Einfach mal danksagen

Seit fast einem Monat wollte ich Unbesorgts Dank an die Polizei für den Einsatz (im doppelten Wortsinn) beim G20-Gipfel rebloggen. Jedem Polizisten den ich in den Tagen danach gesehen habe habe ich es auch persönlich gesagt: Gut, daß Sie da waren; ohne Sie hätte es Tote gegeben und wäre alles noch viel schlimmer gewesen. Danke.

Oder in der Langversion von unbesorgt:

Liebe Polizistinnen und Polizisten, es ist an der Zeit, dass sich die Bürger dieses Landes bei Euch bedanken, was ich hiermit, Stellvertretung anmaßend, einfach mal tun möchte. Danke, dass ihr uns unter Einsatz eurer Gesundheit beschützt, auch wenn eure Arbeit uns kaum 2.000 Euro pro Monat wert ist. Danke, dass ihr Zig-Millionen Überstunden vor euch herschiebt, weil wir euch einfach nicht genügend Kollegen an die Seite stellen wollen. Danke auch, dass ihr trotz mangelhafter Ausrüstung auch dorthin geht, wo es „weh tut“ – und zwar meistens euch selbst. Danke dafür, dass ihr wahlweise die Vorwürfe ertragt, entweder zu hart vorzugehen oder nicht genügend Härte zu zeigen. Danke auch dafür, dass die Presse euch abwechselnd die Schuld für „Polizeistaat“ oder „No-Go-Areas“ zuschieben darf und ihr euch nicht beklagt. Zudem müssen wir euch für die Geduld danken, mit der ihr ausgerechnet die linken Chaoten in Schach zu halten versucht, deren „Skills“ von den Ministerien gefördert und finanziert werden, die euch dann an die Brennpunkte schicken. Abschließend auch noch danke dafür, dass ihr in einer gigantischen Sisyphusarbeit ebensolche Chaoten der Justiz übergebt, welche sie dann meist ungestraft wieder frei und erneut auf euch loslässt. Danke, danke, danke!

Die Apotheose der Ironie

Warum reblogge ich das gerade jetzt? Vorgestern Abend gab es, wieder in Hamburg, einen Terror-Amoklauf mit einem Ermordeten und vielen Verletzten. Diesmal kann das sprenggläubige Motiv beim besten Willen nicht vertuscht werden (obwohl sich allerseits redlich Mühe gegeben wird) – das war schon vor der Tat mehr als offensichtlich. Stattdessen wird geschrieben, die islam(ist)ischen Motive des Messerstechers seien „bekannt“ gewesen, „aber seine Gefährlichkeit wurde falsch eingeschätzt“. Immer sorgsam im nebulösen Passiv wird das geschrieben, damit man es als Politiker (husthust Innensenator husthust) immer jemand anderem in die Schuhe schieben kann. Im Zweifel, wie Unbesorgt oben schreibt, wieder der Polizei.

Deswegen schließe ich mich nicht nur dem Dank für den großen G20-Einsatz an, sondern möchte mich nocheinmal gesondert für die ganze kleine, alltägliche Arbeit bedanken, die die Polizei macht – machen muß, wenn es die Politiker mal wieder verbockt haben. Obwohl besagte Politiker ihr möglichstes tun, um diese Arbeit zu erschweren.

Danke.

 

 

(Kleines P.S. in eigener Sache: Sorry daß ich so lange nichts geschrieben habe, zur Zeit habe ich viel um die Ohren weil ich die Arbeit wechsele. Jetzt hört man mich vielleicht wieder ein Bißchen öfter.)

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Veröffentlicht am Juli 30, 2017 in Fremde Feder, Kein Smalltalk, Politik und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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