Archiv der Kategorie: Fremde Feder

Sirenenfischpfützenreime

Vorgestern hat Ari beim Zweitenselbst ein Gedicht von Heinz Erhard zitiert:

Am Rand des Meeres saß er.
Das heißt er lag, weil er ja schlief,
und unten ist’s besonders tief-.
Da plötzlich aus dem Fluten
eine Jungfrau trat herfür!,
auf eine Flöhöhöte tat sie tuten,
das war kein schöner Zug von ihr.
Dem Jüngling ging das Lied zu Herzen,
obwohl sie falsche Töne pfoff,
er tat sich in die Fluten sterzen,
da ging er unter und versoff.

Was ich dann parodiert habe (die parodierte Parodie, aber, ja mei) mit:

Am Rand des Flusses ging er.
Das heißt, der Fluss, das war ein Bach-,
selbst unten ists besonders flach.
Da plötzlich in den Fluten
die Forelle schwamm vorbei!,
er denkt an Steckerlfisch, den guhuhuten,
und wie gern er jetzt Fischkoch sey.
Der Jüngling nach dem Fischerl witschte
obwohl er oft danebengroff;
bis er den Hals sich brechend glitschte –
da ging er unter und versoff.

Und eine zweite Strophe kam von Ari:

Am Sonntag aus der Pfütze soff er,
das heißt er trank, als feiner Mann,
doch von G’wissnsbissn troff er,
und hofft‘, dass wer ihn rette wann.
Da plötzlich aus der Lache
eine Dryade trat herfür
und stieg moralisch ihm auf’s Dache!,
und bessert‘ ihn mit Ach und Rühr‘.
Dem Pfütztrink schwoll das Herzelein,
weil er moralisch so gefehlt,
er lud sie prompt zum Essen ein-.
Am Mittwoch waren sie vermählt.

Weitere Strophen immer gerne 😀 !

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Verlierer auf dem Dach

Wie im vorigen Beitrag versprochen:

Beim Hessenhenker gab es einmal Gedichte über jemanden der auf einem Dach steht – das ließe sich theoretisch finden, das suche ich noch.

Da isses (Anlass war wie ein Wahlverlierer mit der verlorenen Wahl umgegangen war):

ARISTOBULUS: Er stand auf seines Daches Esse
und schaute mit verzerrter Fresse
auf sein verschnupftes Hessen hin.
„Dies alles is mir ungar-arisch!“,
so sprach er heute faul und barisch,
„gesteh, dass isch ein Unwitz bin.“

AURORULA: Er stand an seines Daches Kante
wo schon so mancher weiterrannte
und baute dort Geländer hin.
„Dies Ding, es kommt hier nicht sehr zeitig“,
so sprach er frei weg und bereut nicht,
„gesteh, nun gibt es wenig Sinn.“
(… weil ab heute Nachmittag so und so keiner mehr aufs Dach steigen kann.
Oder so.)

ARISTOBULUS: Aber er wird balde, gar balde!, wieder mit dem Herabhüpfen drohen.
Und dann müss’mer ihm hier seine hochfliegenden Pläne wieder ausreden.

AURORULA: Er stand auf seines Daches Mitte
Und drohte mit finalem Tritte
In sein privates Höllreich hin
„Dies alles ist mir jetzt schon höllisch“,
So sprach er affektiert-unehrlich,
„Gesteh, daß ich Erpresser bin.“
Er stand an seines Daches Traufe …
Des Ganze is zum Haareraufe!

ARISTOBULUS: Er steht da so auf Daches Pfannen
und blickt vom Schmärtzes und voll Pannen
aufs Hügelhessen dorten hin.
„Die alle reische mir net hinnig!“,
schreit er zu dem Henkerkönig,
„ein kroser Nimmersatt isch bin!“

AURORULA: Er steht auf seines Daches First,
Vor Neid und Wüten fast er birst:
Denn wieder war kein Wahlgewinn.
„Das alles ist mir sehr zuwider,
die Wähler stimmen mich nur nieder!
Gesteh, daß gern Tyrann ich bin.“
(… wär. Was auch immer. Leider reimt sich nur der Indikativ. 😳 )
Er stand auf seinem Dach zu lang
Doch plötzlich wurde es ihm bang:
Gewitterwolken stürmten her
Und noch bevor er stürmt zur Leiter
Da dient er schon als Blitzableiter
Hin ohne Absicht, das fällt schwer.
(… schließlich wollte er mit dem Selbstmord ja nur drohen! 😛 )

ARISTOBULUS: (Harr 😀
Er hätt ja immer noch Vizepräsident des Katasteramts für Unliegenschaften des ostpreußischen Vereinswesens werden können. Da kann man sogar stellvertretender Ehrenpräsident werden, wenn man fleißig, beharrlich und grundehrlich ist und ein rollendes Ärr aussprächn kann.)

sodass der [Name], blitze-blatze,
karrierisch Elektronen schmatze.

.

