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Gerd Buurmann, der mit der Wahrheit lügt (reblog)

Ein Gastbeitrag von Robert Cohn.

1.
Am 2. Oktober 2017 gegen 13 Uhr hat der Schauspieler, Aktivist und Blogger Gerd Buurmann zehntausend meiner Texte vernichtet: Ohne Not, ohne Anlass!, ohne Nutzen für niemanden. Diese Textvernichtungsorgie wärmt die Bücherverbrennungen von 1933 auf schauderhafte Weise wieder auf.

Ich habe von 2011 bis 2017 in Buurmanns Blog Tapferimnirgendwo. wordpress. com etwa zehntausend Kommentare geschrieben, manche kurz, manche lang, manche noch länger. An manchen saß ich eine Stunde oder mehr, an meinen Gast-Artikeln für den Blog saß ich noch länger. Buurmann hat sie alle gelöscht. Mit einem Knopfdruck. Auch die Gast-Artikel. Warum: Weil er verachtet, was andere Leute leisten (Artikel), und was sie mit anderen Leuten erdenken (Dialoge). Seitdem kann ich kaum mehr schlafen. Ich bin Schriftsteller, und wer meine Texte vernichtet!, der vernichtet MICH.

2.
Aber ich muss diesen Text über die Vernichtung anders anfangen, denn es geht nicht bloß um Texte. Es geht darum, dass Buurmann, der deutsche Schauspieler und Aktivist in eigener Sache aus Köln, sein Blog auf schauderhaft deutsche Weise JUDENREIN gemacht hat. Meine Artikel waren jüdische Artikel, auch David Serebrjaniks Artikel waren jüdisch, und etwa vier Juden, darunter zwei Holocaustüberlebende!, schrieben dort Kommentare über Jahre. Buurmann, der offensichtlich nur zum Zweck des eigenen Ruhms und sonst bloß aus strategischen Gründen in der Theorie für Juden eintritt, hat in der Praxis alles weggemacht. Sein Blog ist seit dem 2. Oktober 2017 gegen 13 Uhr JUDENREIN.

Buurmann tritt in der Praxis für überhaupt nichts ein außer für die Vermehrung seines eigenen Glanzbildes. Er hat alles Jüdische aus seinem Blog hinausgetreten. Buurmann ist ein glänzender Judenreinmacher. Der Führer wäre stolz auf ihn.

3.
Nein, dieser Text über die vernichteten Texte muss anders beginnen, denn es geht nicht nur um Texte, um’s Judenreinmachen oder gar um mich – obwohl ich der Einzige bin, der durch den irrsinnigen Knopfdruck eines Großschauspielers, Falschspielers und Egomanen die völlig irrsinnige Anzahl von ZEHNTAUSEND Texten verloren hat. Es geht um viele, viele tausend Texte von zwanzig bis dreißig klugen, herzlichen, gebildeten Leuten, die dort miteinander über Jahre dialogisierten. Alles ist weggemacht… es waren insgesamt etwa hunderttausend Texte, vielleicht mehr.
Hunderttausend ist eine Eins mit fünf Nullen.
Hunderttausend Texte sind mehr als man sich vorstellen kann!, gedruckt ständen sie auf vielen tausend Seiten.
Viele tausend Seiten aus Gedanken, die sich viele kluge und beherzte Leute über Jahre miteinander und gegeneinander gemacht haben, sind seit dem 2. Oktober 2017 gegen 13 Uhr VERNICHTET.

Ferner: Der Subtext, die Verknüpfungen zwischen diesen hunderttausend Texten, die zwischen den Zeilen standen, thematische, sachliche, personelle, sinngemäße oder sinnsuchende Verknüpfungen, sind VERNICHTET. Hunderttausend Texte mit inhärentem Subtext personeller, thematischer, karikierender usf. Art, wie viele Druckseiten sind das-? Eine ganze Bibliothek. Buurmann der Vernichter, Buurmann der Judenreinmacher, Buurmann der Bühnen-Priapos hat das alles weggemacht. Wer hat je eine solche Vernichtungsorgie gesehen? Ich war live dabei. Eine Massenbücherverbrennung hat da stattgefunden. Auf Knopfdruck.

Ich will den Mann erwürgen, der das getan hat.
Dieser Mann ist ein Textevernichter und damit ein Menschenvernichter. Es läuft sofort Blut von den Wänden, wenn ein Mann wie dieser nur ein Fitzelchen Macht in die Hand bekommt. Buurmann, die asoziale Rampensau, besitzt faktisch nirgendwo reale Macht, außer in seinem Blog. Diese Macht hat er auf widerlichste Weise benutzt, um es auf Knopfdruck JUDENREIN, vergangenheitslos, seelenlos und menschenleer zu machen.

Nutzen… Nutzen! Cui bono? Dieser Mann hat aus seiner Vernichtungsorgie nicht einmal einen persönlichen Nutzen gezogen. Er hat ja selbst überhaupt nichts davon: Da war dieser kurze Moment des buurmannschen Knopfdrucks, wohl des Triumphs, das war alles. Dieser Mann verdient daran keinen müden Cent!, er gewinnt dadurch kein Fitzelchen Ansehen, kein Stück Würde und kein Nix von Irgendwas. Er hat selbst so erbärmlich wenig Nutzen davon, so wie jene keinen Nutzen hatten, die im Mai 1933 überall im deutschen Reich Bücher verbrannt haben. Warum haben jene das getan: Weil sie es konnten. Warum hat Gerd Buurmann das getan: Weil er es konnte. So ist sie, die Sinn- und Nutzlosigkeit und die Banalität der Kulturvernichtung.

Ich war live dabei!, vor meinen Augen ist es geschehen. Eben stand noch alles da, eine Sekunde später stand NICHTS mehr da. Was viele kluge und herzliche Leute über Jahre miteinander und gegeneinander erdacht, analysiert, karikiert haben, dazu meine gesammelten zehntausend Gedanken aus sechs Jahren!, ist WEG, so als ob es nie gewesen wäre.

Wer live dabei war wie ich, müsste gesehen haben, WIE so eine Vernichtungsorgie geschieht und was in demjenigen vorgeht, der sowas tut. Er müsste gesehen haben, WAS da passiert ist. Aber NICHTS habe ich gesehen.
Etwa so wie bei einem Mord, den ich mit angesehen hätte-.

Buurmann mailte mir nach erfolgter Tat bloß dieses denkwürdige Sätzchen: „Es gibt keine Kommentare mehr. Salut.“
Dieses leere, textmörderische, völlig sinnlose Momentsätzchen des Momenttriumphs strebt auf das Wort Salut zu. Ah? Ich hatte Buurmann zuvor noch nie das Wort Salut schreiben sehen. Hat er es für eine besondere Gelegenheit aufgehoben? Was heißt Salut auf deutsch: HEIL. Das ist der Sinn des Sätzchens.

Wer ist dieser Buurmann? Ich kannte ihn; er hat jahrelang behauptet, er sei mein Freund. Buurmann war der falscheste Freund, den ich je hatte. NICHTS weiß ich über Buurmann. Der Mann ist mir fremder als ein Stein vom Mond.

4.
Mais non. Ich muss diesen Text über die Vernichtung von Texten anders beginnen!, nämlich chronologisch, sonst versteht man ja nichts. Man versteht ja gar nicht, was da wann und unter welchen Umständen passiert ist, oder warum.

– Wofür steht überhaupt dieses Blog Tapferimnirgendwo: Bloggerbekanntheit gewann Buurmann durch seinen jahrelangen Kampf gegen die amtlich geduldete, antisemitische, proterroristische und israelhassende Dauerdemonstration des Rentners Walter Herrmann auf der Kölner Domplatte von 2010 bis 2015. Je mehr Artikel er darüber schrieb, und er schrieb hunderte, um so mehr wurde er öffentlich wahrgenommen und geehrt: Die proisraelische Seite der Öffentlichkeit nahm von ihm Notiz, von Berlin über Jerusalem bis Los Angeles.

Was will Buurmann: Wahrgenommen, bewundert, beklatscht und geehrt werden. Er will beachtet werden. Er will eine Großrolle spielen, darunter macht er’s nicht. Die Ichsucht und das Durchdrungensein von Bühnenpräsenz tropfen ihm aus jeder Zeile, die er schreibt: ICH-ICH-ICH.
Die antiisraelische Seite der Öffentlichkeit besaß schon ihre Protagonisten und Märtyrer, also war für Buurmann da nichts mehr zu holen. So hat er sich auf die proisraelische Seite geschlagen als scheincooler Scheinrebell, Scheinliberaler, Scheinfeminist, Schein-Entertainer und Scheinschwuler, um für sich Punkte zu machen und um Aufmerksamkeit und Applaus zu kriegen.

Buurmanns Kampf gegen die notorischen Herrmannschen terroristischen Pappen auf der Kölner Domplatte, mit dem er ein Großblogger wurde, war ein Kampf zum Schein. Er hat niemanden für die Ziele dieses Kampfs mit eingespannt, obgleich es an Angeboten nicht fehlte, denn dann hätte er etwas Ruhm an Andere abgeben müssen. Und er ist nie physisch tätig geworden: Das hätte zwar dem Kampf gegen die Sache genützt und ihn vielleicht entschieden, aber es ging Buurmann nicht um die Sache! Dass Walter Herrmann über Jahre von niemandem gestoppt wurde, hat Buurmann für sich selbst ausgenutzt.
Dafür und rein dafür steht das Blog Tapferimnirgendwo, für nichts sonst.

