Ein Jude, erlöst, weil tot (reblog)

Der insgesamt sechste oder siebte (wenn man den vor einiger Zeit rebloggten Artikel mitzählt) Teil der von TiN rebloggten Artikelserie von Robert Cohn, erschienen im April 2014. Über eine antiquarische Figur und [Diplomatensprech] interreligiöse Spannungen [/Diplomatensprech] (also Bekehrung mit dem Schwert und deren Rechtfertigung).

Leider habe ich kein Bild von der Statue, deswegen noch ein paar Philosophiebücher

Ein Jude, erlöst, weil tot

Ein Gastbeitrag von Robert Cohn

Von der Heiligkeit zur Verkehrung ins Gegenteil

Heiligkeit entsteht im Auge des Betrachters, wenn man nicht achtgibt. Im Judentum wird Heiligkeit seit je her auf einen einzigen Punkt im Kosmos reduziert, um die menschliche Subjektivität und die folgende, beliebige Ausweitung von Heiligkeit unmöglich zu machen. Seit der Zerstörung des salomonischen Tempels in Jerusalem durch die Römer im Jahr 70 ist G“tt jüdischerseits nicht mehr an einen prächtigen, aufwändigen, verehrten und massenhaft begangenen Ort gebunden: Seitdem wir unseren heiligen Ort verloren, definierten unsere Weisen, dass G“tt im Buchstaben anwesend ist, in jedem Buchstaben der Torah, in der menschlichen Ethik des Judentums.

Sonst ist jüdischerseits außer G“tt nichts heilig, es gibt keine heiligen Männer, keine heiligen Bilder. Heiligkeit soll sich nicht ausweiten, Heiligkeit soll sich nicht subjektivieren, soll keine menschliche Komponente bekommen. G“tt braucht keine Stellvertreter.

Seit der Zeit Jochanan ben Sakkais, der das Judentum nach der Zerstörung des Tempels, nach dem Tod der weitaus meisten Priester (Kohanim) und Religionsgelehrten (Peruschim und Zaddikim) und der nahezu völligen Ausmordung des jüdischen Volkes rettete, lebt G“tt für die Juden allein in jeder einzelnen Torahrolle.

Seit dieser Zeit der Reduktion nein Konzentration des Heiligen auf einen außermenschlichen Punkt ist das Judentum demokratisiert, ist es ethisches Allgemeingut aller Juden ohne Hierarchie geworden, ohne Entscheidungsgewalt Einzelner und Mächtiger, ohne prächtige und somit ausschließende Kulte, ohne heilige Gegenstände mit Selbstzweck, ohne innere Antimodernität – und vor Allem ohne Subjektivität.

Subjektivität des Heiligen entsteht übergangslos da, wo Heiliges an Orte oder an Gegenstände gebunden wird. Es besteht ein jüdischer Abscheu vor heiligen Bildern – weil Heiligkeit auf die Weise instrumental, von Hybris durchsetzt und benutzbar wird.

Mit subjektiver Heiligkeit lässt sich allerhand anstellen. Manches wird dann heiliger als anderes, der Einzelne wirft sich vor Bildern nieder, unterwirft sich der vermeintlichen Macht dieser Bilder, wird abhängig. Solche Bilder sind immer menschengemacht, sie spielen mit Interpretationen und Illusionen, sie setzen Normen, sie tragen alle Dominanz und allen bösen Trieb, dessen der Mensch nun mal fähig ist. Heilige Bilder verleiten dazu, G“tt Eigenschaften zuzuschreiben, sie verleiten zu orgiastischen Gefühlen, zu Abhängigkeiten, zu religiösen Aufwallungen und damit zum Hass gegen das vermeintlich weniger Heilige.

Indem einer glaubt, etwas besonders Heiliges zu besitzen, liegt sein nächster, konsequenter Schritt in der Verachtung des weniger Heiligen. Wo man weniger Heiliges verachtet, verachtet man auch Menschen.
Alles, was in der Torah steht, rät uns davon ab.

Der große Weise Jochanan ben Sakkai, dessen Namen sich nicht genug rühmen lässt!, hat das einzig Richtige getan.

So begab sich das Judentum auf den direkten Weg zur Moderne, und so hat das Judentum bis heute überlebt – anderenfalls wäre es untergegangen, und es gäbe seit zweitausend Jahren keine Juden mehr. Alle anderen antiken Völker gingen unter, nachdem ihre zentralen Heiligtümer zerstört waren. Keines außer den Juden blieb übrig.

Von einer Jesusstatue zur Vernichtung lebender Juden

Ich habe hier eine kleine Statue. Sie kostete 22,90 Euro bei Ebay – Bilder haben eben einen Preis, manchmal exorbitant, manchmal mehr für die Portokasse, und dieser Preis wiegt ein größeres Abendessen auf. Er zeigt den vermeintlichen Wert eines Bildes, dem Markt unterworfen. Die Statue ist sehr schön, frühes achtzehntes Jahrhundert, wohl eine ehemalige Altarfigur, Teil eines früheren Ensembles, süddeutsch oder österreichisch, aus nachgedunkeltem Lindenholz. Auf den Fotos, die wohl jemand mit dem Mobiltelefon geschossen hatte, wirkte sie wie einer der jüdischen Propheten, wie ein Wandernder. Wegen dieses unwiderstehlichen Windschwungs ohne Schwere im Gewand wie auf Gemälden von Watteau, die selbe Epoche. Eine leichte S-Bewegung bringt Leben, und das Gesicht ist – verzückt. Ein religiös verzückter Jude, nanu? Dass es der auferstandene Jesus ist, sah ich beim Öffnen des Pakets. Problem für mich?, nein, es ist Kunst, und immerhin a Jid. Aber er ist tot. Das ist das Problem.

