Archiv der Kategorie: Zufälliges

Eratisches passiert, oder: woran man so vorbeikommt

Wenn ich irgendwo von einem beliebigen A zu einem beliebigen B unterwegs bin (meistens, weil ich aus irgendeinem Grund in B sein muss), wundere ich mich manchmal was wohl die Geschichten hinter dem sind woran ich so – ganz zufällig – vorbeikomme.

Da war etwa das einzelne Fahrrad, nachts, vor der menschenverlassenen Messe, im Regen – aber im endlosen Fahrradständer genau auf der Lampe abgestellt, damit es in all der leeren Wüstenei auch ja wiederzufinden ist:

Oder – Überbleibsel aus den Siebzigern, die jeder am liebsten vergessen würde? – der fast schon historische Kaugummiautomat, den auch tatsächlich jemand befüllt und also irgendwann vor zwanzig Jahren wohl auf die damals neuen Münzen umgerüstet hatte:

Interessieren würde mich auch, was hier eigentlich gejagt wurde:

Tauben oder Möwen wohl nicht – die sind alle in der Stadt und beobachten den Verkehr. Manchmal kommentieren sie ihn auch, so wie Waldorf und Stattler auf dem Balkon:

Dass die zur Reeperbahn einiges zu kommentieren haben, kann ich mir gut vorstellen. Und schließlich habe ich – ich schwörs! – ein Ufo gesehen:

Nur fürs Foto war es ein Bißchen zu schnell, man sieht nur das Rücklicht. Schade, Schade. 😉

Mehr über Gegenstände auf Reisen findet sich übrigens hier, mehr Bilder von unterwegs sind hier zu sehen.

Der amerikanische Präsident schreibt mir (angeblich)

Sonst bin ich kein Freund von diverser Malware, aber für dieses Identitätsanmaßungskunstwerk mache ich eine Ausnahme, das gefällt mir dann doch:

(Was nicht heißt, dass ich diese Mail dann öffne. Aber die künstlerische Qualität erkenne ich durchaus an!)

Und nahm es aus der Mitte

Da brauchte jemand, offensichtlich, dringend Klopapier. So dringend, das es kein ganzes Paket oder gar von oben sein sollte:

Das widerum erinnert mich an einen Abzählreim, den ich Kinder beim gummitwisthupfen singen gehört habe:

Saßen zwei Gestalten aufm Donnerbalken
Und sie schrien nach Klopapier, Klopapier!
Und dann kam der dritte, der setzt sich in die Mitte
Und sie schrien nach Klopapier, Klopapier!
Und dann kam der vierte, der sich recht genierte
Und sie schrien nach Klopapier, Klopapier!
Und dann kam der fünfte, der die Nase rümpfte
Und sie schrien nach Klopapier, Klopapier!
Und dann kam der sechste, der sich garnicht erst setzte
Und sie schrien nach Klopapier, Klopapier!
Und dann kam der siebte, der hintenüberkippte
Und sie schrien nach Klopapier, Klopapier!
Und dann kam der achte, der auch nicht drüber lachte
Und sie schrien nach Klopapier, Klopapier!
Und dann kam der neunte, der nachts noch davon träumte
Und sie schrien nach Klopapier, Klopapier!
Und dann kam der zehnte, der brachte das ersehnte
… Klopapier, Klopapier!
Doch dann kam der elfte, der nahm sich gleich die Hälfte
Und sie schrien nach Klopapier!

Irgendwie ist das wie oft bei Kinderspielen: es tut so, als wäre es ganz fürchterlich tabubrechend – ist aber im Grunde harmlos und nicht halb so profan, wie es sein könnte. Was auch moderne „Kunst“ beschreiben könnte, wären da nicht zwei wesentliche Unterschiede: die „Künstler“ spielen nicht nur mit Tabus, die brechen sie demonstrativ – und die Kinder haben wenigstens Spaß dabei.

Auch wenn sie nicht so hoch gesprungen sind wie bei den Ganzkörpergrimassen, und nicht so weit wie bei den Hupfkästchen.

Mehr Kunst-Pareidolie

Vor einiger Zeit hatte ich in einer unauffälligen Ecke eines gemalten Bilds ein zufälliges Kamel gefunden, und geschrieben man sollte überhaupt mehr Kamele posten.

Man kann aber auch mehr Eulen posten (eine sitzt auf einem Zweig und die zweite kommt geflogen):

 

Oder mehr Nashornmonster (es schaut freundlich nach links und hat weiße Flecken, wie ein Dalmatiner-Negativ):

Oder gleich die Dreharbeiten zu einem Film:

(Alle drei sind wieder winzigkleine Ausschnitte aus einem Bild, das mein Vater gemalt hat)

Kamel-Pareidolie

Grade eben habe ich beim Zweiten Selbst geschrieben, man sollte mehr Kamele posten. Dann fiel mir ein, daß ich ja noch ein zufälliges Kamel gesichtet hatte, in einer unauffälligen Ecke eines Bilds das mein Vater gemalt hat:

Genauer gesagt sehe ich auf diesem Bildschnipsel (auf dem Foto ist lange nicht das ganze Bild drauf) mindestens drei Kamele am Ufer eines kleinen Sees in der Wüste. Leider waren die drei Weisen aus dem Morgenland etwas kamerascheu, sonst hätte aus diesem Foto eine Weihnachtskarte werden können. Auf die Weisheit ist eben auch kein Verlass mehr.