So wie es Buurmann auch nicht um Israel geht, das zweite und seit Walter Herrmanns unrühmlichem Ende das letzte seiner Dauerthemen, nicht? Es geht ihm nicht um das Ansehen Israels-als-es-selbst. Buurmann findet Israel „geil“, und warum: „Weil ich dort so sein kann, wie ich bin.“

Es geht ihm beim Thema Israel ausschließlich um sich selbst, weil er geil ist. Da sind manchmal diese Fotostrecken von ihm und Israel!, es sind geile Selfies, vorne ist Buurmann, immer penetrant Buurmann, und hinten ist ein bisschen austauschbares, aber buurmanngeiles Israel.
Buurmann-einfach-geil. DAS ist der Inhalt des Blogs Tapferimnirgendwo.

Es ist ihm nichtmal peinlich. Er hat kein Gespür für Peinlichkeit: Er denkt, der Talmiglanz seiner selbst zu Lasten von allem sonst stehe ihm zu.
Wenn Buurmann durch Antiisraelismus bekannter und geehrter oder reich werden könnte, hätte er ja längst Antiisraelismus auf die Allergeilste betrieben. Aber der Israelhass hat ja schon genug institutionalisierte, beamtete, publicitybesessene, rollendurchdrungene, messianische Protagonisten. Also hat Buurmann das andere Feld besetzt. Das ist alles! Tiefere oder gar noblere Gründe hat er nimmermehr.

Buurmann ist ehrlos und hat keinen Kern, er kennt keine Ethik und keine innere Verpflichtung und auch keine Wahrhaftigkeit, er hat oder vertritt überhaupt keine Werte!, er hasst Verantwortung, und Andere sind ihm egaler als egal. Buurmann verachtet sein Publikum, es ist für ihn austauschbar. Buurmann macht für niemanden einen halben Finger krumm, selbst wenn es ihn gar nichts kostet. Er ist ein wahlloser Opportunist, ein rastloser Selbstdarsteller, ein Dauer-Auffallenwoller und ein getriebener Egomane, dem es Nur-Um-Sich-Selbst-geht. Darum lügt er mit der Wahrheit. Er benutzt die Wahrheit über Israel ausschließlich für die Anhübschung und Aufbrezelung seiner öffentlichen Rolle. Die Wahrheit selbst interessiert ihn freilich einen feuchten Kehricht. Buurmann lebt getrieben aus Talmi und für Talmi, und außer etwas Schläue und jeder Menge Gefallsucht ist da gar nichts.

Dieser Vorwurf des absoluten und wertfernsten Opportunismus zum Zwecke des eigenen Ruhms ist zugegebenermaßen der härteste, den man jemandem machen kann. Er lässt sich freilich beweisen!, sonst würde ich mich bei allem persönlichen Groll nicht dazu versteigen.

Wenn dieser Vorwurf nicht zuträfe!, ja?, wenn es Buurmann doch auf die Sache und auf Mitmenschen ankäme!, wenigstens ein bisschen!, ja?: Dann hätte Buurmann die Beiträge einer ganz bestimmten Kommentatorin seines Blogs immerhin geehrt. Sie heißt Caruso, ist eine Dame aus Wien, sie hat den Holocaust überlebt, sie ist 86, sie ist weise und sehr menschlich und sehr herzlich und völlig unverwechselbar, und jeder, der lesen kann, mag sie sehr. Carusos Blog-Beiträge waren Buurmann jedoch völlig egaler als egalst. Die Caruso war ihm völlig egal! Er hat alles von ihr mit einem Knopfdruck und einem leeren Triumph weggemacht – judenrein. Es lässt sich nie mehr ersetzen!, Carusos Gedanken KANN man nicht ersetzen.

Wenn es Buurmann irgend auf die Sache ankäme oder nur ein ganz kleines Bisschen auf das Wohlergehen anderer Leute!, ja?, hätte er auch Abifiz‘ Beiträge immerhin geehrt. Abifiz hat den Holocaust überlebt, er ist eine kluge Seele von Mensch, das sah man in jeder seiner Zeilen. Buurmann hat jedoch auch auf den Abifiz nie reagiert, er hat alle Beiträge der beiden Holocaustüberlebenden auf Knopfdruck vernichtet, ohne Sinn und ohne Verstand und ohne einen Anflug von irgendwas!, bloß weil er es konnte, und wegen des kurzen, leeren, unfassbar dummen Talmi-Moments von Dominanz und sinnloser, abstoßender Selbstüberhebung.
Buurmann ist keinen halben Bupkess Wert.

Ferner hätte Buurmann, wenn der Vorwurf nicht zuträfe!, ja?, mein Theaterstück (Bach oder was trinken wir heute, 2015) wahrgenommen. Er hat sich jedoch geweigert, es wahrzunehmen. Es ist ein jüdisches Theaterstück, und er hat versucht, es zu vernichten, als ich es ihm als Freund (!) zur Beurteilung schickte. Er hat es nicht einmal kritisiert, weder positiv noch negativ, sondern seine Weigerung bestand erst aus einem halbjährigen Schweigen. Dann, als ich zwar freundlich jedoch wiederholt nachfragte, kam von Buurmann völlig unerwartet und durch nichts gerechtfertigt der feindliche Schrei: „F<em></em>UCK YOU!!“
Damit hat er mein Theaterstück zerrissen. Ich hatte ihm nie etwas getan, sondern bin ihm über Jahre ein Freund gewesen.

Das hat man davon, wenn man sich mit Buurmann einlässt. Wer sich mit diesem Bupkess einlässt!, mit diesem falschen Nebbich!, der wird erst benutzt, und dann wird er aus Verachtung vernichtet.

Fazit dieser Absätze des Abschnitts 4 über die Vernichtung: Alles, was Buurmann pro-Israel äußert, ist leere, beliebige Floskel. Er lügt mit der Wahrheit. Was er schreibt in hunderten und aberhunderten Artikeln!, ist nichts als glatte, stolze, gebügelt geschwätzige, verlogene Rollenprosa in eigener Sache. Er spielt die Rolle, pro Israel zu sein, so wie Nathan der Weise (Lessing) oder Shylock (Shakespeare) einfach Rollen sind. Es ist somit sinnentleert und entseelt, was Buurmann äußert, da ist gar kein Kern!, es hat nichts mit der Sache oder mit dem Wunsch nach einer besseren Welt oder mit dem Wunsch nach mehr realer Sicherheit für reale Juden oder nur mit dem Wunsch nach mehr Objektivität zu tun: Weil es ausschließlich um Buurmanns eigene Luxusgeilheit und um seine eigene Wunschglanzrolle geht, die ihm (man verzeihe mir den Griff in Buurmanns eigenes Vokabular) den ultimativgeilen Kick macht.

5.
So funktioniert aber nicht der Anfang dieses Textes über vernichtete Texte, denn so versteht ja keiner, was überhaupt gewesen ist! Was ist denn da gewesen?!, VOR Buurmanns ekelhaft aalglattem Mailsätzchen an mich, „Es gibt keine Kommentare mehr. Salut.“

Da hatte eine Auseinandersetzung stattgefunden, in der ich ihm vorwarf, wegen der Bekämpfung eines Störers überhaupt nicht an seine Community zu denken, sondern nur an sich. Der Vorwurf war berechtigt. Weil der Vorwurf jedoch mit dem unerträglichen Anspruch verbunden war, einmal für Andere zu handeln, zog Buurmann es vor, der Verantwortung auszuweichen und seine Community einfach mal abzuschaffen.
Seine Community hat ihn geschätzt, aber er verachtet sein Publikum.

So hat er gegen 13 Uhr am 2. Oktober 2017 alle hunderttausend Kommentare aus sieben Jahren gelöscht, darunter etwa zehntausend Kommentare von mir, alles, was ich in ganzen sechs Jahren dort gedacht, analysiert und karikiert hatte. Anschließend, weil ich ihn deswegen verflucht habe!, denn er hat alles zerstört, was Andere und ich GEDACHT hatten!, ging er hin und hat alle meine Artikel gelöscht.

Da standen viele Artikel von mir in Buurmanns Blog, der erste von 2011 über meine tätliche Auseinandersetzung mit Walter Herrmann auf der Kölner Domplatte, von 2014 die meisten Artikel, insgesamt etwa zehn Gast-Artikel, vielleicht mehr. Besonders einen meiner Artikel (über die Rolle des Muftis von Jerusalem Al-Husseini für den arabischen Antisemitismus bruchlos bis zur Gegenwart) hatte Buurmann oft ausgeschlachtet, hatte ihn absatzweise in eigenen Artikeln zitiert, ohne es als Zitat kenntlich zu machen, und dann hat er die Quelle gelöscht: Erst Textdiebstahl, dann Spurenverwischen.

Überhaupt Spuren! Keine sind übrig. Alles, was Andere GEDACHT haben, ist vernichtet, kein Anzeichen nirgends, dass da jemand war. Weiße Wüste. Weißes, leeres Rauschen da, wo geordnete, ungeordnete und einander ordnende Gedanken von vielen herzlichen, klugen Leuten gestanden hatten.

Sechs Jahre lang war ich dort schriftlich und seelisch jeden Tag anwesend, und seit 13 Uhr am 2. Oktober 2017 herrscht leere Gespensterwüste. Ich war nie dort. Von meinen Freunden, Bekannten und von allerlei Passanten ist nichts übrig, kein Hinweis, kein Hauch, nichts!, niemand war je dort, die Realität aus Jahren ist WEG, die gemeinsamen und einzelnen und zusammengefassten und unterscheidenden Gedanken sind WEG. Buurmann hat nicht die kleinste Spur übrig gelassen, er hat außer BUURMANN alles vernichtet.

Buurmann ist ein kleiner Holocäustler: Er benutzt erst ein paar Juden, damit sie ihm applaudieren, und dann entjudet er alles. Buurmann hat sich den Juden angewanzt wie einst Adolf Eichmann, der auch erstmal Jidisch gelernt hatte, bevor er seine Pflicht tat. Die Pflicht-Ausrede unterscheidet Eichmann von Buurmann, denn Eichmann tat es um seiner staubigen Selbst Willen wegen der staubtrockenen Pflicht, hingegen Buurmann tat es bloß verächtlich um seiner hochglänzenden Selbst Willen.

6.
Nein, ich muss diesen Text über die vernichteten Texte anders anfangen. Da war ein Raum, wo meine Freunde waren. Dieser Raum ist vernichtet seit dem 2. Oktober 2017 gegen 13 Uhr. Jene, die da schrieben, sind nun in alle Winde verstreut. Nie wieder werden sie sich in diesem Raum versammeln. Niemand war je dort. Wir finden einander nicht mehr.

Buurmann hat sein bisschen Macht so missbraucht, wie man dieses bisschen Macht nur missbrauchen kann, und er hat ein jahrelanges soziales Gefüge vernichtet.
JUDENREIN hat er’s gemacht.

Buurmann ist der falscheste Freund von allen falschen Blendern, die sich je als Gerechte, als Tugendbolde, als Angaschierte, als Moralisten und als Oberlehrer und, ja, die sich als Retter und Beschützer der Juden aufgespielt haben. Jeder Jude, der so einen Beschützer nicht als das falsche Miststück bezeichnet, das er ist!, ach, der muss wohl total meschigge sein.

7.
Ich fange diesen Text über die Vernichtung jetzt nicht zum siebten Mal an, denn er ist zu Ende. Die Vernichtung. Sie kann nicht rückgängig gemacht werden. Nichts ist übrig.

Es fehlt noch die analytische Unterscheidung: Was ist schädlicher, abstoßender, ekelhafter usf.:
a) Wenn einer mit der Wahrheit lügt, oder
b) wenn einer einfach mit Lügen lügt?

Ojwej, man kennt ja die Lügner zur Genüge, die mit Lügen lügen. Man kommt ihnen schnell auf die Spur, denn Lügen, gerade politische!, sind eingermaßen leicht zu durchschauen, sofern man nicht selbst politisch ganz verlogen ist und allzu gern an allerlei Lügen glaubt, wenn sie einem ins Konzept passen.
Wenn jemand jedoch mit der Wahrheit lügt, wird es schwierig mit dem Durchschauen. Man braucht dann nämlich keine politischen Argumente, sondern man muss Beweise über den Verrottungsgrad der Person erleben. Dazu wird man gezwungen, dann.

Die Buurmänner bemühen sich jedoch besonders, grad jene darüber hinwegzutäuschen, die ihnen zu nahe kommen. Sie legen sich zu dem Zweck allerlei hübsche Schein-Eigenschaften zu, etwa eine besonders rutschige Schleimspur, dazu ein paar loorbeerstrotzende öffentliche Tugendboldigkeiten, und sie gerieren sich als ganz besonders untadelige, makellose, ja selbstlose Pächter der Moral, des Anstands und der Liebenswürdigkeit. Dabei sind es nur verlogene Machenschaften zu eigenleeren Selbstzwecken.

Und mit der Wahrheit zu lügen ist ja eine ungleich schwärzere, ungleich verfaultere Täuschung als die bloße Lüge. Nicht? Mit der Lüge zu lügen ist nämlich einfach!, da lügt man einfach los. Jedoch mit der Wahrheit zu lügen erfordert viel mehr Abgefeimtheit und Planung, viel mehr Täuschungsabsicht und Verstellung, viel mehr innere Miesheit auch: Weil die Wahrheit somit auf eine besonders verkommene Weise in den Dreck gezogen, ja mit der Lüge gleichgestellt wird. Mit einer bloßen Lüge kann man das nämlich nicht machen. Die Lüge kann nicht dreckiger werden als sie schon ist!
Wer jedoch mit der Wahrheit lügt, der macht die Wahrheit dreckiger als die dreckigste Lüge.

Gerd Buurmann hat seine Seele tief mit dem Schmutz sinnloser und verächtlicher, getriebener, verlogener Eigensucht getränkt. Er ist ein verdorbener Judenreinmacher, ein verkommener Freundeverräter, ein skrupelloser Textevernichter und ein kalter Schleimfisch, der mit der Wahrheit über Israel lügt: Er benutzt die ihm völlig fremde Tugend Israels und die Not der Juden auf diese dreckigste aller Weisen für den eigenen Geltungsdrang.
Jeder, der ihm auch nur den kleinsten Auftritt gestattet oder anbietet, schüttet Öl ins Geschwel.

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Auf Aris besonderen Wunsch – und meinen auch! nur Ari hat sich extra die Mühe gemacht die Namen zusammenzuschreiben – folgt eine Suchanzeige nach den Kommentatoren bei TiN. Vielleicht sucht ja jemand andere oder sich selbst und findet so jemanden wieder:

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Ein Gastbeitrag von Robert Cohn

Hier eine Namensliste aus dem Gedächtnis von jenen, die im Blog Tapferimnirgendwo schrieben. Es waren alles reale Personen, jeder Einzelne; keiner möge vergessen werden. Seit vorigem Montag (2. Oktober ’17) schreibt dort niemand mehr, weil der Blogbetreiber an diesem Tag gegen 13 Uhr mit einem Schlag alles gelöscht hat.

Etwa hunderttausend Kommentare aus sieben Jahren hat er gelöscht, alle Spuren der einst dort Anwesenden sind weg, nichts ist übrig. Ich habe aus dem Gedächtnis eine Liste der Namen gemacht, an die ich mich erinnere. Bestimmt habe ich noch wen vergessen!, ich bitte Euch, die Ihr das lest, jene Namen zu ergänzen, die Euch noch einfallen.

Es sind Namen von 2011 bis 2017, die Zeit, als ich selber dort schrieb. Zur selben Zeit schrieben dort immer etwa zwanzig Leute, manche davon über Jahre. Man kannte einander gut.

Aurorula
Caruso
Dante
American Viewer
davboe
Abifiz
Taurus1369
bm98000 (Beatrice Mayer)
Yael
Schula
Chajm
M.
hansi
Clas Lehmann
Gutartiges Geschwulst (Wolfgang Scharff)
Aristobulus
Hessenhenker
zweitesselbst
Eitan Einoch
pokemon273
Mella Ell
quisa
Kwezi
Arme Sau
A.mOr (lewrak, Geist, Zorro)
Hein
Frase0815
Jan
Couponschneider
Limbisches System
Bachatero
Mike Hammer
Zahal
Paul
medforth
Eliyah
anti3anti
Bergstein
Bruno Becker
Kanalratte
A.S.
David Serebrjanik
Phillip
A.Bundy
ZetaOri (Danny Wilde)
martin
Abusheitan
Sophist X
Silke
A. Caldonazzi
toyotapur
Markus Leuthel (Römpöm)
DuDu
Gudrun Eussner
SchallundRauch
Gogo
Shaze86
Schum (Jole)
Monika Winter
O.Paul
Nordland
peter
quirin
Antje Aging
unbesorgt (Roger Letsch)
Krokodil
Ceterum Censeo
quer
Melanie
Jaklin Chatschadorian
Georg Mrozek
Metropolenmond
Moser
predo
wollecarlos
wollesgeraffel
Alexej Pawlowitsch
Malte S. Sembten
Ima
Nachklapp: ich habe die Namen aus dem Artikel und den Kommentaren alle als Schlagworte unten angehängt, falls sich jemand selbst sucht.

Dortmunder und kölner Gosse gegen die Juden immerdar (reblog)

Zum Artikel den ich vor ein paar Tagen rebloggt habe über das antisemitische karrikieren als Judensau (und was diese archetypische Schmiererei ist) gab es einen zweiten Teil; die erwähnte Beleidigungsklage ist in Köln vor Gericht gegangen. Vor dem kölner Dom fanden sich zu dieser Zeit noch mehr Schmierereien von dieser Sorte. Über beides berichtet der Artikel vom April 2013:

Dortmunder und Kölner Gosse Gegen die Juden, Immerdar

Der Kölner Dom (Bild von mir)

Ein Gastbeitrag von Robert Cohn

Ich war am Mittwoch zu einer Gerichtsverhandlung nach Dortmund geladen: Es ging um eine Beleidigungsklage gegen den Hasser von dortselbst, einen Rentner Namens Herr Arendt, der seit Jahren die Israelis als die neuen Nazis bezeichnet, und der nie aufhört, seine völlig unlesbaren, unförmigen, gedankenfreien und von Hass triefenden Satz-Kaskaden gegen Juden, Israelis und den Zionismus zu schreiben.