Das ausdrucksstarke, freudige, intim bewegte Gesicht zeigt deutliche Augenhöhlen wie bei einem Totenschädel. Der ist ein toter, schwebender Jude, der erlöst worden ist, indem man ihn getötet hat – und langsam nach dem Öffnen des Pakets, als die Statue auf meinen Küchentisch lehnte, wurde mir klar, was das bedeutet.

Das wollten sie nämlich von uns. Dass wir endlich geschlachtet werden, damit wir im christlichen Jenseits von Welt aufgehen und wie Jesus erlöst werden – ein heilig orgiastisches Bild, vor dem man sich niederwirft und sein Ich aufgibt. Sie klebten an uns, sie ließen uns nicht los, sie meinten es so gut mit uns. Jedoch lebende Juden, die nicht die christliche Erlösung annehmen und nichts mit einem Jenseits und einem Heilsversprechen zu tun haben wollten, das ging doch nicht!, diese Juden bedeuteten den unerträglichsten Widerspruch zur christlichen Überzeugung, dass dieser Jesus als Messias nun mal alle Menschen erlöst habe. Just zu dem Zweck sollte das Judentum doch da gewesen und vergangen sein, zu diesem Zweck, zu keinem anderen.

Sie wollten uns tot sehen, weil sie uns Trotz aller Versuche und Trotz aller bildergebundenen, religiösen Aufwallung nun mal nicht mit Gewalt und nicht mit schönen Worten missionieren konnten. Wir waren einfach nicht loszuwerden!, wir waren noch immer da!, wenige und überall verstreute, dürftige, entrechtete und dezimierte Juden, die halsstarrig und voll anmaßender Frechheit und Starrsinn ihrem längst überwundenen, falschen Gesetz anhingen, dem ‚Alten Bund‘. Für die Anhänger des ‚Neuen Bundes‘, der den alten längst besiegt und verklärt und verjenseitigt und alles neu definiert hatte („Siehe, ich mache alles neu!“), bedeutete die jüdische Fortexistenz in der Welt eine unerträgliche Provokation. Sie verspottete das Götterabbild des toten Juden am Kreuz. Schon der Evangelist Johannes hasste deshalb die Juden, Tertullian hundert Jahre später hasste sie systematischer, der heilige Chrysostomos (heißt Goldmund) rief wieder etwas später zur Ermordung aller Juden pro bono auf, und im Hochmittelalter, als noch immer Juden übrig waren, fielen die Kreuzfahrer im Rheinland in drei Städten zuerst über die Juden her und massakrierten alle, die sie erwischten. Bis zu den Talmudverbrennungen und Pogromen im 13. und 14. Jahrhundert und bis zu den Austreibungen aus West- und Mitteleuropa im 15. und 16. Jahrhundert, bis zu den Tiraden Luthers, dass man alle Synagogen und jüdischen Bücher verbrennen möge, und immer so weiter.

Aber wir waren einfach nicht totzukriegen. Trotz ubiquitärer Kruzifixe mit dem gequälten und toten Juden Jesus in allen Kirchen, an allen öffentlichen Orten und in fast allen Wohnhäusern, trotz zahlreicher christlicher Feste und Begängnisse, die von einem toten Juden handeln – es lebten noch immer reale Juden, die weiter nicht tot oder missioniert sein wollten, die weiter jeden Tag Torah lernten, die den Talmud diskutierten, die lernten und vermehrten, was ihre Weisen geschrieben hatten, die weiter forschten und dachten, und die Trotz fremder Missionswut und fast alltäglicher Gewalttätigkeit einfach nicht aufgaben.

Man stellte sich die endliche Erlösung der Juden von ihrem Judentum schön vor. So schön wie diese Statue aus dem Barock. In genau der Zeit, als sie geschnitzt wurde, hat Johann Andreä Eisenmenger 1711 ein epochemachendes Buch veröffentlicht mit folgendem barocken, sensationslüsternen und von Stolz zerfressenen Titel, der nichts zu wünschen oder zu deuteln übrig lässt (man verzeihe mir das lange Zitat des Titels):

„Entdecktes Judenthum; Oder Gründlicher und Wahrhaffter Bericht, welchergestalt die verstockten Juden die Hochheilige Drey-Einigkeit lästern und verunehren, die Heil. Mutter Christi verschmähen, das Neue Testament, die Evangelisten und Aposteln, die Christliche Religion spöttisch durchziehen, und die gantze Christenheit auff das äusserste verachten und verfluchen: dabei noch viel andere, bißhero unter den Christen entweder gar nicht oder nur zum Theil bekannt gewesene Dinge …; alles aus ihren eigenen und zwar sehr vielen mit grosser Mühe und unverdrossenem Fleiß durchlesenen Büchern mit Ausziehung der hebräischen Worte und derer treuen Ubersetzung in die Teutsche Sprach kräfftiglich erwiesen und in zweyen Theilen verfasset, deren jeder seine behörige, allemal von einer gewissen Materie außführlich handelnde Capitel enthält; allen Christen zur treuhertzigen Nachricht verfertiget und mit vollkommenen Registern versehen. – (Frankfurt/Main 1700, Berlin 1711, Königsberg 1711, (übersetzt) London 1732, Berlin 1740, Wien 1752)“.

