Archiv der Kategorie: Zufälliges

Von Schoko und Ausfahrten

Als ich vor ein paar Jahren im Urlaub in China war, habe ich angefangen die chinesischen Zeichen teilweise wiederzuerkennen. Hauptsächlich in der Stadt – weil die Leuchtreklamen der großen Firmen auf Chinesisch und Englisch sind. Vor allem der Firmen, die „Chinesische(s) [irgendwas]“ heißen, und so hatte ich die Bilingue China und China, und China und China ständig irgenwo gesehen und konnte das sehr schnell lesen. Das war allerdings nicht das erste Wort, das ich auf Chinesisch erkannt habe: das war „Ausgang 出口.“ Beziehungsweise „Ausfahrt“ – die Fahrt vom Flughafen in die Stadt war wirklich sehr lang; und wir sind nicht nur an vielen Ausfahrten vorbeigefahren – wir sind auch an vielen Ausfahrten vorbeigefahren an denen ich gerne rausgefahren wäre, denn weg wollte ich am Schluss da wirklich. So wurde mein erstes (wiedererkanntes) chinesisches Wort also Ausgang.

Seit einiger Zeit lasse ich mir jeden Tag ein Wort auf Iwrit schicken, weil ich oft auf Dry Bones Cartoonblog vorbeischaue und der irgendwann einmal Reklame dafür gemacht hatte. Wenn auch keine leuchtende. Ich schaue mir die Wörter also an, schaue mir die Transliteration und die Übersetzung an … und vergesse sie meistens, außer so einer Handvoll die irgendwo und irgendwie bleiben. Eine zeitlang. Gestern nun konnte ich das erste Wort lesen, bevor ich mir die Transliteration angeschaut habe. Das Wort war „Schoko שוקו“ (es heißt eigentlich Kakao, aber nahe genug dran ist es). Das ist doch wenigstens etwas nahrhaftes, nur her damit 🙂

Lesen lernen ist eben eine Frage der Prioritäten, ob her oder weg.

Wobei Tolkien im Herrn der Ringe Gandalf über Hobbits hat sagen lassen, daß er sie dafür bewundert daß ihnen ein gutes Essen wichtiger ist als hehre Prinzipien. In diesem Sinne: Guten Appetit 😀 und schönen Wochenausgang und gut Schabbes! (geht sich ein Stück Schoko holen)

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Fußnote: Punktkäfer aus dem Buch „My First 1000 Words of …“ von Osborne; Schokohasen von Heilemann Confiserie; Ausfahrtsschild bei (wer hät’s gedacht) Echte an der A7 – und wo genau in China es brandgefährlich war habe ich keine Ahnung mehr.

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Gedachte Grinsegrimassen

„Pareidolie“ nennt sich das offiziell, die Neigung überall und irgendwo Gesichter zu entdecken. Meistens macht es aber einfach nur Spaß, so wie Wolkenfigurenraten. Jedenfalls grinst mich auf der Kekspackung neben mir gerade eine Vogelscheuche an:

Obwohl grinsen vielleicht nicht das richtige Wort ist, die wird die Vögel mit dem Gesichtsausdruck ziemlich gut scheuchen, wird sie. Brrrr! Viel freundlicher guckte doch damals Farf-Wob, das Spiegelrahmenwesen:

Überhaupt wurden hier im Blog von allen Hiesigen schon mehrere Spiegel-Wesen gesichtet, und Baum-Gesichter:

Das beste finde ich aber das, was die Zeichner im Kinderfilm Cars gemacht haben: weil der Film über anthropomorphische Autos geht, haben sie auch im Hintergrund die Pareidolie an anthropomorphische Autos angepasst – man kann nicht überall Gesichter sehen, sondern überall hineingezeichnete Autos.

Good Shirt, Bad Shirt

Sprüche-TShirts gibts eine Menge; und manchmal kann man in der UBahn Hemdendomino spielen und gucken, ob sie zusammenpassen wenn zwei Leute nebeneinandersitzen:

Hat irgendwie was von „Good Cop, Bad Cop„-Partnerlook; war aber Zufall.

Mein verschwörungstheoretisches Filmstudio mit See

Glaubt man den „Beweisen“ mancher Verschwörungstheoretiker, war ich nie an diesem See, denn ich (angeblich?) fotografiert habe: man sieht doch das Licht von den ganzen Scheinwerfern, die ich in meinem Fotostudio aufgestellt haben muß:

Was hier zu sehen ist, ist natürlich das, was passiert, wenn man mit einer nicht so besonderen Linse (Handycam) gegen eine viel zu helle Lichtquelle (Sonne) fotografiert: Sonnenkringel, oder zu englisch „lens flare“. Englisch deshalb, weil ebendiese Lichtreflexionen öfter mal von denjenigen Verschwörungstheoretikern als Beweis für Scheinwerfer hinter den Kulissen angeführt werden, die meinen es war doch nie jemand auf dem Mond, das war alles in einem Filmstudio.

Und so sieht es am Ammersee aus, den es nach der Logik also nicht geben kann, wenn ich ihn a Bissele geschickter knipse:

… und ohne Gegenlicht und Totalreflexion ist es an der Stelle von gerade eben auch richtig langweilig:

Okay, okay, und weil ich ein geheimes Filmstudio versprochen habe, liefere ich auch noch ein geheimes Filmstudio:

Das ist allerdings nicht am Ammersee und auch nicht meins, sondern quasi ein Programmierscherz an einer relativ gut versteckten Stelle im Miniatur-Wunderland in Hamburg.

Und schonwieder spiegelt die Glassscheibe, durch die ich fotografiere.

Mikroklima

Das Mikro- ist hier wirklich sehr klein; die beiden Balkone die mir aufgefallen sind sind nämlich direkt übereinander – und auf jedem ist anscheinend eine unterschiedliche Jahreszeit:

(Das Foto ist im Februar aufgenommen; Liegestuhl, Blumentöpfe und Palme (!) sind also doch einigermaßen optimistisch. Aber da sie nicht erfroren ist, die Palme, scheint oben doch ein anderes Wetter zu herrschen als unten, wo die doch eher jahreszeitenübliche kahle Birke und der eingepackte Stuhl für ein eher winterliches Klima sprechen.)

Nachklapp: Der Beweis, daß Wärme nach oben steigt? 😛