Wieso macht dieser Mensch das?
Was ficht diesen Menschen an, permanent den einzigen jüdischen, winzigen Staat weltweit zu dämonisieren und als Terrornest zu brandmarken?

Vor Gericht wurde diesem Hasser die Gelegenheit gegeben, ein paar Worte in eigener Sache zu sprechen. Selbstgerechtigkeit, Selbstüberschätzung und Wichtigsein ergossen sich ein paar Minuten lang.
Man musste sich das anhören. Schrott für die Ohren. Schade um die Zeit.
Wieso macht dieser Mensch das?

Er sagte, dass ihm achthundert israelische Wissenschaftler geschrieben hätten, dass seine Sache die richtige sei. Er sagte, dass Felicia Langer (die er Länger aussprach) eine der fünfzig wichtigsten Frauen in Israel sei, die ihm Texte zur Veröffentlichung schicke. Dieser Mensch betrachtet sich als die Speerspitze der Wahrheit über die Juden – und kann doch keinen einzigen Satz fehlerfrei oder bloß einigermaßen lesbar oder durchdacht formulieren.

– Übrigens lässt gerade diese Frau Langer keine Gelegenheit aus, um den Israelis die Schuld am Nahostkonflikt, am Elend der Palästinenser, an der Manipulation der Presse und an den “Massakern der Besatzung” zu geben, und sie benutzt permanent die Leidensgeschichte ihrer eigenen Familie, um die Israelis als Verbrecher zu bezeichnen: Antisemitismus nicht vor oder nach, sondern ganz primitiv und besessen Trotz Auschwitz. Frau Langer ist eine Marginalie, eine fürchterlich verrannte Person und ein sehr kleines Licht, die kein anderes Thema kennt.

Der Hasser aus Dortmund sonnt sich im Glanz dieser Frau und verwechselt ihn mit der Realität. Er hält sich für einen “Freund Israels”, so sagte er!, indem er permanent die Israelis als die neuen, wahren und eigentlichen Nazis darstellt.

Warum macht dieser Mensch das?

– Am Abend vor der Gerichtsverhandlung kam ich in Köln an, denn was soll man ausgerechnet in Dortmund so machen?, da bin ich doch lieber ein bisschen in Köln.

Als ich aus dem Bahnhof kam und um die Ecke des Doms ging, war das Erste, das ich sah, just der Herr Franke. Er stand neben der elend aufgebauten, elend aussehenden und elendes Zeug verbreitenden HaSSpappen-Inszenierung, die sich ‘Kölner Klagemauer’ nennt. Da stand er wie bestellt und nicht abgeholt, ein pissgelbes, großes Schild an einer Stange hochhaltend, auf dem mit schwarzem Filzstift die notorische Losung dieser Leute prangte:

Hässliches ISRAEL:
Landraub
Massaker
Vertreibung

Kein Wort über die Massenmorde in Syrien, wo Präsident Asssad bis jetzt weit über siebzigtausend Menschen massakriert hat [Anm: Stand April 2013, aktuelle Zahlen im Link „Syria deeply“ unten auf dieser Seite]. Siebzigtausend. Von den Vertriebenen gar nicht zu reden. Dieses fehlgeschlagene Syrien liegt gleich neben Israel. Solche Nachbarn haben die Juden.

In Ägypten, dem anderen Nachbarland Israels, hat Präsident Mursi, der erst seit Kurzem regiert, schon mehr Einwohner umbringen lassen als der vorige Pharaonenpräsident Mubarak in seiner lang-lang-langen Amtszeit. Noch lieber würden sie die Juden umbringen. Aber die lassen sie nicht. Die müssen sich nur offiziellarabisch anhassen und mit Raketen beschießen lassen, von der Hisbollah, von der Hamas, von irgendwem.

Jedoch: Kein Wort über solche Gräuel in der Kölner Hasspappen-Inszenierung oder nur auf dem pissgelben Schild des Herrn Franke, der wie eine Statue auf den Platz gepflanzt stand und es hochhielt wie eine heilige Monstranz.

Das Thema dieser Leute ist ausschließlich und immer Israel-Israel-Israel, die Verbrechen der Juden, der Terror des Zionismus. Einmal schrieben sie mit grünem Filzstift auf kackbraune Pappe:

“Wie viele Jahrhunderte noch wird das israelische Volk unsere Eine Welt erpressen?”

Und einmal stellten sie einen Juden mit Davidstern dar, der das Blut eines arabischen Kindes säuft.

– Kann das sein? Man kann das doch alles nicht glauben!, dass das mitten in Deutschland, mitten in der Stadt Köln, mitten vor dem Dom stattfindet, fast ununterbrochen seit bald zehn Jahren. Aber die nehmen das Ernst, tödlich Ernst.

Es könnte eine Satire sein!, die ernsteste Satire, seitdem in der Gotik einer die Judensau drinnen ins Kölner Domgestühl schnitzte. Schon die war eine Lüge, von Satire keine Spur.
Damals drinnen – heute draußen.

In der Gotik glaubte man inbrünstig an diese Lüge über die Juden. Und jetzt, im einundzwanzigsten Jahrhundert, glauben manche um so gieriger daran.

So sieht die Welt dieser Leute aus.
In welcher Welt leben die?
Warum machen die das?

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Zu diesem Artikel wurden mehrere sehr gute Kommentare geschrieben, die die letzten beiden Fragen zu beantworten versuchen, von denen ich hier zwei leicht gekürzt wiedergebe:

Warum machen die das?

Kölner Dom, Innenansicht (auch von mir angefügt)

Ein Gastbeitrag von Röm!Pöm!

[…]Was diese Leute tun, ist nichts Anderes, als ihre eigenen Ängste und Unzulänglichkeiten aus sich selbst auszulagern und auf andere Personen, Personengruppen (echte und vermeintliche) zu projezieren. Sie hassen sich selbst. Sie fürchten die eigene innere Leere, die Schwärze ihrer eigenen, unergründlichen Seelentiefe. Sie wollen sich über sich selbst schämen, ohne das allerdings mit der dem Menschen ursprünglich in die Wiege gelegten Würde tun zu können. Sie hassen die eigene, unverstandene Geschichte, und sie suchen den Sündenbock in einer großen, unverständlichen Welt um sich herum. Sie suchen den Sündenbock, als den sie sich letztlich stellvertreterhaft empfinden, denn sie denken, sie hätten “naturgemäß” ein weitaus besseres Leben verdient, ein Leben, welches ihnen aber fortwährend durch “die Bösen geraubt” würde.

Wir haben es mit verängstigten Kindern in den Körpern älterer Personen zu tun, die nach geistiger Nahrung, validen Wurzeln und persönlicher Heilung suchen, diese aber aus irgendeinem Grund nicht von denen, die durch Zufall zu deren Projektionsflächen werden, annehmen können.

[…]

Besides… guter, einsichtsvoller und sehr nachdenklich machender Artikel von dir, Aristobulus.
Ist denn nicht genau das die Kernfrage allen menschlichen Handelns… “warum tut sie/er das”, “wieso tust du das”, “wieso hast du das getan”, und, vielleicht mit etwas mehr Reife und Tendenz zur Selbsteinsicht: “wieso tue ich dies oder das gerade? WAS tue ich gerade, wo liegen die Gründe?”

Es mag sich hier zudem die Frage anschließen, inwieweit auf der ganzen Welt überhaupt auch nur ein einziger Mensch existieren kann, der nicht auch gelegentlich in bestimmen Hinsichten ein Bißchen “Täter” wird, denn alle Menschen haben mit allen Menschen zu tun, und das ständig, ob sie das nun wollen oder nicht. Nichts Positives oder Negatives in dieser Welt geschieht, ohne daß irgendeiner dafür den eigenen Willen anspannt, oder eigene Entscheidungen fällt, mal über das eigene Leben, aber ebenso oft auch über das Leben anderer Personen. Jeder auf dieser Welt lebt *auch* vom Leben und Arbeiten anderer Personen und Wesen, und hier gibt es keinen Ausweg. Oder muß es den vielleicht gar nicht geben, sobald man seine persönliche Haltung genau hier ändert? Wie kommt man vom derzeit üblichen Gegeneinander zur Kooperation und Koexistenz, vor allem im eigenen Denken? Verschwinden denn nicht überhaupt erst dadurch sämtliche, traditionellen Feindbilder, nämlich indem man sich selbst bewußt gegen diese eigenen Feindbilder entscheidet? Gibt es überhaupt irgend ein echtes getrennt-Sein von einander, auf diesem zwar nicht ganz kleinen, aber letztlich doch eher begrenzten Planeten?