So erlebte die watteausche Ästhetik und künstlerisch schöne Seite der Erlösung ihre todbringende Konsequenz, ihre theatralisch hässliche Seite. Das Buch mit über zweitausend Seiten bekam zahlreiche Auflagen und Übersetzungen. Es gilt als Standardwerk und Auftakt zum modernen, systematisch wissenschaftlichen Judenhass, genannt Antisemitismus, der sich permanent mit den paar Juden beschäftigt und beschäftigt, der planmäßige Ausrottung betreiben will und der alles, was er über die Juden in Erfahrung bringen kann, gegen sie verwendet bis zur Endlösung.

Das achtzehnte Jahrhundert, le siècle des lumières, bewegte sich in der Spannung zwischen ausuferndem Dogmatismus, Unsicherheit, Kritik und nüchterner Aufklärung. Das Christentum überwand langsam, spät und mühevoll seine inbrünstige Erlösungsbedürftigkeit gekoppelt an die Judenbesessenheit Die Aufklärung siegte außerhalb und innerhalb des Christentums – aber sie übernahm überall, wo sie gilt, die alte christliche Vorstellung, dass es eine naturgegebene Abfolge der Geschichte vom Einfachen zum Vollkommenen gebe, und dass das Judentum wider die Natur und überholt sei. Früher gottgegeben, heute naturgegeben.

Daraus speist sich die heutige Ablehnung so vieler Aufgeklärter: Ablehnung des Landes Israel (Erez Jissroejl) als jüdischem Staat, als Heimstätte für die Juden. Die Aufklärung behauptet in bestanzunehmender Absicht, dass alle Menschen gleich und gleich gut seien, und dass es keine Zuwiderhandlungen gegen die allgemeine kulturelle Gleichheit geben dürfe. Also sei Israel ein künstlicher Anachronismus, noch künstlicher als andere Staaten ohnehin!, und die Juden werden da womöglich rückfällig… weswegen gerade die besonders Aufgeklärten unter den Besserwissern nie aufhören, sich mit diesem winzigen Israel (0,01% der Weltbevölkerung!), mit seiner Widernatur und seinen Verachtungen, Verfluchungen und Unthaten zu beschäftigen, zu beschäftigen und zu beschäftigen.
Schon Eisenmenger verramschte fast die Hälfte seiner Lebensjahre für seine akribische Schmähschrift gegen die Juden, so unfassbar wichtig war ihm das. Auch die heutigen kleinen Eisenmengers verpulvern Lebenszeit und sinnlosen Schweiß mit der endzulösenden Judenfrage.

Früher Pogrome, Zwangsmissionierung und Inquisition, heute linker, rechter und islamischer Hass, UNO-Resolutionen und BDS („Boycott, Divestment, Sanctions“). Sie wollen dieses Israel tot sehen, damit endlich der erlösende Heilsplan des allgemeinen Weltfriedens und Weltendes anbrechen möge. Und sie bezeichnen den Zionismus als Rassismus, obwohl er die Bürgerrechtsbewegung der Juden ist, und sie werden nicht müde, Zionisten als halbe oder ganze Nazis zu bezeichnen.

Theodor Herzl als vernünftiger Aufklärer glaubte, dass diese katastrophale jüdische Sonderrolle als Paria unter den Völkern endlich verschwinden werde, so bald die Juden ihren Staat hätten. Er irrte sich. Israel ist der Jude unter den Staaten.

Vom islamischen Bilderverbot zur Propheten-Besessenheit

Wie kommt es im Islam zu diesem allgemein grassierenden, befohlenen und inbrünstig gelaubten, monströsen Hass gegen Israel und gegen die Juden, indem islamischerseits doch ein ähnliches Götterbilderverbot herrscht wie im Judentum, und indem ein toter, erlösender Jude im Koran doch gar keine Rolle spielt?

Ein einziges Beispielzitat von hunderten (ja von hunderten solcher Aussprüche allein in diesem angefangenen Jahr!) mag hinreichen. Der pakistanische Kleriker mit dem ellenlangen Prachtnamen Pirzada Muhammad Raza Saqib Mustafai, der sehr weit entfernt von Israel lebt und der im Leben nichts mit Juden zu tun hat, verlautbarte 2012 öffentlich als islamische Lehrmeinung:

„When the Jews are wiped out … the sun of peace [will] begin to rise on the entire world.“

Dieser mörderische, chiliastische Judenhass, von dem der Islam weder loskommen will noch kann, beruht auf einem Schlüsselbericht. Er steht im Koran, gilt also islamischerseits als unkritisierbar, als untilgbar und als unantastbar. Er ist unkaputtbar mit der Vorbildrolle des Propheten Mohammed für jeden einzelnen Moslem verknotet.

Dieser Bericht ist sehr einfach, ja platt, erschreckend simpel, und er geht so:
Der Prophet Mohammed (der seinen Lebensunterhalt als Söldner und als Anführer räuberischer Beduinen verdiente) wurde wegen seines religiösen Ehrgeizes von seinem Stamm in Mekka ausgeschlossen. Er ging nach Medina, ein Ort, der mehrheitlich von arabischen Juden bewohnt wurden, die meist Handel trieben und als ordentliche, angesehene Leute galten. Weil die Medinaer Juden sich jedoch dem Mohammed religiös nicht anschließen, sondern einfach Juden bleiben wollten (nichts Neues unter der Sonne!), ließ Mohammed den ganzen jüdischen Stamm massakrieren, die Banu-Kuraisa s“l, Ehre sei ihrem Andenken. 600 bis 900 bestialisch Ermordete, die halbe Stadt! Die übrigen Frauen und Kinder verkaufte er in die Sklaverei.

