Fußgänger beobachtet

Unbeteiligte Passanten tun manchmal die seltsamsten Sachen. Schöner als jeder Film ist es, sie dabei zu beobachten:

Letztens stand ich ein Bissl neben einer Bushaltestelle, habe auf den Bus gewartet, und den Verkehr beobachtet. Nicht weit davon, vielleicht zehn Meter von dieser Haltestelle entfernt, ist eine Fußgängerampel. Die muß wohl rot gewesen sein, interessierte mich aber nicht sonderlich, denn ich habe ja auf den Bus gewartet und die vorbeifahrenden Autos nur aus Langeweile angesehen. An einem anderen Tag ist es mir in derselben Situation passiert, daß ich so ohne es zu wollen einen Auffahrunfall mitbekommen habe und als Zeugin der Polizei davon erzählen mußte wie es denn zu dem ganzen Blechschaden kam, aber dieser Tag war glücklicherweise nicht heute. Die Ampel schaltet um, die Autos halten, ich schaue die haltenden Autos an … und plötzlich ruft die Stimme aus dem Off: „Hey, grüner wirds nicht!“ Ich schrecke ein Bißchen zusammen. „Es ist grün!“, sagt mir ein mittelalter Radfahrer nocheinmal, mit zwischenzeiliger Freude darüber daß ich geträumt und er mich erschreckt hatten. „Leider“ mußte ich ihn in seiner Funktion als Kümmerer enttäuschen und ihm erklären, daß ich auf den Bus warte. Woraufhin er die Bushaltestelle wohl erst jetzt bemerkte und sie einen Lidschlag lang anstarrte, als habe er noch nie eine gesehen.

Viel freundlicher ist eine andere Passantengeschichte, die mir Ari erzählt hat:

An ihm vorbei zum Grünstreifen springen zuerst ein kleiner, schwarzweißer Hund, und dann, dem Hund hinterherrennend, ein Kind, die Gassi gehen und miteinander spielen. Offensichtlich ist es nach einigem Grünstreifenerkunden in die eine Richtung Zeit in die andere zurückzugehen, und so nimmt das Kind den Hund vom Boden hoch, dreht ihn um, und setzt ihn in der umgekehrten Richtung schauend wieder vorsichtig auf den Boden. Dem Hund gefällt dieses neue Spiel anscheinend sehr gut, und so rennen die beiden schwanzwedelnd beziehungsweise lachend zurück dahin, woher sie gekommen sind.

Advertisements

Veröffentlicht am April 17, 2017 in Smalltalk, Zufälliges und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Ganz gut eigentlich, dass Kümmerer es gemeinhin nicht schaffen, Passanten einfach mal hochzuheben und sie da hinzudrehen, wohin sie nu gehen sollen 🙂

    Da, wo der große Hulk wohnt, gibt es freilich das Amt des städtischen Hochhebers. Der hebt Leute und tut sie da hin, wohin sie sollen. Innenminister Maas soll laut unbestätigten Gerüchten in ständigen Telefonverhandlungen mit dem großen Hulk stecken, damit er endlich komme und unliebsame Meinungen ebenso umdrehe wie sonst bloß die Leute draußen.
    Der große Hulk, so hört man, winkt jedoch ständig ab (*sssauss!!*), aber der Herr Innenminister begreift es nicht, hat er doch schon 117 Milliarden den Aufpassern und Drehern in Aussicht gestellt, wenn nur endlich diese unliebsamen Meinungen überall endlich da hin gedreht werden, wo’s erwünscht ist.

    Gefällt 1 Person

antworten

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: