Archiv der Kategorie: Bilder

Per Hupfkästchen durch die Galaxis

Auf die Wegplatten neben dem neuen Spielplatz hat jemand von den Kindern Hupfkästchen gemalt. Allerdings Hupfkästchen für jemanden der wirklich, richtig weit werfen kann. Für die, die dieses Spiel nicht kennen (was nicht viele sein dürften, das wird von Kindern auf der ganzen Welt gespielt): es besteht aus einem auf den Boden gemalten Spielfeld aus abwechselnd einzeln und paarweise numerierten Kästchen und einem mittelgroßen flachen Stein oder einem kleinen Spielzeug. Nacheinander werfen die spielenden Kinder den Gegenstand auf das Spielfeld und hüpfen anschließend abwechselnd auf einem und auf zwei Beinen der Reihe nach durch die Kästchen. Der Witz dabei ist es, mitten im hupfen das Trumm auf einem Bein stehend aufzusammeln, ohne dabei den zweiten Fuß auf den Boden zu setzen oder die Kästchen zu verlassen, und anschließend ins Ziel zu tragen. Wer das am schnellsten schafft, hat gewonnen. Weshalb es sinnvoll ist, zu versuchen den Gegenstand gleich ins Ziel zu werfen, damit das aufsammeln entfällt und nur noch gehüpft werden muß. Weshalb die meisten Hupfkästen so zehn oder zwölf Felder haben, damit das überhaupt möglich ist.

Dieses Spielfeld hatte mehr Kästchen. Erheblich. Wer auch immer kein olympischer Hammerwerfer ist, hätte keine Freude dran. Douglas Adams hätte die schon gehabt: es ging bis 42:

Auch eine Frage, deren Antwort 42 ist.

Bleibt die andere Frage: ein Kind, das bis 42 zählen kann (und den Witz um die Zahl kennt), aber offensichtlich noch nicht wirklich lesen und schreiben (nach dem „Ziehl“)? – ein künftiges Mathegenie! 🙂

Blumen am Wasser

Diese Bilder habe ich zwar schon im März aufgenommen, aber gerade auf meiner Festplatte gefunden.

Sind ganz nett anzugucken, es folgen ergo völlig sinnbefreit ein paar Botanikfotos:

Anemonen

Blausterne

Dotterblumen

Primeln, natürlich

und das hier, keine Ahnung was das ist (und für Bestimmungsschlüssel war ich zu faul).

Kulisse revisited

Vor einiger Zeit habe ich Fotos von einer Kirche im Gegenlicht gepostet, bei der man durch beide Fenster des Kirchenschiffs gleichzeitig auf die dahinterstehende Sonne guckt und deshalb die Fenster von innen beleuchtet sieht. Was ich fand, das komplett nachbearbeitet oder nach Kulisse aussah.

Inzwischen habe ich mich in Landsberg nochmal mit der Kamera um- und mir diese Kirche (die Stadtpfarrkirche) auch mal von innen angesehen. Hinter den Kulissen, wenn man so will:

Schön, oder? Auch wenn mir das betreffende Fenster im Gegenlicht besser gefiel:

Apropos besser gefallen: eine halbe Straße weiter gibt es eine kleine, ein Bissl versteckte Kirche, Sankt Johannes, zu sehen, die derselbe Baumeister (Dominikus Zimmermann) in die Welt gesetzt hat wie die weltberühmte Wieskirche in Steingaden:

Die beiden Fotos hier (das über und das unter diesem Text) sind jetzt die Johanneskirche. Obwohl sie sehr viel kleiner und sehr viel weniger berühmt ist als ihre Wieskirchenverwandtschaft, finde ich sie mit den klaren Linien und der wohlüberlegten Spielerei an der Grenze zwischen Rokoko und überladen architektonisch besser gelungen. Obwohl sie quasi die „Generalprobe“ ist.

Das sieht doch schon fast wieder nach Theater aus. Wer sich die aus der Nähe ansehen will, findet sie etwas versteckt im Vorderanger, an der Kreuzung zur Brudergasse (schräg gegenüber ist die Limonigasse, die findet man eher, besonders da die Brudergasse schon nach ein paar Schritten Mühlbachweg heißt). Wer dagegen einen Blick in die Klosterkirche am Dominikanerkloster (genauso weit weg von der Stadtpfarrkirche, nur in die entgegengesetzte Richtung) werfen will, braucht Glück und jemanden der die Tür offenlässt:

Auch wieder: könnte fast ein Theater sein. Und hier der Blick auf die Logen respektive die Orgelempore:

Bei soviel Theater noch ein Bild a la „die ganze Stadt als Kulisse“, mit dem hatte ich ja im letzten Post angefangen. Irgendwo muß man die Kulissen auch befestigen, wie wäre es mit diesem Zaun?

Der steht da schon eine ganze Weile und hält was aus.

Drei Kirchen und ein Zaun – und weils so schön war und dann nicht ganz so nach Filmtitel klingt noch eine Mauer:

Steht auch schon eine ganze Weile da und hält was aus.

Metaphergessene Werbung

Methaphergessen (das Wort stammt nicht von mir, sondern wieder einmal von tvtropes) ist es, wenn jemand mitten in der schönsten Methaper vergisst, was er eigentlich sagen wollte. Wodurch die ganze Sache unfreiwillig komisch wird. Sei es, daß das heraufbeschworene Bild eine Eigenschaft hat, die der Sprecher für das das er damit vergleicht nun gerade nicht wollte, weil nachteilig; sei es, daß er unfreiwillig eine andere Redensart streift (oder gar trifft): die Auswirkungen sind meistens nicht schlecht zum lachen.

Gerade Werbesprüche sind für sowas anfällig. Nicht erst seitdem ich den Straßenschild-Erklärbär-Text gelesen habe, auf dem der Name der Stadt in der die Straße ist falsch geschrieben war frage ich mich, ob Werbeagenturen eigentlich kein Lektorat haben. Oder sich für das ganze schöne Geld das sie für die Werbung bekommen nicht mal schnell leisten können, eins zu beauftragen. Unvergessen im Zusammenhang „unfreiwilliger Hintersinn“ ist das legendäre „mit [Bremsenfirma] gehts sicher bergab“ (vor dem Bild eines abwärtsfahrenden Lasters – aber die Firma ging dann auch tatsächlich relativ schnell pleite) von vor fünfunddreißig Jahren. Das war dann die zweite Möglichkeit und leider prophetisch. Vor etwa zehn Jahren warb dafür eine Zahnpastafirma mit „zeigen Sie Karies die Zähne“ und schlitterte mit dieser unfreiwilligen Einladung an die Karies voll in ersteren Widerspruch: weil ich keine Karies an den Zähnen will, putze ich sie ja.

Jetzt gerade habe ich wieder ein Beispiel für ersteres, das unfreiwillige erwischen eines anderen Wortsinns. Ein Arzneimittelhersteller macht eine pflanzliche Sportsalbe und bewirbt diese mit:

(Bitte mein Gekrakel drunter, gegen wen die Ökos in den Krieg ziehen, ignorieren) Auch nichts neues, seitdem der Mars nicht nur in der Science Fiction mobilmacht, sondern quasi dazu das Double Feature.  Aber man sollte ja meinen, die Texter wüßten das vom ersten Mal noch. Hoffentlich nicht prophetisch, mit egal welchem Grün, obwohl es, ehrlich gesagt, durchaus zu fürchten sein könnte.

Das zweite Bild ist kein Danebengriff eines Werbetexters, das waren einfach meine müden Augen und eine ungeschickt gelegte Zeitung, die mich hier „die Waffeln der Frage“ lesen ließen:

Bei keiner Frage sollten schließlich deren Waffeln vergessen werden.

Kunst am Wegrand: der andere Tiger

Lange ists her, da habe ich hier ein Bild von einem Tigergraffito gepostet.

Jetzt ist ein paar Straßen weiter ein anderer Tiger aufgetaucht, und auch an dem hat jemand mehr als ein paar Minuten getuscht:

Nicht mehr ganz so gegenständlich, leider noch nicht ganz Franz Marcs Tigertier – aber das kommt vielleicht ja irgendwann. Sehr lilafarben, dafür gibt es eine Möwe als Zugabe:

Die ist nicht ganz so violett. Immerhin.

Der nicht so kitschige eine Tiger gefällt mir trotzdem besser.