Das ist die ganze Geschichte: Keine Nebenbedeutungen, kein doppelter Boden, keine Überraschungen und keine Ethik – eine simple Lagerfeuergeschichte zum Gruseln, darin nur das Grauen, die Lust am Morden und an der Rache. Religion? Wo ist das Gute? Wo die Menschlichkeit?

Seitdem fühlt man sich im Islam ungeteilt stolz auf dieses Massaker, dem bald weitere und weitere folgen sollten. Der klassische koranische Islam (es gibt keinen anderen Islam, auf den zu bauen wäre) sieht die Juden seit Medina kollektiv als Verräter, weil sie sich in Medina nicht dem Mohammed anschließen wollten. Der Islam (Sunniten und Schiiten und alle fünf Rechtsschulen) vertritt folglich als Lehrmeinung, dass die Juden entweder analog zu Mohammeds Massaker getötet werden müssen, oder er fordert analog zum Kriegszug der Moslems im siebten Jahrhundert die restlose Unterwerfung und Demütigung der Juden. Und dann aller weiteren Ungläubigen. Tertium non datur.

Man lebt dort im siebten Jahrhundert – es ist Gegenwart. Als arabischer Jude aus Medina müsste ich nun ausrufen: Unsere Banu-Kuraisa, unsere Brüder und Schwestern, wurden gestern massakriert, und die Mörder brüsten sich, rasen vor Lust, sind stolz auf sich, rufen „Allahu Akbar!“ und wollen weiter metzeln.

Wie kommt es zu diesem zeitlich stillstehenden, ewig gewünschten, seit vierzehnhundert Jahren prolongierten, islamischen Furor des eliminatorischen Hasses auf die Juden: Weil der Prophet Mohammed im Islam eine gottähnliche Bedeutung hat. Er war zwar ein Mensch, er war ja nicht Allah. Mohammed gilt jedoch als vollkommen, als vollendet, er gilt in jeder Faser und in jedem Wort und jeder Tat als unwandelbares Vorbild für jeden einzelnen Moslem. Kritik an Mohammed?, unmöglich. Bezweifelung, dass Mohammed immer richtig gehandelt habe?, dann ist man im Islam ein Verräter.

Islamischerseits bleibt man also von einem Götterbild besessen, vor dem man sich niederwirft – das bildlose, sündlose, vollkommene, alles bestimmende, alles fordernde Götterbild des Propheten. So wirkt er, der Götzendienst.

Die Christen haben es nach Jahrhunderten äußerster Mühe und Rückschlägen weitestgehend geschafft, die Allgewalt ihrer Bilderverehrung, ihres Götzendienstes und damit die Fremdbestimmung zu überwinden.

Die Moslems, sofern sie ohne existierende Rückendeckung vom Glauben abfallen und sich damit in Lebensgefahr bringen, sind von dergleichen Überwindung Lichtjahre entfernt.

Ausblick

Wir gehen herrlichen Zeiten entgegen. Israel und die Juden müssen aufpassen wie 1933, damit sich die Schoah nicht wiederholt. Die so moderne, so demokratische und so säkulare westliche Welt steckt voll mit Verharmlosern, Apologeten, Halbgebildeten, Gutfindern und Blindmachern, die dem Totalitären was abgewinnen.

Nur ein paar normal groteske Beispiele jetzt zum Schluss für dieses Genre des dienenden Personals quer durch die Zeiten:

Unterstützer des Islamismus wie der Politikaster George Galloway, wie der untüchtige Halbjournalist Jakob Augenstein, wie der unkomische Nischenclown Dieudonné oder wie der abgebrochene Radiosprecher Ken Jebsen (den man sicher nicht kennen muss) wären im 14. Jahrhundert Vagantenmönche gewesen, die sich für Judenpogrome bezahlen ließen. Galloway und Jebsen (den man sicher nicht kennen muss) definitiv auf der Schläger- und Brennerseite, Herr Augenstein mehr auf der Einpeitscherseite der Barfüßer- und Geißlerprediger, und Dieudonné hätte überlebende Kinder und Frauen in Kisten gepfercht und sie den Sarazenen als Sklaven verkauft.

Im 17. Jahrhundert wären diese Herren entlaufene Söldner gewesen, die sich etwa beim Fettmilch-Pogrom in Frankfurt bereichert hätten, Herr Augenstein mehr auf der Seite des Geschmeides, Galloway definitiv auf der Seite von Schmalz und Bier, Dieudonné mal wieder überlebende Frauen fangend, um sie an Harems in den Barbareskenstaaten zu verhökern, hingegen Jebsen (den man sicher nicht kennen muss) draußen Schmiere stehend und den drei anderen wegen seines Anteils auflauernd, den sie ihm unterschlagen haben.

Endlich im 19. Jahrhundert wäre Herr von Augenstein ein antisemitisierender Hilfsdozent geworden, der aber nach Höherem strebte, Galloway sein stichwortgebender Kammerdiener, Dieudonné hätte beiden die Anekdoten über die Juden als Sklavenhändler geliefert, und Jebsen (den man sicher nicht kennen muss) hätte Herrn von Augensteins schlechte Zeitungsartikel Nachts weggeklaut und für seine eigenen ausgegeben.

