Archiv der Kategorie: Politik

Datennirvana 3: …und der Mob

Irgendwie meinte ich den bräuchte ich künftig noch… und es sollte sich bewahrheiten. Am 07. September veröffentlichte TiN einen Artikel Jan Böhmermann, Sarah Rambatz und der Mob (htt ps: //tapferimnirgendwo.com /2017 /09 /07 /jan-boehmermann-sarah-rambatz-und-der-mob / vollständiger Text folgt in den Kommentaren), über die Verachtung des Eigenen, das ausblenden anderer Meinungen, und Morddrohungen für absurde Forderungen. Der Artikel schließt mit den Worten: „Andere Meinungen auszuklammern, ist so effektiv wie das kleine Kind, das sich die Hände vor die Augen hält und glaubt, so sei die Gefahr verschwunden. Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen!

Diese Worte sollten sich als beinahe prophetisch herausstellen – denn am ersten Oktober, pünktlich zum Inkrafttreten des unsäglichen Löschgesetzes das gerade vom Bundesverfassungsgericht überprüft wird, stellte TiN die Kommentarfunktion unter den eigenen Artikeln aus, wodurch zehntausende von Kommentaren der letzten zehn Jahre ins Datennirvana entschwanden. Etwas das ich im anderen Thread schon damit verglichen habe daß man zu seiner Lieblingsbücherei kommt – und an der Straßenecke sieht daß sie komplett ausgebrannt ist. Tausende von Büchern in Rauch aufgelöst. Fassungslos steht man dann da mit dem letzten, eigentlich zurückzugebenden Buch in der Hand, und kann es nicht glauben.

Was hier unten folgt, ist in Gestalt der Kommentare zum oben erwähnten Thema quasi mein letztes Buch, das ich noch in der Hand habe…

.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.

limbischessystem, 07.09. 14:49 : Sind Morddrohungen nicht längst ein schickes Modeaccessoire der Gutmenschen?

Sophist X, 07.09. 15:27 : Nach den Meldungen, die ich sah, bleibt sie auf der Wahlliste, und ich sage ein solidarisches Direktmandat für sie voraus.

Koslowski, 07.09. 16:18 : Hat diese Dame Morddrohungen von den rechten Gutmenschen bekommen? Die kannte ich noch gar nicht. Ich dachte ein Gutmensch ist automatisch links.

Aristobulus, 07.09. 18:37 : Nein, die Morddroher sind wohl genauso pervers geartet, wie Sie, Kalle Kotzlowski: Die tarnen sich alels alles Mögliche. So wie die vermeintlichen Ralfs und Erichs, die unter sämtlichen Artikeln in der ZEIT, der FAZ, der Süddeutschen usw. usf. unter wechselnden Namen pro-malo schäumen, gieren, lügen und ätzen.
Wie heißen die, und wie heißen Sie: Legion.

Koslowski, 07.09. 18:44 : Na ja, wenn so Irre wie Du Legion wären dann wäre es um die Welt schlecht bestellt.
Merkst Du eigentlich nicht selbst dass Du nur am Toben und Fluchen bist?
Vielleicht sperrst Du Dich mal selbst ne Zeit lang.

Aristobulus, 07.09. 18:51 : Der hat wieder nix zum Thema beizutragen, sondern keift dieses billige „selber!-selber!“
Hahaa 😀
Der disqualifiziert sich systematisch selbst, weil er sich so schrecklich hasst.

Koslowski, 07.09. 18:56 : Hat das denn etwas mit dem Thema zu tun? Nö, nüschte.

Aristobulus, 07.09. 19:06 : Thema ist Droherei und Fälscherei, damit Meinungsfreiheit abgeschafft wird.
Wie unternimmt Legion dieses: Indem er die Meinungsfreiheit missbraucht und damit die Betreiber von Zeitungen und von Blog zwingt, Meinungen zu löschen.
Damit werden auch jene Meinungen gelöscht, die nicht ins Geschrei mit einstimmen.
Weswegen Totalitaristen und Suprematisten wie dieser Fälscher hier besonders gern diesen billigen Trick anwenden, damit Andere Zensur anwenden.

aurorula, 07.09. 19:19 : Thema ist Droherei und Fälscherei, damit Meinungsfreiheit abgeschafft wird.
… und deswegen gehört es ins Thema, darauf hinzuweisen wenn das jemand hier tut. Das ist sozusagen das q.e.d. im Kleinen und im Blog.

Koslowski, 07.09. 19:49 : Ja dann lösch doch einfach nichts und lass alles stehen. Es ist ja kein Zwang.

Aristobulus, 07.09. 20:07 : So sagt das Arschloch, der Fälscher und der Keifer vom Dienst 😀
Das Ding will Meinuuug-MUUH-Freiheit.

Koslowski, 07.09. 23:13 : Ab in den Elbschlosskeller mit Dir, unter Deinesgleichen 😀

Aristobulus, 08.09. 00:33 : Und immmer nix mitzuteilen.
Gääähn.

aurorula, 07.09. 18:51 : Koslowski, bitte lassen Sie diese Kombination aus Gardinenpredigt und Möchtegernpädagogik, es ist überheblich, es ist Nötigung, es ist die selbstherrliche Einbildung, besser für andere zu wissen was gut für sie ist als die anderen selbst, in Erwartung der Dankbarkeit derer denen Sie etwas Schlechtes tun für das Schlechte das Sie Ihnen tun – und es stellt mir die Zehennägel senkrecht.
(P.S für Clas Lehmann: diesmal archiviere ich gleich 🙂 )

Koslowski, 07.09. 18:55 : Aber bepöbeln lassen muss man sich, das empfinden Sie anscheinend als normal.

Aristobulus, 07.09. 19:08 : Kotzlowski in seiner 77sten lachhaften Inkarnation soll seine schmutzige Schnautze halten.

aurorula, 07.09. 19:09 und 19:10 : Tausendmal lieber das als diese conceited Mischung aus Haltungsnoten für anderer Leute Kommentare vergeben, nötigungsbekümmernder Möchtegernpädagogik, aufdrängender altkluger Besserwisserei und missionarischem Gutmenschentum.
(bezog sich auf Koslowski)

Aristobulus, 07.09. 19:11 : LOL. Der Kotzlowskische ist ein Daueropfer, das kräht, er werde bepöbelt, indem er mit dem Pöbeln anfängt und sich dann beschwert.
Genauso wie Linda Sarsour, wie Aydan Özoguz oder wie der Typ von der NPD (wie heißt er doch gleich?, ich vergesse das immer).

aurorula, 07.09. 19:24 : der Typ von der NPD
Das ist jetzt aber ungefähr so spezifisch wie: „dieser Ort mit dem Kreisverkehr am Ortseingang mit dem Kunstprojekt, wo auch der Baumarkt, die Tankstelle, und der große Discounter sind, wie heißt denn der gleich?“ 🙂

Koslowski, 07.09. 19:52 : Na geh doch endlich mal kacken Alter, Du leidest doch unter Verstopfung. Darum kommt bei Dir die Gülle auch immer oben raus. (Bezog sich auf Aristobömmel) aurorula, war das ehrlich genug?

aurorula, 07.09. 20:13 : Das war nicht nur genug, es war ehrlich schon vorher viel zuviel, aber das wußten Sie genauso vorher wie ich.

Koslowski, 07.09. 23:11 : Nie kann man es Dir Recht machen. Immer nur am Meckern.

Aristobulus, 08.09. 00:30 : Der Sabbler und Fälscher hat mal wieder nix mitzuteilen außer redundantem Deppeng’schwörrl.

aurorula, 08.09. 13:13 : Und dabei immer so voll von [ironie]Respekt[/ironie] für andere, selbst wenn er ihnen noch nie begegnet ist. Keiner Hinweis: sonst bestehen Leute im täglichen Umgang auf die Anredeform „Sie“, ungefähr so wie Könige auf die Anrede „Majestät“ bestehen. Wer sich duzt, kennt sich im Allgemeinen oder will sich beleidigen. Außer in Hamburg (no offence meant), aber da würde mich statt es dort ubiquitären „Du“ nicht mal mehr die Anrede „Genosse“ groß überraschen, so selten wie man dort das Gegenüber überhaupt als einzelne Person anredet und nicht einfach als Teil eines irgendwie gearteten „wir“.
Und in schwedischen Möbelhäusern, in denen der Kunde bekanntlich nicht König ist, weil Schweden den König nicht duzen, nur alle anderen.

Aristobulus, 08.09. 19:56 : 🙂

Aristobulus, 07.09. 18:49 : Limbisches, aber haargenau.
Ein schickes Accessoire. Hm, das bedeutet im Wortsinn übrigens Eintrittskarte, Entreebillet (Heine nannte es so), nicht?
DasAccessoire zum Bessermenschen-Herrenmenschentum.
Gutmensch ist jeder, der seine eigene Gutheit den Anderen oktroyieren will. Die linken Gutmenschen sind derzeit weitaus in der Überzahl, aber es gibt ja auch ein paar rechte Gutmenschen, die mit Mord an der Familie drohen, so bald jemand eine konträre oder nur eine dumme Rambatz-Meinung äußert.
Da soll dann gleich alles verboten werden, Reden, Bücher, Stellungnahmen, Analysen, sogar Wissenschaft.
Ja, der Bessermensch hat eine besondere Affinität zum Totalitären und zur Gewalt. Auch zu the soft bogotry of low expectations. Der Bessermensch möchte wie die Sowjets oder wie der Generalissimus Franco oder wie der Terrorpate Abbas alle Meinungen gleichschalten, damit bloß kein freier Meinungsaustausch und kein Infragestellen und kein Widerlegen mehr geschehen.
(Ach, diese ANGST, widerlegt zu werden 😀
Weil nur die Schwachen widerlegt werden, und wenn sie ganz besonders schwach sind, nennen sie die Gefahr des Widerlegtwerdens micro aggression, nennen sie also Rassismus, fordern safe spaces und legen gern Feuer, wenn jemand sagen könnte, was ihnen a) nicht passt, und was sie b) nicht mit Argumenten widerlegen können.

Pitty, 07.09. 14:54 : „Bei der Verleihung des Böll-Preises sagte Herta Müller einst:
„Wenn Hassparolen spazieren gehen, dann geht auch irgendwann ein Messer spazieren.“
Wer mit diesem Satz Meinungen verbieten möchte“
Lieber Gerd, bist du sicher, dass sie mit diesem Satz Meinungen verbieten möchte? Ist es nicht vielmehr eine Feststellung der Tatsache, dass oft verbale Gewalt der körperlichen Gewalt vorausgeht?

Aristobulus, 07.09. 18:55 : Lächerlich.
Oft geht Regen dem Gewitter voraus.
Oft geht Übelkeit der Vergiftung voraus.
Folglich ist dieses Scheinargument, dass verbale Aggression der physischen Gewalt vorausgehe, ein einziger Unsinn, der allein darauf abzielt, dass Meinungsäußerung ein Straftatsbestand sei.

bommel, 07.09. 19:18 : Das grenzt schon fast an Logik.
Haben Sie schon mal mitgekriegt, wie es zu einer Schlägerei kommt? Beginnt das meist mit physischer Gewalt oder mit verbaler Aggression?

Aristobulus, 07.09. 19:51 und 19:52 : Da will einer verbale Aggression glatt verbieten 😀 , also Diskussionen.
Ojwej, diese Meschiggenen mit ihren falschen Analogien. Die haben nichtmal die arme Hertha Müller gelesen. Die lesen ja garnix.
Und wieviele Pseudonyme nutzt der Schwachsinnige jetzt hier ab, acht?

bommel, 07.09. 20:17 : Mich interessiert es null, was Hertha Müller geschrieben hat. Aber Sie schreiben:
„Folglich ist dieses Scheinargument, dass verbale Aggression der physischen Gewalt vorausgehe…“
Das impliziert, dass physischer Gewalt gewöhnlich keine verbale Aggression vorausgeht – das ist – insb. in dieser Allgemeinheit – falsch.
Zeigen Sie mir bitte die Stelle, an der ich zum Ausdruck bringe, dass ich Diskussionen oder verbale Aggressionen verbieten will?

Aristobulus, 07.09. 20:24 : Ich-Ich-Ich.
Wenn das Ding einen Verstand hätte, könnte man mit ihm argumentieren.
Aber weil das Ding sich seinen Verstand systematisch weggemacht hat, kann man das schon lang und länger und am Allerlängsten nicht mehr.

bommel, 07.09.  20:26 : Extrem gute Antwort. Vielleicht probieren Sie’s trotzdem nochmal.

Pitty, 08.09. 12:07 : Ich spreche keinen einzelnen an, sondern die Leser:
unabhängig davon, ob Meinungen verboten werden (was ich nicht befürworte) oder nicht,
gilt doch:
Verbale Aggrression geht oftmals körperlicher Gewalt voraus. Verbale Aggression kann in körperlicher Gewalt eskalieren. Diese Gefahr kann man nicht wegdiskutieren. Insofern ist Hertha Müllers Satz richtig.

aurorula, 08.09. 13:45 : Nur dann, wenn Worte im Sinne einer micro aggression überhaupt als Gewalt oder Aggression definiert werden. Falls diese Vorraussetzung nicht gegeben ist, ist Herta Müllers Satz falsch.
Wer meint, es gäbe etwas wie verbale Aggression oder verbale Gewalt, kann diese als Entschuldigung nehmen: ihm sei Gewalt angetan worden, deshalb habe er mit Gewalt reagiert. Hört sich gleich viel besser an als „ich mag nicht was jemand sagt, deswegen boxe ich ihm auf die Nase“. Wenn Worte auch Gewalt wären, entschuldigt das alle die mit Gewalt auf Aussagen antworten, die ihnen nicht passen. Im Allgemeinen bringt man das Kindern im Sandkasten bei: nein, Du darfst Deiner Schwester das Sandförmchen nicht auf die Nase hauen, nur weil sie sagt daß Du es gestern schon den ganzen Tag hattest und sie es nie auch bekommt. Bei Erwachsenen: Nein, Sie dürfen der Bedienung den Bierkrug nicht über den Schädel ziehen, nur weil die Sie darauf hinweist daß Sie betrunken sind und nicht mehr fahren können. Nein, Sie dürfen Herrn Pirincci keine Cola über den Kopf kippen, nur weil Ihnen nicht passt was in seinem Buch steht und Sie das für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit halten. Nein, Sie dürfen Frau Petry nicht das Auto anzünden, nur weil sie in der AfD ist.
Meistens haben Sie das so verinnerlicht, daß Ihnen das Ihr Gewissen sagt – das sagen aber auch Gesetze.
Wenn das aufgegeben wird und es plötzlich verbale Gewalt gibt (oder verbale Aggression, je nachdem wie Sie es nennen wollen), wird damit ein gutes Stück Zivilisation aufgegeben. Aus zwei Gründen: „verbale Gewalt“ dient dann als Rechtfertigung für tatsächliche Gewalt: den Hieb auf die Nase, die übergeschüttete Cola, das angezündete Auto. Und etwas das vielleicht jemand anderer nicht hören will wird zur Gewalt und damit verboten.
Insgesamt bekommt man für die Eixistenz einer „verbalen Aggression“ also: mehr tatsächliche Gewalt, weniger Redefreiheit – und eine Art Erpressungslage, in der unter unterschwelliger Gewaltandrohung verboten wird etwas mißliebiges zu sagen. Auf gut Englisch: you’re —-ed coming and going.

Pitty, 08.09. 15:00 : Bei dem Satz von Herta Müller geht es weder darum, Gewalt zu rechtfertigen, noch darum Meinungen zu verbieten, sondern darum den Zusammenhang von Worten den Taten, welchen es zweifellos gibt, zu beleuchten.

aurorula, 08.09. 16:20 : Am logischen Ende von Hertha Müllers Aussage ergäbe der Satz „Der Worte sind genug gewechselt, so lasst uns endlich Taten sehen!“ wahrscheinlich kaum noch Sinn: weil Worte dann Taten sind.
den Zusammenhang von Worten den Taten, welchen es zweifellos gibt

Das geht den zweiten Schritt vor dem ersten. Wer das Messer zieht, weil er etwas als Hassparole sieht, hat sich ja zuerst eine Vorstellung von „Hassparole“ gemacht. Quasi ganz nach Platon die „Idee Hassparole“ – dessen Abbild er jetzt sieht. Abgesehen davon daß zuviel Platon … jetzt zu weit führt: auch in diesem Fall ist es besser, zu sehen und zu benennen was da ist, Worte sind Worte, Taten sind Taten; nicht sich zuerst eine Idee zu machen und die erlebte Wirklichkeit dann dieser anzupassen. Die Vorstellung „verbale Gewalt!“ – und von dieser geht Hertha Müller aus – führt zur Rechtfertigung tatsächlicher Gewalt und zur Einschränkung der Meinungsfreiheit. Es ist also nicht so, daß Hertha Müllers Satz zur Rechtfertigung von Gewalt führt; vielmehr hat beides, ihre Aussage und die Gewaltrechtfertigung, eine gemeinsame Ursache, nämlich die falsche Vorraussetzung einer Vorstellung der Möglichkeit verbaler Aggression.

 Aristobulus, 08.09. 19:51 : … eine mögliche Antwort darauf könnte lauten: Ja aber es gibt doch die verbale Aggression, etwa, wenn einer Schläge androht, oder wenn z.B. einer alle Terroristengutfinder aufspüren und weghaben will (Rassismus!)
Das hast Du freilich schon im Vorhinein widerlegt, Aurorula, aber nochmal im Nachhinein fesrtgestellt: Es gibt nur zwei Kategorien von Rede.
a) Meinungsäußerung.
b) Aufruf zur Gewalt.
Woraus zweierlei folgt: Dass das Androhen von Schlägen (also geäußert von Gesicht zu Gesicht, und außerhalb von Selbstverteidigung) nicht freie Meinungsäußerung ist, sondern Nötigung und Aufruf zur Gewalt, und dass z.B. die Äußerung, dass Terroristengutfinder zu ächten und zu verfolgen sind, mitnichten ein Aufruf zur Gewalt ist, sondern eben Meinungsfreiheit. Zumal dazu Selbstverteidigung.

Frase0815, 09.09. 00:15 : Hassparolen, was soll das sein? Ich bin es leid, dass Widerspruch zu einer Meinung, wenn auch noch so menschenfreundlich gemeint, als Hass oder Hetze diffamiert wird.

Aristobulus, 09.09. 01:15 : Yep, Frase. Der Ausdruck „Hassparolen“ ist die saloppe Version von Justizminister Maas‘ hochgestochenem Ausdruck „Hassrede“ (engl. hate speech).
Bei den US-Linken wie bei den hiesigen Linken setzt sich grad die irrige Meinung durch, dass eine Kategorie „Hassrede“ existiere, die nicht durch die Meinungsfreiheit geschützt und also zu verbieten sei.
Bei Nachfragen ist jedoch niemand in der Lage zu definieren, was „Hassrede“ sei, oder wie sie vom Aufruf zur Gewalt zu unterscheiden sei. Linksseits ist man sich gespenstisch sicher, emotional erkennen zu können, was Hassrede sei.
Der Schrei „Hassrede!“ ist also eine emotionale Kategorie 😉 , die krampfhaft eifrig ins Rechtssystem gedrückt werden soll, um damit die Meinungsfreiheit zu beschränken oder abzuschaffen.
Der Versuch ist übrigens uralt. Er fand früher bloß mit anderen Scheinausdrücken statt. Im DDR-Strafgesetzbuch hieß jede Meinung, die nicht mit der herrschenden Staatsmeinung übereinstimmte, „staatsfeindliche Hetze“.
Ich hab mal versucht zu finden, wer außer Jägern zuerst den Ausdruck „Hetze“ verwendet hat?, es waren wohl die Kommunisten in den 1920er Jahren. Als „Hetze“ galt schon damals (Trotz Rosa Luxemburg, die war da schon ermordet) immer die Meinung des Anderen.
Orwellsches Linksdenk, all das.
Übrigens hat der Genosse Honecker sehr gern gejagt, so oder so.

Frase0815, 09.09. 11:02 : Emotionale Kategorie, sehr richtig.
Und moraaaaalisch. Da möchte ich den alten Herrn Droste rauskramen: „Ist das Hirn zu kurz gekommen, wird sehr gern Moral genommen.“

Aristobulus, 09.09. 20:54 : … und:
Ist die Moral zu kurz gekommen,
wird noch mehr Moral genommen. 🙂

Sophist X, 07.09. 14:54 : Ich sage mal: Wenn eine minderbemittelte politische Berufsfunktionärin glaubt, ihr private Dummheit auf dem ganzen Globus veröffentlichen zu müssen, dann hat sie eben Pech gehabt und hoffentlich etwas gerlernt.

Aristobulus, 07.09. 18:33 : 🙂
Warum hatte die Berufsfunktionärin denn Deutsche im Film sterben sehen wollen? Hm, es kann ja aus ästhetischen oder bloß aus numerischen Gründen gewesen sein. Findest Du da einen Hinweis, Sophist? Mir ist das alles zu unübersichtlich, ich müsst‘ mich erst hineinsuchen

Sophist X, 07.09. 19:48 : Ich betrachte mich nicht als führende Kapazizät in der Rambatzforschung, aber man sollte auch unschöne Dinge wie Hämmorhoiden oder linke Logik nicht ganz ignorieren.
Die tat die Äußerung demnach in einer Geschlossenen (FB-Gruppe), meinte sich also unter ihresgleichen, und da kann man schonmal etwas edgy beim virtue signalling werden, wie die jungen Leute im Internet sagen. Nun ist es ja bei jungen Leuten so, dass sie immer einander übertrumpfen wollen, und da war es passiert. Das war, Kraft meines eingebildeten Gedankenlesediploms, die ganze Motivation.
Ich würde über den Daumen gepeilt sagen, dass alle Mitglieder der Gruppe ‚Deutsch mich nicht voll‘ Kandidaten für ein Scheißegewitter wären, aber sie war vielleicht die einzige, bei der man es für lohnend hielt.
Was sie eben nicht vermutete, war, dass entweder ein atomgetriebener russischer Socialbot oder ein entfernter Verwandter von Anetta Kahane die Gruppe im Auge hatte und es petzte, und zack kam ihre Nichtliebe mit Zinsen zu ihr zurück.
Ich halte die ganze Sache aber für ziemlich aufgebauscht. Die Reaktion des Internets bewegt sich zwar in den üblichen Parametern, aber ihre Parteileitung hätte wahrheitsgemäß sagen können ’naja so ticken wir eben, sie repräsentiert uns zu 100%, sowohl beim filmgeschmack als auch bei der hirnleistung, ach kommt leute, ihr wusstet doch vorher schon, was ihr bekommt, wenn ihr uns wählt‘.

 Aristobulus, 07.09. 19:56 : 🙂

Aristobulus, 07.09. 20:00 : Ja, indem man die Linkspartei wählt, bekommt man die Geschlossene. Sehr bekömmlich.
Und indem man die SPD wählt, bekommt man die Özoguzens in voller Familienaufstellung.
Und indem man die CDU wählt, bekommt man das massierte Syrertum und muss in die Geschlossene in der Südsee oder in der Tschechei oder in Israel auswandern.
Und indem man die Grünen wählt, bekommt man das Bio-Elend und die Bio-Gutdikatur.
Ach!

Pitty, 07,09, 15:00 : „Das Verbieten von Worten bringt daher rein gar nichts!“
wie wahr, wie wahr
und das gilt im kleinen wie im großen

Eliyah, 07.09. 15:08 : Der wilde Mob tummelt sich auch mal gerne in den Kommentarspalten Deines Blogs. Vor allem unter dem Böhmermann-Artikel.

Pitty, 07.09. 15:22 : keine Sorge, dort ist alles schon gesaeubert inzwischen

Aristobulus, 07.09. 18:57 : Das ist eine bezeichende Halbwahrheit.
Es ist Einiges gelöscht worden, Anderes jedoch nicht.

terimakasih, 07.09. 15:26 : Eliyah, wahre Worte, die Du sprichst. Vor allem kann man gut nachlesen, wie differenziert mancher user, manche userin „argumentiert“. Habe selten solch unzählige Beiträge gelesen, die unflätige Beschimpfungen enthielten, wenn man Gaulands Entgleisung kommentierte

Aristobulus, 07.09. 18:29 : Da fehlt die Feststellung, wer der wilde Mob sei. Da war nämlich eine angreifende und eine verteidigende Seite.
Ist es Dir zu anstrengend, Eliyah, dazwischen zu unterscheiden?
Einer der Irren applaudiert Dir, Eliyah, und er will sich bei Dir einschleimen und Dich vereinnahmen. Das könnte Dir zu denken geben.

Koslowski, 07.09. 18:41 : Alle sagen sie immer dass sie sich nur verteidigen. Das ist doch ein alter Hut.

Aristobulus, 07.09. 18:59 : Als wieviele Pseudo-Pseudonyme schreibt der wieder hier: Als vier Stück.
Widerwärtig, dieser permanente, schwächliche Täuschungsversuch

Koslowski, 07.09. 19:46 : Argumente sind nicht so Dein Ding. Nur Pöbeleien. Ich bin ja nicht der einzige der das hier feststellt.

Aristobulus,, 07.09. 20:11 : Datt Kotzlowski-Dingens kann nichts feststellen 😀
Was kann datt Dingens: Ja nix.

aurorula, 07.09. 19:57 : Koslowski, stehen Sie gerade vor einem Spiegel?

Aristobulus, 07.09. 20:02 : Nie steht er da. Weil er sofort drauf einschlägt.
Also steht er IMMER da und schlägt drauf ein 😀

Eliyah, 07.09. 20:35 : Mach Dir um mich keine Sorgen. [Videolink]

Aristobulus, 07.09. 20:58 : Doch.
Weil Du suggestibel bist, wenn Du nicht achtgibst.

Lotusritter, 07.09. 16:25 : Rambatz zählt selbst zum Mob; dem Mob der Antideutschen. Sie hat mit ihrem Internetaufruf indirekt zum Mord aufgerufen, denn wer Snuff bestellt, bestellt zugleich den Mord dazu. Dies relativiert oder rechtfertigt nicht die Morddrohungen gegen sie. Inwieweit ihre Snuff-Bestellung eine Meinungsäußerung oder ein Tataufruf war, darüber lässt sich streiten. Schließlich ist der Koran auch weniger Meinungsäußerung als ein Manifest für Mord, Totschlag, Versklavung, Apartheid und Unterdrückung.

Koslowski, 07.09. 16:36 : Ist ein Film wie Inglorious Basterds ein Snuff-Film?

Pitty, 07.09. 16:47 : es gibt massenweise Filme wo Deutsche sterben, es gibt massenweise Filme wo Indianer sterben.
snuff ist kein film, sondern gefilmtes Verbrechen

Aristobulus, 07.09. 18:20 und 18:25 : Da schreibt wieder jener im Doppelpack, mit sich selber lächerlich monologisierend, der hier schon 20mal wegen notorischer Lügerei und Fälscherei und Schwachsinnigkeit gesperrt worden ist, der sich aber immer wieder unter anderen Namen aufdrängt.
Ein krankes Hirn (das jetzt sogar zum Schein den Koran angreift!, was er sonst aus Gründen von Verlogenheit nie tut).
Was macht das Krankhirn mit dem Scheinangriff: Keift mit dem Mob gegen eine Einzelperson mit und droht mit „Tataufruf!“, indem es selber als vermeintlich zwei Personen schreibt.
Was für ein widerwärtiges Stück.
Welche Gemeinsamkeiten haben alle diese Schein-Aussagen: Dass die Meinungsfreiheit eingeschränkt oder gleich abgeschafft gehöre.
Auch der Hinweis auf den Koran (der in der Tat eine einzige Suada pro Dschihad, pro Massenmord, pro Frauenverachtung und pro Versklavung ist) dient einzig dem Anliegen, endlich Meinungsäußerung als Aufruf zur Gewalt zu deklarieren und beides unter Strafe zu stellen.
Auch der Ayatollah Chomeini oder der Josef Goebbels haben zu diesem Trick gegriffen, um damit Andere zu übertölpeln und um für ihr Ziel Lärm zu schlagen.

baalmcdohl, 07.09. 16:46 : Da Sie zur Wahl zum Deutschen Bundestag auf der Landesliste steht, muss sie Deutsche sein. Und sie möchte Deutsche sterben sehen. Dass sich das natürlich auf andere Deutsche, als die, die sie ihren Bekanntenkreis zuordnet, bezieht hat sie nicht gesagt. Wenn sie (oder ihre Mutter) also umgebracht wird und ihr (ggfs. postmortem) ein Film darüber auf Facebook geschickt wird, wurde ihr Wunsch erfüllt. Das zählt zum Thema, „Bedenke was du dir wünscht, es könnte gewährt werden.“

Aristobulus, 07.09. 18:14 : Sie sind Mob, Baalmcdohl. Und zwar sind Sie nichtt einmal die mitlaufende, sondern die einpeitschende, die Geschrei skandierende Variante des Mobs, nämlich die, die ganz vorn was vom Umbringen und was vom Maulstopfen und was vom Fertigmachen keift.
Werden Sie damit wertvoller?

Gutartiges Geschwulst, 07.09. 20:38 : Aristobulus, Also wenn ichs recht bedenke, lieber Ari, bin ich auch Mob und keineswegs ungern.

Aristobulus, 07.09. 21:04 : 🙂
Wie sagte Voltaire just darüber: Un monstre gai vaut mieux qu’un moraliste ennuyeux (Lieber ein lustiges Monster, als ein öder Moralist)

Gutartiges Geschwulst, 07.09. 20:19 : „Ich kann es daher überhaupt nicht gutheißen, dass dieser selten dumme und geschmacklose Beitrag von Sarah Rambatz dazu geführt hat, dass sie und ihre Familie Morddrohungen erhalten und ihr Vergewaltigungen angedroht werden.“
Richtig, Gerd Buurmann, diese Drohungen sind widerlich und unentschuldbar! Allerdings frage ich mich, was Sarah Rambatz daran auszusetzen findet. Sie wollte Deutsche sterben sehen und erhält nun entsprechende Vorschläge, die sie doch eigentlich als Hilfsbereitschaft verstehen müsste.
Oder hat sie womöglich erwartet, dass der „Mob“ sich selbst und seine zugehörigen Familien zur Verwendung vorschlägt?

Aristobulus, 07.09. 20:29 : Tscha, Gutartigster, Maßlosigkeit generiert nur mehr Maßlosigkeit von der anderen Seite, nicht?
Hm, wie bei den Straßenschlachten zwischen Kommunisten und Nazis so um 1932. Ein Abschaum bewaffnet sich und greift Nazisten an, und Selbige abschaumen doppelt und dreifach zurück.
So war das…
Damals Tragödie, und jetzt Farce.