Jene nun, die sich ständig auf “Israel tut dies, Israel tut das” kaprizieren, wollen und können einfach nicht verstehen, daß ISRAEL ein fortwährendes Versprechen an sich selbst, an die eigene Kultur und auch an alle anderen Länder auf der Welt ist, ausschließlich sich selbst sein zu wollen und das auch ungefragt sein zu *dürfen*, und zwar, ohne sich selbst dabei vor allen Anderen verschließen zu müssen, oder irgend jemand Anderen dafür sinnlos und in pathologischer Zwanghaftigkeit ständig überrennen zu wollen. Israel nun aber genau solches ständig vorzuwerfen, ist so dermaßen perfide, daß mir die Worte für derartiges Vorgehen fehlen. Israel macht es doch im Grunde schon seit seinem Bestehen vor: sich selbst sein, in wirklich anerkenneswerter, kultureller Offenheit, zumeist modern, manchmal etwas altmodisch, vielleicht auch nicht ganz “perfekt”, nicht immer ohne innere Widersprüche, aber immer sich-selbst. Man mag zur historischen Identität eines jeden heutigen Landes dieser Welt nun stehen, wie man will: was ist denn nun das eigentliche Problem all dieser auf einer langen Tradition des europäischen Judenhasses gründenden Israel- und Judenhasser unserer Tage, zu denen auch, allerdings sehr stark unterrepräsentiert, auch der eine oder andere israelische, europäische oder amerikanische Jude zählen mag, der dann von irgendwelchen, im Kern rechtsradikalen Spinnern vielleicht auch noch als “Alibi” für deren krankhafte Thesen benutzt wird, oder sich benutzen läßt? Ich denke, das eigentliche Problem ist hier die Angst viel zu vieler Menschen vor dem unbezwingbar frei gefaßten Selbstbewußtsein anderer, die Angst vor jenen, die sich *entschlossen* haben, sich selbst zu sein, und niemand anderes, und dann dafür alles tun zu wollen, um das auch zu beiben. All die HAsser, sie tun sich selbst weh, denn sie ahnen bislang nur, daß sie sich – für sich selbst – Wurzeln und unbestrittene Identität wünschen. Aber die werden sie nicht von Anderen verliehen bekommen, indem sie diese Anderen an einen hölzernen “Weltpranger” stellen.

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Warum machen die das?

Es kann garnicht soviel regnen… (Bild von mir angefügt)

Ein Gastbeitrag von Danny Wilde

[I]ch glaube, sie machen das aus zwei Gründen. Der erste ist leider furchtbar, ganz furchtbar.

Denn es scheint doch so etwas zu geben wie “Das Böse”. “Das Böse” ist, zu sagen, ey, ihr Juden, habt ihr denn gar nichts aus dem Holocaust gelernt?

Die das sagen, meinen aber vordergründig was anderes. Sie meinen, “ey, ihr Juden, seht ihr denn nicht, was WIR glauben aus dem Holocaust gelernt zu haben? Dass wir immer in Sack und Asche gehen müssen, dass uns die damaligen Opfer bzw. deren Verbände auf der Nase rumtanzen? Und jetzt unterdrückt ihr selber Andere? Ihr seid heute GENAU SO wie WIR damals waren. Wir sind dieselben Geschwister in ‘Unsere Eine Welt’ und deshalb könnt ihr uns ruhig mal glauben, Schuld ist scheiße. Also lasst den Scheiß.”.

Solches Meinen macht’s den Oberlehrern vielleicht leichter, so böse zu sein, wie sie sind. Vielleicht ist das auch eine Last, immer das Böse zu denken, immer das Böse zu tun oder das Gute zu unterlassen. Weswegen man eine leichtere Meinung braucht, die man sich selber glauben will.

Aber in Wirklichkeit – und unter Anwendung der Regeln der deutschen Sprache (welche ja zwar spät, wie du im bereits zitierten Artikel schriebst, aber dann u.a. mit Heine, Tucholsky und: Kästner zu unverhofft schöner Blüte fand) – sprechen diese Leute in ihren Worten und mit diesem ganzen Bösen die wahre Bedeutung klar und deutlich aus: “ey, ihr Juden, habt ihr denn gar nichts aus diesem Holocaust gelernt? Wer nicht ganz schnell Land gewinnt, sich klein und unsichtbar macht, wer nicht ruckzug freiwillig vom Antlitz von ‘Unsere Eine Welt’ verschwindet, wird eben auf andere Weise beseitigt! Ihr habt schon unter Adolf genervt, und jetzt nervt ihr noch mehr!, damals habt ihr nur das ‘Finanzkapital und die Weltmedien kontrolliert’, und heute, nachdem sich an diesem Zustand immer noch nichts gebessert hat, besetzt und unterdrückt ihr auch noch arme und wehrlose Völker und mordet Kinder! Ist doch wahr! Habt ihr denn gar nicht gelernt, dass das nicht geht und am Ende dieses Raffens und Schaffens jemand kommt und euch bestrafen wird? Ja, die Gaskammern waren schrecklich, aber nicht nur ‘die Nazis’ (die ja böse waren im Gegensatz zu uns) haben es ja auf euch Juden abgesehen, das waren noch ganz andere und zu allen Zeiten – die können sich doch nicht alle irren! Habt ihr immer noch nichts gelernt? Damit es nicht wieder zu Gaskammern kommt, die keiner will, wir doch auch nicht, denn wir lieben euch ja eigentlich, sind zumindest wohlmeinende Freunde?”

Ich bin davon zutiefst überzeugt, dass diese fatale und zutiefst böse Kausalitätenkette der eine furchtbare von zwei Gründen ist.

Der andere ist so banal wie die Frage, warum sich der Hund selbst einen bläst: Weil er’s kann.

Die können das, und weil sie es können, tun sie das auch, und kein düsterer vom Mossad abgerichteter Dom-Turmfalke stößt mit lautem iiiiiieeeekkk herab und hackt ihnen die Pappen zu Konfetti und keine vom Mossad abgerichtete Elster hüpft heran und klaut ihnen das “Spenden”-Glas – denn wenn die so kämen, der Falke und die Elster, dann könnten die (die 2/3 der Sprachkünstler) es nicht mehr tun, das, was sie ungestraft machen.

Mein liberales Herz sagt natürlich, und zurecht!, lass’ sie doch!!

Aber mein liberales Herz (ich erwähnte dies schon einmal vor längerer Zeit hier) wünschte sich dann auch, mit einem schwereren Fahrzeug unter dem Applaus umstehender Polizisten, Passanten, Touristen und ganz im Gauck’schen Sinne – mehr Zivilcourage! – diesen Papphaufen plattzufahren. Ohne dafür jahrelang in den Kerker zu gehen.

Wet dreams. Vielleicht. Wie du ja weißt, Aristobulus, versuche ich diesen Scheiß, wenn in Köln, zu ignorieren. Ich kann mich darüber nicht sinnvoll aufregen. Setze ich mich diesem kranken Hass zu sehr aus, dann könnte etwas sehr ungutes geschehen.

Das sind diese wandelnden Scheiß- und Papphaufen nicht wert. Die Biologie ist auf unserer Seite, so sehe ich das.

Der eigentliche Skandal ist doch, dass solche Hasspappen nicht sportlich-liberal gesehen werden. Sondern sie werden von Verwaltungsseite, und, ja: ganz sicher auch von der politischen Seite, da mag der Nomen-est-Nomen-OB-formally-known-as-Polizeichef noch so brav “Is ja alles Hass, ne?”-Schriftstücke unterzeichnen, zumindest geduldet, wenn nicht geschützt. Denn wie wir wissen: bereits nur eine Gegen-Installation ginge nicht, wird sofort abgeräumt.

Mit zwei knappen Worten: Zum Kotzen.

Andererseits, und um auf den bösen ersten Grund zurückzukommen, warum diese 3 alten Männer (übrigens stellvertretend für all’ die, die nicht die Verbissenheit und den Fanatismus besitzen, ihr Leben in den Dienst dieses Irrsinns zu stellen) das machen, ja, warum machen die das?

Weil es einen dritten Grund gibt, den sie nicht ertragen können, der sie dahin treibt, wo sie stehen, und wo sie ihr klägliches Restleben vergeuden und verschwenden, und der dritte Grund ist, dass “die Juden” in Wirklichkeit tatsächlich aus dem Holocaust “gelernt” haben.

Sie haben gelernt, dass ihnen im Zweifel niemand hilft, und dass die einzige Gruppe, der sie glauben können, wenn es heißt “nie wieder!”, sie selber sind. Und das sagen sie: “nie wieder!”.

Und sie haben endlich einen eigenen Staat. Ja: Israel, das ist tatsächlich das unübersehbare in der Welt vorhandene Statement: NIE WIEDER !!!!!

Gepaart mit dem Statement: JA !! WIR LEBEN !!! UND ZWAR GUT !!! UND GLÜCKLICH !!!

Absolut, absolut unerträglich für die drei Rentner.

Für die ach so unterdrückte Hamas hingegen spielen solche Aspekte keine Rolle. Die wollen jeden Juden tot sehen, Holcaust?, kennemernit!, glücklicher Jud’?, trauriger Jud’?, egal, muss tot, muss weg!

Solch unbeschwerter Hass mag dann den drei Rentnern wieder ein Trost sein, weshalb sie dann auch das Lied der Hamas zusätzlich singen, mit krakeliger Schrift, mit entsetzlichen Propagandabildchen.

Krieg, Hass, Judensau (reblog)

Wieder ein Reblog von TiN, ursprünglich erschienen im November 2012, auch wenn dieser Artikel dort inzwischen verschwunden ist.