Na und heute, im 21. Jahrhundert, das wahrlich weiter sein sollte!, das aber den alten Mist wiederkäut und wiederkäut, wurden sie just das, was sie halt heute sind: Ein salonantisemitisierender, pathetischer, schaumschlagender Halbjournalist (Herr Augenstein), ein gekünstelt geifernder, augenrollender, gewollt provinziellen Dialekt sprechender, von Mullahs bezahlter, antizionistischer Scharfmacher (Galloway), ein äußerst unkomischer, äußerst eitler und äußerst judenhasserfüllter Neumoslem und Ruminator, mit dem weiter nichts ist (Dieudonné), und ein agitierender, antiisraelisierender Trittbrettfahrer, der überall da was abstaubt, wofür sich andere zu schade sind (Jebsen, aber den muss man sicher nicht kennen).

Nu, passt.

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Veröffentlicht am September 26, 2017 in Fremde Feder, Kein Smalltalk, Robert Cohn, Weltanschauung und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 27 Kommentare.

  1. Anmerkung: auf Aris Wunsch mit „Löchern“ zwischen den Absätzen gesetzt (auch wenn ich das persönlich eher lesehemmend finde, weil ich dann mit dem Auge erstmal den neuen Absatz suche).

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    • … danke doch für’s Absatzloch 🙂

      Erstaunlich, wie schnell ein Text in nur drei Jahren altert, wenn Personen des aktuellen politischen Geschehens drinstehen. Von George Galloway kräht ja wirklich ka‘ Ssau mehr, Dieudonné ist auch schon halb vergessen, Jen Jebbersen taucht kaum mehr auf, und wenn, ist er kleiner und peinlicher denn je, und selbst Jakob Augenstein produziert längst nicht mehr jede Woche einen neuen antisemitischen Schwall.

      Solches tun jetzt Andere, Schlimmere.

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    • Nur zur Form:
      Ich empfinde die Leerzeile zwischen den Absätzen als durchaus angenehm. Vielleicht ein wenig groß, aber der „Zeilenvorschub“ lässt sich hier wohl nicht (wie bei jeder antiken Schreibmaschine) verstellen, oder?
      Und die 17,5 Millisekunden für die Suche nach dem nächsten Absatz nutze ich als Denkpause, da kann das zuvor gelesene etwas ’sacken‘. 😀

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      • Leider nein. Wordpress meint es weiß es besser als alle anderen, und wer etwas anderes möchte als vorgesehen darf triicksen oder zahlen. Wie ein anderthalbzeiliger Abstand herauskomt habe ich bis jetzt noch nicht herausgefunden. Ich kann also jeden Absatz zwangsweise automatisch zweieinhalbzeilig bekommen, oder ich finde irgendwo einen einfachen Absatz, kopiere ihn mit den beiden Wörtern davor und danach an die Stelle wo ich ihn will, und lösche dann die beiden Wörter wieder. Dann habe ich einen einfachen Zeilenumbruch, vulgo eine Bleiwand.

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        • 🙂 Ich hatte an einen ähnlichen Trick gedacht: Am Ende des Absatzes die Punktgröße der Schrift reduzieren und am Anfang des nächsten Absatzes wieder hochsetzen.
          (Zeilenhöhe wird anhand der Schriftgröße bestimmt.)
          Ob das bei WordPress funzt weiß ich nicht. Diverse Editor-Programme konnte man damit früher austricksen.

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        • Leider nein, da ist es nicht möglich die Schriftgröße zu ändern – nur absatzweise indem man etwas zur Überschrift erklärt. Dann wird infolgedessen die Größe bei allem mitgeändert was Wordpress als zum selben Absatz gehörig interpretiert – was wenn nicht zwei Leerzeilen davor und danach sind schonmal erheblich mehr sein kann als das was eine vernünftige Person so sehen würde. Falls Dich die automatische Binnenmajuskel nervt kann man die übrigens genauso austricksen wie die meisten Spamfilter. 🙂

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        • @aurorula a. | September 27, 2017 um 09:39
          „Leider nein, da ist es nicht möglich die Schriftgröße zu ändern –
          […]“

          Ich sehe schon, WordPress ist ein gar mächtig und flexibel Werkzeug zur Erstellung und Gestaltung von Texten.
          Nu, dem Inhalt schadet’s nicht. 😀
          (Geht doch nix über ’ne solide Dampfschreibmaschine.)

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        • … ach, es gab einſt sogar solche Schreibmaſchinen mit langem Es. Das iſt äbn‘ dieſer nette Buchſtabe, aber weil es Regeln gibt, wann das lange Es dazuſtehen hat und wann nicht, war es leider für Manche kompliziert damit, und seitdem schreibt es kaum a ‚Sſau mehr.

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        • Sooo alt waren meine Schreibmaschinen allerdings nie.
          Die erste, die ich selber gekauft habe, war eine Olivette mit Typenrad. Dadurch konnte man nicht nur die Schriftart, sondern auch die Schriftgröße variieren: 10/12/15/18 Zeichen / Zoll.
          Aber das Wichtige war: Dafür gab’s damals (Anfang 80er?) schon ’ne Parallelschnittstelle (sog. Centronics). Damit schaffte die am Computer sagenhafte 4 Zeichen pro Sekunde. 😎

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        • Was auch 240 Zeichen pro Minute sind oder so schnell wie ein geübter Mensch (Okay, der Weltrekord liegt derzeit bei 821, aber mit der Geschwindigkeit sind die Leute ja im Normalfall nicht untrwegs).

