Archiv des Autors: aurorula a.

Israel alles Gute zum 70sten!

Ob zum 70sten (dem Staat seit der Neugründung) oder zum 3300sten (der Kultur seit den ersten Erwähnungen): Israel alles Gute und bis zum 12000sten, mindestens!

(Die Fundamente der Staatsgründung mal anders)

Wie der Hessenhenker schon geschrieben hat: „andere Länder sind in dem Alter (70) längst tot.“ Ich möchte hinzufügen: Andere Kulturen in dem Alter (3300+) auch – Am Yisrael Chai!
Und noch ein sehr schöner Geburtstagswunsch von Ari: „Hm, im Grunde ist Israel ja dreitausenddreihundert Jahre alt, wenn man vom Mojsche ausgeht, der eines Nachmittags ausging, um auf den Berg zu gehen, wieder herabzukommen, wieder hinaufzugehen usw. usf., wegen eines bestimmten Buches wohl, das auch heut noch in Israel (und anderswo) viel gelesen wird.
Oder Israel ist mindestens *rechn’* 2558 Jahre alt, also als Staat mit festen Grenzen, Institutionen, Landessprache, Umgangssprache, Parties, Thé dansants und Literatur, also seit der Rückkehr der Jidn aus dem babylonischen Exil, als Esra und Nechemia dorten das Ganze [kommentierten].
Ganz schön lange gibt’s das schon, dieses Israel, also so oder so, und jetzt wird es zusätzlich auch noch sibbenzik 🙂

Fußnote:

Text im Foto: Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel; Bildmaterial: Comic von Yaakov Kirschen; Umschlag des Buchs „D.Prager: Exodus“ gestaltet von J. Caruso; Drucksachen vom KKL; bzw. wie dort angegeben

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A tribute to Dr. Martin Luther King (reblog)

Zweitesselbst hat ein Video aufgetan in dem jemand das Memphis von 1968 als Hommage an Dr. Martin Luther King nachgebaut hat, der vor 50 Jahren ermordet wurde; a tribute von King Leno:

Ein wirklich gut gebautes Video – Memphis von 1968 ist wunderbar akkurat getroffen; und die Idee am Schluss die letzte Rede Dr. Kings zu hinterlegen vermittelt ein eindrucksvolles Bild davon, wer da eigentlich ermordet wurde.

Die historischen Untertitel lassen zwei Sachen aus von denen ich meine daß sie dazugehört hätten – was bei kurzen Erklärungen naturgemäß immer so ist, deswegen sind sie kurz – und weil ich nicht am Video herumkritteln will, das mir wie gesagt sehr gut gefällt, ergänze ich sie einfach:

Eine kleine Sache wird unfreiwillig parteiisch: gegen Schluss als es um das Museum am Lorraine Hotel geht, werden nur Präsidenten mit demokratischer Parteizugehörigkeit als Besucher erwähnt – die anderen Präsidenten waren natürlich auch da. Alle seitdem es eröffnet hat, bis heute; die Rede des aktuellen amerikanischen Präsidenten zum 50sten Todestag Dr. Kings war wohl dort.

Und im ganzen Video fehlt eine Erwähnung von Dr. Kings Freund und Mitstreiter Rev. William Franklin Graham! Billy Graham hat sich vor und zusammen mit Martin Luther King genauso für gleiche Bürgerrechte für alle eingesetzt, war oft derjenige der ungerechtfertigt verhängte Strafen und Kautionen bezahlt hat um Dr. King sein politisches Engagement zu ermöglichen; und war der erste – der erste! – der bei seinen eigenen Reden die Absperrungen entfernt hat die die Zuhörer trennen sollten und ihnen gesagt hat daß sie bitte alle sitzen sollen wo auch immer sie wollen. … und keine Zeile dazu. Was nicht weiter bemerkenswert wäre wenn einfach niemand von der Bürgerrechtsbewegung außer Dr. King namentlich erwähnt würde – das ist aber auch nicht so, also warum nicht Billy Graham?

Die englische Wikipedische versteckt Rev. Grahams bürgerrechtliches Engagement übrigens auch in der Zusammenfassung irgendwo im halben Nebensatz und schiebt es nach weiter hinten im Artikel; und hier bin ich im Gegensatz zum Video fast geneigt dem Autor Vorsatz zu unterstellen – Rev. Graham wird in geschichtlichen Rückblicken über die Bürgerrechtsbewegung öfter einmal „vergessen“ (was auch der Grund sein wird warum King Leno ihn nicht kannte als er sein Video gedreht hat).

Halb absichtlich.

Der Grund für diese selektive Amnesie ist sowohl bitter ironisch als auch zutiefst tragisch: Billy Graham hatte für viele derjenigen die heutige „Narrative“ mit einer „Botschaft“ verfassen statt einfach über die Vergangenheit zu berichten eine Eigenschaft die ihn quasi automatisch disqualifiziert –

die „falsche“ Hautfarbe.

Was Dr. King darüber gedacht hätte daß man seinen guten Freund ausgerechnet aus diesem Grund aus der Geschichte herausretouchiert, fasst Dry Bones ganz gut in einem Cartoon zur Präsidentschaftswahl vorletztes Jahr zusammen:

Schlechter Zeitpunkt für Spalter

Irgendein Bundesland (vielleicht Bayern?) sollte sich vom Rest der Republik abspalten. Hier. Jetzt. Heute. Bayern deswegen, weil nicht nur Horst Seehofer daher kommt; die wollen das so oder so – immer wieder mal etwas ernsthafter. Nicht mal das Grundgesetz gilt in Bayern offiziell, damals wurde es betont nicht ratifiziert und gilt seitdem provisorisch. Falls es den Bayern wirklich ernst ist mit der Eigenstaatlichkeit, ist jetzt ihre Chance: bevor die anderen Bundesländer das ernstnehmen, haben sie eine neue Außengrenze.

Nachdem zur Zeit alle und jeder „XY gehört (nicht) zu Deutschland!“ sagt und schreibt, wäre die anschließende Verwirrung bestimmt lustig, wenn das eine zeitlang im Grundrauschen untergeht:
„Bayern gehört zu Deutschland!“„Hmmm? Jaja. Was auch immer. Aber der ist auch schonwieder alt: erst gestern hat jemand gesagt Bayern gehört nicht zu Deutschland.“„Nein, ich finde, Bayern sollte schon zu Deutschland gehören!“„Ja, ich auch, es gibt ja keinen Grund wieso auch nicht; aber das ist doch nebensächlich, das ist doch nur Satire. Sa-Ti-Re, die, wie in – es geht um das, was erst Hotte Köhler und dann Hotte Seehofer gesagt haben, und weiiiil der Seehofer nunmal aus Bayern kommt und man ihm ganz berechtigt den Spiegel vorhalten wollte … Schnecki, sogar Du mit 120 solltest das schon wissen: keiner meint das bei Bayern ernst mit dem Nicht-zu-Deutschland-gehören, und…“„Tschuldigung, doch, die Bayern. Die meinen das ernst, sie haben letztes Wochenende abgestimmt: 78% sind für einen eigenen Staat. Und aus der EU wollen sie auch raus.“„Wie, was…? Nein!“„Doch!“„Oh!“

(„Nein, Doch, Oh“ ist natürlich von Loriot, der Ufoknopf aus dem MiWuLa in Hamburg)

Mein verschwörungstheoretisches Filmstudio mit See

Glaubt man den „Beweisen“ mancher Verschwörungstheoretiker, war ich nie an diesem See, denn ich (angeblich?) fotografiert habe: man sieht doch das Licht von den ganzen Scheinwerfern, die ich in meinem Fotostudio aufgestellt haben muß:

Was hier zu sehen ist, ist natürlich das, was passiert, wenn man mit einer nicht so besonderen Linse (Handycam) gegen eine viel zu helle Lichtquelle (Sonne) fotografiert: Sonnenkringel, oder zu englisch „lens flare“. Englisch deshalb, weil ebendiese Lichtreflexionen öfter mal von denjenigen Verschwörungstheoretikern als Beweis für Scheinwerfer hinter den Kulissen angeführt werden, die meinen es war doch nie jemand auf dem Mond, das war alles in einem Filmstudio.

Und so sieht es am Ammersee aus, den es nach der Logik also nicht geben kann, wenn ich ihn a Bissele geschickter knipse:

… und ohne Gegenlicht und Totalreflexion ist es an der Stelle von gerade eben auch richtig langweilig:

Okay, okay, und weil ich ein geheimes Filmstudio versprochen habe, liefere ich auch noch ein geheimes Filmstudio:

Das ist allerdings nicht am Ammersee und auch nicht meins, sondern quasi ein Programmierscherz an einer relativ gut versteckten Stelle im Miniatur-Wunderland in Hamburg.

Und schonwieder spiegelt die Glassscheibe, durch die ich fotografiere.

Tiere, Wasserspeier, Sagengestalten: alte Treppenhäuser

Treppenhäuser in alten Gebäuden sind oft sehr viel schöner als die in neuen, das ist kein Geheimnis. Während Neubautentreppen oft den kombinierten Charme von Feuerleiter und UBahnstation im Umbau zeigen (vielleicht mit einem gerahmten Poster auf dem Absatz, falls es ein Bürogebäude ist), wurde sich vor etwa hundert Jahren noch richtig repräsentativ ins Zeug gelegt.

Da gibt es Kacheln mit Tiermotiven:

(auch mit Krähen 🙂 )

Wasserspeierreliefs am Geländer

Etwas jugendstiliges das vielleicht eine Chinoiserie sein könnte oder eine Figur

… nur PVC-Rollfußboden, den gibt es nicht.

Im Elbtunnel – ein Tunnel ist ja auch so eine Art Treppenhaus, durch den man geht um woanders hinzukommen – gibt es sogar neben vielen Fischreliefs eine Kachel mit dem Relief eines untergegangenen Stiefels – aber da hatte ich leider die Kamera nicht dabei. 😦