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Station of Desolation

Im Gegensatz zur versehentlich expressionistischen UBahn-Haltestelle von neulich sieht diese Haltestelle einfach nur heruntergekommen aus – dabei wird nur umgebaut:

Trotzdem: wo die andere Station aussah wie die Kulisse zu einem Film Noir, wird hier ein Horrorstreifen gedreht. Oder eine Ausgabe von „unser Ort soll schöner werden“ – das sind die „vorher“-Fotos. Was ja auch irgendwo passiert: wie gesagt, es wird gebaut.

Expressionistische UBahn-Station

Diese Fotos sind nicht schwarzweiß – in dieser UBahnstation sieht es tatsächlich so monochrom aus:

Wäre nicht hier und da mal ein roter Punkt, müßte ich das wirklich dazusagen: doch, das sind Farbfotos, ehrlich!

Es sieht hier trotzdem aus wie die Kulisse zu einem Film Noir. Schade nur, daß die Geschichten die ich aus UBahnen erzähle eher was für eine im augapfelschleudernden Siebziger-Psychedelikmuster gestrichene Station sind. Aber die Sorte Architektur vermisst andererseits auch kein Mensch.

Kulisse revisited

Vor einiger Zeit habe ich Fotos von einer Kirche im Gegenlicht gepostet, bei der man durch beide Fenster des Kirchenschiffs gleichzeitig auf die dahinterstehende Sonne guckt und deshalb die Fenster von innen beleuchtet sieht. Was ich fand, das komplett nachbearbeitet oder nach Kulisse aussah.

Inzwischen habe ich mich in Landsberg nochmal mit der Kamera um- und mir diese Kirche (die Stadtpfarrkirche) auch mal von innen angesehen. Hinter den Kulissen, wenn man so will:

Schön, oder? Auch wenn mir das betreffende Fenster im Gegenlicht besser gefiel:

Apropos besser gefallen: eine halbe Straße weiter gibt es eine kleine, ein Bissl versteckte Kirche, Sankt Johannes, zu sehen, die derselbe Baumeister (Dominikus Zimmermann) in die Welt gesetzt hat wie die weltberühmte Wieskirche in Steingaden:

Die beiden Fotos hier (das über und das unter diesem Text) sind jetzt die Johanneskirche. Obwohl sie sehr viel kleiner und sehr viel weniger berühmt ist als ihre Wieskirchenverwandtschaft, finde ich sie mit den klaren Linien und der wohlüberlegten Spielerei an der Grenze zwischen Rokoko und überladen architektonisch besser gelungen. Obwohl sie quasi die „Generalprobe“ ist.

Das sieht doch schon fast wieder nach Theater aus. Wer sich die aus der Nähe ansehen will, findet sie etwas versteckt im Vorderanger, an der Kreuzung zur Brudergasse (schräg gegenüber ist die Limonigasse, die findet man eher, besonders da die Brudergasse schon nach ein paar Schritten Mühlbachweg heißt). Wer dagegen einen Blick in die Klosterkirche am Dominikanerkloster (genauso weit weg von der Stadtpfarrkirche, nur in die entgegengesetzte Richtung) werfen will, braucht Glück und jemanden der die Tür offenlässt:

Auch wieder: könnte fast ein Theater sein. Und hier der Blick auf die Logen respektive die Orgelempore:

Bei soviel Theater noch ein Bild a la „die ganze Stadt als Kulisse“, mit dem hatte ich ja im letzten Post angefangen. Irgendwo muß man die Kulissen auch befestigen, wie wäre es mit diesem Zaun?

Der steht da schon eine ganze Weile und hält was aus.

Drei Kirchen und ein Zaun – und weils so schön war und dann nicht ganz so nach Filmtitel klingt noch eine Mauer:

Steht auch schon eine ganze Weile da und hält was aus.

Kulisse

Die Häuser auf diesen Fotos (aufgenommen eines Mittags im schönen Landsberg am Lech), und besonders die Kirche sehen doch aus wie zentimeterdünne Kulissen, oder nicht?

gegenlicht1Besonders schön bunt bemalt die Kirchenfenster an der Rückwand der Bühne (so bunt sehen die von außen bei einem echten Gebäude nie aus):

gegenlicht2

Aber, nein, das Gebäude steht wirklich da – es steht nur die Mittagssonne dahinter. Und weil die Straße (der Vorderanger) von dort wo ich stehe mehr oder weniger direkt nach Süden und bergauf führt, schaue ich durch die Fenster auf beiden Seiten des Kirchenschiffs. Gleichzeitig.

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gegenlicht4

Leider hat dieser perspektivische Zufall nicht lange genug gehalten um näher hinzugehen und bessere Bilder zu machen, aber immerhin. (: