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Mein verschwörungstheoretisches Filmstudio mit See

Glaubt man den „Beweisen“ mancher Verschwörungstheoretiker, war ich nie an diesem See, denn ich (angeblich?) fotografiert habe: man sieht doch das Licht von den ganzen Scheinwerfern, die ich in meinem Fotostudio aufgestellt haben muß:

Was hier zu sehen ist, ist natürlich das, was passiert, wenn man mit einer nicht so besonderen Linse (Handycam) gegen eine viel zu helle Lichtquelle (Sonne) fotografiert: Sonnenkringel, oder zu englisch „lens flare“. Englisch deshalb, weil ebendiese Lichtreflexionen öfter mal von denjenigen Verschwörungstheoretikern als Beweis für Scheinwerfer hinter den Kulissen angeführt werden, die meinen es war doch nie jemand auf dem Mond, das war alles in einem Filmstudio.

Und so sieht es am Ammersee aus, den es nach der Logik also nicht geben kann, wenn ich ihn a Bissele geschickter knipse:

… und ohne Gegenlicht und Totalreflexion ist es an der Stelle von gerade eben auch richtig langweilig:

Okay, okay, und weil ich ein geheimes Filmstudio versprochen habe, liefere ich auch noch ein geheimes Filmstudio:

Das ist allerdings nicht am Ammersee und auch nicht meins, sondern quasi ein Programmierscherz an einer relativ gut versteckten Stelle im Miniatur-Wunderland in Hamburg.

Und schonwieder spiegelt die Glassscheibe, durch die ich fotografiere.

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Der 10-Sekunden-Buster

Es gibt Filme, die schaffe ich mir auf DVD nur an wegen einer bestimmten Szene. Zehn Sekunden Film die ich wow finde – der Rest der DVD ist Bonusmaterial.

Vorgestern erst habe ich dran gedacht, da war ich nach laaaanger Zeit wieder im Kino. In „Monsieur Claude und seine Töchter“ ( http://de.wikipedia.org/wiki/Monsieur_Claude_und_seine_T%C3%B6chter – der Originaltitel: Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu? ist wie meistens viel besser als die deutsche Übersetzung). Der Film lebt so und so davon sämtliche Klischees und alle Klischees über Klischees mal so richtig breitzuwalzen – siehe Filmkritik auf Wikipedia – vor allem die über die Schwiegersöhne des titelgebenden Monsieur Claude: Rachid Ben Assem, David Benichou und Chao Ling. Auch der Film hat eine wunderbare Szene, die derartig besser nicht sein könnte:  In einem Ausdruck einigermaßen riesengroßer künstlerischer Freiheit läßt der Regisseur Philippe de Chauveron die drei Schwiegersöhne (muslimisch, jüdisch und irgendetwas fernöstliches das nicht spezifiziert wird) ihre Schwiegereltern in die katholische Weihnachtsmesse begleiten (es ergibt im Zusammenhang einen Sinn). Geschenkt, das ist Kino. Jedenfalls: der Blick, den sich David und Rachid angesichts des (auch noch schlecht gesungenen) Weihnachtsliedtextes ‚…le divin enfant…‚ zuwerfen, ist allein schon den Preis für die Kinokarte wert!

Ähnlich ist es beim Simpsons-Kinofilm ( http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Simpsons_-_Der_Film ). Die Szene wegen der ich die DVD habe ereignet sich bei der Ankündigung dass Springfield zerstört werden soll: Auf der Hauptstraße sind eine Kirche und eine Bar zu sehen (Entschuldigung, die, jeweils!), aus denen Leute gelaufen kommen. Dann wird die bevorstehende Zerstörung Springfields verkündet: alle schreien laut los – und rennen in gefühlter Lichtgeschwindigkeit ins jeweils andere Gebäude. Das ganze Wesen der menschlichen Natur in zehn Sekunden Film. Genial.

Oder die Szene mit den Möwen aus Findet Nemo ( http://de.wikipedia.org/wiki/Findet_Nemo ): ‚Meins! Meins! Meins!‘ – Kult. Kung Fu Panda 2, ( http://de.wikipedia.org/wiki/Kung_Fu_Panda_2 ) der erklärt: ‚Mein alter Feind – Treppen!‘

(und viele andere mehr, wenn ich dieser Seite glaube: http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Funny/Film & http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Awesome/Film )

Es gibt Filme, die haben eine solche Szene, und es gibt welche ohne. Dazu braucht der Film nicht einmal auf der ganzen Länge gut zu sein; zehn Sekunden allein sind manchmal Legende.

Eigentlich braucht dann keiner mehr ins Kino gehen: eine Szene pro ein paar Filme reicht.