Von Hirschen und Hunden

Seit vergangenem Mittwoch wurde in den Kommentaren wieder einmal gedichtet. Ausgangspunkt war ein Kupferstich von Johann Elias Ridinger, unter dem selbst ein Gedicht steht. Ari hatte den aufgetan:

Habe da einen Schtupferkich vom Johann Elias Ridinger gesehen, gemacht so 1750, der vielleicht Einiges erläutert oder unterstreicht, das uns widerfuhr. Ja, ein Menetekel über die Erschlagung-.

Unter dem Drama mit Hirschen und Blitzschlag im Walde stehet von Ridingers Hand dies geschrieben:

Ein ſchwarzes Sturmgewölk verdunkelt Thal u. Wald
Der ſtets von dem Gebrüll des Donners wiederſchallt-.
Des Blitzes rothe Glut fährt greulich hin und wieder
Und ſchlägt ein armes Paar erſchrokner Thiere nieder.
O ungerechter Bliz, wie blind iſt dein Gericht :
Die Unſchuld findest du, das Laſter ſiehst du nicht !

Ach ja, das lange Eſs, nett war’s. Zumal sich der Freund und Kupfferſtecher buchſtäblich verthan hat, ich hab’s ſtill corrigieret (er schrub in der That „siehſt“).

… also ſiehſt, meinegythe. Wenn schon denn schon.

Worunter Ari ein eigenes Gedicht schrub (oder ſchrub?):

Das armb Gehyrſch wollt bloſs die Föhren
getreulich letzen unnd dan röhren,
als Bliz unnd Wuth geſchmockelt kamen
unnd Hyrsch wie Föhr ohn jed Erbarmen
mit ſtyll Gebryll zu Hauffen thaten:
obgleych ſie’s Wetter noch ſo bathen.
O Menſch, bedenck dein wüſtes Los:
Du liegſt im Thann allwie ein Kloſs.

und ZetaOri:

Der Hirsch ist hin, nu liegt er da
als köstlich-krosser Wildbretbraten
was grad noch Wiederkäuer war,
direktemang vor unsrem Garten.

So wetzt die Messer, kommt zu Tisch,
noch ist der Braten heiß und frisch.
Gewürzt mit Kiefernnadel-Rauch
plaisiert’s der Nase und dem Bauch.
(Und merke: So’n beweihter Zausel
schmeckt, kalt geworden, nur zum Grausel)

Wenn wir nun noch ein paar Kroketten
oder ’ne Schüssel Spätzle hätten,
Dann wär das Festmahl fast komplett
wenn’s auch noch Preiselbeeren hätt.

Ein Pfännchen Schwammerl wäre fein.
Zur Not könnt’ es auch Blaukraut sein.
Und, klar, ein Berglein Grumbeer-Klöße
hätte schon ’ne gewisse Größe.

Der Braten ist noch frisch und heiß,
durch’s Dickicht dampft der Bratenschweiß
Zum Durste Eau vom mos’gen Stein.
(Lieber sollt’s Burgunder sein!)

Gesättigt liegt man, schaut gemach
dem fernen Wetterleuchten nach
und denkt (soweit’s der Bauch erlaubt):
So’n Blitz ist fixer als man glaubt!

Das ist ein ganz schön heller Jäger
und höchstgespannter Ladungsträger,
gleichzeitig ein, wenn man so will,
hochenergetisch’ Freiluft-Grill.

Der geht elektrisch auf die Pirsch,
erlegt (was reimt sich? klar:) ’nen Hirsch.
Und brät ihn gleich an Ort und Stelle
mitsamt Geweih, mitsamt dem Felle!

Von dem Gelage ausgeruht,
tut man dann noch, was man so tut:
Man schleppt den Rest der Heimstatt zu,
dann gibt’s drei Wochen Hirschragout.

So’n Blitz ist schon ein toller Koch.
Und das Gewitter lebe … hoooch!

Und Clas Lehmann:

Der armbe Hyrsch, der da die Hindin
wollt bey der Wettereichen finden,
die einst dem Thore ward geweiht
und hatt gelitten seyt der Zeit…
Drittheiligst war sie doch gewest
und stand da nun, als traurger Rest…!

Und just an dieser heilgen Stätte
Der frebvle Hyrsch zu gerne hätte…!
Er täppte da, mit frechem Sinn
Hinzu, zu seiner Hindin hin.

Da traf der Blizstrahl alle beyde!
Statt in Verehrung hinzusinken,
liegt sie nun da, zu seiner Linken,
Zumitten auf der Hohen heyde!

Sie sind vom Blize starck gegrollen:
Sie hätten das nicht machen sollen!
Denn: Eichen
sollst Du weichen!

Insonderheyt für zweisam Pausen;
Wenn sie vom Wetter so gezausen!

Die vierte Hirscherei kam wieder von ZetaOri:

Nu ist so’n Hirsch ja von zu Haus
recht oft und gern in der Botanik,
doch kennt er sich darin so garnik
mit den Begrifflichkeiten aus.

Wie soll der da die Linden finden?
Oder gar mit seinen Hinden
im tiefen Tann nach Buchen suchen,
(die ja im „Tann“ recht seltend sind)
während die Damen ihn verfluchen,
wenn der nichtmal ’ne Fichte find‘?

Dazu hat so ein Hirschbeweihter
mit seinen spitzen Staken ’nen
hervorragenden Blitzeinleiter!
(Es sei, die sind geerdet denn.)

Hätte der flotte Hirsch beflissen
Physik gepaukt, wenn auch erlitten:
Statt unter’m Eich auf moos’gem Kissen
hätt‘ er in seinem flotten Schlitten
mit ihr beschirmt und weltvergessen
auf breiter Rückbank traut gesessen.

Im Faradayschen-Käfig drin,
da kömmt nichtmal Thors Blitzstrahl hin!
Merke: Physik ist unbarmherzig!
(`s sei denn, man kennt sich aus und wehrt sich)

Dann wieder Clas:

Wobei der Blyzz den Hyrſchen ſchmoß,
indem er’n mehr von achtern ſchoß…

Da lag er, das Geweih nach unt
und bohrt daſſelbe in den Grund.

Und schließlich Ari:

Sintemal die Blyzz von droben ſchnoben
unnd ſich deſob im Groben loben,
ſind ſie dann, zu Grunnd gezacket,
ziemlych ſtrohmlos abgekacket.
Jedoch dem Hyrſchen, „Blyzz!“ noch denckend,
frommt es nicht, daſs der ſo kränckend.

Von mir kam noch eine zweite Runde als Crossover mit dem bitterbösen Friedrich aus dem Struwwelpeter, der ungeschickte Ridinger:

Der Riedinger, der Riedinger,
das war ein arger Klecksfinger!
Knarzt‘ und knackte es im Haus,
goß er vor Schreck die Tinte aus.
Er stieß die Stühl und Tassen um,
die Staffelei war ständig krumm.
Hört nur, wie ungeschickt er war:
sein Griffel rutscht zum Fenster gar!

Am Brunnen stand ein großer Hund,
trank Wasser dort mit seinem Mund.
Daneben rollte fast ins Siel,
der Griffel, der vom Fenster fiel.
Da wunderte der Hund sich sehr:
wo kam das Tintending denn her?
Erst schnüffelte er mit der Nase,
dann hebt den Griffel er vom Grase.
Derweil der Riedinger recht sucht,
und, „…fix!!“ sein Ungeschick verflucht.

„Der Griffel muß verschollen sein!
Fiel er vielleicht ins Siel hinein?“
Bis der Herr Wuff springt schnell herbei,
mit der verlornen Staffelei…
[… äh, dem Griffel…]

Der Hund an Ried’gers Tische saß,
wo er nur gute Würste aß.
Er wohnt jetzt dort bei ihm im Haus,
er findet Zeugs, verbellt den Graus,
den Griffel hat er mitgebracht,
drum hält ihn Ried’ger sehr in acht.

… und als Nachklapp der Gedanke, daß ja auch ein anderes Tier am Brunnen stehen könnte:

Am Brunnen stand ne bunte Kuh,
trank Wasser dort in Seelenruh.

Am Brunnen stand ne kleine Katze,
trank Wasser aus der hohlen Tatze.

Am Brunnen stand ein dicker Bär,
trank Wasser dort und schlürfte schwer.

Am Brunnen lief ne winz’ge Maus
und nippte etwas Wasser draus

Am Brunnen stand ein roter Fuchs,
trank Wasser dort sehr großen Schlucks.

Am Brunnen stand ein großes Pferd,
ließ niemand hin, denn es war g’schert

Schließlich:
Am Brunnen trank ein stolzer Hirsch –
heut war der Blitz nicht auf der Pirsch.

Darauf Ari die zweite Ridingerhunderunde:

Der Riedinger, der Riedinger
schrub mit dem Ringefinglinger
tagtäglich am Geschtychel feyn,
denn, so meint er, sollt es seyn.
Weswegen er, weil heute Niesel,
seit Donnerstag ein zähnig Wiesel,
das zottig nass im Bachgeriesel:
Schrub.

Bloß dass auf dem Kypferschtyche,
es grifflings-schrublings wieseliche
den Hund!, der da seit Mittwoch prangte,
mit wüsthem Zorne tatzig bangte.
Und Riedinger, der’s mehr mit Hyrschen,
(wenngleich er Mittwochs malte Kyrschen)
nahm’s Wiesel, das er von dem Blatte,
auf dem der Hund mit Würsten satte,
vom Blatte auf ein anderes,
(auf dass es dort mäanderes
und bachgerieselnd wanderes).
So Riedinger die Wieselknurrsach
gemeinsam mit der Wieselursach:
Hub.

Und dann gab es noch eine dritte Runde zu „Zumal sich der Freund und Kupfferſtecher buchſtäblich verthan hat, …“, zuerst ZetaOri:

Tja, erstmal in Kupfer gestochen ist schlecht radieren.
Das hat Dauer, auch ohne Wayback-Maschine! :mrgreen:

Dann Ari:

Der Ridinger malt Hyrsch mit Stummel,
weils ihm fehlt am Ratzefummel.

Wieder ZetaOri:

Nu, hätt er Tipp-Ex nehmen sollen.
(D.h., wenn das mit Kupfer klappt.
Nicht, dass da gleich ein ganzer Bollen
an seinem Kupferstichel pappt.)

Und schließlich Ari:

Herhjeh, immer diese Abschwyffe 😀
Der Päule, zähn’ger Gegner solchen Tandes,
würd meinen, dass man derlei Schmandes
gleich löschen müsst, ohee,
weil füglich immerdar Oh-Teh.

.

.

Nachklapp: Eben schrieb noch Clas Lehmann ein Gedicht über Tannen und Buchen. A Tännchen, please:

OH doch! Im Thann kannst Buchen suchen!
Und finden auch, das ist bekannt,
Weshalb der Tannenwald mit Buchen
Abieti-Fagetum wird genannt…

Die Rehlein und die Hyrschen beißen
Die Tannen drin sogar zu Schand!
So dass man oft in einem Solchen
Der Tannenkinder keine fand…

Und also Tannen dort zu suchen
Die wahre Aufgab eigentlich wär!
Und das ist zwischen all den Buchen
Dort manchmal wirklich ziemlich schwer…

Denn jahrlang und Jahrzehnte lauert
solch Tannenkind daselbst auf’s Licht…
Weil es ja oft recht lange dauert,
bis einmal solche Buche bricht.
Zumal der Blyzz dieselbe meidet
Und’s Tannenkind drum länger leidet.

Und wächset kaum, wird wenig höhr,
Kann bissen werden jederzeit!
Bedenket dieses große Leid!
Ein Tännchen hat es wirklich schwör!

(wer die vorigen Runden Kommentarspontangedichte lesen will, ein paar habe ich hier mit hingenommen: https://aurorula.wordpress.com/2017/01/03/mary-had-a-bicycle/ von numeri249 und https://aurorula.wordpress.com/2017/05/13/behihgeh/ von TiN. Im letzten Stil gab es immer wieder mal etwas, wenn jemand eine ungewöhnliche Abkürzung genommen hat, das ist dann aber wohl unauffindbar. Beim Hessenhenker gab es einmal Gedichte über jemanden der auf einem Dach steht – das ließe sich theoretisch finden, das suche ich noch.)

tapferimnirgendwo, verloren, zerschlagen, Community, WEG, zerstreute Community, Buurmann, wegmachen, weggemacht, Community gelöscht (alles #tags zum Finden)

Auf Aris besonderen Wunsch – und meinen auch! nur Ari hat sich extra die Mühe gemacht die Namen zusammenzuschreiben – folgt eine Suchanzeige nach den Kommentatoren bei TiN. Vielleicht sucht ja jemand andere oder sich selbst und findet so jemanden wieder:

tapferimnirgendwo, verloren, zerschlagen, Community, WEG, zerstreute Community, Buurmann, wegmachen, weggemacht, Community gelöscht (alles #tags zum Finden)

Ein Gastbeitrag von Robert Cohn

Hier eine Namensliste aus dem Gedächtnis von jenen, die im Blog Tapferimnirgendwo schrieben. Es waren alles reale Personen, jeder Einzelne; keiner möge vergessen werden. Seit vorigem Montag (2. Oktober ’17) schreibt dort niemand mehr, weil der Blogbetreiber an diesem Tag gegen 13 Uhr mit einem Schlag alles gelöscht hat.

Etwa hunderttausend Kommentare aus sieben Jahren hat er gelöscht, alle Spuren der einst dort Anwesenden sind weg, nichts ist übrig. Ich habe aus dem Gedächtnis eine Liste der Namen gemacht, an die ich mich erinnere. Bestimmt habe ich noch wen vergessen!, ich bitte Euch, die Ihr das lest, jene Namen zu ergänzen, die Euch noch einfallen.

Es sind Namen von 2011 bis 2017, die Zeit, als ich selber dort schrieb. Zur selben Zeit schrieben dort immer etwa zwanzig Leute, manche davon über Jahre. Man kannte einander gut.

Aurorula
Caruso
Dante
American Viewer
davboe
Abifiz
Taurus1369
bm98000 (Beatrice Mayer)
Yael
Schula
Chajm
M.
hansi
Clas Lehmann
Gutartiges Geschwulst (Wolfgang Scharff)
Aristobulus
Hessenhenker
zweitesselbst
Eitan Einoch
pokemon273
Mella Ell
quisa
Kwezi
Arme Sau
A.mOr (lewrak, Geist, Zorro)
Hein
Frase0815
Jan
Couponschneider
Limbisches System
Bachatero
Mike Hammer
Zahal
Paul
medforth
Eliyah
anti3anti
Bergstein
Bruno Becker
Kanalratte
A.S.
David Serebrjanik
Phillip
A.Bundy
ZetaOri (Danny Wilde)
martin
Abusheitan
Sophist X
Silke
A. Caldonazzi
toyotapur
Markus Leuthel (Römpöm)
DuDu
Gudrun Eussner
SchallundRauch
Gogo
Shaze86
Schum (Jole)
Monika Winter
O.Paul
Nordland
peter
quirin
Antje Aging
unbesorgt (Roger Letsch)
Krokodil
Ceterum Censeo
quer
Melanie
Jaklin Chatschadorian
Georg Mrozek
Metropolenmond
Moser
predo
wollecarlos
wollesgeraffel
Alexej Pawlowitsch
Malte S. Sembten
Ima
Nachklapp: ich habe die Namen aus dem Artikel und den Kommentaren alle als Schlagworte unten angehängt, falls sich jemand selbst sucht.

Dortmunder und kölner Gosse gegen die Juden immerdar (reblog)

Zum Artikel den ich vor ein paar Tagen rebloggt habe über das antisemitische karrikieren als Judensau (und was diese archetypische Schmiererei ist) gab es einen zweiten Teil; die erwähnte Beleidigungsklage ist in Köln vor Gericht gegangen. Vor dem kölner Dom fanden sich zu dieser Zeit noch mehr Schmierereien von dieser Sorte. Über beides berichtet der Artikel vom April 2013:

Dortmunder und Kölner Gosse Gegen die Juden, Immerdar

Der Kölner Dom (Bild von mir)

Ein Gastbeitrag von Robert Cohn

Ich war am Mittwoch zu einer Gerichtsverhandlung nach Dortmund geladen: Es ging um eine Beleidigungsklage gegen den Hasser von dortselbst, einen Rentner Namens Herr Arendt, der seit Jahren die Israelis als die neuen Nazis bezeichnet, und der nie aufhört, seine völlig unlesbaren, unförmigen, gedankenfreien und von Hass triefenden Satz-Kaskaden gegen Juden, Israelis und den Zionismus zu schreiben.

Wieso macht dieser Mensch das?
Was ficht diesen Menschen an, permanent den einzigen jüdischen, winzigen Staat weltweit zu dämonisieren und als Terrornest zu brandmarken?

Vor Gericht wurde diesem Hasser die Gelegenheit gegeben, ein paar Worte in eigener Sache zu sprechen. Selbstgerechtigkeit, Selbstüberschätzung und Wichtigsein ergossen sich ein paar Minuten lang.
Man musste sich das anhören. Schrott für die Ohren. Schade um die Zeit.
Wieso macht dieser Mensch das?

Er sagte, dass ihm achthundert israelische Wissenschaftler geschrieben hätten, dass seine Sache die richtige sei. Er sagte, dass Felicia Langer (die er Länger aussprach) eine der fünfzig wichtigsten Frauen in Israel sei, die ihm Texte zur Veröffentlichung schicke. Dieser Mensch betrachtet sich als die Speerspitze der Wahrheit über die Juden – und kann doch keinen einzigen Satz fehlerfrei oder bloß einigermaßen lesbar oder durchdacht formulieren.

– Übrigens lässt gerade diese Frau Langer keine Gelegenheit aus, um den Israelis die Schuld am Nahostkonflikt, am Elend der Palästinenser, an der Manipulation der Presse und an den “Massakern der Besatzung” zu geben, und sie benutzt permanent die Leidensgeschichte ihrer eigenen Familie, um die Israelis als Verbrecher zu bezeichnen: Antisemitismus nicht vor oder nach, sondern ganz primitiv und besessen Trotz Auschwitz. Frau Langer ist eine Marginalie, eine fürchterlich verrannte Person und ein sehr kleines Licht, die kein anderes Thema kennt.

Der Hasser aus Dortmund sonnt sich im Glanz dieser Frau und verwechselt ihn mit der Realität. Er hält sich für einen “Freund Israels”, so sagte er!, indem er permanent die Israelis als die neuen, wahren und eigentlichen Nazis darstellt.

Warum macht dieser Mensch das?

– Am Abend vor der Gerichtsverhandlung kam ich in Köln an, denn was soll man ausgerechnet in Dortmund so machen?, da bin ich doch lieber ein bisschen in Köln.

Als ich aus dem Bahnhof kam und um die Ecke des Doms ging, war das Erste, das ich sah, just der Herr Franke. Er stand neben der elend aufgebauten, elend aussehenden und elendes Zeug verbreitenden HaSSpappen-Inszenierung, die sich ‘Kölner Klagemauer’ nennt. Da stand er wie bestellt und nicht abgeholt, ein pissgelbes, großes Schild an einer Stange hochhaltend, auf dem mit schwarzem Filzstift die notorische Losung dieser Leute prangte:

Hässliches ISRAEL:
Landraub
Massaker
Vertreibung

Kein Wort über die Massenmorde in Syrien, wo Präsident Asssad bis jetzt weit über siebzigtausend Menschen massakriert hat [Anm: Stand April 2013, aktuelle Zahlen im Link „Syria deeply“ unten auf dieser Seite]. Siebzigtausend. Von den Vertriebenen gar nicht zu reden. Dieses fehlgeschlagene Syrien liegt gleich neben Israel. Solche Nachbarn haben die Juden.

In Ägypten, dem anderen Nachbarland Israels, hat Präsident Mursi, der erst seit Kurzem regiert, schon mehr Einwohner umbringen lassen als der vorige Pharaonenpräsident Mubarak in seiner lang-lang-langen Amtszeit. Noch lieber würden sie die Juden umbringen. Aber die lassen sie nicht. Die müssen sich nur offiziellarabisch anhassen und mit Raketen beschießen lassen, von der Hisbollah, von der Hamas, von irgendwem.

Jedoch: Kein Wort über solche Gräuel in der Kölner Hasspappen-Inszenierung oder nur auf dem pissgelben Schild des Herrn Franke, der wie eine Statue auf den Platz gepflanzt stand und es hochhielt wie eine heilige Monstranz.

Das Thema dieser Leute ist ausschließlich und immer Israel-Israel-Israel, die Verbrechen der Juden, der Terror des Zionismus. Einmal schrieben sie mit grünem Filzstift auf kackbraune Pappe:

“Wie viele Jahrhunderte noch wird das israelische Volk unsere Eine Welt erpressen?”

Und einmal stellten sie einen Juden mit Davidstern dar, der das Blut eines arabischen Kindes säuft.

– Kann das sein? Man kann das doch alles nicht glauben!, dass das mitten in Deutschland, mitten in der Stadt Köln, mitten vor dem Dom stattfindet, fast ununterbrochen seit bald zehn Jahren. Aber die nehmen das Ernst, tödlich Ernst.

Es könnte eine Satire sein!, die ernsteste Satire, seitdem in der Gotik einer die Judensau drinnen ins Kölner Domgestühl schnitzte. Schon die war eine Lüge, von Satire keine Spur.
Damals drinnen – heute draußen.

In der Gotik glaubte man inbrünstig an diese Lüge über die Juden. Und jetzt, im einundzwanzigsten Jahrhundert, glauben manche um so gieriger daran.

So sieht die Welt dieser Leute aus.
In welcher Welt leben die?
Warum machen die das?

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Zu diesem Artikel wurden mehrere sehr gute Kommentare geschrieben, die die letzten beiden Fragen zu beantworten versuchen, von denen ich hier zwei leicht gekürzt wiedergebe:

Warum machen die das?

Kölner Dom, Innenansicht (auch von mir angefügt)

Ein Gastbeitrag von Röm!Pöm!

[…]Was diese Leute tun, ist nichts Anderes, als ihre eigenen Ängste und Unzulänglichkeiten aus sich selbst auszulagern und auf andere Personen, Personengruppen (echte und vermeintliche) zu projezieren. Sie hassen sich selbst. Sie fürchten die eigene innere Leere, die Schwärze ihrer eigenen, unergründlichen Seelentiefe. Sie wollen sich über sich selbst schämen, ohne das allerdings mit der dem Menschen ursprünglich in die Wiege gelegten Würde tun zu können. Sie hassen die eigene, unverstandene Geschichte, und sie suchen den Sündenbock in einer großen, unverständlichen Welt um sich herum. Sie suchen den Sündenbock, als den sie sich letztlich stellvertreterhaft empfinden, denn sie denken, sie hätten “naturgemäß” ein weitaus besseres Leben verdient, ein Leben, welches ihnen aber fortwährend durch “die Bösen geraubt” würde.

Wir haben es mit verängstigten Kindern in den Körpern älterer Personen zu tun, die nach geistiger Nahrung, validen Wurzeln und persönlicher Heilung suchen, diese aber aus irgendeinem Grund nicht von denen, die durch Zufall zu deren Projektionsflächen werden, annehmen können.

[…]

Besides… guter, einsichtsvoller und sehr nachdenklich machender Artikel von dir, Aristobulus.
Ist denn nicht genau das die Kernfrage allen menschlichen Handelns… “warum tut sie/er das”, “wieso tust du das”, “wieso hast du das getan”, und, vielleicht mit etwas mehr Reife und Tendenz zur Selbsteinsicht: “wieso tue ich dies oder das gerade? WAS tue ich gerade, wo liegen die Gründe?”

Es mag sich hier zudem die Frage anschließen, inwieweit auf der ganzen Welt überhaupt auch nur ein einziger Mensch existieren kann, der nicht auch gelegentlich in bestimmen Hinsichten ein Bißchen “Täter” wird, denn alle Menschen haben mit allen Menschen zu tun, und das ständig, ob sie das nun wollen oder nicht. Nichts Positives oder Negatives in dieser Welt geschieht, ohne daß irgendeiner dafür den eigenen Willen anspannt, oder eigene Entscheidungen fällt, mal über das eigene Leben, aber ebenso oft auch über das Leben anderer Personen. Jeder auf dieser Welt lebt *auch* vom Leben und Arbeiten anderer Personen und Wesen, und hier gibt es keinen Ausweg. Oder muß es den vielleicht gar nicht geben, sobald man seine persönliche Haltung genau hier ändert? Wie kommt man vom derzeit üblichen Gegeneinander zur Kooperation und Koexistenz, vor allem im eigenen Denken? Verschwinden denn nicht überhaupt erst dadurch sämtliche, traditionellen Feindbilder, nämlich indem man sich selbst bewußt gegen diese eigenen Feindbilder entscheidet? Gibt es überhaupt irgend ein echtes getrennt-Sein von einander, auf diesem zwar nicht ganz kleinen, aber letztlich doch eher begrenzten Planeten?

Jene nun, die sich ständig auf “Israel tut dies, Israel tut das” kaprizieren, wollen und können einfach nicht verstehen, daß ISRAEL ein fortwährendes Versprechen an sich selbst, an die eigene Kultur und auch an alle anderen Länder auf der Welt ist, ausschließlich sich selbst sein zu wollen und das auch ungefragt sein zu *dürfen*, und zwar, ohne sich selbst dabei vor allen Anderen verschließen zu müssen, oder irgend jemand Anderen dafür sinnlos und in pathologischer Zwanghaftigkeit ständig überrennen zu wollen. Israel nun aber genau solches ständig vorzuwerfen, ist so dermaßen perfide, daß mir die Worte für derartiges Vorgehen fehlen. Israel macht es doch im Grunde schon seit seinem Bestehen vor: sich selbst sein, in wirklich anerkenneswerter, kultureller Offenheit, zumeist modern, manchmal etwas altmodisch, vielleicht auch nicht ganz “perfekt”, nicht immer ohne innere Widersprüche, aber immer sich-selbst. Man mag zur historischen Identität eines jeden heutigen Landes dieser Welt nun stehen, wie man will: was ist denn nun das eigentliche Problem all dieser auf einer langen Tradition des europäischen Judenhasses gründenden Israel- und Judenhasser unserer Tage, zu denen auch, allerdings sehr stark unterrepräsentiert, auch der eine oder andere israelische, europäische oder amerikanische Jude zählen mag, der dann von irgendwelchen, im Kern rechtsradikalen Spinnern vielleicht auch noch als “Alibi” für deren krankhafte Thesen benutzt wird, oder sich benutzen läßt? Ich denke, das eigentliche Problem ist hier die Angst viel zu vieler Menschen vor dem unbezwingbar frei gefaßten Selbstbewußtsein anderer, die Angst vor jenen, die sich *entschlossen* haben, sich selbst zu sein, und niemand anderes, und dann dafür alles tun zu wollen, um das auch zu beiben. All die HAsser, sie tun sich selbst weh, denn sie ahnen bislang nur, daß sie sich – für sich selbst – Wurzeln und unbestrittene Identität wünschen. Aber die werden sie nicht von Anderen verliehen bekommen, indem sie diese Anderen an einen hölzernen “Weltpranger” stellen.

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Warum machen die das?

Es kann garnicht soviel regnen… (Bild von mir angefügt)

Ein Gastbeitrag von Danny Wilde

[I]ch glaube, sie machen das aus zwei Gründen. Der erste ist leider furchtbar, ganz furchtbar.

Denn es scheint doch so etwas zu geben wie “Das Böse”. “Das Böse” ist, zu sagen, ey, ihr Juden, habt ihr denn gar nichts aus dem Holocaust gelernt?

Die das sagen, meinen aber vordergründig was anderes. Sie meinen, “ey, ihr Juden, seht ihr denn nicht, was WIR glauben aus dem Holocaust gelernt zu haben? Dass wir immer in Sack und Asche gehen müssen, dass uns die damaligen Opfer bzw. deren Verbände auf der Nase rumtanzen? Und jetzt unterdrückt ihr selber Andere? Ihr seid heute GENAU SO wie WIR damals waren. Wir sind dieselben Geschwister in ‘Unsere Eine Welt’ und deshalb könnt ihr uns ruhig mal glauben, Schuld ist scheiße. Also lasst den Scheiß.”.

Solches Meinen macht’s den Oberlehrern vielleicht leichter, so böse zu sein, wie sie sind. Vielleicht ist das auch eine Last, immer das Böse zu denken, immer das Böse zu tun oder das Gute zu unterlassen. Weswegen man eine leichtere Meinung braucht, die man sich selber glauben will.