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        • (gâââ, et moi sitze seit ungezählten Monden am vier’nfümpfzichstn Capitulum)

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        • Gut zum Pfünwunpfümbzigstn komm‘ 🙂

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        • @aurorula a. | September 27, 2017 um 23:39
          „Was auch 240 Zeichen pro Minute sind oder so schnell wie ein geübter Mensch (Okay, der Weltrekord liegt derzeit bei 821, aber mit der Geschwindigkeit sind die Leute ja im Normalfall nicht untrwegs).“

          Yep, Rekorde waren damit auch manuell nicht zu holen. (Aber die 821 Rekord-Anschläge dürfte auch kein mechanisches Druckwerk zu Papier bringen,.oder?)
          So’n Typenrad ist zwar recht leicht, hatte aber immerhin einen Durchmesser von etwa 5 cm. Da mussten also nicht nur Massen bewegt sondern auch Schwungmomente aufgefangen werden. Wie schnell die eigentliche Mechanik war, hing natürlich auch davon ab, wie weit aufeinanderfolgende Zeichen auf dem Umfang auseinander lagen.
          Daher saß zwischen Tasten und Mechanik ein Anschlag-Speichen für so 10…20 Zeichen, der das ausgleichen sollte. Wenn der voll war, hat’s gepiept. Hörte man dann auf zu Tippen, hat sie noch ein paar Sekunden scheinbar autonom weiter geklappert. Der Speicher der Schnittstelle fasste, glaub ich, so 2.000 Zeichen, genug für ’ne durchschnittliche A4 Seite. Die war in Sekundenbruchteilen rübergeschoben, dann konnte man alles andere ausschalten und das Maschinchen hat sich noch ein paar Minuten selbst beschäftigt. 🙂
          Der Vorteil gegenüber den damals üblichen 9-Nadel-Druckern, bei denen man auch ohne Lupe jeden einzelnen Punkt sah, war halt das gestochen scharfe Schriftbild. Das machte bei Geschäftskorrespondenz was her!
          (Dafür waren die Nadeldrucker ‚grafikfähig‘, oder so etwas ähnliches. >;o))
          Das Teil war übrigens eine „Reise“maschine und hieß „Praxis 35“. Und hier verkauft gerade jemand eine, zwar wohl ohne Interface aber dafür mit ’ner Fotostrecke:
          http://www.ebay.com/itm/Olivetti-Praxis-35-Electric-Typewriter-with-Hard-Cover-Additional-Print-Wheels-/152667739089?_trksid=p2141725.m3641.l6368

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        • Aaach, ich hatte auch sowas, aber erst später, habe grad das Summen der Maschien‘ im Ohr, wenn sie als Geisterhand das tippte, was ich grad hineingetippt hatte.

          Aber das Beste vom Besten, ist es nicht Folgendes?
          http://www.ebay.com/itm/ORIGINAL-1941-IBM-EARLY-ELECTRIC-ELECTROMATIC-TYPEWRITER-COMPLETE-MODEL-06/122709452326?_trkparms=aid%3D222007%26algo%3DSIM.MBE%26ao%3D2%26asc%3D47507%26meid%3D32d35ee0301a42c39a134fbeb54bcc76%26pid%3D100623%26rk%3D4%26rkt%3D6%26sd%3D152667739089&_trksid=p2047675.c100623.m-1

          Obwohl man das nicht benutzen könnte, weil kein getroster Mentschtzsch sowas benutzt 😀

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        • @Aristobulus | September 28, 2017 um 20:40
          „… habe grad das Summen der Maschien‘ im Ohr, …“

          Hey, meine hat nicht gesummt, sondern gehämmert. Das war noch ein richtiges „impact“-Gerät (wenn ich sie noch hätte, könnte ich sie vielleicht dem einen oder anderen Rapper als Maschinengewehr-Background anbieten, aber sie ist leider den Weg alles an eine Freundin einer Freundin für deren Diplomarbeit verliehenen gegangen: futt!. Nicht einmal ein Belegexemplar dieser Diplomarbeit habe ich bekommen; o tempora, o mores! Aber vielleicht ist sie auch wegen des nächtlichen Betriebs dieses Gerätes aus ihrer Bude geflogen und muss nun ihren Lebensunterhalt als Beauftragte für Lärmschutz in Studentenunterkünften verdienen. Dann wäre ich schuldig, mea culpa!), wie auch mein NEC P7C (aber der hat mehr gesägt, sehr hochtourig), da konnte man noch hören, ob gearbeitet wurde, besonders nachts! 😀
          Wenn der Nachbar drei Häuser weiter mittags hochachtungvoll gerüßt hat (wow, der ZO arbeitet mindestens 27 Stunden pro Tag), konnte man sich bestätigt fühlen.
          Nicht wie bei diesen summenden non-impakt-Brötchen wie Thermo-/ Thermotransfer-/ Laser-/ Tintenpisser-…öööhh, ja, was eigentlich? Meine Tastatur weigert sich beharrlich „Drucker“ zu schreiben. Wo soll da „Druck“ sein? :mrgreen:

          „Aber das Beste vom Besten, ist es nicht Folgendes? …“

          Gnihihi, … „Produced 1940-1941“
          Die war ja schon (nach heutigen Maßstäben) antik als ich alter Sack geboren wurde.
          Aber immerhin konnte man damit wohl noch mit Diamant-Farbbändern auf Granitplatten schreiben, etwas für die Ewigkeit. Ob der Alte seine Gebotstafeln auf so einem Apparat getippt hat?

