Archiv des Autors: aurorula a.

In achtzig Tagen…

… ist Weihnachten, (falls wirklich jemand nachzählen will); aber hinaus wollte ich natürlich auf den Roman „In 80 Tagen um die Welt“. Aus dem könnte das Vordach hier sein – die beleuchtete Kante am Jugendstil gibt ihm fast etwas von Steampunk:

Und der Wohnwagen fährt auch schon vor. Das Publikum hat gleich gegenüber jemand dazugezeichnet:

Na dann mal los, vor dem Neuen Jahr müssen wir wieder in Lodon sein … äh, in Hamburg. Da an der Laiszhalle ist nämlich das Dach. Aber vielleicht ist Phileas Fogg ja auch schon vor ein paar Tagen losgefahren, wenn er jetzt in Hamburg ist.

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Spiegel-Bild zwischen diversen Feiertagen

Spiegel-Bild:

Zwischen den Zeilen mit dargestellt (mit Tänzer und festlich beleuchteter Prager Architektur*): nachträglich gutt Jonteff zu Simche Tojre 😀

Nicht dargestellt: der Nationalfeiertag (rechts der Spiegel ist immer noch geteilt, und zu sehen gibts drin nix). Zu dem wünscht man auch nichts. Das kann man am 4. Juli tun; sogar als Nichtamerikaner nicht wegen der USA, sondern wegen der Ideen dahinter. Warum feiert man heute also nicht analog den Untergang des real existierenden Sozialismusses mit? Sollte man eigentlich!

 

Fußnoten: Holzschnitt der Alt-Neu-Synagoge in Prag, Postkarte auch; Bild einer Kachel aus Delft

Alles hinter den Spiegeln

Ein Blick auf Graf Kroloks Wohnstube, Bibliothek und Schreibzimmer hinter den Spiegeln, komplett mit Geistererscheinung von Alice und Kronleuchter:

(und nochmal die Geistererscheinung ohne Krolok)

..

Fluchende Zeitungsseite flattert zielgerichtet

In den unvergleichlichen Worten Terry Pratchetts: Die Welt ist voller Omen, es kommt nur drauf an sich die richtigen auszusuchen. Nach dem letzten Gewitter habe ich eins dieser ubiquitären Omen gefunden: auf der Straße flatterte mir zusammen mit einer ganzen Menge Laub eine Zeitungsseite entgegen, deren Titelzeile mir prompt die Meinung über… die Straße mitteilte:

Zufälliges Zeitungspapier. Für die Daten-Nerds: ich habe keine Verbindung zur abgebildeten Zeitung; sie flog mir nur als Müll entgegen, weiter nichts.

Schade, daß ich (wahrscheinlich) nicht in der als verflucht verschrienen Straße stand, aber auch auf der Metaebene kann man nicht immer alles haben. Ich muß mir noch überlegen, wofür die fluchende Zeitung ein Omen sein soll, oder womit sie die Straße denn verfluchen soll – aus mir wird also nicht so schnell ein Horrorfilmregisseur, fürchte ich.

Normalerweise flucht man ja umgekehrt über das was in der Zeitung steht, oder die Flüche anderer landen in der Zeitung. Letztens hatten Ari und ich auf der Internetseite einer Zeitung zusammen mit jemandem der sich „A Regular Guy“ nennt auch Gedichte über Flüche geschrieben, das geht natürlich auch. A Regular Guy hatte Shakespeare zititert, Macbeth. Das zu sagen soll einen übrigens auch verfluchen, wenn man Schauspieler ist – außer man probt gerade eine Rolle in Macbeth – weshalb Schauspieler von „the Scottish Play“ reden, um nicht den Fluch Shakespeares auf sich zu ziehen. Wir drei Kommentatoren waren alle keine Schauspieler, und so sagte A Regular Guy einfach „Macbeth!“ und zitierte:

Double, double toil and trouble;
Fire burn and caldron bubble.
Fillet of a fenny snake,
In the caldron boil and bake;
Eye of newt and toe of frog,
Wool of bat and tongue of dog,
Adder’s fork and blind-worm’s sting,
Lizard’s leg and howlet’s wing,
For a charm of powerful trouble,
Like a hell-broth boil and bubble.

Double, double toil and trouble;
Fire burn and caldron bubble.
Cool it with a baboon’s blood,
Then the charm is firm and good.

Mit der Anmerkung über die amerikanische Demokratische Partei, um deren Halloween-Spinnereien (Verkleiden ist kulturelle Aneignung! etc.) es gerade ging:

And for the heck of it… ear of Democrat and the toes of bats.

Aris Demokraten-Fluch-Gedicht darauf:

😀

… fillet of Pelosi snake,
bones of Waxine Maters fake;
eye and puke and toe of Hogg,
wool of Biden, taste of bog,
Cortez‘ phück and Stormy’s sting,
Shumer’s leg and Booker’s thing,
for the charmless leftist trouble!,
like a smell-broth shmoil and shmubble.

Und meine Fortsetzung:

… Michael Avenatti’s tongue,
Hogg-boy David’s left-wing lung,
Fauxcahontas‘ cheekbone marrow,
Washintonian bog’s ge-farrow,
Eye of Cortez, eye of Cory,
Online buIIies‘ quotes and quarry,
Bernie Sanders‘ pudding cup,
FIeas from Katzen’s strangled pup:
Stirr it to the left and spit –
This is instant gossip hit!

Womit wir wieder bei dem waren, was in der Zeitung steht. Und bei Fluch und Spuk. Auch bei Erlen in der Nähe soll es ja spuken: sie wachsen im Moor und das Harz ist blutrot, das reicht. Es reicht zumindest für den Erlkönig (den Quotenmann zu Shakespeares Hexen?). Aber nicht alle Kunst die ein Erlkönig sein könnte muß nun so unbedingt Kunst sein, wie beim zweiten Selbst letztens festgestellt, manchmal reicht es auch nur zu:

„Wer drahtet so spät in Wind und Nacht?“
„Das Bühnenbild hab ich nicht fertiggemacht!
Siehst, Alder, Du den Erlkönig nicht?“
„Das ist ein Gefrickel, das ist kein Gesicht!“
„Den Erlkönig, Alder, mit Bein und Schweif!“
„Mein Freund, das ist ein Drahtbügel-Reif.
Moderne Kunst mit Müh und Not –
Die Kritiker schlagen Dich morgen tot!“

Nicht jedesmal wenn jemand eine Zeitung (oder einen Draht) in neue Formen dreht ist es eben gleich Kunst.

Kreidezeichnungen

Diese Geschichte war über die ganze Stadt verstreut, und ich bin mir nicht sicher was sie ist – aber hier sind die (zufällig gefundenen) Zeichnungen:

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In Japan ist es wohl üblich, zwei Namen statt in einem Herz unter einen Schirm in einen Baum zu ritzen, wegen der dort üblichen Form der Hochzeitsfeier. Vielleicht sind die Graffiti also eine Art Spickzettel für den Kandidaten einer Quizshow? Oder eine Seite aus einem Straßenkunst-Wörterbuch? Oder das diskrete Zeichen an den Karoshi-gefährdeten Karrieristen (Karoshi ist das japanische Wort für Tod durch Überarbeitung), nicht immer den Hochzeitstag zu vergessen? Wer weiß das schon.