Archiv der Kategorie: Kein Smalltalk

Gerd Buurmann, der mit der Wahrheit lügt (reblog)

Ein Gastbeitrag von Robert Cohn.

1.
Am 2. Oktober 2017 gegen 13 Uhr hat der Schauspieler, Aktivist und Blogger Gerd Buurmann zehntausend meiner Texte vernichtet: Ohne Not, ohne Anlass!, ohne Nutzen für niemanden. Diese Textvernichtungsorgie wärmt die Bücherverbrennungen von 1933 auf schauderhafte Weise wieder auf.

Ich habe von 2011 bis 2017 in Buurmanns Blog Tapferimnirgendwo. wordpress. com etwa zehntausend Kommentare geschrieben, manche kurz, manche lang, manche noch länger. An manchen saß ich eine Stunde oder mehr, an meinen Gast-Artikeln für den Blog saß ich noch länger. Buurmann hat sie alle gelöscht. Mit einem Knopfdruck. Auch die Gast-Artikel. Warum: Weil er verachtet, was andere Leute leisten (Artikel), und was sie mit anderen Leuten erdenken (Dialoge). Seitdem kann ich kaum mehr schlafen. Ich bin Schriftsteller, und wer meine Texte vernichtet!, der vernichtet MICH.

2.
Aber ich muss diesen Text über die Vernichtung anders anfangen, denn es geht nicht bloß um Texte. Es geht darum, dass Buurmann, der deutsche Schauspieler und Aktivist in eigener Sache aus Köln, sein Blog auf schauderhaft deutsche Weise JUDENREIN gemacht hat. Meine Artikel waren jüdische Artikel, auch David Serebrjaniks Artikel waren jüdisch, und etwa vier Juden, darunter zwei Holocaustüberlebende!, schrieben dort Kommentare über Jahre. Buurmann, der offensichtlich nur zum Zweck des eigenen Ruhms und sonst bloß aus strategischen Gründen in der Theorie für Juden eintritt, hat in der Praxis alles weggemacht. Sein Blog ist seit dem 2. Oktober 2017 gegen 13 Uhr JUDENREIN.

Buurmann tritt in der Praxis für überhaupt nichts ein außer für die Vermehrung seines eigenen Glanzbildes. Er hat alles Jüdische aus seinem Blog hinausgetreten. Buurmann ist ein glänzender Judenreinmacher. Der Führer wäre stolz auf ihn.

3.
Nein, dieser Text über die vernichteten Texte muss anders beginnen, denn es geht nicht nur um Texte, um’s Judenreinmachen oder gar um mich – obwohl ich der Einzige bin, der durch den irrsinnigen Knopfdruck eines Großschauspielers, Falschspielers und Egomanen die völlig irrsinnige Anzahl von ZEHNTAUSEND Texten verloren hat. Es geht um viele, viele tausend Texte von zwanzig bis dreißig klugen, herzlichen, gebildeten Leuten, die dort miteinander über Jahre dialogisierten. Alles ist weggemacht… es waren insgesamt etwa hunderttausend Texte, vielleicht mehr.
Hunderttausend ist eine Eins mit fünf Nullen.
Hunderttausend Texte sind mehr als man sich vorstellen kann!, gedruckt ständen sie auf vielen tausend Seiten.
Viele tausend Seiten aus Gedanken, die sich viele kluge und beherzte Leute über Jahre miteinander und gegeneinander gemacht haben, sind seit dem 2. Oktober 2017 gegen 13 Uhr VERNICHTET.

Ferner: Der Subtext, die Verknüpfungen zwischen diesen hunderttausend Texten, die zwischen den Zeilen standen, thematische, sachliche, personelle, sinngemäße oder sinnsuchende Verknüpfungen, sind VERNICHTET. Hunderttausend Texte mit inhärentem Subtext personeller, thematischer, karikierender usf. Art, wie viele Druckseiten sind das-? Eine ganze Bibliothek. Buurmann der Vernichter, Buurmann der Judenreinmacher, Buurmann der Bühnen-Priapos hat das alles weggemacht. Wer hat je eine solche Vernichtungsorgie gesehen? Ich war live dabei. Eine Massenbücherverbrennung hat da stattgefunden. Auf Knopfdruck.

Ich will den Mann erwürgen, der das getan hat.
Dieser Mann ist ein Textevernichter und damit ein Menschenvernichter. Es läuft sofort Blut von den Wänden, wenn ein Mann wie dieser nur ein Fitzelchen Macht in die Hand bekommt. Buurmann, die asoziale Rampensau, besitzt faktisch nirgendwo reale Macht, außer in seinem Blog. Diese Macht hat er auf widerlichste Weise benutzt, um es auf Knopfdruck JUDENREIN, vergangenheitslos, seelenlos und menschenleer zu machen.

Nutzen… Nutzen! Cui bono? Dieser Mann hat aus seiner Vernichtungsorgie nicht einmal einen persönlichen Nutzen gezogen. Er hat ja selbst überhaupt nichts davon: Da war dieser kurze Moment des buurmannschen Knopfdrucks, wohl des Triumphs, das war alles. Dieser Mann verdient daran keinen müden Cent!, er gewinnt dadurch kein Fitzelchen Ansehen, kein Stück Würde und kein Nix von Irgendwas. Er hat selbst so erbärmlich wenig Nutzen davon, so wie jene keinen Nutzen hatten, die im Mai 1933 überall im deutschen Reich Bücher verbrannt haben. Warum haben jene das getan: Weil sie es konnten. Warum hat Gerd Buurmann das getan: Weil er es konnte. So ist sie, die Sinn- und Nutzlosigkeit und die Banalität der Kulturvernichtung.

Ich war live dabei!, vor meinen Augen ist es geschehen. Eben stand noch alles da, eine Sekunde später stand NICHTS mehr da. Was viele kluge und herzliche Leute über Jahre miteinander und gegeneinander erdacht, analysiert, karikiert haben, dazu meine gesammelten zehntausend Gedanken aus sechs Jahren!, ist WEG, so als ob es nie gewesen wäre.

Wer live dabei war wie ich, müsste gesehen haben, WIE so eine Vernichtungsorgie geschieht und was in demjenigen vorgeht, der sowas tut. Er müsste gesehen haben, WAS da passiert ist. Aber NICHTS habe ich gesehen.
Etwa so wie bei einem Mord, den ich mit angesehen hätte-.

Buurmann mailte mir nach erfolgter Tat bloß dieses denkwürdige Sätzchen: „Es gibt keine Kommentare mehr. Salut.“
Dieses leere, textmörderische, völlig sinnlose Momentsätzchen des Momenttriumphs strebt auf das Wort Salut zu. Ah? Ich hatte Buurmann zuvor noch nie das Wort Salut schreiben sehen. Hat er es für eine besondere Gelegenheit aufgehoben? Was heißt Salut auf deutsch: HEIL. Das ist der Sinn des Sätzchens.

Wer ist dieser Buurmann? Ich kannte ihn; er hat jahrelang behauptet, er sei mein Freund. Buurmann war der falscheste Freund, den ich je hatte. NICHTS weiß ich über Buurmann. Der Mann ist mir fremder als ein Stein vom Mond.

4.
Mais non. Ich muss diesen Text über die Vernichtung von Texten anders beginnen!, nämlich chronologisch, sonst versteht man ja nichts. Man versteht ja gar nicht, was da wann und unter welchen Umständen passiert ist, oder warum.

– Wofür steht überhaupt dieses Blog Tapferimnirgendwo: Bloggerbekanntheit gewann Buurmann durch seinen jahrelangen Kampf gegen die amtlich geduldete, antisemitische, proterroristische und israelhassende Dauerdemonstration des Rentners Walter Herrmann auf der Kölner Domplatte von 2010 bis 2015. Je mehr Artikel er darüber schrieb, und er schrieb hunderte, um so mehr wurde er öffentlich wahrgenommen und geehrt: Die proisraelische Seite der Öffentlichkeit nahm von ihm Notiz, von Berlin über Jerusalem bis Los Angeles.

Was will Buurmann: Wahrgenommen, bewundert, beklatscht und geehrt werden. Er will beachtet werden. Er will eine Großrolle spielen, darunter macht er’s nicht. Die Ichsucht und das Durchdrungensein von Bühnenpräsenz tropfen ihm aus jeder Zeile, die er schreibt: ICH-ICH-ICH.
Die antiisraelische Seite der Öffentlichkeit besaß schon ihre Protagonisten und Märtyrer, also war für Buurmann da nichts mehr zu holen. So hat er sich auf die proisraelische Seite geschlagen als scheincooler Scheinrebell, Scheinliberaler, Scheinfeminist, Schein-Entertainer und Scheinschwuler, um für sich Punkte zu machen und um Aufmerksamkeit und Applaus zu kriegen.

Buurmanns Kampf gegen die notorischen Herrmannschen terroristischen Pappen auf der Kölner Domplatte, mit dem er ein Großblogger wurde, war ein Kampf zum Schein. Er hat niemanden für die Ziele dieses Kampfs mit eingespannt, obgleich es an Angeboten nicht fehlte, denn dann hätte er etwas Ruhm an Andere abgeben müssen. Und er ist nie physisch tätig geworden: Das hätte zwar dem Kampf gegen die Sache genützt und ihn vielleicht entschieden, aber es ging Buurmann nicht um die Sache! Dass Walter Herrmann über Jahre von niemandem gestoppt wurde, hat Buurmann für sich selbst ausgenutzt.
Dafür und rein dafür steht das Blog Tapferimnirgendwo, für nichts sonst.

So wie es Buurmann auch nicht um Israel geht, das zweite und seit Walter Herrmanns unrühmlichem Ende das letzte seiner Dauerthemen, nicht? Es geht ihm nicht um das Ansehen Israels-als-es-selbst. Buurmann findet Israel „geil“, und warum: „Weil ich dort so sein kann, wie ich bin.“

Es geht ihm beim Thema Israel ausschließlich um sich selbst, weil er geil ist. Da sind manchmal diese Fotostrecken von ihm und Israel!, es sind geile Selfies, vorne ist Buurmann, immer penetrant Buurmann, und hinten ist ein bisschen austauschbares, aber buurmanngeiles Israel.
Buurmann-einfach-geil. DAS ist der Inhalt des Blogs Tapferimnirgendwo.

Es ist ihm nichtmal peinlich. Er hat kein Gespür für Peinlichkeit: Er denkt, der Talmiglanz seiner selbst zu Lasten von allem sonst stehe ihm zu.
Wenn Buurmann durch Antiisraelismus bekannter und geehrter oder reich werden könnte, hätte er ja längst Antiisraelismus auf die Allergeilste betrieben. Aber der Israelhass hat ja schon genug institutionalisierte, beamtete, publicitybesessene, rollendurchdrungene, messianische Protagonisten. Also hat Buurmann das andere Feld besetzt. Das ist alles! Tiefere oder gar noblere Gründe hat er nimmermehr.

Buurmann ist ehrlos und hat keinen Kern, er kennt keine Ethik und keine innere Verpflichtung und auch keine Wahrhaftigkeit, er hat oder vertritt überhaupt keine Werte!, er hasst Verantwortung, und Andere sind ihm egaler als egal. Buurmann verachtet sein Publikum, es ist für ihn austauschbar. Buurmann macht für niemanden einen halben Finger krumm, selbst wenn es ihn gar nichts kostet. Er ist ein wahlloser Opportunist, ein rastloser Selbstdarsteller, ein Dauer-Auffallenwoller und ein getriebener Egomane, dem es Nur-Um-Sich-Selbst-geht. Darum lügt er mit der Wahrheit. Er benutzt die Wahrheit über Israel ausschließlich für die Anhübschung und Aufbrezelung seiner öffentlichen Rolle. Die Wahrheit selbst interessiert ihn freilich einen feuchten Kehricht. Buurmann lebt getrieben aus Talmi und für Talmi, und außer etwas Schläue und jeder Menge Gefallsucht ist da gar nichts.

Dieser Vorwurf des absoluten und wertfernsten Opportunismus zum Zwecke des eigenen Ruhms ist zugegebenermaßen der härteste, den man jemandem machen kann. Er lässt sich freilich beweisen!, sonst würde ich mich bei allem persönlichen Groll nicht dazu versteigen.

Wenn dieser Vorwurf nicht zuträfe!, ja?, wenn es Buurmann doch auf die Sache und auf Mitmenschen ankäme!, wenigstens ein bisschen!, ja?: Dann hätte Buurmann die Beiträge einer ganz bestimmten Kommentatorin seines Blogs immerhin geehrt. Sie heißt Caruso, ist eine Dame aus Wien, sie hat den Holocaust überlebt, sie ist 86, sie ist weise und sehr menschlich und sehr herzlich und völlig unverwechselbar, und jeder, der lesen kann, mag sie sehr. Carusos Blog-Beiträge waren Buurmann jedoch völlig egaler als egalst. Die Caruso war ihm völlig egal! Er hat alles von ihr mit einem Knopfdruck und einem leeren Triumph weggemacht – judenrein. Es lässt sich nie mehr ersetzen!, Carusos Gedanken KANN man nicht ersetzen.

Wenn es Buurmann irgend auf die Sache ankäme oder nur ein ganz kleines Bisschen auf das Wohlergehen anderer Leute!, ja?, hätte er auch Abifiz‘ Beiträge immerhin geehrt. Abifiz hat den Holocaust überlebt, er ist eine kluge Seele von Mensch, das sah man in jeder seiner Zeilen. Buurmann hat jedoch auch auf den Abifiz nie reagiert, er hat alle Beiträge der beiden Holocaustüberlebenden auf Knopfdruck vernichtet, ohne Sinn und ohne Verstand und ohne einen Anflug von irgendwas!, bloß weil er es konnte, und wegen des kurzen, leeren, unfassbar dummen Talmi-Moments von Dominanz und sinnloser, abstoßender Selbstüberhebung.
Buurmann ist keinen halben Bupkess Wert.

Ferner hätte Buurmann, wenn der Vorwurf nicht zuträfe!, ja?, mein Theaterstück (Bach oder was trinken wir heute, 2015) wahrgenommen. Er hat sich jedoch geweigert, es wahrzunehmen. Es ist ein jüdisches Theaterstück, und er hat versucht, es zu vernichten, als ich es ihm als Freund (!) zur Beurteilung schickte. Er hat es nicht einmal kritisiert, weder positiv noch negativ, sondern seine Weigerung bestand erst aus einem halbjährigen Schweigen. Dann, als ich zwar freundlich jedoch wiederholt nachfragte, kam von Buurmann völlig unerwartet und durch nichts gerechtfertigt der feindliche Schrei: „F<em></em>UCK YOU!!“
Damit hat er mein Theaterstück zerrissen. Ich hatte ihm nie etwas getan, sondern bin ihm über Jahre ein Freund gewesen.

Das hat man davon, wenn man sich mit Buurmann einlässt. Wer sich mit diesem Bupkess einlässt!, mit diesem falschen Nebbich!, der wird erst benutzt, und dann wird er aus Verachtung vernichtet.

Fazit dieser Absätze des Abschnitts 4 über die Vernichtung: Alles, was Buurmann pro-Israel äußert, ist leere, beliebige Floskel. Er lügt mit der Wahrheit. Was er schreibt in hunderten und aberhunderten Artikeln!, ist nichts als glatte, stolze, gebügelt geschwätzige, verlogene Rollenprosa in eigener Sache. Er spielt die Rolle, pro Israel zu sein, so wie Nathan der Weise (Lessing) oder Shylock (Shakespeare) einfach Rollen sind. Es ist somit sinnentleert und entseelt, was Buurmann äußert, da ist gar kein Kern!, es hat nichts mit der Sache oder mit dem Wunsch nach einer besseren Welt oder mit dem Wunsch nach mehr realer Sicherheit für reale Juden oder nur mit dem Wunsch nach mehr Objektivität zu tun: Weil es ausschließlich um Buurmanns eigene Luxusgeilheit und um seine eigene Wunschglanzrolle geht, die ihm (man verzeihe mir den Griff in Buurmanns eigenes Vokabular) den ultimativgeilen Kick macht.

5.
So funktioniert aber nicht der Anfang dieses Textes über vernichtete Texte, denn so versteht ja keiner, was überhaupt gewesen ist! Was ist denn da gewesen?!, VOR Buurmanns ekelhaft aalglattem Mailsätzchen an mich, „Es gibt keine Kommentare mehr. Salut.“

Da hatte eine Auseinandersetzung stattgefunden, in der ich ihm vorwarf, wegen der Bekämpfung eines Störers überhaupt nicht an seine Community zu denken, sondern nur an sich. Der Vorwurf war berechtigt. Weil der Vorwurf jedoch mit dem unerträglichen Anspruch verbunden war, einmal für Andere zu handeln, zog Buurmann es vor, der Verantwortung auszuweichen und seine Community einfach mal abzuschaffen.
Seine Community hat ihn geschätzt, aber er verachtet sein Publikum.

So hat er gegen 13 Uhr am 2. Oktober 2017 alle hunderttausend Kommentare aus sieben Jahren gelöscht, darunter etwa zehntausend Kommentare von mir, alles, was ich in ganzen sechs Jahren dort gedacht, analysiert und karikiert hatte. Anschließend, weil ich ihn deswegen verflucht habe!, denn er hat alles zerstört, was Andere und ich GEDACHT hatten!, ging er hin und hat alle meine Artikel gelöscht.

Da standen viele Artikel von mir in Buurmanns Blog, der erste von 2011 über meine tätliche Auseinandersetzung mit Walter Herrmann auf der Kölner Domplatte, von 2014 die meisten Artikel, insgesamt etwa zehn Gast-Artikel, vielleicht mehr. Besonders einen meiner Artikel (über die Rolle des Muftis von Jerusalem Al-Husseini für den arabischen Antisemitismus bruchlos bis zur Gegenwart) hatte Buurmann oft ausgeschlachtet, hatte ihn absatzweise in eigenen Artikeln zitiert, ohne es als Zitat kenntlich zu machen, und dann hat er die Quelle gelöscht: Erst Textdiebstahl, dann Spurenverwischen.

Überhaupt Spuren! Keine sind übrig. Alles, was Andere GEDACHT haben, ist vernichtet, kein Anzeichen nirgends, dass da jemand war. Weiße Wüste. Weißes, leeres Rauschen da, wo geordnete, ungeordnete und einander ordnende Gedanken von vielen herzlichen, klugen Leuten gestanden hatten.

Sechs Jahre lang war ich dort schriftlich und seelisch jeden Tag anwesend, und seit 13 Uhr am 2. Oktober 2017 herrscht leere Gespensterwüste. Ich war nie dort. Von meinen Freunden, Bekannten und von allerlei Passanten ist nichts übrig, kein Hinweis, kein Hauch, nichts!, niemand war je dort, die Realität aus Jahren ist WEG, die gemeinsamen und einzelnen und zusammengefassten und unterscheidenden Gedanken sind WEG. Buurmann hat nicht die kleinste Spur übrig gelassen, er hat außer BUURMANN alles vernichtet.

Buurmann ist ein kleiner Holocäustler: Er benutzt erst ein paar Juden, damit sie ihm applaudieren, und dann entjudet er alles. Buurmann hat sich den Juden angewanzt wie einst Adolf Eichmann, der auch erstmal Jidisch gelernt hatte, bevor er seine Pflicht tat. Die Pflicht-Ausrede unterscheidet Eichmann von Buurmann, denn Eichmann tat es um seiner staubigen Selbst Willen wegen der staubtrockenen Pflicht, hingegen Buurmann tat es bloß verächtlich um seiner hochglänzenden Selbst Willen.

6.
Nein, ich muss diesen Text über die vernichteten Texte anders anfangen. Da war ein Raum, wo meine Freunde waren. Dieser Raum ist vernichtet seit dem 2. Oktober 2017 gegen 13 Uhr. Jene, die da schrieben, sind nun in alle Winde verstreut. Nie wieder werden sie sich in diesem Raum versammeln. Niemand war je dort. Wir finden einander nicht mehr.

Buurmann hat sein bisschen Macht so missbraucht, wie man dieses bisschen Macht nur missbrauchen kann, und er hat ein jahrelanges soziales Gefüge vernichtet.
JUDENREIN hat er’s gemacht.

Buurmann ist der falscheste Freund von allen falschen Blendern, die sich je als Gerechte, als Tugendbolde, als Angaschierte, als Moralisten und als Oberlehrer und, ja, die sich als Retter und Beschützer der Juden aufgespielt haben. Jeder Jude, der so einen Beschützer nicht als das falsche Miststück bezeichnet, das er ist!, ach, der muss wohl total meschigge sein.

7.
Ich fange diesen Text über die Vernichtung jetzt nicht zum siebten Mal an, denn er ist zu Ende. Die Vernichtung. Sie kann nicht rückgängig gemacht werden. Nichts ist übrig.

Es fehlt noch die analytische Unterscheidung: Was ist schädlicher, abstoßender, ekelhafter usf.:
a) Wenn einer mit der Wahrheit lügt, oder
b) wenn einer einfach mit Lügen lügt?

Ojwej, man kennt ja die Lügner zur Genüge, die mit Lügen lügen. Man kommt ihnen schnell auf die Spur, denn Lügen, gerade politische!, sind eingermaßen leicht zu durchschauen, sofern man nicht selbst politisch ganz verlogen ist und allzu gern an allerlei Lügen glaubt, wenn sie einem ins Konzept passen.
Wenn jemand jedoch mit der Wahrheit lügt, wird es schwierig mit dem Durchschauen. Man braucht dann nämlich keine politischen Argumente, sondern man muss Beweise über den Verrottungsgrad der Person erleben. Dazu wird man gezwungen, dann.

Die Buurmänner bemühen sich jedoch besonders, grad jene darüber hinwegzutäuschen, die ihnen zu nahe kommen. Sie legen sich zu dem Zweck allerlei hübsche Schein-Eigenschaften zu, etwa eine besonders rutschige Schleimspur, dazu ein paar loorbeerstrotzende öffentliche Tugendboldigkeiten, und sie gerieren sich als ganz besonders untadelige, makellose, ja selbstlose Pächter der Moral, des Anstands und der Liebenswürdigkeit. Dabei sind es nur verlogene Machenschaften zu eigenleeren Selbstzwecken.

Und mit der Wahrheit zu lügen ist ja eine ungleich schwärzere, ungleich verfaultere Täuschung als die bloße Lüge. Nicht? Mit der Lüge zu lügen ist nämlich einfach!, da lügt man einfach los. Jedoch mit der Wahrheit zu lügen erfordert viel mehr Abgefeimtheit und Planung, viel mehr Täuschungsabsicht und Verstellung, viel mehr innere Miesheit auch: Weil die Wahrheit somit auf eine besonders verkommene Weise in den Dreck gezogen, ja mit der Lüge gleichgestellt wird. Mit einer bloßen Lüge kann man das nämlich nicht machen. Die Lüge kann nicht dreckiger werden als sie schon ist!
Wer jedoch mit der Wahrheit lügt, der macht die Wahrheit dreckiger als die dreckigste Lüge.

Gerd Buurmann hat seine Seele tief mit dem Schmutz sinnloser und verächtlicher, getriebener, verlogener Eigensucht getränkt. Er ist ein verdorbener Judenreinmacher, ein verkommener Freundeverräter, ein skrupelloser Textevernichter und ein kalter Schleimfisch, der mit der Wahrheit über Israel lügt: Er benutzt die ihm völlig fremde Tugend Israels und die Not der Juden auf diese dreckigste aller Weisen für den eigenen Geltungsdrang.
Jeder, der ihm auch nur den kleinsten Auftritt gestattet oder anbietet, schüttet Öl ins Geschwel.

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Warum g’fälligst zwar nicht unübersetzlich ist, aaaaabeeeeer

Gerade eben bin ich halb zufällig bei einer Seite vorbeigesurft, die sich mit Übersetzungsproblemen beschäftigt (don’t ask). An einer Stelle fragt jemand nach einer Übersetzung von „gefälligst“, und ob das nicht eigentlich unübersetzlich ist. Dort habe ich angefangen zu erklären: doch, es geht schon, aaaaaabeeeerrrr – und mittendrin gemerkt, das wird keine Erklärung, das wird eine philosophische Abhandlung über kognitive Dissonanzen zwischen Deutsch und Englisch. Weshalb ich das dort zwar gepostet habe, aber hier nochmal schreibe. Als philosophische Abhandlung. Über die unterschiedlichen Weltanschauungen hinter deutschen und englischen Begriffen. Enjoy! 🙂

Das hier war (im Wesentlichen und ein Bissl gekürzt) die Frage:

Gefälligst! Ja, mit Ausrufezeichen! Wer das schon sagt oder schreibt, outet sich als Möchtegerndiktator. Niemand hat gefälligst […], jeder kann machen oder unterlassen, was er will, solange es legal ist! Was haben Sie sich denn da einzumischen, Sie naseweiser frustrierter Blockwartanwärter? So! Das wird man ja wohl noch maulen dürfen!*
Ich habe es so satt, dieses Wort, ich wünsche mir, die Deutchen würden dessen Gebrauch endlich gefälligst unterlassen. Neuerdings nehme ich eine verstärkte Häufung dieses Wortes in Leserbriefseiten und Kommentarforen wahr. Schon blöd, wenn man etwas wahrnimmt, was man für falsch hält. Das Wort gefälligst kommt mir immer postfaktischer vor.
Aber wieso fällt mir auf Englisch nichts vergleichbares ein, sind doch die USA, dicht gefolgt von den Briten, Weltmeister der Postfaktizität? Denn wer „sei gefälligst still!“ mit „kindly keep your mouth shut!“ übersetzt, […] der ist meiner Meinung nach auf dem post-ironischen Holzweg.
Auch auf Spanisch scheint die beste Übersetzung des gefälligst keine zu sein: man lässt es einfach weg und hofft, die Bosheit kommt anderweitig dennoch zum Vorschein. Vielleicht ist das Wort überflüssig? Eine deutsche Art, wohlerzogen zu keifen?
Ich wiederhole es ein letztes Mal, also passen Sie diesmal endlich gefälligst auf: Das ist ein elendes Scheisswort! Unterlassen Sie gefälligst gefälligst!

Schon merkwürdig, dass bei der Steigerungsform von „gefällig“ so ein häßliches Wort herauskommt, wo doch „gefällig“ nichts weiter als „aufmerksam, dienstwillig, entgegenkommend, hilfsbereit, zu Gefälligkeiten bereit, zuvorkommend; (gehoben) eilfertig, hilfreich; (bildungssprachlich) konziliant; (Amtssprache veraltet) geflissentlich“ bedeutet, wie der Herr Duden sagt

Und das war meine Antwort:

Doesn’t quite fit.

I can think of several ways to get the point across as drastically as the presumptuous direct order „gefälligst!“ – which would not look at all pretty in print as they involve either vulgarity, blasphemy, or a mixture of both.
Which, I think, is the reason you don’t find direct translations in print; it’s not as if there weren’t any, they’ll just get caught in the spam filter; even if it’s the cognitive spam filter of the person writing the translation.

The deeper issue seems indeed to be one of cognition: it involves the idea of how you see the person you are addressing. Or in any case which image of them your choice of words conveys; which, of course, needn’t necessarily be the same thing.

The ideas and mindset behind german terms („gefälligst“ in particular) are more authoritarian and collective – if you don’t believe me, you need only look at what german politicians and political slogans say: „Wir schaffen das!“, „Das Wir gewinnt“, „Demokratie ist, wenn alle mitmachen“, and the like: „we“ this, „we“ that, and always all of us. You, the individual, should *** well comply; and „gefälligst“ tells you you are not complying with the terms of the „we“ the speaker sees you as part of.
Meanwhile, most ideas behind Anglo-Saxon politics – and intertwined with them in a sort of chicken-and-egg-relationship most ideas behind the english expression of concepts – focus on libertarianism and individuality. The pursuit of individual happiness is written into the US constitution; a concept that is anathema to an authoritarian worldview, as alien as someone asked to pick a number between one and ten choosing Pi is to a kindergarten teacher.
In a libertarian and individualistic worldview, to paraphrase the words of Caroline Glick, „if you know better than the individual themselves what’s good for him or her, then you are an absolute power; […] understand that there is no such thing as absolute powers except [deities] – and by the way: you’re not [one]!“.

Which is the reason why translations of „gefälligst“ are (either vulgar or) blasphemous, as a translation is never an isolated exchange of words, but always also a translation of the concepts behind them; and the whole idea behind the concept of „gefälligst“ is, indeed, itself blasphemy in the eyes of the worldview behind the english language.
There are, of course, secular expressions that convey the same level of conceit and presumption as does actual blasphemy; however the standard of conversation usually goes down the drain quite literally using those. Thus, vulgarity.

So, what is abbreviated, shouted in all caps, and banned in online fora and discussions – actually is the correct translation; it just isn’t fit for polite company:
„Halt gefälligst den Rand!“ means „ST*U!“.

.

.

*Fußnote: ich denke nicht, daß der Fragesteller „das wird man ja wohl noch maulen dürfen!“ wirklich im vollen Sinn als „das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“ meint, eher als Stilmittel. Aber vielleicht folgt er ja dem Backlink.

Dortmunder und kölner Gosse gegen die Juden immerdar (reblog)

Zum Artikel den ich vor ein paar Tagen rebloggt habe über das antisemitische karrikieren als Judensau (und was diese archetypische Schmiererei ist) gab es einen zweiten Teil; die erwähnte Beleidigungsklage ist in Köln vor Gericht gegangen. Vor dem kölner Dom fanden sich zu dieser Zeit noch mehr Schmierereien von dieser Sorte. Über beides berichtet der Artikel vom April 2013:

Dortmunder und Kölner Gosse Gegen die Juden, Immerdar

Der Kölner Dom (Bild von mir)

Ein Gastbeitrag von Robert Cohn

Ich war am Mittwoch zu einer Gerichtsverhandlung nach Dortmund geladen: Es ging um eine Beleidigungsklage gegen den Hasser von dortselbst, einen Rentner Namens Herr Arendt, der seit Jahren die Israelis als die neuen Nazis bezeichnet, und der nie aufhört, seine völlig unlesbaren, unförmigen, gedankenfreien und von Hass triefenden Satz-Kaskaden gegen Juden, Israelis und den Zionismus zu schreiben.

Wieso macht dieser Mensch das?
Was ficht diesen Menschen an, permanent den einzigen jüdischen, winzigen Staat weltweit zu dämonisieren und als Terrornest zu brandmarken?

Vor Gericht wurde diesem Hasser die Gelegenheit gegeben, ein paar Worte in eigener Sache zu sprechen. Selbstgerechtigkeit, Selbstüberschätzung und Wichtigsein ergossen sich ein paar Minuten lang.
Man musste sich das anhören. Schrott für die Ohren. Schade um die Zeit.
Wieso macht dieser Mensch das?

Er sagte, dass ihm achthundert israelische Wissenschaftler geschrieben hätten, dass seine Sache die richtige sei. Er sagte, dass Felicia Langer (die er Länger aussprach) eine der fünfzig wichtigsten Frauen in Israel sei, die ihm Texte zur Veröffentlichung schicke. Dieser Mensch betrachtet sich als die Speerspitze der Wahrheit über die Juden – und kann doch keinen einzigen Satz fehlerfrei oder bloß einigermaßen lesbar oder durchdacht formulieren.

– Übrigens lässt gerade diese Frau Langer keine Gelegenheit aus, um den Israelis die Schuld am Nahostkonflikt, am Elend der Palästinenser, an der Manipulation der Presse und an den “Massakern der Besatzung” zu geben, und sie benutzt permanent die Leidensgeschichte ihrer eigenen Familie, um die Israelis als Verbrecher zu bezeichnen: Antisemitismus nicht vor oder nach, sondern ganz primitiv und besessen Trotz Auschwitz. Frau Langer ist eine Marginalie, eine fürchterlich verrannte Person und ein sehr kleines Licht, die kein anderes Thema kennt.

Der Hasser aus Dortmund sonnt sich im Glanz dieser Frau und verwechselt ihn mit der Realität. Er hält sich für einen “Freund Israels”, so sagte er!, indem er permanent die Israelis als die neuen, wahren und eigentlichen Nazis darstellt.

Warum macht dieser Mensch das?

– Am Abend vor der Gerichtsverhandlung kam ich in Köln an, denn was soll man ausgerechnet in Dortmund so machen?, da bin ich doch lieber ein bisschen in Köln.

Als ich aus dem Bahnhof kam und um die Ecke des Doms ging, war das Erste, das ich sah, just der Herr Franke. Er stand neben der elend aufgebauten, elend aussehenden und elendes Zeug verbreitenden HaSSpappen-Inszenierung, die sich ‘Kölner Klagemauer’ nennt. Da stand er wie bestellt und nicht abgeholt, ein pissgelbes, großes Schild an einer Stange hochhaltend, auf dem mit schwarzem Filzstift die notorische Losung dieser Leute prangte:

Hässliches ISRAEL:
Landraub
Massaker
Vertreibung

Kein Wort über die Massenmorde in Syrien, wo Präsident Asssad bis jetzt weit über siebzigtausend Menschen massakriert hat [Anm: Stand April 2013, aktuelle Zahlen im Link „Syria deeply“ unten auf dieser Seite]. Siebzigtausend. Von den Vertriebenen gar nicht zu reden. Dieses fehlgeschlagene Syrien liegt gleich neben Israel. Solche Nachbarn haben die Juden.

In Ägypten, dem anderen Nachbarland Israels, hat Präsident Mursi, der erst seit Kurzem regiert, schon mehr Einwohner umbringen lassen als der vorige Pharaonenpräsident Mubarak in seiner lang-lang-langen Amtszeit. Noch lieber würden sie die Juden umbringen. Aber die lassen sie nicht. Die müssen sich nur offiziellarabisch anhassen und mit Raketen beschießen lassen, von der Hisbollah, von der Hamas, von irgendwem.

Jedoch: Kein Wort über solche Gräuel in der Kölner Hasspappen-Inszenierung oder nur auf dem pissgelben Schild des Herrn Franke, der wie eine Statue auf den Platz gepflanzt stand und es hochhielt wie eine heilige Monstranz.

Das Thema dieser Leute ist ausschließlich und immer Israel-Israel-Israel, die Verbrechen der Juden, der Terror des Zionismus. Einmal schrieben sie mit grünem Filzstift auf kackbraune Pappe:

“Wie viele Jahrhunderte noch wird das israelische Volk unsere Eine Welt erpressen?”

Und einmal stellten sie einen Juden mit Davidstern dar, der das Blut eines arabischen Kindes säuft.

– Kann das sein? Man kann das doch alles nicht glauben!, dass das mitten in Deutschland, mitten in der Stadt Köln, mitten vor dem Dom stattfindet, fast ununterbrochen seit bald zehn Jahren. Aber die nehmen das Ernst, tödlich Ernst.

Es könnte eine Satire sein!, die ernsteste Satire, seitdem in der Gotik einer die Judensau drinnen ins Kölner Domgestühl schnitzte. Schon die war eine Lüge, von Satire keine Spur.
Damals drinnen – heute draußen.

In der Gotik glaubte man inbrünstig an diese Lüge über die Juden. Und jetzt, im einundzwanzigsten Jahrhundert, glauben manche um so gieriger daran.

So sieht die Welt dieser Leute aus.
In welcher Welt leben die?
Warum machen die das?

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Zu diesem Artikel wurden mehrere sehr gute Kommentare geschrieben, die die letzten beiden Fragen zu beantworten versuchen, von denen ich hier zwei leicht gekürzt wiedergebe:

Warum machen die das?

Kölner Dom, Innenansicht (auch von mir angefügt)

Ein Gastbeitrag von Röm!Pöm!

[…]Was diese Leute tun, ist nichts Anderes, als ihre eigenen Ängste und Unzulänglichkeiten aus sich selbst auszulagern und auf andere Personen, Personengruppen (echte und vermeintliche) zu projezieren. Sie hassen sich selbst. Sie fürchten die eigene innere Leere, die Schwärze ihrer eigenen, unergründlichen Seelentiefe. Sie wollen sich über sich selbst schämen, ohne das allerdings mit der dem Menschen ursprünglich in die Wiege gelegten Würde tun zu können. Sie hassen die eigene, unverstandene Geschichte, und sie suchen den Sündenbock in einer großen, unverständlichen Welt um sich herum. Sie suchen den Sündenbock, als den sie sich letztlich stellvertreterhaft empfinden, denn sie denken, sie hätten “naturgemäß” ein weitaus besseres Leben verdient, ein Leben, welches ihnen aber fortwährend durch “die Bösen geraubt” würde.

Wir haben es mit verängstigten Kindern in den Körpern älterer Personen zu tun, die nach geistiger Nahrung, validen Wurzeln und persönlicher Heilung suchen, diese aber aus irgendeinem Grund nicht von denen, die durch Zufall zu deren Projektionsflächen werden, annehmen können.

[…]

Besides… guter, einsichtsvoller und sehr nachdenklich machender Artikel von dir, Aristobulus.
Ist denn nicht genau das die Kernfrage allen menschlichen Handelns… “warum tut sie/er das”, “wieso tust du das”, “wieso hast du das getan”, und, vielleicht mit etwas mehr Reife und Tendenz zur Selbsteinsicht: “wieso tue ich dies oder das gerade? WAS tue ich gerade, wo liegen die Gründe?”

Es mag sich hier zudem die Frage anschließen, inwieweit auf der ganzen Welt überhaupt auch nur ein einziger Mensch existieren kann, der nicht auch gelegentlich in bestimmen Hinsichten ein Bißchen “Täter” wird, denn alle Menschen haben mit allen Menschen zu tun, und das ständig, ob sie das nun wollen oder nicht. Nichts Positives oder Negatives in dieser Welt geschieht, ohne daß irgendeiner dafür den eigenen Willen anspannt, oder eigene Entscheidungen fällt, mal über das eigene Leben, aber ebenso oft auch über das Leben anderer Personen. Jeder auf dieser Welt lebt *auch* vom Leben und Arbeiten anderer Personen und Wesen, und hier gibt es keinen Ausweg. Oder muß es den vielleicht gar nicht geben, sobald man seine persönliche Haltung genau hier ändert? Wie kommt man vom derzeit üblichen Gegeneinander zur Kooperation und Koexistenz, vor allem im eigenen Denken? Verschwinden denn nicht überhaupt erst dadurch sämtliche, traditionellen Feindbilder, nämlich indem man sich selbst bewußt gegen diese eigenen Feindbilder entscheidet? Gibt es überhaupt irgend ein echtes getrennt-Sein von einander, auf diesem zwar nicht ganz kleinen, aber letztlich doch eher begrenzten Planeten?

Jene nun, die sich ständig auf “Israel tut dies, Israel tut das” kaprizieren, wollen und können einfach nicht verstehen, daß ISRAEL ein fortwährendes Versprechen an sich selbst, an die eigene Kultur und auch an alle anderen Länder auf der Welt ist, ausschließlich sich selbst sein zu wollen und das auch ungefragt sein zu *dürfen*, und zwar, ohne sich selbst dabei vor allen Anderen verschließen zu müssen, oder irgend jemand Anderen dafür sinnlos und in pathologischer Zwanghaftigkeit ständig überrennen zu wollen. Israel nun aber genau solches ständig vorzuwerfen, ist so dermaßen perfide, daß mir die Worte für derartiges Vorgehen fehlen. Israel macht es doch im Grunde schon seit seinem Bestehen vor: sich selbst sein, in wirklich anerkenneswerter, kultureller Offenheit, zumeist modern, manchmal etwas altmodisch, vielleicht auch nicht ganz “perfekt”, nicht immer ohne innere Widersprüche, aber immer sich-selbst. Man mag zur historischen Identität eines jeden heutigen Landes dieser Welt nun stehen, wie man will: was ist denn nun das eigentliche Problem all dieser auf einer langen Tradition des europäischen Judenhasses gründenden Israel- und Judenhasser unserer Tage, zu denen auch, allerdings sehr stark unterrepräsentiert, auch der eine oder andere israelische, europäische oder amerikanische Jude zählen mag, der dann von irgendwelchen, im Kern rechtsradikalen Spinnern vielleicht auch noch als “Alibi” für deren krankhafte Thesen benutzt wird, oder sich benutzen läßt? Ich denke, das eigentliche Problem ist hier die Angst viel zu vieler Menschen vor dem unbezwingbar frei gefaßten Selbstbewußtsein anderer, die Angst vor jenen, die sich *entschlossen* haben, sich selbst zu sein, und niemand anderes, und dann dafür alles tun zu wollen, um das auch zu beiben. All die HAsser, sie tun sich selbst weh, denn sie ahnen bislang nur, daß sie sich – für sich selbst – Wurzeln und unbestrittene Identität wünschen. Aber die werden sie nicht von Anderen verliehen bekommen, indem sie diese Anderen an einen hölzernen “Weltpranger” stellen.

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Warum machen die das?

Es kann garnicht soviel regnen… (Bild von mir angefügt)

Ein Gastbeitrag von Danny Wilde

[I]ch glaube, sie machen das aus zwei Gründen. Der erste ist leider furchtbar, ganz furchtbar.

Denn es scheint doch so etwas zu geben wie “Das Böse”. “Das Böse” ist, zu sagen, ey, ihr Juden, habt ihr denn gar nichts aus dem Holocaust gelernt?

Die das sagen, meinen aber vordergründig was anderes. Sie meinen, “ey, ihr Juden, seht ihr denn nicht, was WIR glauben aus dem Holocaust gelernt zu haben? Dass wir immer in Sack und Asche gehen müssen, dass uns die damaligen Opfer bzw. deren Verbände auf der Nase rumtanzen? Und jetzt unterdrückt ihr selber Andere? Ihr seid heute GENAU SO wie WIR damals waren. Wir sind dieselben Geschwister in ‘Unsere Eine Welt’ und deshalb könnt ihr uns ruhig mal glauben, Schuld ist scheiße. Also lasst den Scheiß.”.

Solches Meinen macht’s den Oberlehrern vielleicht leichter, so böse zu sein, wie sie sind. Vielleicht ist das auch eine Last, immer das Böse zu denken, immer das Böse zu tun oder das Gute zu unterlassen. Weswegen man eine leichtere Meinung braucht, die man sich selber glauben will.

Aber in Wirklichkeit – und unter Anwendung der Regeln der deutschen Sprache (welche ja zwar spät, wie du im bereits zitierten Artikel schriebst, aber dann u.a. mit Heine, Tucholsky und: Kästner zu unverhofft schöner Blüte fand) – sprechen diese Leute in ihren Worten und mit diesem ganzen Bösen die wahre Bedeutung klar und deutlich aus: “ey, ihr Juden, habt ihr denn gar nichts aus diesem Holocaust gelernt? Wer nicht ganz schnell Land gewinnt, sich klein und unsichtbar macht, wer nicht ruckzug freiwillig vom Antlitz von ‘Unsere Eine Welt’ verschwindet, wird eben auf andere Weise beseitigt! Ihr habt schon unter Adolf genervt, und jetzt nervt ihr noch mehr!, damals habt ihr nur das ‘Finanzkapital und die Weltmedien kontrolliert’, und heute, nachdem sich an diesem Zustand immer noch nichts gebessert hat, besetzt und unterdrückt ihr auch noch arme und wehrlose Völker und mordet Kinder! Ist doch wahr! Habt ihr denn gar nicht gelernt, dass das nicht geht und am Ende dieses Raffens und Schaffens jemand kommt und euch bestrafen wird? Ja, die Gaskammern waren schrecklich, aber nicht nur ‘die Nazis’ (die ja böse waren im Gegensatz zu uns) haben es ja auf euch Juden abgesehen, das waren noch ganz andere und zu allen Zeiten – die können sich doch nicht alle irren! Habt ihr immer noch nichts gelernt? Damit es nicht wieder zu Gaskammern kommt, die keiner will, wir doch auch nicht, denn wir lieben euch ja eigentlich, sind zumindest wohlmeinende Freunde?”

Ich bin davon zutiefst überzeugt, dass diese fatale und zutiefst böse Kausalitätenkette der eine furchtbare von zwei Gründen ist.

Der andere ist so banal wie die Frage, warum sich der Hund selbst einen bläst: Weil er’s kann.

Die können das, und weil sie es können, tun sie das auch, und kein düsterer vom Mossad abgerichteter Dom-Turmfalke stößt mit lautem iiiiiieeeekkk herab und hackt ihnen die Pappen zu Konfetti und keine vom Mossad abgerichtete Elster hüpft heran und klaut ihnen das “Spenden”-Glas – denn wenn die so kämen, der Falke und die Elster, dann könnten die (die 2/3 der Sprachkünstler) es nicht mehr tun, das, was sie ungestraft machen.

Mein liberales Herz sagt natürlich, und zurecht!, lass’ sie doch!!

Aber mein liberales Herz (ich erwähnte dies schon einmal vor längerer Zeit hier) wünschte sich dann auch, mit einem schwereren Fahrzeug unter dem Applaus umstehender Polizisten, Passanten, Touristen und ganz im Gauck’schen Sinne – mehr Zivilcourage! – diesen Papphaufen plattzufahren. Ohne dafür jahrelang in den Kerker zu gehen.

Wet dreams. Vielleicht. Wie du ja weißt, Aristobulus, versuche ich diesen Scheiß, wenn in Köln, zu ignorieren. Ich kann mich darüber nicht sinnvoll aufregen. Setze ich mich diesem kranken Hass zu sehr aus, dann könnte etwas sehr ungutes geschehen.

Das sind diese wandelnden Scheiß- und Papphaufen nicht wert. Die Biologie ist auf unserer Seite, so sehe ich das.

Der eigentliche Skandal ist doch, dass solche Hasspappen nicht sportlich-liberal gesehen werden. Sondern sie werden von Verwaltungsseite, und, ja: ganz sicher auch von der politischen Seite, da mag der Nomen-est-Nomen-OB-formally-known-as-Polizeichef noch so brav “Is ja alles Hass, ne?”-Schriftstücke unterzeichnen, zumindest geduldet, wenn nicht geschützt. Denn wie wir wissen: bereits nur eine Gegen-Installation ginge nicht, wird sofort abgeräumt.

Mit zwei knappen Worten: Zum Kotzen.

Andererseits, und um auf den bösen ersten Grund zurückzukommen, warum diese 3 alten Männer (übrigens stellvertretend für all’ die, die nicht die Verbissenheit und den Fanatismus besitzen, ihr Leben in den Dienst dieses Irrsinns zu stellen) das machen, ja, warum machen die das?

Weil es einen dritten Grund gibt, den sie nicht ertragen können, der sie dahin treibt, wo sie stehen, und wo sie ihr klägliches Restleben vergeuden und verschwenden, und der dritte Grund ist, dass “die Juden” in Wirklichkeit tatsächlich aus dem Holocaust “gelernt” haben.

Sie haben gelernt, dass ihnen im Zweifel niemand hilft, und dass die einzige Gruppe, der sie glauben können, wenn es heißt “nie wieder!”, sie selber sind. Und das sagen sie: “nie wieder!”.

Und sie haben endlich einen eigenen Staat. Ja: Israel, das ist tatsächlich das unübersehbare in der Welt vorhandene Statement: NIE WIEDER !!!!!

Gepaart mit dem Statement: JA !! WIR LEBEN !!! UND ZWAR GUT !!! UND GLÜCKLICH !!!

