Blogumhören: rechts-links, links-rechts

Nur ein ganz kurzes durchforsten des Blätterwalds diesmal.

Zur Zeit reden sie alle über profiling, oder banal übersetzt die Tatsache, daß die Polizei eine Täterbeschreibung ausgibt, und nach dieser dann … Täter sucht. Nur in größerem Stil, bei Personengruppen und nicht Einzelnen. Und warum das Diskussionsthema ist, ist überall nachzulesen: aufgrund dessen, was dieses Jahr in Köln – nicht passiert ist – doch passiert ist – stattdessen passsiert, you get my meaning.

Dazu wollte ich eigentlich nur schreiben, daß ich auch einmal ungerechtfertigt unter polizeilichen Verdacht gekommen bin, weil eine Beschreibung falsch-positiv auf mich gepasst hatte: das war nicht schlimm, regt Euch ab. Gepasst hatte die Beschreibung genauer gesagt auf das Auto, das ich mir geliehen hatte, einen dunkelblauen Fiat Barchetta (den es in München bestimmt mehr als einmal gibt). Die Polizei hält mich also an, ich zeige meinen Führerschein und die Fahrzeugpapiere; der Computer spuckt aus daß weder ich noch der Fiatbesitzer die Gesuchten sind, man wünscht sich allerseits einen schönen Abend, und das war sie auch schon, die Kontrolle. Dasselbe Führerschein-und-Fahrzeugpapiere-bitte ist mir schon öfter passiert, ohne daß die Polizei speziell Fahrer dunkelblauer Cabrios kontrolliert hat, explizit weil sie ein dunkelblaues Cabrio fahren. Sicher ist das Pech, daß das ausgerechnet dann ist wenn ich mir ein Cabrio leihe, Schikane ist es aber nicht.

Dabei wollte ich es eigentlich bewenden lassen – jetzt ist allerdings allerorten die Debatte, ob das denn „rechts“ ist, wenn es sich nicht um eine Beschreibung eines einzelnen Autos, sondern um eine Personenbeschreibung, die Beschreibung einer Personengruppe handelt, die dann als Gruppe gesucht wird. Einer Gruppe Nordafrikaner, die sich per Internet verabredet haben, Taharrush zu begehen. Und alle, die das Pech haben in die Beschreibung „nordafrikanisch und männlich“ zu fallen, werden mitkontrolliert. Nur die, der Rest nicht. Diese Rechts-links-Debatte und politische Richtungsverwirrung erinnert mich an das Hufeisenprinzip – genauer gesagt, erinnern mich die Debattierenden mitunter daran, mit ihrer Forderung (wie es V. Lengsfeld letztes formuliert hat) „Rechte haben keine Rechte!“:

http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/TheHorseshoeEffect

Rechte haben nur dann Rechte, nimmt der nächste Artikel auseinander, wenn es die Rechten anderer Länder sind, dann werden sie von den hiesigen Linken geliebt; und erklärt dem Leser, was „Standort-Liberalismus“ ist (andere würden sagen, Doppelstandards):

http://juedischerundschau.de/warum-westliche-linke-die-rechtsextremen-fremder-laender-lieben-135910672/

Auch der warped mirror beleuchtet, was alt-right und alt-left gemeinsam haben:

So progressive: alt-left anti-Israel activists find common ground with the alt-right

Rachel Moore wird noch etwas deutlicher: „Ihr denkt rassistisch, nicht ich!“:

http://blogs.timesofisrael.com/you-are-the-racist-actually-not-me/

Während das Gatestone Institute den Erzbischof von Canterbury zu Wort kommen lässt, der allen denen, die trotz mangelndem Fachwissen besser wissen wollen als die Islamgelehrten, was den Islam ausmacht, „religiösen Analphabetismus“ attestiert der Artikel ist schon ein Bissl älter):

https://www.gatestoneinstitute.org/9444/nothing-to-do-with-islam

Bei denen gibt es auch zum weiterlesen über das nichts-zu-tun-Thema gute Artikel über Selbstzensur: https://www.gatestoneinstitute.org/9459/self-censorship

und falsch-verstanden-christliche Unterwerfung: https://www.gatestoneinstitute.org/9716/christian-clergy-islam

 

Nachklapp: gerade eben ist ein sehr guter Artikel von Liza zu dem Thema rausgekommen:

Von »Nafris«, Dilemmata und Basta-Attitüden

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Veröffentlicht am Januar 4, 2017 in Kein Smalltalk, Politik und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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