Aber in Wirklichkeit – und unter Anwendung der Regeln der deutschen Sprache (welche ja zwar spät, wie du im bereits zitierten Artikel schriebst, aber dann u.a. mit Heine, Tucholsky und: Kästner zu unverhofft schöner Blüte fand) – sprechen diese Leute in ihren Worten und mit diesem ganzen Bösen die wahre Bedeutung klar und deutlich aus: “ey, ihr Juden, habt ihr denn gar nichts aus diesem Holocaust gelernt? Wer nicht ganz schnell Land gewinnt, sich klein und unsichtbar macht, wer nicht ruckzug freiwillig vom Antlitz von ‘Unsere Eine Welt’ verschwindet, wird eben auf andere Weise beseitigt! Ihr habt schon unter Adolf genervt, und jetzt nervt ihr noch mehr!, damals habt ihr nur das ‘Finanzkapital und die Weltmedien kontrolliert’, und heute, nachdem sich an diesem Zustand immer noch nichts gebessert hat, besetzt und unterdrückt ihr auch noch arme und wehrlose Völker und mordet Kinder! Ist doch wahr! Habt ihr denn gar nicht gelernt, dass das nicht geht und am Ende dieses Raffens und Schaffens jemand kommt und euch bestrafen wird? Ja, die Gaskammern waren schrecklich, aber nicht nur ‘die Nazis’ (die ja böse waren im Gegensatz zu uns) haben es ja auf euch Juden abgesehen, das waren noch ganz andere und zu allen Zeiten – die können sich doch nicht alle irren! Habt ihr immer noch nichts gelernt? Damit es nicht wieder zu Gaskammern kommt, die keiner will, wir doch auch nicht, denn wir lieben euch ja eigentlich, sind zumindest wohlmeinende Freunde?”

Ich bin davon zutiefst überzeugt, dass diese fatale und zutiefst böse Kausalitätenkette der eine furchtbare von zwei Gründen ist.

Der andere ist so banal wie die Frage, warum sich der Hund selbst einen bläst: Weil er’s kann.

Die können das, und weil sie es können, tun sie das auch, und kein düsterer vom Mossad abgerichteter Dom-Turmfalke stößt mit lautem iiiiiieeeekkk herab und hackt ihnen die Pappen zu Konfetti und keine vom Mossad abgerichtete Elster hüpft heran und klaut ihnen das “Spenden”-Glas – denn wenn die so kämen, der Falke und die Elster, dann könnten die (die 2/3 der Sprachkünstler) es nicht mehr tun, das, was sie ungestraft machen.

Mein liberales Herz sagt natürlich, und zurecht!, lass’ sie doch!!

Aber mein liberales Herz (ich erwähnte dies schon einmal vor längerer Zeit hier) wünschte sich dann auch, mit einem schwereren Fahrzeug unter dem Applaus umstehender Polizisten, Passanten, Touristen und ganz im Gauck’schen Sinne – mehr Zivilcourage! – diesen Papphaufen plattzufahren. Ohne dafür jahrelang in den Kerker zu gehen.

Wet dreams. Vielleicht. Wie du ja weißt, Aristobulus, versuche ich diesen Scheiß, wenn in Köln, zu ignorieren. Ich kann mich darüber nicht sinnvoll aufregen. Setze ich mich diesem kranken Hass zu sehr aus, dann könnte etwas sehr ungutes geschehen.

Das sind diese wandelnden Scheiß- und Papphaufen nicht wert. Die Biologie ist auf unserer Seite, so sehe ich das.

Der eigentliche Skandal ist doch, dass solche Hasspappen nicht sportlich-liberal gesehen werden. Sondern sie werden von Verwaltungsseite, und, ja: ganz sicher auch von der politischen Seite, da mag der Nomen-est-Nomen-OB-formally-known-as-Polizeichef noch so brav “Is ja alles Hass, ne?”-Schriftstücke unterzeichnen, zumindest geduldet, wenn nicht geschützt. Denn wie wir wissen: bereits nur eine Gegen-Installation ginge nicht, wird sofort abgeräumt.

Mit zwei knappen Worten: Zum Kotzen.

Andererseits, und um auf den bösen ersten Grund zurückzukommen, warum diese 3 alten Männer (übrigens stellvertretend für all’ die, die nicht die Verbissenheit und den Fanatismus besitzen, ihr Leben in den Dienst dieses Irrsinns zu stellen) das machen, ja, warum machen die das?

Weil es einen dritten Grund gibt, den sie nicht ertragen können, der sie dahin treibt, wo sie stehen, und wo sie ihr klägliches Restleben vergeuden und verschwenden, und der dritte Grund ist, dass “die Juden” in Wirklichkeit tatsächlich aus dem Holocaust “gelernt” haben.

Sie haben gelernt, dass ihnen im Zweifel niemand hilft, und dass die einzige Gruppe, der sie glauben können, wenn es heißt “nie wieder!”, sie selber sind. Und das sagen sie: “nie wieder!”.

Und sie haben endlich einen eigenen Staat. Ja: Israel, das ist tatsächlich das unübersehbare in der Welt vorhandene Statement: NIE WIEDER !!!!!

Gepaart mit dem Statement: JA !! WIR LEBEN !!! UND ZWAR GUT !!! UND GLÜCKLICH !!!

Absolut, absolut unerträglich für die drei Rentner.

Für die ach so unterdrückte Hamas hingegen spielen solche Aspekte keine Rolle. Die wollen jeden Juden tot sehen, Holcaust?, kennemernit!, glücklicher Jud’?, trauriger Jud’?, egal, muss tot, muss weg!

Solch unbeschwerter Hass mag dann den drei Rentnern wieder ein Trost sein, weshalb sie dann auch das Lied der Hamas zusätzlich singen, mit krakeliger Schrift, mit entsetzlichen Propagandabildchen.