Archiv der Kategorie: Zufälliges

Kreidezeichnungen

Diese Geschichte war über die ganze Stadt verstreut, und ich bin mir nicht sicher was sie ist – aber hier sind die (zufällig gefundenen) Zeichnungen:

.

.

.

In Japan ist es wohl üblich, zwei Namen statt in einem Herz unter einen Schirm in einen Baum zu ritzen, wegen der dort üblichen Form der Hochzeitsfeier. Vielleicht sind die Graffiti also eine Art Spickzettel für den Kandidaten einer Quizshow? Oder eine Seite aus einem Straßenkunst-Wörterbuch? Oder das diskrete Zeichen an den Karoshi-gefährdeten Karrieristen (Karoshi ist das japanische Wort für Tod durch Überarbeitung), nicht immer den Hochzeitstag zu vergessen? Wer weiß das schon.

Advertisements

Kopiergeld und Kilometergeld

Letzten Monat habe ich eine unfreiwillige Ämtertour gemacht. Wobei diese Touren ja eigentich immer unfreiwillig sind, aber diese Tour wurde ungeplant etwas länger als geplant. Auch wie immer, eigentlich.

Die Apothekerkammer wars, die den benötigten Papierkram von mir haben wollte: obwohl die wissen, wer ich bin, und daß ich Apothekerin bin – mußte ich denen beides nochmal amtlich bestätigen. Mit einer Kopie meiner Approbationsurkunde. Beglaubigt, versteht sich, und spätestens in einer Woche. Glücklicherweise hatte ich den Freitag nicht nur frei; sondern das kleine Dreizimmer-Amt, das für alles amtliche für diejenigen die hier so wohnen zuständig ist, eine Straße von mir aus gesehen hat freitags sogar offen – wenn auch nur bis halbzwölf. Ich schluppe im Halbschlaf also mal eben kurz da rüber mit meiner Urkunde (die ich schnell noch in eine Hülle und einen Beutel stecke, damit ich sie nicht lose in der Hand habe) … woraufhin mir die freundliche Dame am Empfang mitteilt, sowas machen sie nicht mehr, weil sie nicht mehr für alles zuständig sind, dazu müsste ich in die hamburger Innenstadt. In die Caffamacherreihe. Statt einer Kopie meiner Urkunde bekomme ich also eine Kopie mit einem Stückchen hamburger Stadtplan in die Hand gedrückt, auf die ich verschlafen blinzele – wenn ich nicht sowieso wüßte, wo das ist, würde mir dieser Plan auch nicht viel nutzen (eigentllich ist doch auch das immer so) – während ich überlege wie ich am besten dahin komme und eine Simse absetze wohin ich denn bin.

In der Caffamacherreihe ist schon von weitem zu erkennen, welches denn das Amt ist – ein riesiger Beton-und-Glas-Klotz mit dem Charme eines überdimensionierten Kühlschranks. Ich gehe durch einige Kühlschrankfächer, bis ich an der Information angekommen bin, und frage wohin ich denn müßte, wenn ich eine beglaubigte Kopie brauche. Wovon denn, heißt es? Einer Urkunde…? Dann müßte ich in den neunten Stock, Flur C. Und mich beeilen, da das Standesamt (das wohl Urkunden kopiert, denn die Kopie einer Urkunde ist nicht das gleiche wie eine andere Kopie, anscheinend) nur noch fünf Minuten offen – – –

Ich hijacke mit dem Ellenbogen einen Aufzug und schaffe es tatsächlich noch rechtzeitig vor Schluss in den Flur C im neunten Stock. Nur das Amt, das ist doch nicht zuständig. Nur für Geburts-, Heirats- oder Sterbeurkunden. Die kopieren sie. Alle anderen Urkunden … Wohin, wie lange? Bürgerbüro, im Erdgeschoss, noch eine halbe Stunde. Danke verbindlichst! Also wieder nach unten, diesmal habe ich sogar die Zeit um auf den Aufzug zu warten. Ganze fünf Minuten. Gut, dann eher noch zehn, um im Erdgeschoss das Bürgerbüro auch zu finden.

Ich frage im vorbeigehen eine der Damen am Schalter, deren Kunde gerade zum Kassenautomaten verschwunden ist, ob ich denn eine beglaubigte Kopie? Einer Approbationsurkunde? Von hinten mischt sich nocheinmal der Auskunftsherr ein: nein, wie gesagt, im Standesamt, aber erst am Montag wieder! Sie aber sagt mir: doch, das ist hier. Und so kann ich mich dann noch ein Bißchen anstellen und in der Warteschlange etwas Minutenschlaf nehmen. Und ganz am Ende bekomme ich dann auch meine Kopie. Macht zehn Euro. Per Sofortüberweisung auch direkt am Schalter.

Zur Apothekerkammer habe ich das gute Stück dann selbst gebracht und in den Briefkasten geworfen – denn die Post, die hatte nach dieser Odyssee nach Formular B52 natürlich schon zu.

Von Schoko und Ausfahrten

Als ich vor ein paar Jahren im Urlaub in China war, habe ich angefangen die chinesischen Zeichen teilweise wiederzuerkennen. Hauptsächlich in der Stadt – weil die Leuchtreklamen der großen Firmen auf Chinesisch und Englisch sind. Vor allem der Firmen, die „Chinesische(s) [irgendwas]“ heißen, und so hatte ich die Bilingue China und China, und China und China ständig irgenwo gesehen und konnte das sehr schnell lesen. Das war allerdings nicht das erste Wort, das ich auf Chinesisch erkannt habe: das war „Ausgang 出口.“ Beziehungsweise „Ausfahrt“ – die Fahrt vom Flughafen in die Stadt war wirklich sehr lang; und wir sind nicht nur an vielen Ausfahrten vorbeigefahren – wir sind auch an vielen Ausfahrten vorbeigefahren an denen ich gerne rausgefahren wäre, denn weg wollte ich am Schluss da wirklich. So wurde mein erstes (wiedererkanntes) chinesisches Wort also Ausgang.

Seit einiger Zeit lasse ich mir jeden Tag ein Wort auf Iwrit schicken, weil ich oft auf Dry Bones Cartoonblog vorbeischaue und der irgendwann einmal Reklame dafür gemacht hatte. Wenn auch keine leuchtende. Ich schaue mir die Wörter also an, schaue mir die Transliteration und die Übersetzung an … und vergesse sie meistens, außer so einer Handvoll die irgendwo und irgendwie bleiben. Eine zeitlang. Gestern nun konnte ich das erste Wort lesen, bevor ich mir die Transliteration angeschaut habe. Das Wort war „Schoko שוקו“ (es heißt eigentlich Kakao, aber nahe genug dran ist es). Das ist doch wenigstens etwas nahrhaftes, nur her damit 🙂

Lesen lernen ist eben eine Frage der Prioritäten, ob her oder weg.

Wobei Tolkien im Herrn der Ringe Gandalf über Hobbits hat sagen lassen, daß er sie dafür bewundert daß ihnen ein gutes Essen wichtiger ist als hehre Prinzipien. In diesem Sinne: Guten Appetit 😀 und schönen Wochenausgang und gut Schabbes! (geht sich ein Stück Schoko holen)

.

Fußnote: Punktkäfer aus dem Buch „My First 1000 Words of …“ von Osborne; Schokohasen von Heilemann Confiserie; Ausfahrtsschild bei (wer hät’s gedacht) Echte an der A7 – und wo genau in China es brandgefährlich war habe ich keine Ahnung mehr.

Gedachte Grinsegrimassen

„Pareidolie“ nennt sich das offiziell, die Neigung überall und irgendwo Gesichter zu entdecken. Meistens macht es aber einfach nur Spaß, so wie Wolkenfigurenraten. Jedenfalls grinst mich auf der Kekspackung neben mir gerade eine Vogelscheuche an:

Obwohl grinsen vielleicht nicht das richtige Wort ist, die wird die Vögel mit dem Gesichtsausdruck ziemlich gut scheuchen, wird sie. Brrrr! Viel freundlicher guckte doch damals Farf-Wob, das Spiegelrahmenwesen:

Überhaupt wurden hier im Blog von allen Hiesigen schon mehrere Spiegel-Wesen gesichtet, und Baum-Gesichter:

Das beste finde ich aber das, was die Zeichner im Kinderfilm Cars gemacht haben: weil der Film über anthropomorphische Autos geht, haben sie auch im Hintergrund die Pareidolie an anthropomorphische Autos angepasst – man kann nicht überall Gesichter sehen, sondern überall hineingezeichnete Autos.

Good Shirt, Bad Shirt

Sprüche-TShirts gibts eine Menge; und manchmal kann man in der UBahn Hemdendomino spielen und gucken, ob sie zusammenpassen wenn zwei Leute nebeneinandersitzen:

Hat irgendwie was von „Good Cop, Bad Cop„-Partnerlook; war aber Zufall.