Gutartiges Geschwulst, 07.09. 20:43 : So ist es, Ari, deshalb sind diese Drohungen widerlich und unentschuldbar, weil sie dem vorgegebenen Niveau entsprechen.

Aristobulus, 07.09. 21:11 : … aber sollten sie nicht besser sein?
Der Mob hätte der Ramblatzigen einfach Filme vorschlagen können, in denen Deutsche umkommen, etwa Jud Süß, wo der Jud‘ einen blonden Helden vergiftet, oder die ägyptische Serie, wo der Jud‘ arabische Kinder ausblutet (weil die Linkspartei ja strikt auf der Seite der Ausgebluteten ist). Hm. Oder den Film „Das deutsche Kettensägenmassaker“. Oder irgend einen spätstalinistischen Film vierten Ranges, ein solcher findet sich bestimmt, wenn man sucht, in dem deutsche Kommunisten vom Kapital geschlitzt werden.
Dann hätt die Dame gehabt, wonach es sie dürstet ^^

Gutartiges Geschwulst, 07.09. 21:22 : Ari, Solche Gedanken hatte ich tatsächlich. Aber mit welchem Organ hätte das Rambatz diese Beispiele wahrnehmen können?

Aristobulus, 07.09. 21:46 : Ganz. Als Explosiooon 🙂

Paul, 07.09. 23:12 : Hallo Gerd,
Deine Reaktion, Deine Einstellung erinnert mich stark an Til Eulenspiegel.
Du hältst den Menschen den Spiegel als Mittel der Selbsterkenntnis vor die Augen.
Dass Böhmermann so unprofessionell reagiert, verwundert mich schon, zeigt aber, dass er doch ein kleiner Geist ist.
Herzlich, Paul

Dudu, 07.09. 23:12 : Mob? Meinen Sie diesen hier: [faecesbooklink] ? Weil eine hasserfüllte Linksgrüne ausnahmsweise mal Kontra bekommen hat….

Thomas Schweighäuser, 09.09. 01:20 : Liest man etwas weiter in „Ludwig Börne“, dem das Heinezitat entnommen ist, stößt man auf folgende Passage: “ Im Bierkeller zu Göttingen mußte ich einst bewundern, mit welcher Gründlichkeit meine altdeutschen Freunde die Proskriptionslisten anfertigten für den Tag, wo sie zur Herrschaft gelangen würden. Wer nur im siebenten Glied von einem Franzosen, Juden oder Slaven abstammte, ward zum Exil verurteilt. Wer nur im mindesten etwas gegen Jahn oder überhaupt gegen altdeutsche Lächerlichkeiten geschrieben hatte, konnte sich auf den Tod gefaßt machen, und zwar auf den Tod durchs Beil, nicht durch die Guillotine, obgleich diese ursprünglich eine deutsche Erfindung und schon im Mittelalter bekannt war, unter dem Namen »die welsche Falle«. (…) Sind diese dunklen Narren, die sogenannten Deutschtümler, ganz vom Schauplatz verschwunden? Nein. Sie haben bloß ihre schwarzen Röcke, die Livrées ihres Wahnsinns, abgelegt.“
Die Narren im schwarzen Rock tummeln sich nicht mehr im Bierkeller Göttingens, sondern in den Kloaken des Internets: „Viele Linke demonstrieren ja auch für den Volkstod, und wenn Sarah Rambatz-Zamba so gerne Deutsche sterben sieht, darf sie gerne mit gutem Beispiel vorangehen. Ein aufgestellter Spiegel verstärkt noch den Genuss.“ Oder eben auch im „hiesigen“ Bierkeller: „Allerdings frage ich mich, was Sarah Rambatz daran auszusetzen findet. Sie wollte Deutsche sterben sehen und erhält nun entsprechende Vorschläge, die sie doch eigentlich als Hilfsbereitschaft verstehen müsste.“
Noch erbärmlicher als dieses Geifern der Germanomanen aber ist Rambatzens Partei, die lieber das „kalte Kotzen“ bekommen wollte, als in Ruhe zu erklären, was denn einen Film von der Wirklichkeit unterscheidet.
Sozialdemokraten eben. Auf die ist nie Verlass.

Aristobulus, 11.09. 18:48 : Sie kalter, gleichgültiger Lügner, der jetzt unter anderem Namen schreibt. Thomas ex Gotha war mit der Zeit schäbig geworden? Tja, Schweighäuser ist noch schäbiger.
Inwiefern kalte Lüge: Weil Sie a) den Heinrich Heine benutzen, der sich nicht mehr wehren kann, um b) die altbekannt ausgelutsche und todlangweilige Leier von der rechten Gefahr pathetisch an die Wand zu malen, während c) die paar realen Rechten real jedoch gar nix machen.
Die Antifa, viele tausend Mann stark, hat erst vor zwei Monaten anderthalb Hamburger Stadtviertel gebrandschatzt und geplündert, während Sie zu diesem nihilistischen Aufstand bloß zu sagen hatten, dass die Antifa dort „nicht effektiv genug“ gewesen sei. Und islamische Eindringlinge vergewaltigen Frauen und bedrohen Juden und Schwule: Mitnichten ein paar Rechte tun das. Und die Groko-Dauerregierung beschränkt die Meinungsfreiheit und hat den Staatstrojaner losgelassen und will weitere hunderttausend Mohammedaner durch die Grenze winken!, jedoch nicht ein paar Rechte.
Sie sind tief verdorben, Thoas Schweigegotha. Sie sind völlig korrumpiert und haben sich nichts von früher erhalten, wissen Sie?, aus der Zeit, als noch alles gut war und die Sonne schien. NICHTS.
Weder Wahrhaftigkeit noch einen kleinen Rest Anstand…
Darüber hinaus sind Sie sehr dumm, denn nur ein kompletter Knallkopp (pardon für die ungewählte Wortwahl) ist imstande, das selbe öde Lügenmuster hundertmal zu wiederholen.

Thomas Schweighäuser, 28.09. 23:55 : Muss man darauf eigentlich noch reagieren? Überwiegt nicht das Gefühl, den viel zu oft gefüttert zu haben? Und warum sollte man überhaupt auf einen Text eingehen, an dem, sieht man einmal von dem unfreiwillig gelungenen Selbstporträt im letzten Satz ab, alles falsch ist? Wäre nicht Mitleid angebracht, schließlich muss da einer ahnen, dass er wohl nie andere Leser finden wird als die zäh verteidigte Claqueclique der so-called « Hiesigen »? Und wer sich seine Kommentare von einem « kleinen Südlicht » retten lässt, der ist wohl nicht zu retten, wie auch dem nicht zu helfen ist, der einen wie den sinistren AfD-Troll GG als Helfer hat.
Und doch ist dieses intellektuelle Elend ein selbstgewähltes und erst recht wird niemand gezwungen, die Rechten einerseits zu beklatschen und andererseits ihre wachsende Macht und Gefährlichkeit zu leugnen. Das ist seine genuin eigene Beschränktheit, von der er wohl selbst dann nicht ablassen würde, wenn ihm Höcke und Elsässer die Türe eintreten. (Wahrscheinlich muss man ihm mittlerweile sogar erklären, dass das bildlich gesprochen ist.)
Auch so eine Marginalie dieser beschiss’nen geistverlassenen Zeiten: Autoren als rasende Mitläufer der AfD — Klonovsky, Kunkel, Wallasch et hundertpro bald multi alii, unter anderem eben, wenn auch in kleinerem Maßstab, derjenige, den ich viel zu oft gefüttert habe.

Aristobulus, 29.09. 01:17 & 03:02 : DON’T FEED THE gähnend ÖDNISTROLL.
P.S.
Das gütige Einverständnis von Gutartiges Geschwulst hiermit erhoffend ja gleichsam voraussetzend, denn auch der dürfte so wie ich größte um nicht zu sagen die allergrößten Schwierigkeiten haben, sich irgend einen weiteren Wortwechsel mit dem Exgothischen vorzustellen, der nicht sofort um nicht zu sagen allersorfortestens auf die tödlichste aller denkbaren Ödereien hinausliefe.

.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-

Advertisements

Was der Koalitionsvertrag der deutschen Regierungsparteien für die Juden bedeutet (reblog)

Der fünfte Teil der von TiN reblogten Artikelserie von Robert Cohn, geschrieben im März 2014 anlässlich des Bezugs auf das Existenzrecht Israels im Koalitionsvertrag der GroKo.

Was der Koalitionsvertrag der deutschen Regierungsparteien für die Juden bedeutet

Ein Gastbeitrag von Robert Cohn

Im aktuellen Koalitionsvertrag der deutschen Regierungsparteien heißt es:

“Wir bekennen uns zu der besonderen Verantwortung Deutschlands gegenüber Israel als jüdischem und demokratischem Staat und dessen Sicherheit. Das Existenzrecht Israels und die Sicherheit Israels sind für uns nicht verhandelbar. (…) Unser Ziel ist eine Zweistaaten-Lösung mit einem Staat Israel in anerkannten und dauerhaft sicheren Grenzen sowie einem unabhängigen, demokratischen und lebensfähigen palästinensischen Staat, die Seite an Seite in Frieden und Sicherheit leben.”

Da geht es um zwei Kernaussagen:

1) um “das Existenzrecht Israels”, und
2) um einen “unabhängigen, demokratischen und lebensfähigen palästinensischen Staat in dauerhaft sicheren Grenzen”.

Nummer Zwei ist fernab jeder Realität, ist reiner Utopismus. Nichts deutet auf die Lebensfähigkeit eines solchen Staates hin, denn die Fatach (als Partei mit der SPD verbandelt) unterstützt Terror (Abbas bestätigt es in Stellungnahmen selbst), lässt seit Jahren keine Wahlen abhalten, ist unfassbar korrupt, beachtet die Menschenrechte nicht und ist aus Prinzip rassistisch, denn sie will ihr künftiges Staatsgebiet judenrein machen. Es existiert kein einziger palästinensischer Ansprechpartner oder eine palästinensische Organisation, von denen sich die Durchsetzung von Unabhängigkeit, Demokratie, dauerhaft sicherer Grenzen und Frieden erwarten lassen.
Der Wunsch mag gut gemeint sein, aber er ist eine Chimäre, so gut gemeint wie etwa der Wunsch nach Pluralismus und Demokratie für alle Chinesen oder nach sicherem Familienbadeurlaub in Somalia.
Die reale Unmöglichkeit der Nummer Zwei erklärt die Nummer Eins klammheimlich für realitätslos. Der Koalitionsvertrag verbindet “das Existenzrecht Israels” mit der frommen Herbeirufung eines demokratischen Palästinenserstaats. Der Sinn dieses Passus besteht also nicht im ‘Bekenntnis’ zur Existenz Israels, sondern stellt eine realitätslose, unerfüllbare Bedingung.

“Das Existenzrecht Israels”

Diese Floskel bezieht sich allein auf Israel, hingegen ist niemals vom Existenzrecht anderer Staaten die Rede. Allein bei Israel muss betont werden, es habe ein Existenzrecht. Diese Floskel wird ständig wiederholt: Als “Bekenntnis”. Bekenntnisse sind jedoch keine Feststellung von Fakten!, sie sind Glaubenssätze der verhandelbaren Art, bedeuten Verhandlungsmasse, stehen leicht auf der Kippe, leicht zu bezweifeln, schnell umzuwerfen, einfach zu revidieren oder gar aufzuheben.
Was wird also mit der Verknüpfung von 1) und 2) ausgedrückt: Dass sich der Koalitionsvertrag eine Revision dieses Bekenntnisses vorbehält. Da werden wieder zweifelnde Bedingungen an die jüdische Existenz gestellt. Da steht: “Juden, wir sagen euch, dass ihr zwar sicher existieren sollt, aber…“
Die zweifelnde Floskel “das Existenzrecht Israels” ist für Juden beängstigend. Die ständige Wiederholung macht aus Israels Existenz ein dauerhaftes und prinzipielles Angezweifeltsein, sie ist ein großes Aber, ein großes Zwar.
Mal grundsätzlich: WAS ist problematisch daran, dass Israel existiert?! Warum wird nie nach dem Existenzrecht z.B. Jordaniens gefragt?!
Seit Alters her gelten Juden nicht als Rechtssubjekte. Die Existenz von Juden, gar die freie Bewegung von Juden, gilt traditionell als unerwünscht, sie gilt auch aktuell als problematisch. Wenn es um Juden und ihren Aufenthalt geht, wird seit Urzeiten ständig herumproblematisiert. Hingegen Jordanien (ebenso Teil des historischen Palästina wie Israel) wird niemals bezweifelt, gilt als reines Naturding und als unbezweifelbar, als ewig bodenentsprossen. Nur dieses Israel, weil jüdisch!, sei unnatürlich, künstlich, fehl am Platz. Israel, der weltweit einzige, winzige jüdische Landstrich, wird in Bekenntnisform ewig bezweifelt.

Das ist ein antisemitisches Bekenntnis.
Und es steht im Koalitionsvertrag der deutschen Regierungsparteien.

__________________________________________________________

Interessierte Öffentlichkeit

Auch wenn das eine wenig bekannte Tatsache ist: doch, die Auszählung der Stimmzettel bei Wahlen ist tatsächlich öffentlich. Jeder darf theoretisch zugucken – rein praktisch ist das zwar ungefähr so, wie sich die Zeitlupe der WM-Tore anzuschauen: Tor gibt der Schiedsrichter, und die Zeitlupe gäbs theoretisch – also wer würde es schon tatsächlich angucken?

Ich. Also die Auszählung, nicht den Fußball. Einfach interessehalber war ich heute spontan inoffizieller Wahlbeobachter, „interessierte Öffentlichkeit“ und als Blogger irgendwo auch „von der Presse“.

Außer der Erkenntnis daß die Wahlauszählung öffentlich ist (auch wenn kaum jemals tatsächlich jemand zuguckt) gibt es noch ein paar andere Dinge bei denen ich mir gedacht habe: eigentlich logisch, aber sonst fällt das nicht so auf. Im Gegensatz zur Form der Wahlurne, die fällt jedem auf: daß die Wahlurnen wie Müllkübel aussehen habe ich ja schon mehrfach angemerkt; und irgendwelche Sprüche über Papierkorb-Stimmen sind wohl auch sehr häufig.
Damit die Stimmen nicht wirklich im Papierkorb landen schickt auch die OECD Wahlbeobachter, offizielle in dem Fall. Was nicht heißt daß wir offiziell in einer Bananenrepublik leben; aber wie hat es unbesorgt letztens ausgedrückt: ain’t your friend, the gouvernement. Stattdessen sind die Freunde und Helfer in blau vertreten: natürlich stehen alle Wahllokale von morgens an bis zum Ende der Auszählung unter Polizeischutz. Dazu kommen noch die ehrenamtlichen Wahlhelfer (beziehungsweise die „Beisitzer des Wahlleiters“), ab und zu die Hausmeisterin vom Gebäude in dem das Wahllokal ist – und natürlich kamen diejenigen die wählen wollten. Und auch das war diesmal genau wie bundesweit eine Überraschung in puncto „wer da alles kommt…“: von etwas über achthundert Wahlberechtigten die theoretisch persönlich vorbeikommen hätten können waren ziemlich genau sechshundert auch da. Drei von vier Leuten – sonst kommen deutlich weniger.
Das ist auch das erste, was gezählt wird, nämlich einfach die abgegebenen Stimmzettel. „Einfach“ schreibt sich hier so einfach, eigentlich ist es dreifach: es werden nicht nur die Stimmzettel gezählt – mehrfach – sondern auch die mitgebrachten Wahlscheine (Wahlbenachrichtigungskarten, so ein Wort gibt es wohl nur im deutschen) und die Einträge im Wählerverzeichnis. Heute stimmt alles, hurra, es ist kein Stimmzettel beim auskippen unter den Tisch gerutscht und niemand hat sich verzählt. Die Reihenfolge der oben erwähnten Zettel mit dem Bandwurmnamen sollte übrigens auch nicht durcheinandergeraten – in den nächsten Tagen schaut nochmal jemand im gesamten Wahlkreis für alle Wahllokale, ob diese Karten auch wirklich alle da sind und nicht vielleicht im Verzeichnis jemand erfunden wurde.
Und dann geht die Zählerei so richtig los. Montesquieu würde blass werden vor Neid, was da alles aufgeteilt und zusammenaddiert und protokolliert wird und untereinander stimmen muß. Wer auch immer sich das ausgedacht hat, hat wirklich niemandem getraut. Es werden Wahlzettel gezählt die beide Stimmen für dieselbe Partei haben, beide Stimmen für unterschiedliche Parteien, nur eine Stimme vergeben, leer sind, und bei denen nicht so ganz klar ist ob sie denn gültig sind.
Was mir zwei Aha-Erlebnisse bringt. Zum einen: es müssen logischerweise nicht beide Stimmen für dieselbe Partei sein – aber sogar wenn jemand nur eine von beiden Stimmen abgeben will (also nur zwischen Kandidaten oder zwischen Parteien wählen will) gilt die abgegebene Stimme selbstverständlich trotzdem, auch wenn sich jemand bei der anderen enthält. Es ist überhaupt fast unmöglich, ungültig zu wählen: solange zweifelsfrei erkennbar ist was gemeint ist und nicht nachzuvollziehen von wem der Stimmzettel stammt, gilts. Sogar eine Anmerkung die sich strikt auf eine Änderung auf dem Wahlzettel bezieht wäre erlaubt (anderes Geschreibsel allerdings nicht). Wenn jemand also das Kreuz erst an der falschen Stelle macht, es dann ändert und irgendwas in Richtung „dieses ist das richtige“ schreibt – geht das. Dafür werden die vielleicht-doch-gültigen Stimmen gesammelt, dann müssen nämlich mehrere Leute unterschreiben daß sie dasselbe gesehen haben.
Die andere Erkenntnis ist, daß das auch tatsächlich jemand jeweils tut. Nur eine Stimme abgegeben, zuviele Stimmen abgegeben, trollen auf dem Stimmzettel, leere Zettel; alles dabei – und bei einem Zettel frage ich mich: ??? Er ist komplett durchgestrichen; selbst da wird noch die Frage gestellt ob da das Kreuz nur über den ganzen Zettel geht und eindeutig bei einer Partei ist, ist es aber nicht, das ist auf der Mitte des Wahlzettels. Der ist ungültig – im Gegensatz zu dem bei dem die ganze linke Hälfte durchgestrichen und nur mit der Zweitstimme gewählt ist: der gilt nur für die Zweitstimme, aber er gilt. Eindeutig.
Dann sind sämtliche Erbsen für checks and balances zerquetscht – und erst dann werden tatsächlich auch die abgegebenen Stimmen gezählt (in der Reihenfolge wie oben, nochmal zusammengeschmissen werden sie wenigstens nicht). Noch etwas an das man vielleicht nicht denkt: nicht nur Wahlzettel, Kugelschreiber, Wahlkabinen, Urnen, Listen, Kartons, Klebeband, undsoweiter wasmanbraucht werden bundesweit verschickt – es werden sogar Taschenrechner mitgeschickt. Quasi inoffiziell-offizielle Taschenrechner, das ist wirklich one step beyond.

Nun, es wird also ausgezählt und zusammengezählt – alles stimmt mit den Stimmen, falls sich jemand aus versehen verzählte wird immer alles von mindestens zwei Leuten gezählt – ich sehe mir alles an und stelle ab und zu eine Frage – und dann ist es zwei Stunden später fertig ausgezählt.
Theoretisch würde jetzt beim Bundeswahlleiter angerufen und ein „Schnellergebnis“ durchgesagt. „Schnell“ deswegen weil die Stimmen für den gesamten Wahlkreis nochmal gezählt werden, nur nicht hier und heute.

Beim Bundeswahlleiter ist besetzt. Das Radio im Wahllokal funktioniert nicht; und weil mein Telefon das einzig internetfähige ist gucken derweil alle bei mir auf dem Handybildschirm die Hochrechnungen an, bis der Wahlleiter auf dem offiziellen Telefon zurückruft.
Bei der nächsten Wahl bekomme ich (freiwillig) einen Schrieb, ob ich mithelfen will – das kann nämlich auch jeder der möchte.

Palästinenser, der Großmufti und die SPD (reblog)

Teil vier der Artikelserie von Robert Cohn über antiisraelische Ressentiments und unterschwelligen Antisemitismus, zuerst erschienen auf TiN im Mai 2014.

Das Bild dazu wie immer von mir: das war ein fürcherlich alberner wahrscheinlich-Werbe-oder-Aufruf-Zettel den jemand verloren oder absichtlich aufs Tottoir gebappt hat – zur Mufti-SPD passt er, sonst ist er Kitsch. Was das über die SPD aussagt möge sich jeder selbst zusammenreimen.

Palästinenser, der Großmufti und die SPD

Ein Gastbeitrag von Robert Cohn

1: Die Palästinenser, der Mufti und der Holocaust

Welchen Sinn hat eine Reise für junge Nichtjuden ins Todeslager von Auschwitz außer dem Gedenken an Millionen industriell Ermordeter und außer dem Gefühl am Ort, wie unfassbar das ist? Gedenken lässt es sich schließlich überall, auch im hinterletzten Kaff – dafür muss man nicht nach Auschwitz fahren. Und nicht verstehen, warum jene deutschen Familienväter mit Frau, Hund und Vorgarten derlei durchzogen, lässt es sich auch im Wald oder auf dem Meer.
Wenn junge Leute nach Auschwitz fahren, sollen sie lernen, wer die Ideen hatte, wer die Ideen ausführte und wie der sogenannte Alltag der Millionen aussah, die dort vergast worden sind, nicht?
Warum das geschah, warum bis dato normale Menschen die größte Mordmaschinerie der Geschichte über drei Jahre am Laufen und am Qualmen hielten, warum sie an sich selbst die Wahrheit von der Banalität des Bösen zeigten – diese Frage, WARUM das geschehen konnte!, ist freilich ein ganz anderes Kaliber von Frage. Jeder Historiker und jeder Philosoph von Rang hat sich seit siebzig Jahren damit beschäftigt, manche leidenschaftlich, manche nüchtern. Gelöst hat diese Frage noch keiner.
In ihrem jüngst erschienen Buch „Nazis, Islamists, and the Making of the Modern Middle East“ (Nazis, Islamisten und die Entstehung des modernen Nahen Ostens) beschäftigen sich die Autoren Barry Rubin und Wolfgang Schwanitz mit einer bestimmten Person, die wohl für Idee und Planung der Endlösung der Judenfrage steht: Der Großmufti von Al-Quds (Jerusalem), Hadsch Muhammad Amin al-Husseini, ein zentraler Verbündeter und Mitmacher der Naziregierung. Namen, Daten, Orte, Zitate: Wer, wann, wo, was und für wen, die klassischen fünf Fragen aller Forscher. Hinzu kommt die Frage nach dem Motiv. Der Begriff „Warum?!“ in dem Zusammenhang führt jedoch von diesen exakt erforschbaren Zusammenhängen weg, er verweist auf das Böse, das sich nicht erforschen lässt – seine Existenz lässt sich bloß konstatieren.
Was lernen junge Nichtjuden bei einem Besuch des Vernichtungslagers Auschwitz über jene, die das Böse verkörperten, indem sie die Endlösung der Judenfrage planten, organisierten und diesen Ort des Bösen schufen?
Die Universität in thüringischen Jena und die Ben-Gurion-Universität im israelischen Negev haben Ende März dieses Jahres einer Gruppe arabischer Studenten aus Universitäten der Westbank eine Reise nach Auschwitz ermöglicht. Einer der Studenten sagte danach:


Es ist merkwürdig für einen Palästinenser, ein Vernichtungslager der Nazis zu besuchen.“


Das Gefühl von Merkwürdigkeit entsteht, wenn etwas nicht zusammenpasst: Kognitive Dissonanz. Jedoch das Merkwürdigkeitsgefühl des Studenten ist selber sehr merkwürdig: Jede Woche rufen Imame in Gaza und in der Westbank auch übers Fernsehen zum Mord an allen Juden auf, und jede Woche äußern arabische Politiker auch übers Fernsehen, dass die Juden ins Meer getrieben, erschossen oder erschlagen gehörten, und jeden Tag laufen im ‚Staats’fernsehen der Fatach Kindersendungen, in denen die Kleinsten dazu gedrillt werden, Juden zu töten, die Affen, Schweine, Untermenschen, Weltbeherrscher und Todfeinde des Islams seien.
Was soll also merkwürdig für einen arabischen Studenten sein, wenn er das zu erneuernde Realziel dieser religiös verbrämten Politik und dieser politisierten Religion besucht – Auschwitz?
Selbst, wenn er diesen äußerst klaren Zusammenhang von europäischer Vergangenheitszielen und nahöstlichem Gegenwartsziel nicht sehen möchte: Es besteht da dieser persönliche Zusammenhang in Gestalt des Muftis Al-Husseini. Dieser Zusammenhang ist mit Händen zu greifen und mit Wer, Wann, Wo, Was und für Wen exakt zu belegen.
Leider haben die arabischen Studenten in Auschwitz jedoch kein Wort über den Mufti gehört. Wie kann das möglich sein?, das wäre ja so, als reiste eine Gruppe ins tschechische Lidice oder ins französische Oradour und würde dort kein Wort über Hitler hören!
Alle Spuren von Hitlers Großmufti Al-Husseini weisen nach Auschwitz. Dieser palästinensische Verbündete der Nazis hat geplant, den Nahen Osten in ein Vernichtungslager für Juden zu verwandeln, sobald die Deutschen militärisch nach British-Palestine durchbrachen. Feldmarschall Erwin Rommel, Held der Deutschen und Wüstenfuchs, stand kurz davor.
Die Naziregierung plante für Deutschland und für Europa zunächst, die Juden aus allen deutsch beherrschten Gebieten zu vertreiben. Barry Rubin und Wolfgang Schwanitz belegen in ihrem Buch, dass erst der Kontakt zum palästinensischen Mufti zur Endlösung der Judenfrage führte: Al-Husseini wollte das Land, über das er später zu herrschen plante, judenrein haben. Weil auch die Naziregierung das wollte, entstand ausgehend vom Mufti der deutsche Plan zur systematischen, industriellen Ermordung aller Juden. Rubin und Schwanitz schreiben:

Im November 1941 traf Al-Husseini bei einem Berliner Empfang ein. Dort zeigte es sich, dass die Deutschen ihn als den zukünftigen Anführer aller Araber und Moslems betrachteten. Er wurde im prächtigen Schloss Bellevue untergebracht, wo einst der deutsche Kronprinz lebte, heute die Residenz des deutschen Bundespräsidenten. Al-Husseini erhielt für seine persönlichen Bedürfnisse und für seine politische Arbeit eine Geldsumme, die heute dem Wert von zwölf Millionen Dollar pro Jahr entspricht. Diese Geldmittel wurden durch den Verkauf des Goldes erbracht, das man Juden abgenommen hatte, bevor man sie ins KZ schaffte. Al-Husseini folgte dem Muster und verlangte ein Büro in einer enteigneten jüdischen Wohnung. Sein Mitarbeiterstab wurde in einem halben Dutzend weiterer Häuser untergebracht, die die Deutschen für sie bereitstellten. Zusätzlich stellte man al-Husseini eine Suite im Berliner Luxushotel Adlon und für die Ferien schöne Appartements im Hotel Zittau und im Schloss Oybin in Sachsen zur Verfügung.“ (S.5)

Was soll also „merkwürdig für einen Palästinenser, ein Vernichtungslager der Nazis zu besuchen“ sein, indem der Mufti für die Araber der Hamas und der Fatacher auch heute als hochverehrter Führer und nationales Vorbild gilt?
Palästinenser’präsident‘ Abbas, der Verhandlungspartner der Arabischen Liga, der OIC, der UNO, der EU und der USA, lobt bei sich zu Hause in seinen Reden immer wieder den Mufti Al-Husseini über den grünen Klee, und aus Schulbüchern lernen die arabischen Kinder, dass er ein großer Held und Führer gewesen sei. Rubin und Schwanitz schreiben:

Die Regime, die später den Irak für vierzig Jahre beherrschten, Syrien für fünfzig Jahre und Ägypten für sechzig Jahre, sind allesamt durch Gruppen und Anführer aufgebaut worden, die mit den Nazis zusammengearbeitet hatten.“ (S.4)

So auch die PLO, die Vorgängerorganisation der Fatach, deren Anführer Yassir Arafat Zeit seines Lebens die tiefe Verbundenheit mit seinem Verwandten Al-Husseini pathetisch beschwor. Der Islamismus, ob er nun religiös oder politisch oder gar sozial wie die Muslimbruderschaft daherkommt, schwärmt vom Nazikollaborateur und Nazifunktionär Al-Husseini wie das Küken von seiner Henne. Rubin und Schwanitz schreiben:

Hitler befahl nach seinem Treffen mit dem Mufti, Einladungen zu einer Konferenz in einer Villa am Wannsee zu verschicken. Ziel des Treffens war die Planung der Vernichtung aller Juden in Europa.“ (S.8).
[Al-Husseini war] „der erste Nichtdeutsche, der von dieser Planung erfuhr, bevor sie überhaupt bei der Wannseekonferenz vorgestellt wurde. Adolf Eichmann wurde mit dieser Aufgabe betraut. Eichmann informierte al-Husseini im Kartenraum des Berliner SS-Hauptquartiers, indem er dort seine Unterlagen für die Wannseekonferenz benutzte. Eichmanns Adjutant sagte aus, dass der Großmufti sehr beeindruckt und so eingenommen von diesem Bauplan zur Judenvenichtung gewesen sei, dass er Eichmann bat, ihm einen Experten als persönlichen Assistenten nach Jerusalem zu schicken, um dort Todeslager und Gaskammern zu bauen, so bald Deutschland den Krieg gewonnen habe und er selbst an der Macht sei.“ (S.8 und 9)

Die deutsche Naziregierung besaß genügend Kontakte zu anderen arabischen Anführern, die der Idee zu Weltherrschaft und Judenvernichtung etwas abgewinnen konnten. Mufti Al-Husseini besaß jedoch einen besonderen Einfluss in der arabischen Welt. Er bekam die Hochachtung und den Zugang zu den höchsten Stellen der NS-Regierung, die ihm gebührten, darunter ein langes Zusammentreffen mit Hitler, eine prächtige Unterbringung in Berlin und üppige Geldzuwendungen.
Rubin und Schwanitz schreiben, dass der Mufti oder einer seiner Adjutanten das Konzentrationslager Sachsenhausen im Juni 1942 mit drei anderen arabischen Funktionären besucht hat (S.2), um genau zu sehen, wie Judenvernichtung geht.

„Eichmann persönlich hat den Mufti durch die Todeslager Auschwitz und Majdanek geführt.“ (S.164)

Rubin und Schwanitz dokumentieren, dass Al-Husseini in dieser Zeit überall im von den Deutschen besetzten Polen umhergereist ist, und dass er in den ersten Julitagen 1943 Heinrich Himmlers Gast im ukrainischen Ort Schitomir war, einer der zentralen Orte der Judenvernichtung und des Bösen. Al-Husseini notierte später in seinen Erinnerungen, dass Himmler ihm dort sagte, die Deutschen hätten nun „etwa drei Millionen Juden liquidiert.“ (S.188).
Großmufti Al-Husseini hatte die Idee, er traf sich mit jenen, die die selbe Idee ventilierten, er sah den kongenialen Deutschen bei der Ausführung dieser Idee zu, er prägte duch seine Verbindungen, durch Personalpolitik und durch Geldströme den Judenhass in der arabischen Welt, und er plante wie ein Besessener, um es später als Beherrscher des Nahen Ostens ebenso zu tun wie die Deutschen in Auschwitz.

2: Die SPD, die Fatach und der Holocaust

Die Amtszeit von Mahmoud Abbas als Präsident des nicht existierenden Landes Palästina ist seit 2009 abgelaufen, aber es gibt keine Neuwahlen. Stattdessen hat er nun angekündigt, gemeinsam mit der Hamas eine Einheitsregierung zu bilden, um als Politiker zu überleben und, als Voraussetzung, Israel, die EU und die USA zu zwingen, direkt mit Terroristen zu verhandeln und sie als politische Partei anzuerkennen.
Faktisch geschieht das jedoch seit Jahren, weil Abbas seit Beginn seiner Amtszeit Terroristen unterstützt, sie mit seinen Millionen von der UNO und der EU bezahlt, sie verherrlicht und sie als Mitarbeiter beschäftigt.
Man muss kaum suchen, um zahlreiche Äußerungen des ‚Präsidenten‘ Abbas zu finden, in denen er mit religiösem und durchdringendem Ton zur Verehrung von Terroristen aufruft und endlose Namenslisten herunterbetet, garniert mit dem ubiquitären Ausdruck „Märtyrer“. Er sagt so oft „Märtyrer“, dass man sich wundert, warum er selber noch lebt und kein heiliger Märtyrer des Islamismus geworden ist. So sagte er im Fernsehsender Palestine Live TV (Fatach) am 4. Januar 2013:

Heute zur Feier des Gründungstags unserer Fatach erneuern wir den Schwur unserer geheiligten Märtyrer, dass wir dem Weg unserers Märtyrerbruders Jassir Arafat und seiner Genossen folgen werden, so wie alle Führer der kämpfenden Kräfte, und wie alle unsere Märtyrer es getan haben. Von ihnen nenne ich nun…“


Es folgt eine lange Liste von Selbstmordattentätern, Anführern einzelner Terrorzellen, zweier Hamas-Chefs, Terroristen der Muslimbruderschaft und Massenmördern:

… nenne ich nun Märtyrer Abu Jihad (Khalil Al-Wazir), Märtyrer Abu Iyad (Salah Khalaf) Märtyrer Abu Ali Iyad; Märtyrer Abu Sabri Saidam; Märtyrer Abu Yusuf Al-Najar Märtyrer Abu Al-Walid Saad Sayel Märtyrer Scheich Ahmed Yassin; Märtyrer Abd Al-Aziz Rantisi; Märtyrer Ismail Abu Shanab; Märtyrer Fathi Shaqaqi; Märtyrer George Habash; Märtyrer Omar Al-Qassem Märtyrer Abu Ali Mustafa; Märtyrer Abu Al-Abbas möge Allah ihnen gnädig sein. Diese seien für zehntausende anderer Märtyrer und Helden genannt.
Nun lasset uns unserer Vorkämpfer gedenken: Des Großmuftis von Palästina, Hadsch Muhammad Amin Al-Husseini. Wir gedenken auch des Ahmed Al-Shuqeiri, Gründer der PLO. Wir gedenken auch des Yahya Hammouda, Vorsitzender des Exekutivkommitees der PLO, und wir werden jenen Einen nie vergessen, der den ersten Funken des arabischen Aufstands von 1936 entzündet hat: Der Märtyrer Izz a-Din Al-Qassam.
Sie ermahnen uns zu der Pflicht, ihrem Weg zu folgen und als vereinigte Macht – denn es gibt nichts anderes als die Einheit – unser nationales Ziel und den Sieg zu erringen.“

-> Fußnote 1

Abbas hat in seiner maßlosen und gar nicht ungewohnten Rede die tiefe, thematische und chronologische Verbundenheit der Fatach und seiner selbst 1) mit dem Nazismus der 1930er und 1940er und 2) mit dem totalitär-islamistischen Terrorismus der Gegenwart in aller Eindeutigkeit bestätigt.
Ein kurzer Dokumentarfilm über den Mufti des Holocausts:

-> Fußnote 2

Eine kurze Rede des hasserfüllt fuchtelnden Yassir Arafat über den Vertrag von Oslo und die koranisch unterfütterte Gewissheit, um ihn zu brechen:

-> Fußnote 3

Die Fatach, die all diesen Zielen und Überzeugungen ungebrochen und unhinterfragt verpflichtet ist, zeichnet als Vollmitglied der Sozialistischen Internationalen, gemeinsam mit der deutschen Regierungspartei SPD. Die Fatach hat in der Sozialdemokratischen Partei Europas einen Beobachterstatus sie stimmt also dort nicht gemeinsam mit der SPD ab, hat aber Rederecht und ist ein akzeptierter Partner. Oft ist auf dieser Plattform von „gemeinsamen Zielen“ die Rede.
Fatah (arabisch) heißt Sieg durch Eroberung, Sieg durch das Wegschaffen von Hindernissen.
Was bedeutet das: Das Hindernis ist 1) die jüdische Unabhängigkeit des Staates Israel, und 2) erobert werden soll das jüdische Land.
Zwischen der alten PLO und der neueren Fatach besteht kein Unterschied die Doppeltyranneien des Muftis al-Husseini und des Demagogen Arafat ragen ungebrochen durch die Zeiten, gemeinsam mit Hitlers Schatten. In der Charta der Fatach (Artikel 12) stehen die Ziele der

„kompletten Befreiung Palästinas“ [und] „die Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“:

Es handelt sich um die Ziele des Muftis Al-Husseini.
Zur Fatach gehören die Tanzim-Miliz (befehligt von dem Massenmörder Marwan Barghouti) und die Al-Aksa-Märtyrerbrigaden, die von Blut triefen und deren Name Programm ist und Mahmoud Abbas, Palästinenserpräsident ohne Neuwahlen und Oberpate der Fatach, sagte neulich, er sehe keinen Unterschied zwischen Fatach und Hamas, weswegen die EU doch bitteschön die Hamas-Brüder nicht mehr als Terroristen bezeichnen möge. Woraufhin er nun in Verhandlungen mit der Hamas vollendete Tatsachen geschaffen hat, um gemeinsam mit der Hamas zukünftig eine einheitliche Regierung zu bilden.
Die deutsche Regierungspartei SPD hält indes an ihrer Bindung zur Fatach fest und kauft die Hamas-Katze ganz ohne Sack. Sie weiß genau, was sie tut!, und sie tut es trotzdem. Andrea Nahles, bis 2013 Generalsekretärin der SPD, hat am 8. November 2012 unterstrichen, dass SPD und Fatah gemeinsame Werte teilten. Dieser Ansicht wurde bisher nicht widersprochen.
Wo sieht die SPD den Übergang von bloß politischen Verhandlungen zum Socializing mit einer nazistisch verbandelten, den alten Achsenmächten zugehörigen, arabischen Terroristenpartei? Wo sieht die SPD den Übergang von bloß außenpolitischen Diskussionen zur Verstrickung und zum sich Gemeinmachen mit suprematistischen Mördern und Mördergutfindern, die tief in Nazismus und Islamismus getaucht sind?
Und was soll diese Aufwertung der Erben von Mordbuben der Achsenmächte zu Politikern von 2014?
Erstaunlicherweise hat auch die Europäische Volkspartei EEP, die EU-Dachorganisation der eher konservativen Parteien, die ungarische neonazistische Partei Jobbik vor Kurzem als Mitglied aufgenommen. Hier Kungelei und Entente der eher Linken mit nazistisch verbandelten Islamisten in Nahost, dort Kungelei und Entente der politischen Mitte mit rabiaten, neonazistischen Schreiern in Osteuropa.

Nicht nur als Jude!, auch als normaler Mehrheitseuropäer, als Linker, als Konservativer, als Liberaler oder nur als freundlicher Mitmensch kann man sich da nur doppelt und dreifach grausen.

__________________________________

Anm. des Rebloggers: Die erwähnten Videos folgen als Kommentar.

Probleme aus politischer Perspektive

Vor einigen Tagen machte im Internet ein Memo die Runde. Geschrieben hats ein bei Google in den USA arbeitender Ingenieur, und in diesem Aufsatz machte er sich Gedanken darüber, warum in „seiner“ Firma Google mehr Männer als Frauen arbeiten, wie man Google als Arbeitgeber für Frauen attraktiver machen könnte, ob einfach positiv zu diskriminieren (das nennt sich wohl wirklich so und hat sich nicht Orwell ausgedacht) die beste Lösungsmöglichkeit ist – und ob die grundsätzliche Tatsache überhaupt schlimm ist, oder ob die Art der Arbeit die bei Google zu tun nicht einfach für Männer attraktiver ist als für Frauen. Weil Frauen etwas anderes von ihrer Arbeit erwarten als Männer. Und – Nachgedanke – weil sie nicht nur andere Vorlieben, sondern im Schnitt auch andere Stärken haben als Männer (letzteres hat er mit Daten belegt).

Wenn ich in diversen Onlinediskussionen eine Sache gelernt habe ist es diese: hänge nie, nie, NIE irgendwas noch als Nachgedanken an, das vielleicht am Rande das Thema ergänzt und das Grundsätzliche um das es geht dem Gesprächspartner vielleicht ein Bissl nachvollziehbarer macht. Nichts Anekdotisches, keine Sprachbilder, keine Zitate, keine Illustration, keine Belege – und vor allem, wenn der Kommentar oder Beitrag im Laufe der letzten Stunde endlich fertiggefrickelt ist, nichts was man sich beim zweiten Korrekturlesen innerhalb der letzten fünf Sekunden vor dem Abschicken noch denkt, ach ja, hier fehlt am Rande ja noch…! Ich habe es bis jetzt fast jedesmal bitterlich bereut, diese Fast-nicht-geschriebene Randnotiz oder kleine Korrektur, vollständig ohne die ich komplett dasselbe gesagt hätte, nur kürzer und nicht ganz so anschaulich oder fundiert, je geschrieben zu haben. Ernsthaft: genau darauf wird sich als erstes, heftigst und ausschließlich gestürzt wie der Geier aufs Frischgemetzelte – und zwar zuverlässig nur auf die fürs eigentlich gesagte hundertprozentig irrelevanten Aspekte – das innerhalb der Stunde geschriebene wird vollständig ignoriert oder garnicht erst gelesen. Zuverlässig jedesmal. Es gibt einen Cartoon, in dem die eine Comicfigur etwas (wohl physikalisches über Raumzeit) einer anderen erklären will, anfängt: „stell Dir vor, Du bist auf einem Trampolin…“, von der anderen freudig unterbrochen wird: „Danke, ich wills garnicht zuende hören!“ – und dann sieht man lauter Gedankenblasen wie die zweite Figur Trampolin springt (wer den sehen will, er ist bei tvtropes . org auf der Seite „sidetracked by the analogy“³). Nur daß die Comicfigur das Trampolinspringen einfach schön findet – und es in einer Onlinediskussion Vorwürfe hageln würde daß Trampoline Rollstuhlfahrer diskriminieren, und man hat ja wohl was gegen Menschen mit Behinderung! – nur weil man verständlich sein wollte und nicht „Gummituchanalogie“ schreibt, sondern das „stell Dir ein gespanntes Gummituch vor“ in letzter Sekunde auf „… Du bist auf einem Trampolin“ geändert hat.

Und so ähnlich ist es James Damore ergangen (das ist der Ingenieur der über Googles verfehlte Einstellungskriterien geschrieben hat) – nur auf viel höherem Niveau. Jemand mit einem orwellschen Gedankenpolizei-Titel den ich mir nicht merken kann bei Google liest von dem ganzen „was erwarten Frauen von Arbeit und Arbeitsplatz anderes als Männer, und wie kann man einen Arbeitgeber also für Frauen attraktiver machen?“ nur „Frauen-anders-als-Männer“, schreit „Sexist!“, und verkehrt das was eigentlich gesagt wird mal locker ins Gegenteil, ohne es zu lesen. Alle Zeitungen berichten drüber, was bei Google für Sexisten arbeiten dürfen, Google wirft ihn raus, und er widerum veröffentlicht den ganzen Dreck, den Google am Stecken hat weil sie schon jahrelang systematisch nach Geschlecht diskriminieren.

Stand im Geschriebenen, was immer wieder behauptet wird, daß Frauen aus biologischen Gründen weniger geeignet für technische Berufe sind, sie deswegen weniger ergreifen und dort weniger verdienen als Männer? Nein. Dort stand, daß Frauen in der Arbeit seltener die ausschließliche Lebenserfüllung sehen als Männer, lieber kooperativ arbeiten als kompetitiv, und sehr technikorientierte Berufe in denen sie kaum mit Menschen interagieren können für stupide halten und deswegen seltener ergreifen. Weil sie (und jetzt kommts) besser für die Interaktion mit anderen Menschen geeignet sind als Männer (zumindest im Schnitt, das hat wohl irgendwas mit der Gehirnverkabelung zu tun; genau wie Frauen im Schnitt eine Bissl kleinere Schuhgröße haben als Männer haben sie im Schnitt ein ein klein Bissl besser vernetztes Hirn). Was der Grund dafür ist, daß sie weniger von klingonischer Beförderung halten als Männer und öfter in Teilzeit arbeiten wollen – und das ist der Grund für den geringeren Verdienst.

Damit also, schreibt Damore, das Talent der Frauen für seine Firma nicht verlorengeht (und das ist durchaus keine gnädigerweise-sozialerweise-gleichstellenderweise-Überlegung, sondern knallharte Wirtschaftslogik: die gehen dann nämlich schlicht und ergreifend zu Konkurrenz), sollte Google dafür sorgen daß sich die Frauen weder bei ihnen langweilen weil sie ihre Stärken nicht einsetzen können, noch wegen der gefühlten sozialen Kälte (klingonische Beförderung…) oder schlechten Work-Life-Balance (fehlende Teilzeitmöglichkeiten) mit den Füßen abstimmen.

Und jetzt komme ich zu dem was ich eigentlich schreiben wollte: warum prügeln die Leute so auf James Damore ein mit etwas das er ganz offensichtlich nicht geschrieben hat? Viele die auch tatsächlich lesen was er eigentlich schreibt, meinen das ist weil die progressiven Prügler überall Sexisten, Rassisten und andere Ketzer der Gutdenkreligion sehen wollen, um ein Anathema über sie verhängen zu können. Nun heißt das heutzutage zwar nicht mehr James Damore, apostata Deorum², damnatus sit in aeternitate!, sondern James, it’s not okay! (frei nach dem Chefredakteur der Daily Wire, Ben Shapiro³), aber Hinrichtungen waren ja schon immer allgemeines Volksfest. Leider nur sind die heutigen Zeiten zumindest in den USA für Scheiterhaufen zu zivilisiert.

Ich meine, es liegt vielmehr daran, daß die Vorschläge die Damore macht gut sind. Er schlägt ja vor, Leute ausschließlich nach Eignung einzustellen, nicht nach gruppenbezogenen Quoten wie es Google bislang wohl tut; und gleichzeitig Google als Arbeitsplatz attraktiver zu machen: mehr Teamwork, mehr Möglichkeiten selbst über seine optimale Work-Life-Balance und Work-Life-Blending zu entscheiden, mehr Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit, bessere soziale Angebote, weniger Konkurrenzdenken. Gutes Geld für gute Arbeit. Das Problem der Leute die auf ihn einprügeln ist: die Vorschläge sind zu gut. Die wären nicht nur sehr gut für die Firma, die würden das grundsätzliche Problem in einer Art und Weise überflüssig machen daß alle dabei gewinnen: Google qualifizierte Leute und die guten Leute die sich aussuchen können wo sie hinwollen einen guten Arbeitsplatz. Alle gewinnen – außer den Gleichstellungsbeauftragten (oder was auch immer für ein noch orwellscher Titel da heute dazugehört) – die verlieren, wenn es nichts mehr gleichzustellen gibt, weil alle gerne dort arbeiten wollen. Die sind aus naheliegenden Gründen also eher daran interessiert, das Problem zu perpetuieren um länger daran verdienen zu können. Politisch ist es dasselbe, nur auf höherem Niveau: die Leute die allen einreden was die Gesellschaft doch sexistisch ist, gewinnen damit Wählerstimmen wenn sie dieses Problem perpetuieren (notfalls indem sie es selbst herbeiführen oder -halluzinieren). Deswegen werden sie es tun.

… und nun kommt der Exkurs, auf den alle warten 😛 (weißichdoch…). Dieselben Progressiven werfen „der Pharmalobby“, also forschenden Arzneimittelherstellern, etwas ganz ähnliches vor. Nur bezogen auf Medikamente und nicht auf Sexismus. Eine Pharmafirma hätte viel größeres Interesse an etwas, das die Leute lebenslang regelmäßig einnehmen müssen um etwas mittelschweres Chronisches zu behandeln, als an etwas daß eine schwere Krankheit schnell beseitigt. Da wären (gesicherte Einnahmequelle!) die Profite größer (der muß), weshalb die Pharmalobby (der muß auch) eher in ersteres investiert als in letzteres. Am besten noch wenn es Nebenwirkungen hat gegen die man dann wieder was anderes dauerhaft nehmen muß. Weil die Pharmalobby die Leute ja entweder vergiften oder abzocken oder am besten beides will (abgesehen davon daß mir das von a…nderen Stereotypen langsam bekannt vorkommt mußte der auch). An dieser Überlegung stimmt so ziemlich garnichts. Abgesehen davon fallen mir sofort Gegenbeispiele ein: allein in den letzten Jahren sind sehr wirkungsvolle Medikamente entdeckt worden gegen Multiple Sklerose, gegen Hepatitis C (auweia a propos andere Stereotype, das war beides dieselbe Firma, und sie sitzt sogar in Tel Aviv), die sehr viel Entwicklungskosten gefressen und astronomische Herstellungskosten haben, aber auch keine schlechten Verdienstmöglichkeiten bieten – und letztere kann man damit sogar vollständig heilen. Was für den einzelnen billiger ist als lebenslang Hepatits C als chronische Krankheit (übrigens immer noch sündhaft teuer) – und es lohnt sich für den Hersteller trotzdem. Demnächst kommt wohl etwas gegen HIV, was das komplett aus dem Körper eliminiert; und es lohnt sich obwohl billiger als lebenslang chronisch krank dann auch trotzdem. Zudem ist der Blödsinn mit „lebenslang chronisch krank, aber nicht schwer, ist profitabler“ besonders blödsinnig wenn man weiß wann jemand Medikamente eher nimmt und wann eher nicht: etwas daß einem was kurzfristiges und nicht besonders schlimmes angenehmer macht nimmt man gern und zuverlässig (Hustensaft, etwa), oder etwas das einem schnell und unkompliziert etwas unangenehmes erspart (Antibiotika etc), etwas gegen schwere Krankheiten bei dem es einem richtig dreckig geht wenn man das vergisst oder wo es gar eine Frage von Leben und Tod ist auch – bei etwas das nicht allzu sichtbar wirkt gegen mittelschwere chronische Sachen (das wären dann Blutdrucktabletten und Co) ist die Therapietreue miserabel. Das muß man immer nehmen, kann man schonmal vergessen, und tut es dann auch. Letzteres sind auch ausgerechnet die Arzneistoffe, die sehr günstig sind und an denen eigentlich keiner wirklich was verdient.

Aber die Progressiven meinen ausgerechnet das lohne sich besonders, weil sich perpetuierte Probleme ja lohnen. Die sollten vielleicht nicht von der Politik auf die Pharmakologie und die Wirtschaft – und von sich auf andere! – schließen.

 

 

²Fußnote: der Plural ist Absicht, die Progressiven glauben schließlich an alles mögliche…

³Fußnote 2: linklinkslinks zu den TV-Tropischen und der Daily Wire .

Fußnote 3: James Damore hat wohl eine Stelle als Wissenschaftsredakteur bei der Daily Wire angeboten bekommen – die haben offensichtlich gelesen, was er eigentlich geschrieben hat.

° Fußnote 4: das hier ist die rekursive Fußnote°, es gibt nix mehr zu lesen hier, weitergehen, weitergehen 🙂