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        • LOL. Er wird. Was sollte er sonst gemacht haben?, für Tremortransfer usf. war er sich hoffentlich viel zu schade.
          À propos der mit den finnefzehn *klirr* neiiin zehn Geboten, am Abend ist Jojm-Kiper, ach dauernd ist wieder der Jojm-m-Kiper!, es wird wird auch diesmal schlimm, denn es war schon immer schlimm, und jedesmal wird es wieder schlimm oder schlimmer, und schreibmaschienen kann man an dem Tag auch nicht, nichtmal Dunhilltoback rauchen, geschweige denn Wasser trinken (vom geringsten Bissen Essen ganz zu schweigen).
          Es geht 27 Stunden, während man in der Synagoge fleißt, und danach muss man sich immer ein halbes Jahr erholen, um für’s nächste halbe Jahr vorm nächsten Jojm-Kiper zu bibbern. Es ist anstrengend zu sajn a Jid.

          Aber Ho’Schejm hat es nun mal so angeordnet, und wer würde sich da am Jojm-Kiper einen faulen Lenz mit Torte machen?, ach, nichtmal Du würd’st das 😀

          Gutt Nacht.

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        • @Aristobulus | September 28, 2017 um 20:53
          „(gâââ, et moi sitze seit ungezählten Monden am vier’nfümpfzichstn Capitulum)“

          Wart‘ noch ein paar durchaus gezählte und gar gewogene (mene mene tekel …) Monde, dann kannst Du’s direkt in die Tastatur diktieren statt tippen.
          Inklusive aller Räusperer und Flatulenzen, dem Klingeln des Telefons, dem Rauschen der Klospülung des Nachbarn, dem Kläffen des Pinschers der Nachbarin, dem Bremsenquietschen plus Aufprallgeräusch des allfälligen Verkehrsunfalls vor der Haustür, dem „whuuusch“ eines Antifa-Mollies mit folgenden Klirren einiger Quadratmeter Schaufensterscheibe und dem dumpfen Knall eines weiter entfernten Selbstmord-Attentats.
          Da sollten die nächsten einhundert Kapitel plus authentischem Lokalkolorit nur ’ne Sache von Stunden, maximal Tagen sein. :mrgreen:

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        • 😀 … mitsamt dem Gekreisch der lokalen Bürger „Rassisten aufhängen!“ abwechselnd mit „geht mich nix an!“ und „draaaußen gipps nur Kännchen!!“ und „Rruhä!“

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        • Nicht zu vergessen: „Grüner wirds nicht!“, „Betteln und Hausieren verboten!“, „Besetzt!“, „Geht das nicht schneller?!“, „Ein Fußweg ist kein Parkplatz!“, „Was muß die Omi ausgerechnet jetzt über die Straße wollen!“, „Das ist die falsche Mülltonne!“ und „Nehmens gefälligst Ihren Krempel wieder mit!“
          🙂

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        • … ja, irgendwie alles just das Selbe (ja) wie „Ho-Ho-Hosch-Tschi-Min!“
          Nur das Gekläff des Hündchens der Nachbarin nicht. Dieses ist nämlich vernünftig ^^

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  2. Noch einen zum Thema Religion:

    (gefunden über heplev)

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    • Douglas Murray trifft den Genagelten auf die Fontanelle, wie so oft.
      (Nur Heplevs Übersetzung, aargh. „Aber ich sehe nicht, wie“, na da hört man doch „but I don’t see how“)

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      • @Aristobulus | September 28, 2017 um 20:43
        „Douglas Murray trifft den Genagelten auf die Fontanelle, wie so oft. […]

        Douglas Murray trifft nicht einmal den Nagel!
        Er erkennt, dass das Christentum in seiner gegenwärtigen Verfassung nicht als Bollwerk gegen den Islam geeignet ist. Nun gut. Aber:
        Wie müsste ein Christentum aussehen, dass dazu (wieder, wir hatten’s ja schon mal) geeignet wäre?
        Und wer, bitteschön, sollte sich solch ein Christentum wünschen wollen?
        Ergo: Alle Religionen (im weitesten Sinne, damit auch der Islam erfasst wird) mit explizitem Missionsbefehl sind menschenrechtswidrig. Punkt!

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        • [anm: hab den Kursivtag zugemacht, sonst wird meine Antwort auch kursiv]

          Mit der Bezeichnung „Greenpeace mit Gebeten“ trifft er das was die Käsefrau tut aber ziemlich gut. Übrigens ist meiner Meinung nach Greenpeace selbst eine Religion mit Missionsdrang, auch wenn statt Gebeten Demos und rituelle Sachbeschädigung angesagt sind, aber das nur nebenbei.
          Da hat Douglas Murray recht.

          Es gibt aber auch einen Teil mit dem er Unrecht hat und wo ich den Gedanken in ZetaOris Korrekturvorschlag teile: Nicht andere Religionen als der Islam sollten Bollwerk gegen den Jihad sein, sondern der Rechtsstaat (bitte die Unterscheidung zur Demokratie zu berücksichtigen, die werden öfter mal verwechselt), die individuelle Freiheit – und vor allem ganz konkrete, nicht im übertragenen Sinne gemeinte Bollwerke wie Grenzen, Grenzschützer und Armeen. Das sollte keine Religion mitübernehmen (nicht mal Greenpeace, aber da haperts bekanntlich).