(DAS Beispielbild für Gewalt aus ideologischen Gründen, ursprünglich nicht Teil des rebloggten Artikels)

Krieg, Hass, Judensau

Ein Gastbeitrag von Robert Cohn

Ich bin ein jüdischer Dichter. Ich habe überhaupt kein Problem damit, weder mit dem Dichten, noch mit dem Judesein.

– Wenn ich nicht dichte, geht’s mir nicht gut – also dichte ich. Schließlich isst und schläft man auch, nicht?

– Ich halte die Mitzwojss, die jüdischen Gebote, so gut ich kann. Manchmal halte ich sie mehr, manchmal etwas weniger mehr, aber meine Übertretungen, sofern, sind wohl nicht so schlimm. Ho’Schejm, der Ewige, der alles gemacht hat und es dann laufen ließ, möge es mir nachsehen. Er sieht vieles nach.

Er lässt es zu, dass derzeit in nur zehn Novembertagen ganze tausendzweihundert Raketen auf Israel fallen, abgeschossen von irgend welchen Leuten aus der Provinz, die Juden hassen. Das ist Krieg, wieder einmal, ca. der zehnte Krieg gegen die Juden in nur siebzig Jahren. Wobei Juden noch nie diese Kriege selbst begonnen haben. Begonnen werden sie immer von den Hassern – mal von diesen, mal von jenen.

Hoffentlich passt er auf, Boruch Ho’Schejm!, dass so wenige Juden wie nur möglich elend sterben müssen…

Ein HaSS-Rentner aus Dortmund, ein Erhard Arendt, den ich nicht kenne, der mich nicht weiter interessiert und mit dem ich nichts zu schaffen habe, stellt mich jetzt auf einer Montage als Judensau dar. Er hasst Israel, und er hasst die Juden. Er behauptet auf seiner Webseite, die wohl nach Höherem strebt, Juden seien Herrenmenschen, und aus dem Holocaust müssten Deutsche wie er Folgendes lernen: Dass man Israel abschaffen und den Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland verjagen soll, und was sonst noch alles.

Warum macht er das?

Weshalb bin ich, irgendein dichtender Jid von irgendwo aus Paris, für diesen egalen Typen aus der Provinz des Ruhrgebiets ein Judenschwein?

Wieso schießen die egalen Typen aus der Provinz von Gaza seit Monaten Raketen auf israelische Ortschaften, sodass das Goldene Jerusalem jetzt langsam zu Jeruschalajim-schel-barsel (Jerusalem, die Eiserne) mutieren muss?

Wozu tun die das?

Wieso hat der Mufti von Al-Quds (ein Jargon-Ausdruck für Jeruschalajim-schel-sahav, Jerusalem die Goldene) zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Berlin höchstpersönlich dafür gesorgt, dass fünftausend jüdische Kinder nicht durchs Rote Kreuz außer Landes gebracht, sondern bestialisch ermordet wurden?

Dieser Mufti, sein Name sei ausgetilgt, war Arafats Mentor, und noch heute werden seine Sprüche und Taten von vielen Palästinensern begeistert verherrlicht, ganz offiziell.
Warum machen die das?

In der Straße, in der ich lebe, öffnete vor ein paar Jahren ein Geschäft für Thor-Steinar-Klamotten, das einem Neonazi gehörte. Die Nazis setzten sich dort fest, wollten andere Geschäfte übernehmen, wollten die Gegend dominieren. Ich habe einmal den Fehler begangen, mit einer Jarmulke auf meinem Kopf durch meine Straße zu gehen, wurde erkannt, und fortan war ich da Zielscheibe. Wenn ich auf der anderen Straßenseite weiter zum Einkaufen ging, brüllten die Nazis herüber “Juuudensau!!”, und rannten hinter mir her. So ging das ein Jahr und länger. Bis sie mich einmal Nachts en passant erwischten und ich demoliert, getreten und bespuckt grad noch davonkam. Vor Gericht wurde der Obernazi dann freigesprochen.

Wieso machten die das?

Und wieso hat der Richter (immerhin im Hamburger Landgericht) mit einem Freispruch geurteilt?

Nach den Gerichtsverhandlungen lauerten mir ca. zwanzig Nazis draußen auf. Ich entkam immer, weil ich das kann.

Wozu machten die das?

Der HaSS-Penner aus Dortmund, übrigens ein völlig unmaßgeblicher Patron, der sonst keinen interessiert, giftet seit Jahren hilf- und sinnlos gegen Juden und gegen den Staat Israel, wie er nur giften kann.

Wozu?

Der Walter Hermann aus Köln, übrigens auch er ein völlig marginaler Typ, betreibt dort vor dem Dom seit Jahren eine sogenannte Klagemauer, auf der u.A. ein Jude dargestellt wird, der mit Messer und Gabel ein arabisches Kind isst und sein Blut säuft.

Wieso macht er das?

Fragen über Fragen… nein, immer die SELBE Frage.

Warum machen die das? Warum rufen so viele zu BDS (Boycott, Divestment, Sanctions) gegen Israel auf?

Sie sehen es als Sport, als outrierten Aktionismus, als Ornament ihres leeren Leben und hohlen Selbsts, sie fühlen sich durch ihren Hass auf Juden aufgewertet, weil sie sonst nichts haben.

Aber wozu?

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Update: es gibt noch einen zweiten Artikel zu diesem Thema, erschienen im April 2013.

 

Ein Jude, erlöst, weil tot (reblog)

Der insgesamt sechste oder siebte (wenn man den vor einiger Zeit rebloggten Artikel mitzählt) Teil der von TiN rebloggten Artikelserie von Robert Cohn, erschienen im April 2014. Über eine antiquarische Figur und [Diplomatensprech] interreligiöse Spannungen [/Diplomatensprech] (also Bekehrung mit dem Schwert und deren Rechtfertigung).

Leider habe ich kein Bild von der Statue, deswegen noch ein paar Philosophiebücher

Ein Jude, erlöst, weil tot

Ein Gastbeitrag von Robert Cohn

Von der Heiligkeit zur Verkehrung ins Gegenteil

Heiligkeit entsteht im Auge des Betrachters, wenn man nicht achtgibt. Im Judentum wird Heiligkeit seit je her auf einen einzigen Punkt im Kosmos reduziert, um die menschliche Subjektivität und die folgende, beliebige Ausweitung von Heiligkeit unmöglich zu machen. Seit der Zerstörung des salomonischen Tempels in Jerusalem durch die Römer im Jahr 70 ist G“tt jüdischerseits nicht mehr an einen prächtigen, aufwändigen, verehrten und massenhaft begangenen Ort gebunden: Seitdem wir unseren heiligen Ort verloren, definierten unsere Weisen, dass G“tt im Buchstaben anwesend ist, in jedem Buchstaben der Torah, in der menschlichen Ethik des Judentums.

Sonst ist jüdischerseits außer G“tt nichts heilig, es gibt keine heiligen Männer, keine heiligen Bilder. Heiligkeit soll sich nicht ausweiten, Heiligkeit soll sich nicht subjektivieren, soll keine menschliche Komponente bekommen. G“tt braucht keine Stellvertreter.

Seit der Zeit Jochanan ben Sakkais, der das Judentum nach der Zerstörung des Tempels, nach dem Tod der weitaus meisten Priester (Kohanim) und Religionsgelehrten (Peruschim und Zaddikim) und der nahezu völligen Ausmordung des jüdischen Volkes rettete, lebt G“tt für die Juden allein in jeder einzelnen Torahrolle.

Seit dieser Zeit der Reduktion nein Konzentration des Heiligen auf einen außermenschlichen Punkt ist das Judentum demokratisiert, ist es ethisches Allgemeingut aller Juden ohne Hierarchie geworden, ohne Entscheidungsgewalt Einzelner und Mächtiger, ohne prächtige und somit ausschließende Kulte, ohne heilige Gegenstände mit Selbstzweck, ohne innere Antimodernität – und vor Allem ohne Subjektivität.

Subjektivität des Heiligen entsteht übergangslos da, wo Heiliges an Orte oder an Gegenstände gebunden wird. Es besteht ein jüdischer Abscheu vor heiligen Bildern – weil Heiligkeit auf die Weise instrumental, von Hybris durchsetzt und benutzbar wird.

Mit subjektiver Heiligkeit lässt sich allerhand anstellen. Manches wird dann heiliger als anderes, der Einzelne wirft sich vor Bildern nieder, unterwirft sich der vermeintlichen Macht dieser Bilder, wird abhängig. Solche Bilder sind immer menschengemacht, sie spielen mit Interpretationen und Illusionen, sie setzen Normen, sie tragen alle Dominanz und allen bösen Trieb, dessen der Mensch nun mal fähig ist. Heilige Bilder verleiten dazu, G“tt Eigenschaften zuzuschreiben, sie verleiten zu orgiastischen Gefühlen, zu Abhängigkeiten, zu religiösen Aufwallungen und damit zum Hass gegen das vermeintlich weniger Heilige.

Indem einer glaubt, etwas besonders Heiliges zu besitzen, liegt sein nächster, konsequenter Schritt in der Verachtung des weniger Heiligen. Wo man weniger Heiliges verachtet, verachtet man auch Menschen.
Alles, was in der Torah steht, rät uns davon ab.

