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Palästinenser, der Großmufti und die SPD (reblog)

Teil vier der Artikelserie von Robert Cohn über antiisraelische Ressentiments und unterschwelligen Antisemitismus, zuerst erschienen auf TiN im Mai 2014. Das Bild dazu wie immer von mir: das war ein fürcherlich alberner wahrscheinlich-Werbe-oder-Aufruf-Zettel den jemand verloren oder absichtlich aufs Tottoir gebappt hat – zur Mufti-SPD passt er, sonst ist er Kitsch. Was das über die SPD aussagt möge sich jeder selbst zusammenreimen.

Palästinenser, der Großmufti und die SPD

Ein Gastbeitrag von Robert Cohn

1: Die Palästinenser, der Mufti und der Holocaust
Welchen Sinn hat eine Reise für junge Nichtjuden ins Todeslager von Auschwitz außer dem Gedenken an Millionen industriell Ermordeter und außer dem Gefühl am Ort, wie unfassbar das ist? Gedenken lässt es sich schließlich überall, auch im hinterletzten Kaff – dafür muss man nicht nach Auschwitz fahren. Und nicht verstehen, warum jene deutschen Familienväter mit Frau, Hund und Vorgarten derlei durchzogen, lässt es sich auch im Wald oder auf dem Meer.
Wenn junge Leute nach Auschwitz fahren, sollen sie lernen, wer die Ideen hatte, wer die Ideen ausführte und wie der sogenannte Alltag der Millionen aussah, die dort vergast worden sind, nicht?
Warum das geschah, warum bis dato normale Menschen die größte Mordmaschinerie der Geschichte über drei Jahre am Laufen und am Qualmen hielten, warum sie an sich selbst die Wahrheit von der Banalität des Bösen zeigten – diese Frage, WARUM das geschehen konnte!, ist freilich ein ganz anderes Kaliber von Frage. Jeder Historiker und jeder Philosoph von Rang hat sich seit siebzig Jahren damit beschäftigt, manche leidenschaftlich, manche nüchtern. Gelöst hat diese Frage noch keiner.
In ihrem jüngst erschienen Buch „Nazis, Islamists, and the Making of the Modern Middle East“ (Nazis, Islamisten und die Entstehung des modernen Nahen Ostens) beschäftigen sich die Autoren Barry Rubin und Wolfgang Schwanitz mit einer bestimmten Person, die wohl für Idee und Planung der Endlösung der Judenfrage steht: Der Großmufti von Al-Quds (Jerusalem), Hadsch Muhammad Amin al-Husseini, ein zentraler Verbündeter und Mitmacher der Naziregierung. Namen, Daten, Orte, Zitate: Wer, wann, wo, was und für wen, die klassischen fünf Fragen aller Forscher. Hinzu kommt die Frage nach dem Motiv. Der Begriff „Warum?!“ in dem Zusammenhang führt jedoch von diesen exakt erforschbaren Zusammenhängen weg, er verweist auf das Böse, das sich nicht erforschen lässt – seine Existenz lässt sich bloß konstatieren.
Was lernen junge Nichtjuden bei einem Besuch des Vernichtungslagers Auschwitz über jene, die das Böse verkörperten, indem sie die Endlösung der Judenfrage planten, organisierten und diesen Ort des Bösen schufen?
Die Universität in thüringischen Jena und die Ben-Gurion-Universität im israelischen Negev haben Ende März dieses Jahres einer Gruppe arabischer Studenten aus Universitäten der Westbank eine Reise nach Auschwitz ermöglicht. Einer der Studenten sagte danach:
Es ist merkwürdig für einen Palästinenser, ein Vernichtungslager der Nazis zu besuchen.“
Das Gefühl von Merkwürdigkeit entsteht, wenn etwas nicht zusammenpasst: Kognitive Dissonanz. Jedoch das Merkwürdigkeitsgefühl des Studenten ist selber sehr merkwürdig: Jede Woche rufen Imame in Gaza und in der Westbank auch übers Fernsehen zum Mord an allen Juden auf, und jede Woche äußern arabische Politiker auch übers Fernsehen, dass die Juden ins Meer getrieben, erschossen oder erschlagen gehörten, und jeden Tag laufen im ‚Staats’fernsehen der Fatach Kindersendungen, in denen die Kleinsten dazu gedrillt werden, Juden zu töten, die Affen, Schweine, Untermenschen, Weltbeherrscher und Todfeinde des Islams seien.
Was soll also merkwürdig für einen arabischen Studenten sein, wenn er das zu erneuernde Realziel dieser religiös verbrämten Politik und dieser politisierten Religion besucht – Auschwitz?
Selbst, wenn er diesen äußerst klaren Zusammenhang von europäischer Vergangenheitszielen und nahöstlichem Gegenwartsziel nicht sehen möchte: Es besteht da dieser persönliche Zusammenhang in Gestalt des Muftis Al-Husseini. Dieser Zusammenhang ist mit Händen zu greifen und mit Wer, Wann, Wo, Was und für Wen exakt zu belegen.
Leider haben die arabischen Studenten in Auschwitz jedoch kein Wort über den Mufti gehört. Wie kann das möglich sein?, das wäre ja so, als reiste eine Gruppe ins tschechische Lidice oder ins französische Oradour und würde dort kein Wort über Hitler hören!
Alle Spuren von Hitlers Großmufti Al-Husseini weisen nach Auschwitz. Dieser palästinensische Verbündete der Nazis hat geplant, den Nahen Osten in ein Vernichtungslager für Juden zu verwandeln, sobald die Deutschen militärisch nach British-Palestine durchbrachen. Feldmarschall Erwin Rommel, Held der Deutschen und Wüstenfuchs, stand kurz davor.
Die Naziregierung plante für Deutschland und für Europa zunächst, die Juden aus allen deutsch beherrschten Gebieten zu vertreiben. Barry Rubin und Wolfgang Schwanitz belegen in ihrem Buch, dass erst der Kontakt zum palästinensischen Mufti zur Endlösung der Judenfrage führte: Al-Husseini wollte das Land, über das er später zu herrschen plante, judenrein haben. Weil auch die Naziregierung das wollte, entstand ausgehend vom Mufti der deutsche Plan zur systematischen, industriellen Ermordung aller Juden. Rubin und Schwanitz schreiben:
Im November 1941 traf Al-Husseini bei einem Berliner Empfang ein. Dort zeigte es sich, dass die Deutschen ihn als den zukünftigen Anführer aller Araber und Moslems betrachteten. Er wurde im prächtigen Schloss Bellevue untergebracht, wo einst der deutsche Kronprinz lebte, heute die Residenz des deutschen Bundespräsidenten. Al-Husseini erhielt für seine persönlichen Bedürfnisse und für seine politische Arbeit eine Geldsumme, die heute dem Wert von zwölf Millionen Dollar pro Jahr entspricht. Diese Geldmittel wurden durch den Verkauf des Goldes erbracht, das man Juden abgenommen hatte, bevor man sie ins KZ schaffte. Al-Husseini folgte dem Muster und verlangte ein Büro in einer enteigneten jüdischen Wohnung. Sein Mitarbeiterstab wurde in einem halben Dutzend weiterer Häuser untergebracht, die die Deutschen für sie bereitstellten. Zusätzlich stellte man al-Husseini eine Suite im Berliner Luxushotel Adlon und für die Ferien schöne Appartements im Hotel Zittau und im Schloss Oybin in Sachsen zur Verfügung.“ (S.5).
Was soll also „merkwürdig für einen Palästinenser, ein Vernichtungslager der Nazis zu besuchen“ sein, indem der Mufti für die Araber der Hamas und der Fatacher auch heute als hochverehrter Führer und nationales Vorbild gilt?
Palästinenser’präsident‘ Abbas, der Verhandlungspartner der Arabischen Liga, der OIC, der UNO, der EU und der USA, lobt bei sich zu Hause in seinen Reden immer wieder den Mufti Al-Husseini über den grünen Klee, und aus Schulbüchern lernen die arabischen Kinder, dass er ein großer Held und Führer gewesen sei. Rubin und Schwanitz schreiben:
Die Regime, die später den Irak für vierzig Jahre beherrschten, Syrien für fünfzig Jahre und Ägypten für sechzig Jahre, sind allesamt durch Gruppen und Anführer aufgebaut worden, die mit den Nazis zusammengearbeitet hatten.“ (S.4).
So auch die PLO, die Vorgängerorganisation der Fatach, deren Anführer Yassir Arafat Zeit seines Lebens die tiefe Verbundenheit mit seinem Verwandten Al-Husseini pathetisch beschwor. Der Islamismus, ob er nun religiös oder politisch oder gar sozial wie die Muslimbruderschaft daherkommt, schwärmt vom Nazikollaborateur und Nazifunktionär Al-Husseini wie das Küken von seiner Henne. Rubin und Schwanitz schreiben:
Hitler befahl nach seinem Treffen mit dem Mufti, Einladungen zu einer Konferenz in einer Villa am Wannsee zu verschicken. Ziel des Treffens war die Planung der Vernichtung aller Juden in Europa.“ (S.8).
Al-Husseini war „der erste Nichtdeutsche, der von dieser Planung erfuhr, bevor sie überhaupt bei der Wannseekonferenz vorgestellt wurde. Adolf Eichmann wurde mit dieser Aufgabe betraut. Eichmann informierte al-Husseini im Kartenraum des Berliner SS-Hauptquartiers, indem er dort seine Unterlagen für die Wannseekonferenz benutzte. Eichmanns Adjutant sagte aus, dass der Großmufti sehr beeindruckt und so eingenommen von diesem Bauplan zur Judenvenichtung gewesen sei, dass er Eichmann bat, ihm einen Experten als persönlichen Assistenten nach Jerusalem zu schicken, um dort Todeslager und Gaskammern zu bauen, so bald Deutschland den Krieg gewonnen habe und er selbst an der Macht sei.“ (S.8 und 9).
Die deutsche Naziregierung besaß genügend Kontakte zu anderen arabischen Anführern, die der Idee zu Weltherrschaft und Judenvernichtung etwas abgewinnen konnten. Mufti Al-Husseini besaß jedoch einen besonderen Einfluss in der arabischen Welt. Er bekam die Hochachtung und den Zugang zu den höchsten Stellen der NS-Regierung, die ihm gebührten, darunter ein langes Zusammentreffen mit Hitler, eine prächtige Unterbringung in Berlin und üppige Geldzuwendungen.
Rubin und Schwanitz schreiben, dass der Mufti oder einer seiner Adjutanten das Konzentrationslager Sachsenhausen im Juni 1942 mit drei anderen arabischen Funktionären besucht hat (S.2), um genau zu sehen, wie Judenvernichtung geht. „Eichmann persönlich hat den Mufti durch die Todeslager Auschwitz und Majdanek geführt.“ (S.164).
Rubin und Schwanitz dokumentieren, dass Al-Husseini in dieser Zeit überall im von den Deutschen besetzten Polen umhergereist ist, und dass er in den ersten Julitagen 1943 Heinrich Himmlers Gast im ukrainischen Ort Schitomir war, einer der zentralen Orte der Judenvernichtung und des Bösen. Al-Husseini notierte später in seinen Erinnerungen, dass Himmler ihm dort sagte, die Deutschen hätten nun „etwa drei Millionen Juden liquidiert.“ (S.188).
Großmufti Al-Husseini hatte die Idee, er traf sich mit jenen, die die selbe Idee ventilierten, er sah den kongenialen Deutschen bei der Ausführung dieser Idee zu, er prägte duch seine Verbindungen, durch Personalpolitik und durch Geldströme den Judenhass in der arabischen Welt, und er plante wie ein Besessener, um es später als Beherrscher des Nahen Ostens ebenso zu tun wie die Deutschen in Auschwitz.

2: Die SPD, die Fatach und der Holocaust
D
ie Amtszeit von Mahmoud Abbas als Präsident des nicht existierenden Landes Palästina ist seit 2009 abgelaufen, aber es gibt keine Neuwahlen. Stattdessen hat er nun angekündigt, gemeinsam mit der Hamas eine Einheitsregierung zu bilden, um als Politiker zu überleben und, als Voraussetzung, Israel, die EU und die USA zu zwingen, direkt mit Terroristen zu verhandeln und sie als politische Partei anzuerkennen.
Faktisch geschieht das jedoch seit Jahren, weil Abbas seit Beginn seiner Amtszeit Terroristen unterstützt, sie mit seinen Millionen von der UNO und der EU bezahlt, sie verherrlicht und sie als Mitarbeiter beschäftigt.
Man muss kaum suchen, um zahlreiche Äußerungen des ‚Präsidenten‘ Abbas zu finden, in denen er mit religiösem und durchdringendem Ton zur Verehrung von Terroristen aufruft und endlose Namenslisten herunterbetet, garniert mit dem ubiquitären Ausdruck „Märtyrer“. Er sagt so oft „Märtyrer“, dass man sich wundert, warum er selber noch lebt und kein heiliger Märtyrer des Islamismus geworden ist. So sagte er im Fernsehsender Palestine Live TV (Fatach) am 4. Januar 2013:
Heute zur Feier des Gründungstags unserer Fatach erneuern wir den Schwur unserer geheiligten Märtyrer, dass wir dem Weg unserers Märtyrerbruders Jassir Arafat und seiner Genossen folgen werden, so wie alle Führer der kämpfenden Kräfte, und wie alle unsere Märtyrer es getan haben. Von ihnen nenne ich nun…“
Es folgt eine lange Liste von Selbstmordattentätern, Anführern einzelner Terrorzellen, zweier Hamas-Chefs, Terroristen der Muslimbruderschaft und Massenmördern:
… nenne ich nun Märtyrer Abu Jihad (Khalil Al-Wazir), Märtyrer Abu Iyad (Salah Khalaf) Märtyrer Abu Ali Iyad; Märtyrer Abu Sabri Saidam; Märtyrer Abu Yusuf Al-Najar Märtyrer Abu Al-Walid Saad Sayel Märtyrer Scheich Ahmed Yassin; Märtyrer Abd Al-Aziz Rantisi; Märtyrer Ismail Abu Shanab; Märtyrer Fathi Shaqaqi; Märtyrer George Habash; Märtyrer Omar Al-Qassem Märtyrer Abu Ali Mustafa; Märtyrer Abu Al-Abbas möge Allah ihnen gnädig sein. Diese seien für zehntausende anderer Märtyrer und Helden genannt.
Nun lasset uns unserer Vorkämpfer gedenken: Des Großmuftis von Palästina, Hadsch Muhammad Amin Al-Husseini. Wir gedenken auch des Ahmed Al-Shuqeiri, Gründer der PLO. Wir gedenken auch des Yahya Hammouda, Vorsitzender des Exekutivkommitees der PLO, und wir werden jenen Einen nie vergessen, der den ersten Funken des arabischen Aufstands von 1936 entzündet hat: Der Märtyrer Izz a-Din Al-Qassam.
Sie ermahnen uns zu der Pflicht, ihrem Weg zu folgen und als vereinigte Macht – denn es gibt nichts anderes als die Einheit – unser nationales Ziel und den Sieg zu erringen.“

-> Fußnote 1

Abbas hat in seiner maßlosen und gar nicht ungewohnten Rede die tiefe, thematische und chronologische Verbundenheit der Fatach und seiner selbst 1) mit dem Nazismus der 1930er und 1940er und 2) mit dem totalitär-islamistischen Terrorismus der Gegenwart in aller Eindeutigkeit bestätigt.
Ein kurzer Dokumentarfilm über den Mufti des Holocausts:

-> Fußnote 2

Eine kurze Rede des hasserfüllt fuchtelnden Yassir Arafat über den Vertrag von Oslo und die koranisch unterfütterte Gewissheit, um ihn zu brechen:

-> Fußnote 3

Die Fatach, die all diesen Zielen und Überzeugungen ungebrochen und unhinterfragt verpflichtet ist, zeichnet als Vollmitglied der Sozialistischen Internationalen, gemeinsam mit der deutschen Regierungspartei SPD. Die Fatach hat in der Sozialdemokratischen Partei Europas einen Beobachterstatus sie stimmt also dort nicht gemeinsam mit der SPD ab, hat aber Rederecht und ist ein akzeptierter Partner. Oft ist auf dieser Plattform von „gemeinsamen Zielen“ die Rede.
Fatah (arabisch) heißt Sieg durch Eroberung, Sieg durch das Wegschaffen von Hindernissen.
Was bedeutet das: Das Hindernis ist 1) die jüdische Unabhängigkeit des Staates Israel, und 2) erobert werden soll das jüdische Land.
Zwischen der alten PLO und der neueren Fatach besteht kein Unterschied die Doppeltyranneien des Muftis al-Husseini und des Demagogen Arafat ragen ungebrochen durch die Zeiten, gemeinsam mit Hitlers Schatten. In der Charta der Fatach (Artikel 12) stehen die Ziele der „kompletten Befreiung Palästinas“ und „die Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“: Es handelt sich um die Ziele des Muftis Al-Husseini.
Zur Fatach gehören die Tanzim-Miliz (befehligt von dem Massenmörder Marwan Barghouti) und die Al-Aksa-Märtyrerbrigaden, die von Blut triefen und deren Name Programm ist und Mahmoud Abbas, Palästinenserpräsident ohne Neuwahlen und Oberpate der Fatach, sagte neulich, er sehe keinen Unterschied zwischen Fatach und Hamas, weswegen die EU doch bitteschön die Hamas-Brüder nicht mehr als Terroristen bezeichnen möge. Woraufhin er nun in Verhandlungen mit der Hamas vollendete Tatsachen geschaffen hat, um gemeinsam mit der Hamas zukünftig eine einheitliche Regierung zu bilden.
Die deutsche Regierungspartei SPD hält indes an ihrer Bindung zur Fatach fest und kauft die Hamas-Katze ganz ohne Sack. Sie weiß genau, was sie tut!, und sie tut es trotzdem. Andrea Nahles, bis 2013 Generalsekretärin der SPD, hat am 8. November 2012 unterstrichen, dass SPD und Fatah gemeinsame Werte teilten. Dieser Ansicht wurde bisher nicht widersprochen.
Wo sieht die SPD den Übergang von bloß politischen Verhandlungen zum Socializing mit einer nazistisch verbandelten, den alten Achsenmächten zugehörigen, arabischen Terroristenpartei? Wo sieht die SPD den Übergang von bloß außenpolitischen Diskussionen zur Verstrickung und zum sich Gemeinmachen mit suprematistischen Mördern und Mördergutfindern, die tief in Nazismus und Islamismus getaucht sind?
Und was soll diese Aufwertung der Erben von Mordbuben der Achsenmächte zu Politikern von 2014?
Erstaunlicherweise hat auch die Europäische Volkspartei EEP, die EU-Dachorganisation der eher konservativen Parteien, die ungarische neonazistische Partei Jobbik vor Kurzem als Mitglied aufgenommen. Hier Kungelei und Entente der eher Linken mit nazistisch verbandelten Islamisten in Nahost, dort Kungelei und Entente der politischen Mitte mit rabiaten, neonazistischen Schreiern in Osteuropa.

Nicht nur als Jude!, auch als normaler Mehrheitseuropäer, als Linker, als Konservativer, als Liberaler oder nur als freundlicher Mitmensch kann man sich da nur doppelt und dreifach grausen.

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Anm. des Rebloggers: Die erwähnten Videos folgen als Kommentar.

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Entführungen, Bilder, und Juden nach Judäa (reblog)

Hier ist der dritte Teil der Serie von Artikeln die Ari ursprünglich im Laufe der Zeit für TiN geschrieben hat, und die ich seit ein paar Tagen nach und nach reblogge. Bildmaterial wie immer meinerseits angefügt (wie im vorigen Teil ist auch diese Karte von Ari aufgetan, stammt nur nicht aus dem entsprechenden Artikel; das andere Bild ist von mir gemacht). Ursprünglich erschien der Artikel bei TiN im Juni 2014 anlässlich der Entführung und Geiselnahme dreier Jugendlicher seitens der Hamas.

Entführungen, Bilder, und Juden nach Judäa

Ein Gastbeitrag von Robert Cohn

Die jüdische Provinz Judäa heißt für Juden seit zweitausend Jahren Judäa. Dieses Judäa, wo sich unglaublich viel jüdische Geschichte abgespielt hat und sich weiter abspielt, wird in Europa jedoch lieber Westbank genannt: Weil Judäa so verdächtig jüdisch klingt, dass man beim Gebrauch dieses Ausdrucks nicht erklären könnte, weshalb die Juden, die in Judäa leben, dort nicht hingehörten, Fremde seien, ja Besatzer.
Der Spruch „Juden raus aus Judäa!“ klingt anrüchig, weil er dem alten deutschen Spruch „Juden raus!“ zum Verwechseln ähnelt. Den Anschein will man vermeiden. Und dass Juden meinen, dass Juden nach Judäa gehören, wohin denn sonst?, wird überhört. Also muss der Spruch anders formuliert werden, damit er zwar noch immer das Alte bedeute, damit dieser Zusammenhang jedoch nicht gleich so klar wird.
Derselbe Spruch nun in anderer Fassung als „Zionisten raus aus den besetzten Gebieten!“ klingt ungleich besser, ja seriös, klingt wie eine politische Aussage zum Ernstnehmen, zum Einbauen in offizielle Dokumente und Regierungserklärungen. Obgleich er wieder nur suggeriert, dass Juden Besatzer seien, indem sie irgendwo sind, wo sie nicht sein sollen – weswegen sie dort hinaus müssten, sofort mit Ausrufezeichen, weil es immer prekär und gefährlich ist, was Juden tun!, wieder mit Ausrufezeichen. Woraufhin sodann die Verhältnisse geordnet seien, so bald die Juden da weg sind.
Es gibt eine weitere Version des Spruchs. „Juden raus aus Palästina!“: Wahlspruch derer, die am Liebsten morgen früh das halbe und übermorgen früh das ganze Israel abschaffen wollen, weil da ein Palästina sein soll oder hin soll. Oder ein Palästina auf Teilen Israels. Immer was weg vom ganzen Israel, damit da die dreiundzwanzigste arabische Diktatur hinkommt. Weil die Juden dort ja zuviel haben, indem die Juden dort unabhängig sind. Und wo Juden etwas zuviel haben und nicht abhängig genug sind, so wie schon 1933, dort müssen sie weg.
Am vergangenen Donnerstagabend wurden in Judäa, wie die Westbank als jüdisch durchtränkte Erde lieber genannt wird, drei 16- bis 19jährige Jeschiweschüler durch Moslems entführt. Sie heißen Eyal Yifrach, Gilad Schaar und Naftali Frankel.
Sie lebten als fromme Juden in Judäa, weil das nämlich Judäa und nicht die Ostbank oder Arabistan ist, und sie hatten niemanden etwas getan. Das ist das Problem.
Die Taktik des Islams seit den Massenmorden Mohammeds am jüdischen Stamm der Banu-Kuraisa in Medina, seiner ersten Amtshandlung als Prophet Allahs, besteht darin, die Schwachen und die Wehrlosen als Ziele auszuwählen. Nicht die Bewaffneten und die Starken. Immer die Schwachen. So wie die Truppen des Propheten Mohammed im Jahr 628 die jüdische Stadt Chaibar überfielen, um die Männer zu ermorden und um die Frauen und Kinder zu vergewaltigen und zu versklaven. So steht es im Koran geschrieben – ein stolzer Bericht, stolzgeschwellt von den Bluttaten an den Schwachen. Der Prophet Mohammed, der dieses befahl, der es selbst durchführte und genoss, auch die Vergewaltigungen, gilt bis heute für jeden Moslem als unantastbares, heiliges Vorbild, als fehlerloser Übermensch, ja als Gottmensch, den niemand kritisieren darf und dessen Worten jeder bind gehorchen muss. Wie ein Götzenbild, das über alles herrscht, fleckenlos, vor dem man sich niederwirft, vor dem man selber niemand mehr ist und keine menschliche Ethik kennt. So wirkt Götzendienst, das will er.
Das Problem ist, wenn Juden schwach sind. Diese Schwachen von Medina und diese Schwachen von Chaibar, ebensolche Juden wie die drei schwachen, jungen, unbewaffneten Entführten aus Judäa an diesem Wochenende, wurden damals getötet wegen der Ehre des Islams und wegen der Lust am Töten. Damals existierte keine israelische Armee, um sie zu schützen. Heute existiert diese Armee G“tt sei Dank, und sie tut alles, was sie kann, damit keine Juden entführt werden. Weil das Entführen von Juden und anderen Ungläubigen eine Spezialität und Tugend des Islams ist. Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas, der Präsident ohne Land und ohne Neuwahlen, sagte 2011 voller Befriedigung, dass die Entführung des Juden Gilad Schalit sehr gut sei. Schalit, ein junger Mann, war entführt worden, wurde von der Hamas in Gaza über fünf Jahre in einem unbekannten Versteck gefangen gehalten. Abbas strich sich die Hände wie nach einer feinen Mahlzeit, als er sagte, wie gut und richtig diese Entführung sei. Sein Verständnis von Entführungen und von Recht und Unrecht urständet in den Berichten über den Propheten Mohammed. Entführungen werden seit dessen Taten immer weiter und immer von Neuem getan, wegen der Lust, wegen des Lösegeldes, wegen des Prestige, wegen des Triumphs der Dominanz über einzelne Unterworfene, und wegen der Ehre des Islams.
Noch an diesem Wochenende, zwei Tage nach der Entführung der drei frommen Jeschiwestudenten Eyal, Gilad und Naftali aus Judäa, hat die Fatach des Mahmoud Abbas bei Facebook diese Karikatur veröffentlicht:
http://www.timesofisrael.com/pa-fatah-cartoons-gloat-and-jeer-over-kidnappings/.
Darauf zu sehen: Eine große Faust, die in einem knallgrünen Ärmel steckt, hält eine Angel. Daran hängen im leeren Raum drei zappelnde Ratten, die mit Davidsternen als jüdische Beute kenntlich gemacht sind.
Nach dieser Entführung feierte und lachte man auf den Straßen von Gaza und verteilte Süßigkeiten. Worüber lacht man in der mohammedanischen Kultur der Ehre, der Scham, des Triumphes über die Schwachen und Unreinen, in der Kultur der Suprematie: Niemals über sich selbst Man lacht über die Anderen, wenn sie 16 bis 19 Jahre alte Jiddn und entführt sind – wenn es ihnen möglichst dreckig geht. Weil es ihnen noch nicht dreckig genug geht, hilft man fatachgemäß nach und stellt sie als Ratten dar: An der Angel hängend und zappelnd, gehalten von einer allmächtigen mohammedanischen Faust.
Warum dieses Bild: Weil die drei kleinen jidischn Ratten Köder sind. Wenn einer sich locken lässt und anbeißt, wird ihn die islamgrüne Faust in den leeren Raum ziehen und erschlagen. Stoff für die nächste Karikatur aus der realitätslosen, nur zu realen Parallelwelt der Allmacht über die Schwachen, wo derlei Mentalität blüht und sich brüstet.
Was hält die europäische, so kultivierte und so zivilisierte Öffentlichkeit davon? Die Reaktionen der deutschen Qualitätsjournaille und die Reaktionen deutscher Politiker und Funktionäre sind erschreckend gleichlautend: Es seien nur drei Verschwundene, ja mutmaßlich Entführte, es gebe keine Hinweise, es gebe jedoch die Besatzung und die Demütigung der Palästinenser, das sei der Grund. Womit es dann plötzlich doch Entführungen sind – gerade eben eben am Satzanfang sind es noch keine gewesen. Es wird sofort behauptet, landauf und landab, dass diese Entführungen selbstverständlich der israelischen Regierung in die Hände spiele. Die sei rechtsgerichtet, das Synonym für den Satan, und sie sei eine Besatzerregierung, die das Völkerrecht breche und massenhaft fremdes Land raube. Woraus mit der selben Rasanz und der selben Herzlosigkeit gefolgert wird, dass das Leid von Juden 1) nicht relevant ist, weil das Besatzer seien, und dass es 2) von den Juden ausgeschlachtet und benutzt werde, um Völkerrechtsbrüche zu begehen; warum: Weil Juden dort leben, wo sie gefälligst nicht zu leben hätten. Das heißt der Spruch, „Juden raus, weil raus!, sonst!“ Selten las und hörte man mehr Stumpfheit und Böswilligkeit in steter Wiederholung als jetzt in diesen Tagen.
Der erschreckend gleichlautende Ton dieser Stellungnahmen und Aufrufe ist nichts Neues. Am 1. Juli 2010 hatte der deutsche Bundestag einstimmig die israelische Seite verurteilt, ohne diese zuvor angehört zu haben: Es ging um die Durchsuchung einiger türkischer Schiffe, die mit Terrorgutfindern und Geld an Bord nach Gaza durchbrechen wollten. Israelische Soldaten wurden mit Eisenstangen angegriffen, und es gab Tote auf Seiten der Angreifer. Da herrschte jedoch diese spontane Einstimmigkeit unter den Abgeordneten. Es wurde nicht debattiert, es wurde nicht bei den Israelis nachgefragt: In aller Eile galt es hunderten Regierenden als sonnenklar, wer da schuldig ist. So versteht man in Europa die Juden und ihre Schwierigkeiten. Judenversteher, Judenfreund, das sind Schimpfworte.
So, wie gestern im deutschen Staatsfernsehen die ARD-Tagesschau suggeriert hat, dass dem Ministerpräsidenten Netanjahu die Entführung in den Schoß falle, damit er die Hamas diskreditieren könne. Suggeriert wurde damit eine Beteiligung der Israelis an der Tat. Das ist die bruchlose Übernahme jener Bemerkung der Betonpatin der Linkspartei Inge Höger von 2011, die sie tat, als in Gaza der italienische, verwirrte Hamasgutfinder Arrigoni entführt und ermordet worden war. Die Trutschenbetonpatin, die auf den türkischen Schiffen 2010 der Hamas zugejubelt hatte, sagte wie folgt: “Cui bono? Wem nützt es?, es nützt den Israelis und Netanjahu!“
Wem es nützt, der hat das gemacht. Der Gedankenautomatismus lautet: Juden morden, weil es ihnen nützt, und wann immer es wem passt, war es der Jud.
Es kam heraus, dass Arrigoni von Salafisten ermordet wurde, die die Hamasterroristen nicht mochten, sie waren ihnen zu wenig extrem. Niemand hat es hierzulande erwähnt, das Muster saß fest, dass die Juden es getan haben. Cui bono?, die klassische Frage der Truther. So verstehen längst nicht nur Linksparteiler die Geschehnisse. So versteht man sie.
Versteht man diese drei neuen Entführungen? Sie sind ein deutliches Zeichen, dass in der vergangenen Woche Verhandlungen zwischen der PA und den Israelis stattgefunden haben. Längst nicht alles erfährt die Öffentlichkeit. Es finden mehr Kontakte statt, als sie ahnt, selbst wenn US-Außenminister Kerry die israelische Seite einmal nicht zwingt, Verhandlungen zu führen, die zu nichts führen. Diese aktuellen Verhandlungen hatten wohl ein Ergebnis, eine Verbindlichkeit, und etwas bahnte sich an, eine Einigung unterer Ebenen?, eine Einwirkung auf die PA, sich nicht bedingungslos der Hamas zu unterwerfen?, woraufhin die Seite der Araber gezielt diese Entführungen veranlasst hat. Weil Einigungen mit dem Judenstaat nicht sein sollen. Woraufhin die Sprecher der arabischen Seite sofort während der ersten israelischen Untersuchungen empört und im Alarmton bei der europäischen Qualitätsjournaille, bei der EU, den USA und bei der UNO wegen der überzogenen, aggressiven, ja demütigenden israelischen Reaktionen protestiert haben. Auf Verdacht. Man muss ja als Dauergedemütigte im Gespräch bleiben. Weil man nur zu gut weiß, dass der Westen bei israelischen Reaktionen sofort an Vergeltung, an nicht provozierte Eskalationen und an allerlei Gewaltspiralen denkt. Die Adressaten haben es geschluckt, aus Automatismus, aus Gewohnheit und Neigung, so wie sie alles willfährig schlucken, was an derlei Stop- und Alarmrufen von dieser einen Seite kommt.
Mit diesen Entführungen wird eine Reaktion der Israelis bezweckt, die definitionsgemäß immer als überzogen, gewalttätig und demütigend gilt. Zweck ist, dass sich dann ein paar Durchsuchte öffentlichkeitswirksam wehren, und dass einer erschossen wird. Etwa in Hebron: Der gerufene Begriff “Hebron!” ist Programm genug im europäischen Qualitätsjournaillismus, da weiß man spontan, welche Untaten die Israelis dort verüben, und dass “Hebron!” die Besatzung sei.
Israelis greifen dann durch – man muss sich wehren und seine Leute gegen Angreifer schützen, man ist kein wehrloser Jude mehr. Woraufhin dann die Verhandlungen abgebrochen werden, wie von Anfang an gewünscht, und worauf dann arabischerseits gebombt wird, geschossen wird und Attentate und neue Entführungen geplant werden. Welche die Israelis vereiteln. Woraufhin dann wieder bei den bekannten Verdächtigen dauerprotestiert wird. Alles im Zeichen der heldenhaften Verteidigung heilig arabischen Bodens, der Kampf gegen die Besatzung und für die Freiheit genannt wird, weil das schön klingt, und weil die Europäer lieber daran und an arme Palästinenser glauben als an jüdische Unabhängigkeit und Unversehrtheit.
Bei jeder einzelnen der bisher vielen Entführungen von Israelis durch Araber verhielt es sich just nach diesem Muster: Die PA verhandelt zum Schein und um aus Europa weiter Milliardenbeträge zu kriegen, dann steckt sie ihren Leuten etwas, damit Schreckliches wie Anschläge oder Entführungen geschehen, um dann zu behaupten, dass die Israelis die Gewaltspirale anheizten, dass die Ziele der Verhandlungen viel zu niedrig gesetzt seien – und dass der Jud an allem Schuld sei. Dann rufen „Palästinensersprecher“ Saeb Erekat, der „palästinensische Außenminister“, der “palästinensische Botschafter” in Berlin und andere solche freundlichen, dauergedemütigten Familienväter, bezahlten Lobbyisten und friedensbewegt palästinensische Klage-Aktivistinnen ihre europäischen Kontakte an, und diese Kontakte verlautbaren, was die Öffentlichkeit zu denken hat. So geht das simple Muster!, erschreckend, dass es funktioniert, sich bezahlt macht, geglaubt und gerne gehört wird.
Woher kommt dieses Vorverständnis der Europäer, dass Juden gewalttätig und unerbittlich seien, und dass man sich vor ihnen zu hüten und ihnen zu misstrauen habe, egal, was sie tun oder nicht tun? Ich habe heute en passant eine Ausstellung besucht, Großstadt, weiter Weg, Gedanken an die drei entführten Jugendlichen Eyal, Gilad und Naftali, da sehe ich mir gern Kunst an, um auf andere Gedanken zu kommen. Da stand eine Holzstatue von Moses aus dem siebzehnten Jahrhundert, etwa aus der Zeit nach dem dreißigjährigen Krieg, fast mannshoch, sehr massiv, aus Eichenholz mit Beschädigungen, wohl ein Fund vom Dachboden oder aus einem Dépôt. Zufälliger Ort, zufällige Statue, ganz zufällig Moses!, das sollte mir etwas sagen, denn der Fund passt besser zum Thema, als mir lieb sein kann.
Dieser Moses sieht erschreckend aus, unerbittlich. Seine Augen starren nach vorn, gefurchte Stirn, zornige Nase, starrer Körper wie kurz vor dem Kampf, und er umklammert mit der Linken eine Gesetzestafel mit römischen Zahlen. Auf dem Kopf sind zwei abgebrochene Hörner, übrigens ein Übersetzungsfehler vom Hebräischen ins Lateinische, als die Christen aus dem originalen „ki karan or“, strahlend, „cornuta“ gemacht haben, mit Hörnern. Diesem Fehler war schon der Bildhauer Michelangelo ein Jahrhundert zuvor aufgesessen, er hat seinen Moses als Gehörnten dargestellt. Michelangelos Moses ist sehr beeindruckend, streng aber gerecht, ein Held aus der Antike.
Nicht wie dieser Moses aus Eichenholz des Barock, der Zufallsfund. Wie massiv dieser Eichenblock ist, erkennt man von der Seite, ein Trumm von einem Gehörnten. In seinem Gesicht liegen keine Milde, kein Verständnis, auch nichts Heldenhaftes oder gar Strahlendes. Die Lippen sind fest geschlossen, kein gutes Wort kommt aus ihnen, der Blick fixiert einen, ist drohend und mächtig, kündet von Strafe und Vergeltung. Man sieht diesen Moses nicht gern an, er ist ein barocker Darth Vader, der dunkle Vater.
Diese Statue ist Theater, eine Rolle auf der Bühne, die Rolle des unerbittlichen Propheten, der Kraft seiner Drohungen die Leute unter die Macht seines Gesetzes zwingt. Natürlich sind die Paragrafen auf der Tafel in römischen Ziffern dargestellt – es geht ja um die christliche Theaterrolle des jüdischen Moses, der Zentralfigur des Judentums. Solche Gestalten hat man im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert immer als Inszenierung dargestellt, als Rollen, selbst im nüchtern protestantischen Norden, denn sie stellten wie auf einer Bühne dar, was sie für die Beobachter zu bedeuten hatten, die meist nicht lesen konnten.
Mit diesem Moses kann man nicht verhandeln. Dieser Moses siedelt, vertreibt, befiehlt und demütigt.
Der historische Moses hat einen ägyptischen Sklavenwächter getötet, weil dieser einen Juden misshandelt hatte. Moses hat sich gewehrt. Das ist verdächtig, denn Juden dürfen das nicht. Moses hat einen Ägyptaraber getötet. Und er war für jüdische Unabhängigkeit.
Dieser Moses sagt Nein! zu Verhandlungen, und er droht. Er ist ein Trumm von einem Propheten, gehörnt, unbeweglich, und er ist für Europäer die Vergangenheit, der überwundene Feind: Christlicherseits galt das Judentum als harte Gesetzesreligion, als gnadenlose Gewaltspirale, als Auge um Auge, Zahn um Zahn, die überwunden ist.
Bloß gibt es ja immer noch Juden.
Was fängt man mit denen an? Die wedeln mit ihrem unerbittlichen und längst überwundenen Gesetz, die haben Macht und keine Milde, die wehren sich, nein greifen an und wollen Groß-Israel, das alles ausfüllt, die siedeln und besatzen dort so massiv wie dieser eichene Trumm von einem Gehörnten, und die starren jeden nieder, der vor ihnen steht.
Und die sind Schuld.
Und wenn welche von denen entführt werden, einfach so!, weil sie Juden sind!, dann beutet dieser israelische Ministerpräsident Moses deren Leid für sich selbst aus und wedelt alle Welt bedrohend mit seinem schrecklichen Gesetz.
Das Bild sitzt schrecklich tief.

Bring back our boys.

Eyal ben Iris Teschurah
Yaakov Naftali ben Rachel Devorah
Gilad Michael ben Bat Galim

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„Geduld mit Israel“ – oder: keine Geduld mit den Juden! (reblog)

Ein weiterer Artikel von Robert Cohn, der zuerst bei TiN erschien, dieser im Februar 2014. Ich werde die bei TiN veröffentlichten Artikel die ich finde der Reihe nach rebloggen. Das Bild ist wieder von mir angefügt; der Kartenschnipsel ist diesmal allerdings auch von Ari, nur nicht aus dem entsprechenden Artikel.

„Geduld mit Israel“ – oder: keine Geduld mit den Juden!

Gerd Buurmann, der Tapfere im Nirgendwo, hat in einem lesenswerten Artikel dazu aufgerufen, man möge deutsche Abgeordnete auf ihre Haltung zu jüdischen Siedlungen ansprechen. Gefragt werden soll: Warum und inwiefern gelten jüdische Siedlungen als Friedenshindernis in Nahost? Es ging um die quasi offizielle Äußerung des deutschen Staatsfernsehens am 7. Februar 2014 in einem Bericht des ZDF Heute Journals:
Denn die Welt verliert allmählich die Geduld mit Israel, vor allem wegen seiner Siedlungspolitik.“
D
a wird mit aller Selbstverständlichkeit ja Ehrlichkeit ausgedrückt, dass Israel der Welt immer etwas schuldig sei. Immer. Israel muss permanent rechtfertigen, dass es existiert. Hingegen Jordanien oder Liechtenstein oder Luxemburg oder gar das marode Belgien müssen das nicht!, warum nicht?, ganz einfach, weil nach deren Existenzrecht kein Mensch je fragt – weil die aus dem Boden gewachsen und im Einklang mit der Natur sind.
Bloß Israel nicht.
Weil Juden immer nur geduldet werden, ungern, und manchmal dann gar nicht mehr. Warum?, nu, wegen der Selbstverständlichkeit, wegen des ZDFs oder wegen der Natur, oder weil es schon immer so war. Nichts einfacher und gängiger als das.
Was drückt der Ausspruch des ZDFs im Einzelnen aus:
1) Allmählich“. Das Wort suggeriert, dass einst Geduld bestanden habe, die nun nicht mehr bestehe, weswegen dem ZDF nun wieder allmählich ja vollends der Geduldsfaden reiße. Weil die Juden allmählich wieder rückfällig werden und wieder einen Grund liefern, damit man endlich und allmählich ungeduldig werden darf.
2) Vor allem.“ Ganz früher waren es vor allem die Brunnenvergiftungen, noch früher war es vor allem die jüdische Ablehnung Jesu als Erlöser, etwas später waren es vor allem der jüdische Wucher und die ‚Zinsknechtschaft‘ wegen der Juden, dann waren es vor allem die Bürgerrechte, die sich die Juden seit der Zeit Napoléons erstritten hatten. Zwischendurch war es vor allem die Widernatürlichkeit des Judentums, das lieber darauf bestand, es selbst zu sein, als sich zu unterwerfen. Immer taten die Juden dies falsch und jenes falsch, verhielten sich halsstarrig, schädigten die Christenheit und später ein Ding Namens Volkskörper. Vor allem machten Juden Probleme!, darum wäre es vor allem besser gewesen, immer, dass es keine Juden gäbe. Wegen allmählich sinkender Geduld.
1948 bei der Staatsgründung Israels hieß es sofort, vor allem der jüdische Staat sei den Arabern unerträglich, sei den Sowjets unterträglich, sei für die Linken ein neuer Nationalismus, sei für die Rechten ein Extraprivileg und eine Extrawurst für Juden. Seit 1967 sind es vor allem die jüdischen Siedlungen, über die man sich aufregt.
Es gibt immer eine Reihe von Unerträglichkeiten, die von der jüdischen Existenz-an-sich ausgeht, mal ist es der nicht akzeptable Unglaube, mal der nicht zu tolerierende Eigensinn, mal die unerträgliche rassische Minderwertigkeit, und neuerdings sind es vor allem die Wohnorte von Juden, die da leben, wo Andere es nicht dulden können.
3) Die Welt.“ Das deutsche ZDF spricht für die Welt. Möge am Wesen des ZDF die Welt genesen? Die Welt habe nun mal Probleme mit den Juden, heute habe die Welt nun mal Probleme mit Israel.
Die Selbstverständlichkeit dieser quasistaatlichen ZDF-Äußerung ist, wie soll man es ausdrücken?, so tradiert, so ‚gesundes Volksempfinden‘, so selbstverständlich. À propos, moslemischerseits bedeuten die Stichwort „Siedlungspolitik“ und „zionistische Besatzung“ nichts Anderes als einfach Israel. Friedenshindernis seien die Siedlungen – soll als Chiffre heißen: So lange Israel existiert, werde es bekriegt und boykottiert, und wegen Israels werde es keinen Frieden geben.
Jeder, ob Moslem oder nicht, der behauptet, dass diese Siedlungen Friedenshindernis seien, meint diese Chiffre. Ob es ihm nun bewusst ist, oder ob er sich lieber hinter einer Allerweltssuggestion versteckt.
Auch bevor Israel existierte, mussten Juden immer beweisen, dass sie existieren durften. Aber das konnten sie nicht!, die Unmöglichkeit des Beweises war ja Sinn der Sache. Die Christen sahen sich längst als die vervollkommneten und erlösten neuen Juden (so wie das Ann Coulter oder das Opus Dei noch heute meinen). Die Moslems meinten seit dem Koran immer und meinen noch heute mit dem Koran, dass Abraham und Moses ohnehin Moslems gewesen seien, dass es also keine Juden mehr geben dürfe, weil sie alle immer schon Moslems gewesen seien, aber nicht wollten!, obgleich man das ja nicht nichtwollen dürfe.
Und wehe, wenn Juden sich gar irgendwo blicken lassen, wo sie nichts zu suchen haben, nicht? Grad im Weichbild der armen benachteiligten, dauerbeleidigten Araber, die es nicht aushalten können, dass da in Siedlungen irgendwo ein paar Juden wohnen, oder dass in Tel Aviv Frauen ohne männliche Aufpasser auf die Straße gehen dürfen, oder dass die Jerusalemer Klagemauer als letzter Rest des salomonischen Tempels gilt. Für Juden. Die das nicht zu wollen haben sollen.
Da MUSS man ja wieder allmählich die Geduld mit den Juden verlieren. 2014 wegen der Siedlungen, so wie 1814 wegen der Bürgerrechte, so wie 1214 wegen des gotteslästerlichen Talmuds und wie 1514 wegen ein paar jüdischer Familien in Mitteleuropa, oder wie 1614 beim Pogrom in Frankfurt, als die Bürger allmählich die Geduld verloren.
Warum: Wegen des Stolzes. Des verletzten arabischen Stolzes auf sich selbst, der alle Anderen ausschließt und bekämpft, und wegen des Stolzes des ZDFs auf die Selbstverständlichkeit des Geduldverlierens. Deswegen geht es ja gar nicht, dass jüdische Siedler vielen Arabern Arbeit gegeben haben – woraufhin die marode Wirtschaftskraft der Palaraber nach vielen selbstverschuldeten Rückschlägen endlich wieder anstieg. Weswegen die EU im vorigem Jahr prompt die Kennzeichnungspflicht für unter jüdischer Leitung produzierte Waren eingeführt hat, um diese Waren abzuschaffen, und weil es die Araber unerträglich in ihrer Ehre verletzt, von JUDEN für Arbeit besser bezahlt zu werden als von Arabern.
Gell?
Araber haben schließlich stolzverletzt, irrational, edel, arbeitslos und dauerempört zu bleiben, damit westliche Politiker weiter ein schlechtes Gewisen wegen des Kolonialismus und wegen der Juden haben dürfen, deren Vernichtung misslang, und damit das ZDF mal wieder und allmählich die Geduld mit den Juden verlieren darf.
Weil das doch mal gesagt werden dürfen muss.
Und wehe, wenn nun einer die Antisemitismuskeule auspackt. Die haben bekanntlich die Juden erfunden, früher wegen des Gottesmords und wegen der Zinsknechtschaft, heute wegen des armen Martin Walser, wegen Herrn Grass‘ Unverständnis der permanenten Vernichtungsdrohungen aus dem Iran, und deutscherseits wegen der jüdischen Siedlungen im deutschen Schutzgebiet.
Hillel Neuer, der Vorsitzende von UN-Watch und meistgehasster Mann im UNO-Menschenrechtsrat (dessen Vertretern mehrheitlich die Menschenrechte am Gesäß vorbeigehen), drückte just diesen Sachverhalt in einem Interview so aus (mit Dank an Schum für den Fund):
…Wenn ich höre, wie europäische Diplomaten rechtfertigen, dass Israel sich in der UNO keiner Regionalgruppe anschließen kann, und wenn sie sagen, dass es nicht der westlichen Regionalgruppe beitreten könne, weil es nicht deren Werte teile, dann spüre ich das alte Vorurteil, von dem wir gehofft hatten, dass es nach 1945 aus Europa verschwunden sei.“
Dieses Vorurteil besteht darin, dass Juden, ob mit oder ohne Staat, nicht dazugehören. Wegen Erlösungsunwillens, wegen der Brunnenvergiftungen und wegen der Zinsknechtschaft, wegen der Hakennase, wegen der Beschneidungen, wegen zu vieler Juden bei den Banken, den Medien oder überhaupt, wegen des heiligen arabischen Bodens und wegen des jüdischen Unwillens, den Koran anzunehmen, überhaupt wegen der jüdischen Werte, nein wegen des jüdischen Unwerts!, und nun wegen der Siedlungen.

Der Blick auf die Juden ist seit den Tagen Amaleks eine blutige Obsession. Es wird weiter gestarrt, es wird immer etwas gefunden, und es hört nicht auf.

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Anmerkung: Der Artikel bei TiN auf den sich dieser Text bezieht ist nicht mehr bei TiN online, man findet ihn hier: https://web.archive.org/web/20160324015422/https://tapferimnirgendwo.com/2014/02/21/wie-halten-sie-es-mit-den-judischen-siedlungen/

Zwei Kommentare zu beiden Artikel herausgegriffen:
Aristobulus, 24.02.14, 21:10 :
Leute:
Bergstein hat gestern in einem Satz für Satz spannenden, erhellenden Kommentar dargelegt, dass Juden in den christlichen Monarchien der Vergangenheit niemals Rechtssubjekte gewesen sind, sondern dass sie nicht unter die Allgemeindefinition Mensch fielen: Teils geduldet, Teils halb geduldet, Teils gar nicht, und dauerhaft unter nicht einlösbarem Rechtfertigungsdruck stehend. Woraus sich die heutige merkwürdig wortlose Überzeugung herleitet, dass das Volk der Juden als Rechtssubjekt durchaus nicht mit dem Volk der Dänen, Eskimos oder Uruguayer gleichzubehandeln sei.
Bitte den Bergstein lesen!, der kennt sich aus: [Link nicht mehr online, Kommentar folgt unten].
Rechtssubjekt. Nein, dieses Ding ist zwar eine Chimäre von gegenstandslosem Luftbegriff wie Gender Studies, Börsenkurse oder „was mit Medien“, aber dieses Ding ist viel gefährlicher, es erschafft die Realität von Menschheit und Untermenschen und hält sie am Leben. Nämlich die Realität, in der anno 2014 traditionellerweise vielleicht achtzig Prozent der Leute meinen, dass Juden ‚eigentlich‘ ja ‚irgendwie‘ kein Staatsvolk sein könnten. Warum nicht?, auf die Frage wird dann geschwiegen oder ihr wird ausgewichen – weil das doch eine Tatsache ist, die man nicht erklären muss. Dass Juden halt was Anderes seien.
Mir ist eine Analogie eingefallen: Frauen. Natürlich passt die Analogie nicht ganz, denn es ist kein Volk von Frauen denkbar, das ein eigenes Land beansprucht. Jedoch sie passt im Sinne des Rechtssubjekts: Frauen waren bis zur Einführung der Gleichberechtigung ebensowenig Rechtssubjekte wie Juden.
Deren Emanzipation als Gruppe gelang aber.
Warum dann nicht die der Juden als Gruppe?
Bergstein, 23.02.14, 14:06 (auf diesen Kommentar bezieht sich der Verweis oben):
Der Grund ist bezogen auf Israel eigentlich ganz einfach. Als Israel den Unabhängigkeitskrieg gewonnen hat und zum Teil auch schon nach der Unabhängigkeitserklärung stellte sich für die westlichen Staaten, die Übrigen so ziemlich alles unternommen haben, damit es nie geschieht, ein großes Problem, soll man Israel anerkennen oder nicht.
Zunächst schien keine Lösung des Problems in Sicht, da weder das Eine noch das Andere in Betracht kam. Das Anerkennen war nicht möglich, da dies zu Einem sich diese gegen die arabischen und muslimischen Staaten richten würde, man wollte sich wegen ein paar Juden in Israel nicht mit den vielen Moslems mit ihrem vielen Öl verscherzen und zu Anderem, sind die Juden nach westlicher Anschauung kein Volk, sondern eine Religion, so dass eine Anerkennung bedeutet würden, dass die heimischen Juden plötzlich nicht mehr in die bestehenden Nationalstaaten passen würden. Auf der anderen Seite war auch das Nichtanerkennen keine Alternative. Zu Einem war die Gründung völkerrechtlich abgesichert und zu Anderem war Israel ja praktisch da. Nach längerem Denken kam man auf die von Ihnen oben angesprochene und aus dem deutschen Mittelalter übernommene Lösung.
Entgegen allen anderen Bevölkerungsgruppen hatten die Juden kein natürliches Aufenthalts-recht im Heiligen römischen Reich der Deutschen Nation. Allerdings gewährte der Kaiser ihnen, selbstverständliche gegen eine entsprechende Zahlung, ein beschränktes Aufenthaltsrecht. Die Juden hatten folglich kein natürliches, sondern ein gewährtes sekundäres Recht. Das Aufenthaltsrecht der anderen Bevölkerungsgruppen war somit vorrangiger als das der Juden, das ja jederzeit entzogen werden konnte. Das Gleiche hat man nunmehr mit Israel getan.
Die Anerkennung eines Staates besteht gewöhnlich aus zwei in der Regel gleichzeitig statt-findenden Ereignissen. Zunächst wird man als Volk mit einem Recht auf Staatsgebiet anerkannt. Anschließend wird auf Grundlage des Selbstbestimmungsrechts eines anerkannten Volkes, der von diesem Volk gegründete Staat anerkannt. Bei Staatsbürgerschaft geschieht das Gleiche, man wird zunächst als Deutscher anerkannt und auf dieser Grundlage bekommt man die Staatsbürgerschaft.
Genau wie bei Juden in Mittelalter wurde die Juden in Israel weder als Volk anerkannt und schon gar nicht wurde ihr Recht auf das Land anerkannt. Der Staat Israel wurde hingegen als juristisches Gebilde anerkannt. Da man aber für einen Staat ein Staatsvolk braucht, wurden die Araber, die man später Palästinenser genannt hat, als das eigentliche Staatsvolk anerkannt. Das ist übrigens auch der Grund wieso nur bei Palästinenser der Flüchtlingsstatus erblich ist, da er der Staatsbürgerschaft bei anderen Bevölkerungsgruppen entspricht. Anerkannt wurde im Ergebnis ein arabischer Staat Israel in dem die Juden zufälliger- und auch bedauerlicherweise gerade die Mehrheit stellen. Es hat ja niemand geglaubt, dass dies dauerhaft der Fall ist. Man war sich totsicher, dass bald die Araber mit in ihren 10 Kinder pro Frau die Mehrheit der Bevölkerung stellen werden.
Alle von Ihnen beschrieben Problemen und die doppelten Standards sind die Folge dieser Halbanerkennung. Rein rechtlich ist es kein doppelter Standard, da die Juden wie dargestellt nur ein sekundäres und somit gegenüber den Arabern nachrangiges Recht genießen. Die Juden haben nämlich keine Rechte außer denen, die ihnen UNO ähnlich wie der Kaiser gnadenvollerweise gewährt. Diese können wie tatsächlich in Mittelalter auch häufiger geschehen jederzeit wieder widerrufen werden, wie z.B. wenn die Juden wie im Mittelalter die Begleichung von Schulden eingefordert haben oder sich neuerdings erfrechen, die Häuser da zu bauen, wo es ihnen beliebt. Ein gewährtes Recht kann selbstverständlich vom Gewährenden entzogen werden, wenn er Geduld mit demjenigen verliert, dem er das Recht in seiner unendlichen Gnade verliehen hat. Die Araber wissen natürlich um diese Halbanerkennung und bestreiten deswegen auch immer wieder die Shoah, da diese außer Ihrer Sicht der Grund für diesen Gnadenakt der Rechtegewährung gegenüber Juden war.

Blutvergießen, Blutkulte und der Blutrausch gegen die normative Kraft der Menschlichkeit (reblog)

Dieser Artikel von Robert Cohn über Kontrolle und Enthemmung der inhärenten Grausamkeit erschien zuerst im Januar 2014 auf Tapferimnirgendwo.

(Das Antiquariatsbild ist eine Randnotiz von mir, der teilweise passenden Titel wegen; nicht von Aristobulus oder TiN)

Im Judentum ebenso wie für alle anständigen Menschen geht es von Anfang an um den Kampf gegen Blutvergießen und gegen Grausamkeit, um den Kampf gegen Sklaverei und Unterdrückung, um den Kampf gegen Selbstgerechtigkeit und die Lust an der Selbstüberschätzung auf Kosten Anderer, gerade die eigene.
Als unser Stammvater Abraham Avinu seinen Sohn Jitzchok auf einem Altar opfern wollte, so wie er es bei den Anderen und deren Blutrausch gesehen hatte, fiel ihm ein Bote G“ttes in den Arm, um solche Gräuel ein für allemal zu verhindern. In dem Moment begann die Zivilisation. Worauf Abraham es voll begriff und sich selbst beschnitt, sich selber die Vorhaut abschnitt. Yep, dazu gehört Mut!, es war in der Urzeit, als es noch Helden gab, die etwas zum ersten Mal taten, die erste Beschneidung als Zeichen, dass für alle Zeiten Blut- und Menschenopfer abgeschafft gehören.
Dieses Zeichen tragen wir bis heute. Bis heute praktizieren die Juden die Beschneidung (Briss Miloh) als Erinnerung an Menschenopfer weltweit, und damit sie nie wieder geschehen mögen.
Obwohl sie weiter geschehen und geschehen.
Das Obwohl ist das zentrale Konzept des Judentums. Obwohl selbst Juden damit Probleme haben, halten wir uns daran. Obwohl alle Welt auf die Juden einprügelt und einteufelt, mal mehr, mal weniger, halten wir am Judentum fest. Obwohl alle Nachbarn Israels geschworen haben, diesen jüdischen Schandfleck von der Landkarte zu tilgen, gelten in Israel die Menschenrechte und Individualrecht unterschiedlos für alle Bürger, Nichtbürger, Antibürger und Gleichgültige. Obwohl alle Welt seit den Assyrern, Babyloniern, syrischen Hellenisten, Römern, Christen, Moslems und Nazis mal mehr, mal weniger tat, was sie konnte, um das Judentum vom Globus zu tilgen, haben Juden niemals die selben Maßstäbe angelegt.
Seit der Zeit des Abraham Avinu, seit drei- oder viertausend Jahren, ist jedem anständigen Menschen vorgeschrieben, das Leben Anderer zu achten.
Weil es anders nicht sein darf. Aus und Amejn.
Freilich gefällt es den Menschen von je her, Andere zu dominieren und zu verletzen. Machtausübung verschafft Lust, ganz einfach, und alle Lust will Ewigkeit. Jemanden zu quälen, zu drangsalieren und zu unterdrücken, verschafft dem Quäler die bleibende Illusion, mehr zu sein als der gequälte Mitmensch. Superiorität sei mit Lustgewinn verknüpft, und um mehr Lust und Oberwasser zu kriegen, müsse man sich nur an jemandem vergehen – das ist das Rezept von Herrschern, Vergewaltigern, Lustmördern, Warlords, Haustyrannen und Menschenopferern.
Dieses Rezept ist freilich banal, und jeder, der es so banal äußert, demaskiert sich in den Augen der Anderen. Darum macht man kollektive Glaubenssätze und heilige Schriften daraus, darum erfindet man Kulte, Partikularrechte, Symbole und allerlei Beschwörungen, um der banalen Lust am Banalbösen den Anstrich von Eigentlichkeit und Heiligkeit zu geben: Das Höhere und seine Heiligkeit als Vorwand, um das Übelste auszuleben, um sich größer zu fühlen und sich hineinzusteigern.
Anstatt einfach Schluss damit zu machen und seine Befriedigung anders zu suchen, etwa in der Durchsetzung von Dingen der Zivilisation und Menschlichkeit, hat man es jedoch immer verstanden, die alte Grausamkeit wieder zu integrieren – sei es real als Metzelei an ausgewählten Tagen, sei es symbolisch. Wohl, um sie zu bannen?
Etwa der Gral. Das ist ein heiliger Kelch mit Blut drin. Das ganze christliche Abendland und das ganze christliche Morgenland glaubte während vieler Jahrhunderte inbrünstig an den Gral. Damit eng verbunden sind Erlösung, Opfer, ja Liebe. In der Gemeinschaft trinkt man bis heute aus diesem Gral. Es befindet sich BLUT darin, die Assoziation zur Blutrache, Blutmystik, Blutopfer, Bluttat, Blutrausch, Blutschwur usf. liegt ganz nahe.
Das war doch abgeschafft.
Aber in jeder Kirche steht bis heute ein Gral und wartet auf Füllung.
Wie konnte es wieder so weit kommen?
Als das Judentum zum zweiten Mal begann, nun auf dem Berg Sinai, wurde das Trinken von Blut *schauder* absolut verboten. So bald sich die Christen gegen Ende des ersten Jahrhunderts weit genug vom Judentum abgespalten hatten, wurde der Blutkult des alten Orients jedoch wieder eingeführt, blutiger und bestimmender denn je, auf immer und alltäglich verknüpft mit Jesu Leiden und Tod und Blut allüberall. Blut und das Heil. Blut und Erlösung, Erlösung durch Menschenopfer und Blut.
Was soll diese Sache mit dem Blut?
Die war doch abgeschafft, nein?.
Limpieza de sangre”, Blutreinheit, forderte die spanische Inquisition in totalitärer Prägung, und ermordete wegen der Reinheit und des Blutes tausende Juden und Araber.
Unter faschistischen Fantasien bis ins zwanzigste Jahrhundert wurden Blutorden, Blutmärsche und Blutpakte gestiftet und gefeiert, in Deutschland, Griechenland, Italien, Spanien, überall da, wo sich sympathisierende Gruppen fanden. Bluuuut.
Auch die Flagge der Kommunisten überall ist blutrot, so wie die Taten Stalins, Maos und Pol Pots.
Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“ (Mt 27,25), so ließ die Rollenprosa des Evangelisten Matthäus die jüdische Menge ausrufen, als Jesu Blut vergossen werden sollte. Blut und Juden gemeinsam assoziiert, gemeint als Verfluchung der Juden als Gottesmörder wegen Blutes über alle Generationen. Indem eine Geschichte über Blut so erhitzt, herausgeschrieen und erhöht wurde, damit sie als Aufruf zum Massenmord gelte. Heiliger Blutrausch rief wieder realen Blutrausch hervor.
Die Täter der Schoah waren fast alle christlich getauft und sozialisiert. Im NS-Kampflied Ihr Sturmsoldaten jung und alt wurde als Refrain gesungen: „Wenn das Judenblut vom Messer spritzt, gehts uns gleich nochmal so gut“. Der Einzelne ging im erhitzten Kollektiv auf, sang so, fantasierte so und tat es so.
Blut.
Dieses reale Theaterblut aus der Hölle wurde gleichzeitig angebetet und tief verachtet. Das Eine schlug ins Andere um (Enantiodromie) und blieb sich gleich – wegen Rausch und Anstachelung, und weil das Rezept zum sich Großfühlen so einfach funktioniert. Wie das prickelte an kühlen Abenden immer vor Ostern, als man sich diese christlichen Pogromlegenden erzählte, dass die Juden Kinderblut in ihre Matzes gössen. Dort, wo der Islam herrscht, erzählt man sich diese Geschichten auch anno 2014 mit um so mehr erhöhter Stimmung und Genuss. Das gehört da zur Folklore, zu politischen Reden, ja zur islamischen Unterweisung, mit feierlichem Hass vorgetragen von Imamen und Mullahs. Es gibt arabische Filme und Fernsehserien über die rituelle Schlachtung moslemischer Kinder durch Juden, blutig und familiengerecht gedreht.
Während in Gegenden, wo der Islam herrscht, Christen blutig vertrieben und dezimiert werden.
Derlei exotisch-Alltägliches aus fernen Ländern steht freilich kaum oder niemals in der ZEIT, der Süddeutschen, dem SPIEGEL. Obwohl in deutschen Koranschulen und Moscheen derlei auf dem Lehrplan steht, und obwohl hiesige Moslems gern türkische und arabische Fernsehsender sehen.
Während in Kirchen jeden Tag bei der Messe Wein in Blut verwandelt wird. Real verwandelt, sagen die Katholiken und läuten eine Glocke, wenn’s fertig ist, symbolisch verwandelt, sagen die Protestanten, und beide Konfessionen meinen, machen, verwandeln und zeigen jedoch Trotz fremder Anverwandlung MENSCHENBLUT und trinken es, mal physisch, mal symbolisch, aber immer BLUT.
Das klingt polemisch. Sieht aber nach Blut aus.
Immerhin haben sie real damit aufgehört.
Über fast zweitausend Jahre war das anders. Als die Kreuzritter im Jahr 1099 Jerusalem eroberten, schrieben die Chronisten ganz ohne Anflüge von Schuld oder gar Mitgefühl, dass die Pferde der Ritter bis hoch zu den Beinen im Blut gewatet hätten. Alle wurden niedergemacht, ob Jude, Moslem oder Christ. So sah die christliche Welt aus. Die moslemische auch. Beim Eroberungszug des Islams im siebten Jahrhundert wateten die Eroberer durchs Gemetzel. Und in Konstantinopel 1452 und auf dem Balkan in der frühen Neuzeit. Dichtergeistliche priesen die Massaker in Hymnen an Allah.
So haben sich Juden nie verhalten…
Die Christen haben damit immerhin real aufgehört, seitdem es die Aufklärung gibt. Trotz allerlei mehr irrealer, überlebender Gralsmystik.
Der Islam hat damit nie aufgehört – im Gegenteil, er fängt verstärkt wieder an mit dem Blut und dem Rausch.
Blut der arabischen Selbstmordanschläge, wo das reale Blut meterweit spritzt. 2004 wurde in einer arabischen Universität in der Westbank eine Kunstausstellung aufgebaut, ein Raum wurde blutrot angestrichen, darin lagen Teile von Menschen, das Ganze hieß Blutopfer oder Heldentod oder Kilistin-Forever oder Der Palästinensische Gottesstaat, ich weiß es nicht mehr…

Wann lässt man das sein?

P.S.
Nebbich. Vielleicht muss ja etwas gebannt, symbolisiert und sublimiert werden, damit es nicht übermächtig wird und bis in die Realität wächst. Die Leute scheinen so ein Bedürfnis nach Blut und heiliger Überhöhung von Gräueln zu haben.
Geht’s denn nicht mit Tomatensaft, wenn’s schon rot und salzig sein muss?
Tomaten könnt’ man als heilig erklären, sie sind rund wie wohl der Kosmos und rot wie das Feuer, schmecken gut, haben Vitamine und schaden keinem. Vor Allem sind sie nicht menschlich.
Ein für genuin tomatig und saftig deklariertes Tomatenheiliges schadet ja keinem! Zumal grad Tomaten in Arabien gut wachsen.
Was tat jedoch die Hamas, als die Israelis 2005 aus Gaza abzogen: Sie vernichtete als Erstes die Gewächshäuser, weil sie lieber Raketen baut oder einschmuggelt, mit denen Juden aus Gründen des Menschenopferkults zu blutigen Massen verwandelt werden sollen.
Es wird mal wieder nichts mit Tomaten.

Warum immer diese mörderisch ernsten, von Tod, Lust, usurpierter und illusorischer Allmacht und Mord durchdrungenen BLUTkulte wie zu Zeiten der Neanderthaler, als man zum Frühstück Menschen totschlug und auffraß?

Probleme aus politischer Perspektive

Vor einigen Tagen machte im Internet ein Memo die Runde. Geschrieben hats ein bei Google in den USA arbeitender Ingenieur, und in diesem Aufsatz machte er sich Gedanken darüber, warum in „seiner“ Firma Google mehr Männer als Frauen arbeiten, wie man Google als Arbeitgeber für Frauen attraktiver machen könnte, ob einfach positiv zu diskriminieren (das nennt sich wohl wirklich so und hat sich nicht Orwell ausgedacht) die beste Lösungsmöglichkeit ist – und ob die grundsätzliche Tatsache überhaupt schlimm ist, oder ob die Art der Arbeit die bei Google zu tun nicht einfach für Männer attraktiver ist als für Frauen. Weil Frauen etwas anderes von ihrer Arbeit erwarten als Männer. Und – Nachgedanke – weil sie nicht nur andere Vorlieben, sondern im Schnitt auch andere Stärken haben als Männer (letzteres hat er mit Daten belegt).

Wenn ich in diversen Onlinediskussionen eine Sache gelernt habe ist es diese: hänge nie, nie, NIE irgendwas noch als Nachgedanken an, das vielleicht am Rande das Thema ergänzt und das Grundsätzliche um das es geht dem Gesprächspartner vielleicht ein Bissl nachvollziehbarer macht. Nichts Anekdotisches, keine Sprachbilder, keine Zitate, keine Illustration, keine Belege – und vor allem, wenn der Kommentar oder Beitrag im Laufe der letzten Stunde endlich fertiggefrickelt ist, nichts was man sich beim zweiten Korrekturlesen innerhalb der letzten fünf Sekunden vor dem Abschicken noch denkt, ach ja, hier fehlt am Rande ja noch…! Ich habe es bis jetzt fast jedesmal bitterlich bereut, diese Fast-nicht-geschriebene Randnotiz oder kleine Korrektur, vollständig ohne die ich komplett dasselbe gesagt hätte, nur kürzer und nicht ganz so anschaulich oder fundiert, je geschrieben zu haben. Ernsthaft: genau darauf wird sich als erstes, heftigst und ausschließlich gestürzt wie der Geier aufs Frischgemetzelte – und zwar zuverlässig nur auf die fürs eigentlich gesagte hundertprozentig irrelevanten Aspekte – das innerhalb der Stunde geschriebene wird vollständig ignoriert oder garnicht erst gelesen. Zuverlässig jedesmal. Es gibt einen Cartoon, in dem die eine Comicfigur etwas (wohl physikalisches über Raumzeit) einer anderen erklären will, anfängt: „stell Dir vor, Du bist auf einem Trampolin…“, von der anderen freudig unterbrochen wird: „Danke, ich wills garnicht zuende hören!“ – und dann sieht man lauter Gedankenblasen wie die zweite Figur Trampolin springt (wer den sehen will, er ist bei tvtropes . org auf der Seite „sidetracked by the analogy“³). Nur daß die Comicfigur das Trampolinspringen einfach schön findet – und es in einer Onlinediskussion Vorwürfe hageln würde daß Trampoline Rollstuhlfahrer diskriminieren, und man hat ja wohl was gegen Menschen mit Behinderung! – nur weil man verständlich sein wollte und nicht „Gummituchanalogie“ schreibt, sondern das „stell Dir ein gespanntes Gummituch vor“ in letzter Sekunde auf „… Du bist auf einem Trampolin“ geändert hat.

