Meine historischen Urlaubsfotos

Ein unschätzbares Kunstwerk brennt, ein Stück des französischen Kulturerbes geht in Flammen auf, einige Spuren der Geschichte des Abendlandes sind plötzlich nur noch Schall, Rauch, und Geschichte – und nicht mal als Fußnote zur Platitüde sind alte Urlaubsfotos auf einmal „historische Bilder“. Vielleicht zeigen alte Bilder andererseits aber auch, daß diejenigen die sie gemacht haben das unschätzbare Kulturerbe eben zu schätzen wußten, und sich daran erinnern. Und nichts verschwindet völlig, immerhin, solange es noch Erinnerungen daran gibt.

Aus diesem Grund könnte man auch sein Mitgefühl mit dem kulturellen Verlust durch das zeigen seiner Bilder der abgebrannten Kathedrale ausdrücken: sie zeigen ein ganz kleines, individuelles Stückchen des Verlorenen, an das sich da jemand erinnert. Wer genauso denkt, kann seine Erinnerungen in dieser Form ins Netz stellen; und alle diese Urlaubsfotos zusammen ergeben dann auch wieder ein Bild der Kathedrale – gesehen und bewundert aus vielen verschiedenen Perspektiven.

Hier isr mein kleines Stückchen davon, aus meinem alten Fotoalbum von vor etwa fünfzehn Jahren:

Wer sich über die Kommentare am Rand wundert:

Von allem was man über Notre Dame de Paris hätte sagen können, fand es der Kurzreiseführer neben dem Baubeginn nun ausgerechnet erwähnenswert, daß die französischen Straßen in Kilometern ab hier gezählt werden. Ich fand das angesichts der immensen Bedeutung für Kunst und Kultur lustig; weil das sonst irgendwo unter „…und übrigens“ auf Seite fünfunddröllfzig kommt – aber es zeigt, wie zentral Notre Dame auch im übertragenen Sinne für Frankreich ist. Links am Bildrand ein Stück eines Blatts des Souvenir-Kalenders von 2003, herausgegeben von der Stadt Paris (und eine ganze Menge weiteres Laub).

Die erwähnte Postkarte ist auch eine, die ich mir im Souvenirladen neben der Kathedrale gekauft habe. Für den Erhalt der Kathedrale undsoweiter… das ist dann wohl historische Ironie. Es ist einfach nur schlimm. 😦

Französische Gothik in ihrer schönsten Form – geknipst vom Amateurfotografen. Die Notre Dame war aber so schön, daß mir das Foto trotzdem gut gefällt.

Wer über alte Fotos genauso denkt wie ich, kann die eigenen ins Netz stellen; um zu zeigen was für ein bedeutendes Kunstwerk Notre Dame de Paris war / ist (große Teile lassen sich wohl glücklicherweise rekonstruieren oder sind erhalten, immerhin) – und daß sich da jemand erinnert.

 

Kleine technische Fußnote: damals gab es noch Papierbilder, optische Filme, Alben – und, wie man sieht, Fotoecken. Meine Parisbilder sind tatsächlich noch auf einem Film entstanden. Und gut, daß: alle meine digitalen Bilder sind nämlich bis auf weiteres mit der kaputten Festplatte weg.

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Veröffentlicht am April 17, 2019 in Bilder und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Ja, so in den Siebzigern waren wir auch einigemale in Paris. ich kann mich auch erinnern, irgendwo oben auf der Notre Dame gestanden zu haben. Aber die alten Aufnahmen müsst ich erst suchen. Ich könnt nicht mal sagen, wo genau. Vllt. irgendwo abgelegt zwischen dem Augenblick und der Erinnerung`?

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