählen kann, könnte ich die dementsprechenden Koalitionsverträge abwählen. Und das hätte ich, wirklich, 2013 wirklich gern gekonnt. Trotzdem – meine Wunschkandidaten heißen ja nicht Clinton – nicht heulen, beim nächsten Mal versuchen abzuwählen. Aber.

Aber: Auf die Regierungsbildung hat das, was ich denn wählen kann, und wähle, nur indirekten Einfluss. 2017 hat es garkeinen, habe ich mir gerade überlegt. Denn was wähle ich denn, wenn ich keine vierte Merkelregierung will? Daß zwölf Jahre eine Soße nun wirklich genug sind, ist ja keine so extreme Ansicht daß es unmöglich sein sollte. Das ist es aber fast. Für mich als Merkel-gerne-Abwähler könnten die Wahlzettel gleich so gedruckt werden:

o Merkel

o GroKo-Merkel

o Papierkorbstimme wahrscheinlich, mit Chancen auf Schwarzgelb-Merkel

o Verhältnisbeschaffer für GroKo-Merkel mit Chancen auf Schwarzgrün-Merkel

o Verhältnisbeschaffer für GroKo-Merkel, eigentlich unkoalierbar

o Verhältnisbeschaffer für GroKo-Merkel, eigentlich unwählbar

o Papierkorbstimme sicher.

Tja. Dann. Meine Unzufriedenheit mit der derzeitigen Regierung kann ich bei der Wahl schon ausdrücken, aber Ausdruck ist alles, was daraus resultiert. Mit kleinen Chancen darauf, daß genug Leute ihren Protest gleich ausdrücken (das müßten aber schon sehr viele sein), um diese Morton-Gabel doch noch zu kippen. Na, denn mal loskreuzen… Hohe Wahlbeteiligung? In Deutschland? Wovon träume ich eigentlich nachts?

Nachklapp: Meine Wahlprognosen beruhen auf dem aktuellen Stand der berühmten „Sonntagsfrage“(/Zitat) – sowas finden Suchmaschinen. Und momentan finden die für eine angenommene Wahl heute: von kleineren Parteien vertreten Grüne, Linke, AfD und vielleicht mit ziemlich genau 5% FDP, mit zusammen circa einem Drittel der Stimmen; die restlichen Zweidrittel recht gleich halbiert auf SPD und Union, letztere hat knapp die Nase vorn. Das ergibt also weitere vier Jahre GroKo, da führt nur der Weg vorbei daß, wie ich schon sagte, genug Leute wählen gehen die nicht gefragt wurden, damit diese Stichprobe nicht die wirklichen Verhältnisse abbildet.

Soll vorkommen.

 

Nachklapp: Pfeffermatz bringt das ganze in Versform: https://pfeffermatz.wordpress.com/2016/12/12/sonett-fuer-angela/

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Veröffentlicht am Dezember 11, 2016 in Politik, Smalltalk und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 8 Kommentare.

  1. Ah!, Groko ist immer was Grauenhaftes. Weshalb, hast Du bewiesen 😦

    In Österreich hieß das Gleiche euphemisierend über lange Jahrzehnte „Sozialpartnerschaft“, und des bedeutete was ganz Einfaches, dass nämlich immer die selben Leute in leicht wechselnden Konstellationen die Regierungen bildeten, ganz egal, was draußen das niedere Volk zu wählen beliebte.
    Manche sehen dieses österreichische Schlampert-Gewieftmodell als Fortführung des Austrofaschismus bis in die 1980er. Das lässt sich kaum widerlegen.

    Gefällt 1 Person

  2. Nachklapp: wer das mochte, dem gefällt bestimmt auch Pfeffermatzens Sonett für Angela:
    https://pfeffermatz.wordpress.com/2016/12/12/sonett-fuer-angela/

    Gefällt 1 Person

  3. Gutartiges Geschwulst

    Ein schöner, leider realistischer Artikel, liebe Aurorula!
    Schon lange frage ich mich, ob die Quote der Nichtwähler nicht tatsächlich 100 Prozent beträgt, verteilt auf bewusste Nichtwähler, die zu Hause bleiben und unbewusste Nichtwähler*, die treu ins Wahllokal dackeln (wahlweise schreiten), wo es in Wirklichkeit nichts zu wählen gibt.

    *… zu denen ich peinlicherweise selbst gehöre.

    Gefällt 2 Personen

  1. Pingback: Das Gewissen der Anderen | kleines Südlicht

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