Absolut, absolut unerträglich für die drei Rentner.

Für die ach so unterdrückte Hamas hingegen spielen solche Aspekte keine Rolle. Die wollen jeden Juden tot sehen, Holcaust?, kennemernit!, glücklicher Jud’?, trauriger Jud’?, egal, muss tot, muss weg!

Solch unbeschwerter Hass mag dann den drei Rentnern wieder ein Trost sein, weshalb sie dann auch das Lied der Hamas zusätzlich singen, mit krakeliger Schrift, mit entsetzlichen Propagandabildchen.

Krieg, Hass, Judensau (reblog)

Wieder ein Reblog von TiN, ursprünglich erschienen im November 2012, auch wenn dieser Artikel dort inzwischen verschwunden ist.

(DAS Beispielbild für Gewalt aus ideologischen Gründen, ursprünglich nicht Teil des rebloggten Artikels)

Krieg, Hass, Judensau

Ein Gastbeitrag von Robert Cohn

Ich bin ein jüdischer Dichter. Ich habe überhaupt kein Problem damit, weder mit dem Dichten, noch mit dem Judesein.

– Wenn ich nicht dichte, geht’s mir nicht gut – also dichte ich. Schließlich isst und schläft man auch, nicht?

– Ich halte die Mitzwojss, die jüdischen Gebote, so gut ich kann. Manchmal halte ich sie mehr, manchmal etwas weniger mehr, aber meine Übertretungen, sofern, sind wohl nicht so schlimm. Ho’Schejm, der Ewige, der alles gemacht hat und es dann laufen ließ, möge es mir nachsehen. Er sieht vieles nach.

Er lässt es zu, dass derzeit in nur zehn Novembertagen ganze tausendzweihundert Raketen auf Israel fallen, abgeschossen von irgend welchen Leuten aus der Provinz, die Juden hassen. Das ist Krieg, wieder einmal, ca. der zehnte Krieg gegen die Juden in nur siebzig Jahren. Wobei Juden noch nie diese Kriege selbst begonnen haben. Begonnen werden sie immer von den Hassern – mal von diesen, mal von jenen.

Hoffentlich passt er auf, Boruch Ho’Schejm!, dass so wenige Juden wie nur möglich elend sterben müssen…

Ein HaSS-Rentner aus Dortmund, ein Erhard Arendt, den ich nicht kenne, der mich nicht weiter interessiert und mit dem ich nichts zu schaffen habe, stellt mich jetzt auf einer Montage als Judensau dar. Er hasst Israel, und er hasst die Juden. Er behauptet auf seiner Webseite, die wohl nach Höherem strebt, Juden seien Herrenmenschen, und aus dem Holocaust müssten Deutsche wie er Folgendes lernen: Dass man Israel abschaffen und den Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland verjagen soll, und was sonst noch alles.

Warum macht er das?

Weshalb bin ich, irgendein dichtender Jid von irgendwo aus Paris, für diesen egalen Typen aus der Provinz des Ruhrgebiets ein Judenschwein?

Wieso schießen die egalen Typen aus der Provinz von Gaza seit Monaten Raketen auf israelische Ortschaften, sodass das Goldene Jerusalem jetzt langsam zu Jeruschalajim-schel-barsel (Jerusalem, die Eiserne) mutieren muss?

Wozu tun die das?

Wieso hat der Mufti von Al-Quds (ein Jargon-Ausdruck für Jeruschalajim-schel-sahav, Jerusalem die Goldene) zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Berlin höchstpersönlich dafür gesorgt, dass fünftausend jüdische Kinder nicht durchs Rote Kreuz außer Landes gebracht, sondern bestialisch ermordet wurden?

Dieser Mufti, sein Name sei ausgetilgt, war Arafats Mentor, und noch heute werden seine Sprüche und Taten von vielen Palästinensern begeistert verherrlicht, ganz offiziell.
Warum machen die das?

In der Straße, in der ich lebe, öffnete vor ein paar Jahren ein Geschäft für Thor-Steinar-Klamotten, das einem Neonazi gehörte. Die Nazis setzten sich dort fest, wollten andere Geschäfte übernehmen, wollten die Gegend dominieren. Ich habe einmal den Fehler begangen, mit einer Jarmulke auf meinem Kopf durch meine Straße zu gehen, wurde erkannt, und fortan war ich da Zielscheibe. Wenn ich auf der anderen Straßenseite weiter zum Einkaufen ging, brüllten die Nazis herüber “Juuudensau!!”, und rannten hinter mir her. So ging das ein Jahr und länger. Bis sie mich einmal Nachts en passant erwischten und ich demoliert, getreten und bespuckt grad noch davonkam. Vor Gericht wurde der Obernazi dann freigesprochen.

Wieso machten die das?

Und wieso hat der Richter (immerhin im Hamburger Landgericht) mit einem Freispruch geurteilt?

Nach den Gerichtsverhandlungen lauerten mir ca. zwanzig Nazis draußen auf. Ich entkam immer, weil ich das kann.

Wozu machten die das?

Der HaSS-Penner aus Dortmund, übrigens ein völlig unmaßgeblicher Patron, der sonst keinen interessiert, giftet seit Jahren hilf- und sinnlos gegen Juden und gegen den Staat Israel, wie er nur giften kann.

Wozu?

Der Walter Hermann aus Köln, übrigens auch er ein völlig marginaler Typ, betreibt dort vor dem Dom seit Jahren eine sogenannte Klagemauer, auf der u.A. ein Jude dargestellt wird, der mit Messer und Gabel ein arabisches Kind isst und sein Blut säuft.

Wieso macht er das?

Fragen über Fragen… nein, immer die SELBE Frage.

Warum machen die das? Warum rufen so viele zu BDS (Boycott, Divestment, Sanctions) gegen Israel auf?

Sie sehen es als Sport, als outrierten Aktionismus, als Ornament ihres leeren Leben und hohlen Selbsts, sie fühlen sich durch ihren Hass auf Juden aufgewertet, weil sie sonst nichts haben.

Aber wozu?

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Update: es gibt noch einen zweiten Artikel zu diesem Thema, erschienen im April 2013.

 

Gut Sukkes

Allen die Sukkot feiern oder sonst in einer Sukke sitzen: Gut Joijntef! 😀

Letztes Jahr habe ich dieses Bild gemalt von einer Hütte mit einem Vogelnest auf dem Dach – das sieht nach einer Laubhütte aus, das ist jetzt einfach eine Sukke. Zumal ein Bild drinhängt 🙂 Es sind sogar schon die Pfeife gestopft und mehrere Sitzplätze gerichtet, diejenigen die in der Hütte sitzen wollen holen nur noch das Abendessen. Die Vögel freilich waren schneller und haben schonmal mit Essen angefangen. Und der zweite Gang für die Vögel schwirrt auch schon herum. Auch die Vögel haben eben Freude an so einer Hütte.