Und so ähnlich ist es James Damore ergangen (das ist der Ingenieur der über Googles verfehlte Einstellungskriterien geschrieben hat) – nur auf viel höherem Niveau. Jemand mit einem orwellschen Gedankenpolizei-Titel den ich mir nicht merken kann bei Google liest von dem ganzen „was erwarten Frauen von Arbeit und Arbeitsplatz anderes als Männer, und wie kann man einen Arbeitgeber also für Frauen attraktiver machen?“ nur „Frauen-anders-als-Männer“, schreit „Sexist!“, und verkehrt das was eigentlich gesagt wird mal locker ins Gegenteil, ohne es zu lesen. Alle Zeitungen berichten drüber, was bei Google für Sexisten arbeiten dürfen, Google wirft ihn raus, und er widerum veröffentlicht den ganzen Dreck, den Google am Stecken hat weil sie schon jahrelang systematisch nach Geschlecht diskriminieren.

Stand im Geschriebenen, was immer wieder behauptet wird, daß Frauen aus biologischen Gründen weniger geeignet für technische Berufe sind, sie deswegen weniger ergreifen und dort weniger verdienen als Männer? Nein. Dort stand, daß Frauen in der Arbeit seltener die ausschließliche Lebenserfüllung sehen als Männer, lieber kooperativ arbeiten als kompetitiv, und sehr technikorientierte Berufe in denen sie kaum mit Menschen interagieren können für stupide halten und deswegen seltener ergreifen. Weil sie (und jetzt kommts) besser für die Interaktion mit anderen Menschen geeignet sind als Männer (zumindest im Schnitt, das hat wohl irgendwas mit der Gehirnverkabelung zu tun; genau wie Frauen im Schnitt eine Bissl kleinere Schuhgröße haben als Männer haben sie im Schnitt ein ein klein Bissl besser vernetztes Hirn). Was der Grund dafür ist, daß sie weniger von klingonischer Beförderung halten als Männer und öfter in Teilzeit arbeiten wollen – und das ist der Grund für den geringeren Verdienst.

Damit also, schreibt Damore, das Talent der Frauen für seine Firma nicht verlorengeht (und das ist durchaus keine gnädigerweise-sozialerweise-gleichstellenderweise-Überlegung, sondern knallharte Wirtschaftslogik: die gehen dann nämlich schlicht und ergreifend zu Konkurrenz), sollte Google dafür sorgen daß sich die Frauen weder bei ihnen langweilen weil sie ihre Stärken nicht einsetzen können, noch wegen der gefühlten sozialen Kälte (klingonische Beförderung…) oder schlechten Work-Life-Balance (fehlende Teilzeitmöglichkeiten) mit den Füßen abstimmen.

Und jetzt komme ich zu dem was ich eigentlich schreiben wollte: warum prügeln die Leute so auf James Damore ein mit etwas das er ganz offensichtlich nicht geschrieben hat? Viele die auch tatsächlich lesen was er eigentlich schreibt, meinen das ist weil die progressiven Prügler überall Sexisten, Rassisten und andere Ketzer der Gutdenkreligion sehen wollen, um ein Anathema über sie verhängen zu können. Nun heißt das heutzutage zwar nicht mehr James Damore, apostata Deorum², damnatus sit in aeternitate!, sondern James, it’s not okay! (frei nach dem Chefredakteur der Daily Wire, Ben Shapiro³), aber Hinrichtungen waren ja schon immer allgemeines Volksfest. Leider nur sind die heutigen Zeiten zumindest in den USA für Scheiterhaufen zu zivilisiert.

Ich meine, es liegt vielmehr daran, daß die Vorschläge die Damore macht gut sind. Er schlägt ja vor, Leute ausschließlich nach Eignung einzustellen, nicht nach gruppenbezogenen Quoten wie es Google bislang wohl tut; und gleichzeitig Google als Arbeitsplatz attraktiver zu machen: mehr Teamwork, mehr Möglichkeiten selbst über seine optimale Work-Life-Balance und Work-Life-Blending zu entscheiden, mehr Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit, bessere soziale Angebote, weniger Konkurrenzdenken. Gutes Geld für gute Arbeit. Das Problem der Leute die auf ihn einprügeln ist: die Vorschläge sind zu gut. Die wären nicht nur sehr gut für die Firma, die würden das grundsätzliche Problem in einer Art und Weise überflüssig machen daß alle dabei gewinnen: Google qualifizierte Leute und die guten Leute die sich aussuchen können wo sie hinwollen einen guten Arbeitsplatz. Alle gewinnen – außer den Gleichstellungsbeauftragten (oder was auch immer für ein noch orwellscher Titel da heute dazugehört) – die verlieren, wenn es nichts mehr gleichzustellen gibt, weil alle gerne dort arbeiten wollen. Die sind aus naheliegenden Gründen also eher daran interessiert, das Problem zu perpetuieren um länger daran verdienen zu können. Politisch ist es dasselbe, nur auf höherem Niveau: die Leute die allen einreden was die Gesellschaft doch sexistisch ist, gewinnen damit Wählerstimmen wenn sie dieses Problem perpetuieren (notfalls indem sie es selbst herbeiführen oder -halluzinieren). Deswegen werden sie es tun.

… und nun kommt der Exkurs, auf den alle warten 😛 (weißichdoch…). Dieselben Progressiven werfen „der Pharmalobby“, also forschenden Arzneimittelherstellern, etwas ganz ähnliches vor. Nur bezogen auf Medikamente und nicht auf Sexismus. Eine Pharmafirma hätte viel größeres Interesse an etwas, das die Leute lebenslang regelmäßig einnehmen müssen um etwas mittelschweres Chronisches zu behandeln, als an etwas daß eine schwere Krankheit schnell beseitigt. Da wären (gesicherte Einnahmequelle!) die Profite größer (der muß), weshalb die Pharmalobby (der muß auch) eher in ersteres investiert als in letzteres. Am besten noch wenn es Nebenwirkungen hat gegen die man dann wieder was anderes dauerhaft nehmen muß. Weil die Pharmalobby die Leute ja entweder vergiften oder abzocken oder am besten beides will (abgesehen davon daß mir das von a…nderen Stereotypen langsam bekannt vorkommt mußte der auch). An dieser Überlegung stimmt so ziemlich garnichts. Abgesehen davon fallen mir sofort Gegenbeispiele ein: allein in den letzten Jahren sind sehr wirkungsvolle Medikamente entdeckt worden gegen Multiple Sklerose, gegen Hepatitis C (auweia a propos andere Stereotype, das war beides dieselbe Firma, und sie sitzt sogar in Tel Aviv), die sehr viel Entwicklungskosten gefressen und astronomische Herstellungskosten haben, aber auch keine schlechten Verdienstmöglichkeiten bieten – und letztere kann man damit sogar vollständig heilen. Was für den einzelnen billiger ist als lebenslang Hepatits C als chronische Krankheit (übrigens immer noch sündhaft teuer) – und es lohnt sich für den Hersteller trotzdem. Demnächst kommt wohl etwas gegen HIV, was das komplett aus dem Körper eliminiert; und es lohnt sich obwohl billiger als lebenslang chronisch krank dann auch trotzdem. Zudem ist der Blödsinn mit „lebenslang chronisch krank, aber nicht schwer, ist profitabler“ besonders blödsinnig wenn man weiß wann jemand Medikamente eher nimmt und wann eher nicht: etwas daß einem was kurzfristiges und nicht besonders schlimmes angenehmer macht nimmt man gern und zuverlässig (Hustensaft, etwa), oder etwas das einem schnell und unkompliziert etwas unangenehmes erspart (Antibiotika etc), etwas gegen schwere Krankheiten bei dem es einem richtig dreckig geht wenn man das vergisst oder wo es gar eine Frage von Leben und Tod ist auch – bei etwas das nicht allzu sichtbar wirkt gegen mittelschwere chronische Sachen (das wären dann Blutdrucktabletten und Co) ist die Therapietreue miserabel. Das muß man immer nehmen, kann man schonmal vergessen, und tut es dann auch. Letzteres sind auch ausgerechnet die Arzneistoffe, die sehr günstig sind und an denen eigentlich keiner wirklich was verdient.

Aber die Progressiven meinen ausgerechnet das lohne sich besonders, weil sich perpetuierte Probleme ja lohnen. Die sollten vielleicht nicht von der Politik auf die Pharmakologie und die Wirtschaft – und von sich auf andere! – schließen.

 

 

²Fußnote: der Plural ist Absicht, die Progressiven glauben schließlich an alles mögliche…

³Fußnote 2: linklinkslinks zu den TV-Tropischen und der Daily Wire .

Fußnote 3: James Damore hat wohl eine Stelle als Wissenschaftsredakteur bei der Daily Wire angeboten bekommen – die haben offensichtlich gelesen, was er eigentlich geschrieben hat.

° Fußnote 4: das hier ist die rekursive Fußnote°, es gibt nix mehr zu lesen hier, weitergehen, weitergehen 🙂