Archiv des Autors: aurorula a.

Es werden noch Wetten angenommen

… aber nicht mehr offiziell gegen Geld:

Ganz, ganz früher war das ein Casino – jetzt ists ein Chinarestaurant. Die Lettern im dritten Stock wurden irgendwann mal mitgestrichen, drangelassen und vergessen. Ari sind sie aufgefallen (sonst tun sie das nicht wirklich) – für Historiker interessant ist nämlich auch das Fries ein Stockwerk drüber – und daher habe ich das Bild.

Ob die vorbeigehenden Touristen wohl nach ganz dort oben schauen, während sie Chop Suey bestellen und dann miteinander wetten ob im Essen auch das ist was sie bestellt haben? Was dem Imbiss gegenüber extrem unfair ist, denn das Essen ist richtig gut, vor allem das Chop Suey.

Chop Suey widerum erinnert mich an ein Bild von Edward Hopper. Auch von einem Imbiss, aber dort ist auch zu sehen daß der Imbiss Imbiss ist. Nicht, was er vielleicht früher war. Schade, eigentlich.

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Von Schoko und Ausfahrten

Als ich vor ein paar Jahren im Urlaub in China war, habe ich angefangen die chinesischen Zeichen teilweise wiederzuerkennen. Hauptsächlich in der Stadt – weil die Leuchtreklamen der großen Firmen auf Chinesisch und Englisch sind. Vor allem der Firmen, die „Chinesische(s) [irgendwas]“ heißen, und so hatte ich die Bilingue China und China, und China und China ständig irgenwo gesehen und konnte das sehr schnell lesen. Das war allerdings nicht das erste Wort, das ich auf Chinesisch erkannt habe: das war „Ausgang 出口.“ Beziehungsweise „Ausfahrt“ – die Fahrt vom Flughafen in die Stadt war wirklich sehr lang; und wir sind nicht nur an vielen Ausfahrten vorbeigefahren – wir sind auch an vielen Ausfahrten vorbeigefahren an denen ich gerne rausgefahren wäre, denn weg wollte ich am Schluss da wirklich. So wurde mein erstes (wiedererkanntes) chinesisches Wort also Ausgang.

Seit einiger Zeit lasse ich mir jeden Tag ein Wort auf Iwrit schicken, weil ich oft auf Dry Bones Cartoonblog vorbeischaue und der irgendwann einmal Reklame dafür gemacht hatte. Wenn auch keine leuchtende. Ich schaue mir die Wörter also an, schaue mir die Transliteration und die Übersetzung an … und vergesse sie meistens, außer so einer Handvoll die irgendwo und irgendwie bleiben. Eine zeitlang. Gestern nun konnte ich das erste Wort lesen, bevor ich mir die Transliteration angeschaut habe. Das Wort war „Schoko שוקו“ (es heißt eigentlich Kakao, aber nahe genug dran ist es). Das ist doch wenigstens etwas nahrhaftes, nur her damit 🙂

Lesen lernen ist eben eine Frage der Prioritäten, ob her oder weg.

Wobei Tolkien im Herrn der Ringe Gandalf über Hobbits hat sagen lassen, daß er sie dafür bewundert daß ihnen ein gutes Essen wichtiger ist als hehre Prinzipien. In diesem Sinne: Guten Appetit 😀 und schönen Wochenausgang und gut Schabbes! (geht sich ein Stück Schoko holen)

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Fußnote: Punktkäfer aus dem Buch „My First 1000 Words of …“ von Osborne; Schokohasen von Heilemann Confiserie; Ausfahrtsschild bei (wer hät’s gedacht) Echte an der A7 – und wo genau in China es brandgefährlich war habe ich keine Ahnung mehr.

Nachklappe, fotografische

Anscheinend hat derjenige, der auf den Zug geschrieben hat „I wish I could find someone like you“ inzwischen jemanden gefunden:

Und Gesicht habe ich auch noch eins gefunden – mit der ganzen Figur dazu:

(die Folie am Lautsprecher sieht aus dieser Perspektive so aus, als ob jemand am Dach hochklettert 🙂 )

Jacke wie Zug

Dieser Zug ist keine Jacke:

Könnte er zur Zeit aber sein. Die halbe Weltpresse findet derzeit, der Spruch auf Melania Trumps Jacke habe Nachrichtenwert. Warum dann also nicht „I wish I could find someone like you“?

Wenn in einigen Jahren bei Madame Tussaud’s eine Wachsfigur von Melania Trump aufgestellt wird, ist sie wahrscheinlich komplett mit Klatschblattklamotten eingekleidet: letztes Jahr die Schuhe mit „hurricane heels“, dieses Jahr die Jacke, nächstes vielleicht eine Hose?

Dann lieber die Sprüche auf der UBahn.

Gedachte Grinsegrimassen

„Pareidolie“ nennt sich das offiziell, die Neigung überall und irgendwo Gesichter zu entdecken. Meistens macht es aber einfach nur Spaß, so wie Wolkenfigurenraten. Jedenfalls grinst mich auf der Kekspackung neben mir gerade eine Vogelscheuche an:

Obwohl grinsen vielleicht nicht das richtige Wort ist, die wird die Vögel mit dem Gesichtsausdruck ziemlich gut scheuchen, wird sie. Brrrr! Viel freundlicher guckte doch damals Farf-Wob, das Spiegelrahmenwesen:

Überhaupt wurden hier im Blog von allen Hiesigen schon mehrere Spiegel-Wesen gesichtet, und Baum-Gesichter:

Das beste finde ich aber das, was die Zeichner im Kinderfilm Cars gemacht haben: weil der Film über anthropomorphische Autos geht, haben sie auch im Hintergrund die Pareidolie an anthropomorphische Autos angepasst – man kann nicht überall Gesichter sehen, sondern überall hineingezeichnete Autos.