Der große Weise Jochanan ben Sakkai, dessen Namen sich nicht genug rühmen lässt!, hat das einzig Richtige getan.

So begab sich das Judentum auf den direkten Weg zur Moderne, und so hat das Judentum bis heute überlebt – anderenfalls wäre es untergegangen, und es gäbe seit zweitausend Jahren keine Juden mehr. Alle anderen antiken Völker gingen unter, nachdem ihre zentralen Heiligtümer zerstört waren. Keines außer den Juden blieb übrig.

Von einer Jesusstatue zur Vernichtung lebender Juden

Ich habe hier eine kleine Statue. Sie kostete 22,90 Euro bei Ebay – Bilder haben eben einen Preis, manchmal exorbitant, manchmal mehr für die Portokasse, und dieser Preis wiegt ein größeres Abendessen auf. Er zeigt den vermeintlichen Wert eines Bildes, dem Markt unterworfen. Die Statue ist sehr schön, frühes achtzehntes Jahrhundert, wohl eine ehemalige Altarfigur, Teil eines früheren Ensembles, süddeutsch oder österreichisch, aus nachgedunkeltem Lindenholz. Auf den Fotos, die wohl jemand mit dem Mobiltelefon geschossen hatte, wirkte sie wie einer der jüdischen Propheten, wie ein Wandernder. Wegen dieses unwiderstehlichen Windschwungs ohne Schwere im Gewand wie auf Gemälden von Watteau, die selbe Epoche. Eine leichte S-Bewegung bringt Leben, und das Gesicht ist – verzückt. Ein religiös verzückter Jude, nanu? Dass es der auferstandene Jesus ist, sah ich beim Öffnen des Pakets. Problem für mich?, nein, es ist Kunst, und immerhin a Jid. Aber er ist tot. Das ist das Problem.

Das ausdrucksstarke, freudige, intim bewegte Gesicht zeigt deutliche Augenhöhlen wie bei einem Totenschädel. Der ist ein toter, schwebender Jude, der erlöst worden ist, indem man ihn getötet hat – und langsam nach dem Öffnen des Pakets, als die Statue auf meinen Küchentisch lehnte, wurde mir klar, was das bedeutet.

Das wollten sie nämlich von uns. Dass wir endlich geschlachtet werden, damit wir im christlichen Jenseits von Welt aufgehen und wie Jesus erlöst werden – ein heilig orgiastisches Bild, vor dem man sich niederwirft und sein Ich aufgibt. Sie klebten an uns, sie ließen uns nicht los, sie meinten es so gut mit uns. Jedoch lebende Juden, die nicht die christliche Erlösung annehmen und nichts mit einem Jenseits und einem Heilsversprechen zu tun haben wollten, das ging doch nicht!, diese Juden bedeuteten den unerträglichsten Widerspruch zur christlichen Überzeugung, dass dieser Jesus als Messias nun mal alle Menschen erlöst habe. Just zu dem Zweck sollte das Judentum doch da gewesen und vergangen sein, zu diesem Zweck, zu keinem anderen.

Sie wollten uns tot sehen, weil sie uns Trotz aller Versuche und Trotz aller bildergebundenen, religiösen Aufwallung nun mal nicht mit Gewalt und nicht mit schönen Worten missionieren konnten. Wir waren einfach nicht loszuwerden!, wir waren noch immer da!, wenige und überall verstreute, dürftige, entrechtete und dezimierte Juden, die halsstarrig und voll anmaßender Frechheit und Starrsinn ihrem längst überwundenen, falschen Gesetz anhingen, dem ‚Alten Bund‘. Für die Anhänger des ‚Neuen Bundes‘, der den alten längst besiegt und verklärt und verjenseitigt und alles neu definiert hatte („Siehe, ich mache alles neu!“), bedeutete die jüdische Fortexistenz in der Welt eine unerträgliche Provokation. Sie verspottete das Götterabbild des toten Juden am Kreuz. Schon der Evangelist Johannes hasste deshalb die Juden, Tertullian hundert Jahre später hasste sie systematischer, der heilige Chrysostomos (heißt Goldmund) rief wieder etwas später zur Ermordung aller Juden pro bono auf, und im Hochmittelalter, als noch immer Juden übrig waren, fielen die Kreuzfahrer im Rheinland in drei Städten zuerst über die Juden her und massakrierten alle, die sie erwischten. Bis zu den Talmudverbrennungen und Pogromen im 13. und 14. Jahrhundert und bis zu den Austreibungen aus West- und Mitteleuropa im 15. und 16. Jahrhundert, bis zu den Tiraden Luthers, dass man alle Synagogen und jüdischen Bücher verbrennen möge, und immer so weiter.

Aber wir waren einfach nicht totzukriegen. Trotz ubiquitärer Kruzifixe mit dem gequälten und toten Juden Jesus in allen Kirchen, an allen öffentlichen Orten und in fast allen Wohnhäusern, trotz zahlreicher christlicher Feste und Begängnisse, die von einem toten Juden handeln – es lebten noch immer reale Juden, die weiter nicht tot oder missioniert sein wollten, die weiter jeden Tag Torah lernten, die den Talmud diskutierten, die lernten und vermehrten, was ihre Weisen geschrieben hatten, die weiter forschten und dachten, und die Trotz fremder Missionswut und fast alltäglicher Gewalttätigkeit einfach nicht aufgaben.

Man stellte sich die endliche Erlösung der Juden von ihrem Judentum schön vor. So schön wie diese Statue aus dem Barock. In genau der Zeit, als sie geschnitzt wurde, hat Johann Andreä Eisenmenger 1711 ein epochemachendes Buch veröffentlicht mit folgendem barocken, sensationslüsternen und von Stolz zerfressenen Titel, der nichts zu wünschen oder zu deuteln übrig lässt (man verzeihe mir das lange Zitat des Titels):

„Entdecktes Judenthum; Oder Gründlicher und Wahrhaffter Bericht, welchergestalt die verstockten Juden die Hochheilige Drey-Einigkeit lästern und verunehren, die Heil. Mutter Christi verschmähen, das Neue Testament, die Evangelisten und Aposteln, die Christliche Religion spöttisch durchziehen, und die gantze Christenheit auff das äusserste verachten und verfluchen: dabei noch viel andere, bißhero unter den Christen entweder gar nicht oder nur zum Theil bekannt gewesene Dinge …; alles aus ihren eigenen und zwar sehr vielen mit grosser Mühe und unverdrossenem Fleiß durchlesenen Büchern mit Ausziehung der hebräischen Worte und derer treuen Ubersetzung in die Teutsche Sprach kräfftiglich erwiesen und in zweyen Theilen verfasset, deren jeder seine behörige, allemal von einer gewissen Materie außführlich handelnde Capitel enthält; allen Christen zur treuhertzigen Nachricht verfertiget und mit vollkommenen Registern versehen. – (Frankfurt/Main 1700, Berlin 1711, Königsberg 1711, (übersetzt) London 1732, Berlin 1740, Wien 1752)“.

So erlebte die watteausche Ästhetik und künstlerisch schöne Seite der Erlösung ihre todbringende Konsequenz, ihre theatralisch hässliche Seite. Das Buch mit über zweitausend Seiten bekam zahlreiche Auflagen und Übersetzungen. Es gilt als Standardwerk und Auftakt zum modernen, systematisch wissenschaftlichen Judenhass, genannt Antisemitismus, der sich permanent mit den paar Juden beschäftigt und beschäftigt, der planmäßige Ausrottung betreiben will und der alles, was er über die Juden in Erfahrung bringen kann, gegen sie verwendet bis zur Endlösung.

Das achtzehnte Jahrhundert, le siècle des lumières, bewegte sich in der Spannung zwischen ausuferndem Dogmatismus, Unsicherheit, Kritik und nüchterner Aufklärung. Das Christentum überwand langsam, spät und mühevoll seine inbrünstige Erlösungsbedürftigkeit gekoppelt an die Judenbesessenheit Die Aufklärung siegte außerhalb und innerhalb des Christentums – aber sie übernahm überall, wo sie gilt, die alte christliche Vorstellung, dass es eine naturgegebene Abfolge der Geschichte vom Einfachen zum Vollkommenen gebe, und dass das Judentum wider die Natur und überholt sei. Früher gottgegeben, heute naturgegeben.

Daraus speist sich die heutige Ablehnung so vieler Aufgeklärter: Ablehnung des Landes Israel (Erez Jissroejl) als jüdischem Staat, als Heimstätte für die Juden. Die Aufklärung behauptet in bestanzunehmender Absicht, dass alle Menschen gleich und gleich gut seien, und dass es keine Zuwiderhandlungen gegen die allgemeine kulturelle Gleichheit geben dürfe. Also sei Israel ein künstlicher Anachronismus, noch künstlicher als andere Staaten ohnehin!, und die Juden werden da womöglich rückfällig… weswegen gerade die besonders Aufgeklärten unter den Besserwissern nie aufhören, sich mit diesem winzigen Israel (0,01% der Weltbevölkerung!), mit seiner Widernatur und seinen Verachtungen, Verfluchungen und Unthaten zu beschäftigen, zu beschäftigen und zu beschäftigen.
Schon Eisenmenger verramschte fast die Hälfte seiner Lebensjahre für seine akribische Schmähschrift gegen die Juden, so unfassbar wichtig war ihm das. Auch die heutigen kleinen Eisenmengers verpulvern Lebenszeit und sinnlosen Schweiß mit der endzulösenden Judenfrage.