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        • Nachklapp 1, bezüglich Rechtsstaat, Individualrecht, vorstaatlichen Menschenrechten und allem was dazugehört als Bollwerk gegen den Jihad: die sind zwar aus dem jüdisch-christlichen Menschenbild und aus deren Ethik entstanden – vielleicht verwechselt Douglas Murray sie deswegen teilweise, die judäochristliche Ethik und den Rechtsstaat. Umgekehrt ist auch der Jihad zwingende Folge, weil Teil, des islamischen Rechtssystems. Ergo dieselbe Verwechslung: nicht das rechtsstaatliche Verständnis von Ethik soll Bollwerk gegen den Jihad sein, sondern deren jeweilige Vorgänger werden genannt. Was Douglas Murray also eigentlich sagen will ist: wenn niemand mehr diese (säkulären!) Werte hochhält (und sie nicht mit Greenpeace und Kumbaya ersetzt), wird keiner sie mehr verteidigen; dann haben es Jihad oder Dawa oder was auch immer leicht.
          Genauso wie Met aus Honig entstanden ist, selbst aber weder Nektar noch Honig ist, sondern eben Met, ist die säkuläre westliche Ethik aus der judäochristlichen Ethik entstanden, mit dieser aber nicht vollständig deckungsgleich, obwohl größtenteils kompatibel. Und Douglas Murray sieht im übertragenen Sinne, daß es ohne Honig keinen Met geben kann, meint „Met“ und sagt „Honig“. Ohne zu berücksichtigen daß nicht jeder seine eigenen Bienen zu halten und dann selbst Met zu brauen braucht, um Met trinken zu können.

          Nachklapp 2, bezüglich Missionsbefehl: Das, was menschenrechtswidrig ist, ist Gewalt – Bekehrung mit dem Schwert – die verletzt nämlich die Rechte auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Es gibt allerdings weder einen Grund für ein Recht sich andere Weltanschauungen nicht anschauen zu müssen (dann sind wir schnell bei denen die als Redner an Universitäten nicht reden dürfen weil sie vielleicht das falsche sagen), noch einen Grund für das Recht nicht überzeugt zu werden. Die Zeugen, die mit dem Wachturm an der Ecke stehen, tun mir nicht weh und stören mich somit nicht, also kein Grund das zu verbieten. Der Djihadist der gleich die ganze Ecke sprengt, während ich an ihr stehe ist ein völlig anderes Kaliber!
          Noch was zum Nicht-überzeugt-werden, was das am Rande streift: ob das ein typisch linker Fehlschluss ist weiß ich nicht, er ist jedenfalls zur Zeit sehr beliebt und stammt aus dem Bild vom „kritischen“ Wasauchimmer (Verbraucher zum Beispiel); und beinhaltet daß nach freier Abwägung aller verfügbaren Informationen nur eine Ablehnung eine wirklich freie Entscheidung und eigene Meinung sein kann, keinesfalls eine Zustimmung. Egal, worum es geht.
          Ein Beispiel das mir einfällt ist das von der Frau eines Polizisten in einer Krimiserie (NYPD Blue), die sich als ihr Mann schwerkrank und bewusstlos im Krankenhaus liegt mit ihrem Hausarzt berät, ob eine bestimmte Operation sinnvoll ist oder nicht. Aufgrunddessen entscheidet sie für ihren Mann, das abzulehnen – und infolgedessen sieht man in der nächsten Szene den Krankenhausarzt, wie er dem Hausarzt vorwirft, sie würde „nur nachplappern“, was er ihr gesagt habe. Womit das Narativ voll in die Denkfalle reinrasselt: auch wenn sie sich aufgrund der Zweitmeinung so entschieden hat wie sie es eben hat, ist es ja trotzdem genauso ihre eigene Entscheidung, wie es sie gewesen wäre wenn sie die Zweitmeinung ablehnt.
          Dasselbe schließen diejenigen die einen „kritischen“ (Anführungszeichen Absicht) Umgang mit Informationen fordern, überall: nur eine Ablehnung ist wirklich „kritisch“ und „selbstbestimmt“, eine Zustimmung ist „nachplappern“, egal wie sie zustandegekommen ist.
          Wenn es um Weltanschauungen geht, ist die Zustimmung außerdem immer entweder „Irreführung“, „Bestechung“, oder „Zwang“ („Atomkraft: Ja, bitte!“, oder „für Gentechnik!“ irgendwer?). Ausgenommen Marxismus, da ists umgekehrt 😈 .
          Jedenfalls, um das nun irgendwie wieder zur Mission zurückzubringen, steht der Zeuge mit dem Wachturm genauso freiwillig an der Ecke, wie ich dann freiwillig nicht überzeugt weitergehe…

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        • Also könnte eine kritischem Denken verdankte Zustimmung nur aus der Ablehnungsablehnung resultieren, und wäre dann somit eher fragliches Denken…?

          Indem ja die Ablehnung der Ablehnung eben genau nicht die Zustimmung zu dem Abgelehnten sein muss. Oft sogar gar nicht ist, indem die Welt nicht nur bipolar gesehen werden kann und eben nicht nur ein gekugelter Stabmagnet ist.

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