Früher Pogrome, Zwangsmissionierung und Inquisition, heute linker, rechter und islamischer Hass, UNO-Resolutionen und BDS („Boycott, Divestment, Sanctions“). Sie wollen dieses Israel tot sehen, damit endlich der erlösende Heilsplan des allgemeinen Weltfriedens und Weltendes anbrechen möge. Und sie bezeichnen den Zionismus als Rassismus, obwohl er die Bürgerrechtsbewegung der Juden ist, und sie werden nicht müde, Zionisten als halbe oder ganze Nazis zu bezeichnen.

Theodor Herzl als vernünftiger Aufklärer glaubte, dass diese katastrophale jüdische Sonderrolle als Paria unter den Völkern endlich verschwinden werde, so bald die Juden ihren Staat hätten. Er irrte sich. Israel ist der Jude unter den Staaten.

Vom islamischen Bilderverbot zur Propheten-Besessenheit

Wie kommt es im Islam zu diesem allgemein grassierenden, befohlenen und inbrünstig gelaubten, monströsen Hass gegen Israel und gegen die Juden, indem islamischerseits doch ein ähnliches Götterbilderverbot herrscht wie im Judentum, und indem ein toter, erlösender Jude im Koran doch gar keine Rolle spielt?

Ein einziges Beispielzitat von hunderten (ja von hunderten solcher Aussprüche allein in diesem angefangenen Jahr!) mag hinreichen. Der pakistanische Kleriker mit dem ellenlangen Prachtnamen Pirzada Muhammad Raza Saqib Mustafai, der sehr weit entfernt von Israel lebt und der im Leben nichts mit Juden zu tun hat, verlautbarte 2012 öffentlich als islamische Lehrmeinung:

„When the Jews are wiped out … the sun of peace [will] begin to rise on the entire world.“

Dieser mörderische, chiliastische Judenhass, von dem der Islam weder loskommen will noch kann, beruht auf einem Schlüsselbericht. Er steht im Koran, gilt also islamischerseits als unkritisierbar, als untilgbar und als unantastbar. Er ist unkaputtbar mit der Vorbildrolle des Propheten Mohammed für jeden einzelnen Moslem verknotet.

Dieser Bericht ist sehr einfach, ja platt, erschreckend simpel, und er geht so:
Der Prophet Mohammed (der seinen Lebensunterhalt als Söldner und als Anführer räuberischer Beduinen verdiente) wurde wegen seines religiösen Ehrgeizes von seinem Stamm in Mekka ausgeschlossen. Er ging nach Medina, ein Ort, der mehrheitlich von arabischen Juden bewohnt wurden, die meist Handel trieben und als ordentliche, angesehene Leute galten. Weil die Medinaer Juden sich jedoch dem Mohammed religiös nicht anschließen, sondern einfach Juden bleiben wollten (nichts Neues unter der Sonne!), ließ Mohammed den ganzen jüdischen Stamm massakrieren, die Banu-Kuraisa s“l, Ehre sei ihrem Andenken. 600 bis 900 bestialisch Ermordete, die halbe Stadt! Die übrigen Frauen und Kinder verkaufte er in die Sklaverei.

Das ist die ganze Geschichte: Keine Nebenbedeutungen, kein doppelter Boden, keine Überraschungen und keine Ethik – eine simple Lagerfeuergeschichte zum Gruseln, darin nur das Grauen, die Lust am Morden und an der Rache. Religion? Wo ist das Gute? Wo die Menschlichkeit?

Seitdem fühlt man sich im Islam ungeteilt stolz auf dieses Massaker, dem bald weitere und weitere folgen sollten. Der klassische koranische Islam (es gibt keinen anderen Islam, auf den zu bauen wäre) sieht die Juden seit Medina kollektiv als Verräter, weil sie sich in Medina nicht dem Mohammed anschließen wollten. Der Islam (Sunniten und Schiiten und alle fünf Rechtsschulen) vertritt folglich als Lehrmeinung, dass die Juden entweder analog zu Mohammeds Massaker getötet werden müssen, oder er fordert analog zum Kriegszug der Moslems im siebten Jahrhundert die restlose Unterwerfung und Demütigung der Juden. Und dann aller weiteren Ungläubigen. Tertium non datur.

Man lebt dort im siebten Jahrhundert – es ist Gegenwart. Als arabischer Jude aus Medina müsste ich nun ausrufen: Unsere Banu-Kuraisa, unsere Brüder und Schwestern, wurden gestern massakriert, und die Mörder brüsten sich, rasen vor Lust, sind stolz auf sich, rufen „Allahu Akbar!“ und wollen weiter metzeln.

Wie kommt es zu diesem zeitlich stillstehenden, ewig gewünschten, seit vierzehnhundert Jahren prolongierten, islamischen Furor des eliminatorischen Hasses auf die Juden: Weil der Prophet Mohammed im Islam eine gottähnliche Bedeutung hat. Er war zwar ein Mensch, er war ja nicht Allah. Mohammed gilt jedoch als vollkommen, als vollendet, er gilt in jeder Faser und in jedem Wort und jeder Tat als unwandelbares Vorbild für jeden einzelnen Moslem. Kritik an Mohammed?, unmöglich. Bezweifelung, dass Mohammed immer richtig gehandelt habe?, dann ist man im Islam ein Verräter.

Islamischerseits bleibt man also von einem Götterbild besessen, vor dem man sich niederwirft – das bildlose, sündlose, vollkommene, alles bestimmende, alles fordernde Götterbild des Propheten. So wirkt er, der Götzendienst.

Die Christen haben es nach Jahrhunderten äußerster Mühe und Rückschlägen weitestgehend geschafft, die Allgewalt ihrer Bilderverehrung, ihres Götzendienstes und damit die Fremdbestimmung zu überwinden.

Die Moslems, sofern sie ohne existierende Rückendeckung vom Glauben abfallen und sich damit in Lebensgefahr bringen, sind von dergleichen Überwindung Lichtjahre entfernt.

Ausblick

Wir gehen herrlichen Zeiten entgegen. Israel und die Juden müssen aufpassen wie 1933, damit sich die Schoah nicht wiederholt. Die so moderne, so demokratische und so säkulare westliche Welt steckt voll mit Verharmlosern, Apologeten, Halbgebildeten, Gutfindern und Blindmachern, die dem Totalitären was abgewinnen.

Nur ein paar normal groteske Beispiele jetzt zum Schluss für dieses Genre des dienenden Personals quer durch die Zeiten:

Unterstützer des Islamismus wie der Politikaster George Galloway, wie der untüchtige Halbjournalist Jakob Augenstein, wie der unkomische Nischenclown Dieudonné oder wie der abgebrochene Radiosprecher Ken Jebsen (den man sicher nicht kennen muss) wären im 14. Jahrhundert Vagantenmönche gewesen, die sich für Judenpogrome bezahlen ließen. Galloway und Jebsen (den man sicher nicht kennen muss) definitiv auf der Schläger- und Brennerseite, Herr Augenstein mehr auf der Einpeitscherseite der Barfüßer- und Geißlerprediger, und Dieudonné hätte überlebende Kinder und Frauen in Kisten gepfercht und sie den Sarazenen als Sklaven verkauft.

Im 17. Jahrhundert wären diese Herren entlaufene Söldner gewesen, die sich etwa beim Fettmilch-Pogrom in Frankfurt bereichert hätten, Herr Augenstein mehr auf der Seite des Geschmeides, Galloway definitiv auf der Seite von Schmalz und Bier, Dieudonné mal wieder überlebende Frauen fangend, um sie an Harems in den Barbareskenstaaten zu verhökern, hingegen Jebsen (den man sicher nicht kennen muss) draußen Schmiere stehend und den drei anderen wegen seines Anteils auflauernd, den sie ihm unterschlagen haben.

Endlich im 19. Jahrhundert wäre Herr von Augenstein ein antisemitisierender Hilfsdozent geworden, der aber nach Höherem strebte, Galloway sein stichwortgebender Kammerdiener, Dieudonné hätte beiden die Anekdoten über die Juden als Sklavenhändler geliefert, und Jebsen (den man sicher nicht kennen muss) hätte Herrn von Augensteins schlechte Zeitungsartikel Nachts weggeklaut und für seine eigenen ausgegeben.

Na und heute, im 21. Jahrhundert, das wahrlich weiter sein sollte!, das aber den alten Mist wiederkäut und wiederkäut, wurden sie just das, was sie halt heute sind: Ein salonantisemitisierender, pathetischer, schaumschlagender Halbjournalist (Herr Augenstein), ein gekünstelt geifernder, augenrollender, gewollt provinziellen Dialekt sprechender, von Mullahs bezahlter, antizionistischer Scharfmacher (Galloway), ein äußerst unkomischer, äußerst eitler und äußerst judenhasserfüllter Neumoslem und Ruminator, mit dem weiter nichts ist (Dieudonné), und ein agitierender, antiisraelisierender Trittbrettfahrer, der überall da was abstaubt, wofür sich andere zu schade sind (Jebsen, aber den muss man sicher nicht kennen).

Nu, passt.