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Mehr Kunst-Pareidolie

Vor einiger Zeit hatte ich in einer unauffälligen Ecke eines gemalten Bilds ein zufälliges Kamel gefunden, und geschrieben man sollte überhaupt mehr Kamele posten.

Man kann aber auch mehr Eulen posten (eine sitzt auf einem Zweig und die zweite kommt geflogen):

 

Oder mehr Nashornmonster (es schaut freundlich nach links und hat weiße Flecken, wie ein Dalmatiner-Negativ):

Oder gleich die Dreharbeiten zu einem Film:

(Alle drei sind wieder winzigkleine Ausschnitte aus einem Bild, das mein Vater gemalt hat)

Kamel-Pareidolie

Grade eben habe ich beim Zweiten Selbst geschrieben, man sollte mehr Kamele posten. Dann fiel mir ein, daß ich ja noch ein zufälliges Kamel gesichtet hatte, in einer unauffälligen Ecke eines Bilds das mein Vater gemalt hat:

Genauer gesagt sehe ich auf diesem Bildschnipsel (auf dem Foto ist lange nicht das ganze Bild drauf) mindestens drei Kamele am Ufer eines kleinen Sees in der Wüste. Leider waren die drei Weisen aus dem Morgenland etwas kamerascheu, sonst hätte aus diesem Foto eine Weihnachtskarte werden können. Auf die Weisheit ist eben auch kein Verlass mehr.

Fluchende Zeitungsseite flattert zielgerichtet

In den unvergleichlichen Worten Terry Pratchetts: Die Welt ist voller Omen, es kommt nur drauf an sich die richtigen auszusuchen. Nach dem letzten Gewitter habe ich eins dieser ubiquitären Omen gefunden: auf der Straße flatterte mir zusammen mit einer ganzen Menge Laub eine Zeitungsseite entgegen, deren Titelzeile mir prompt die Meinung über… die Straße mitteilte:

Zufälliges Zeitungspapier. Für die Daten-Nerds: ich habe keine Verbindung zur abgebildeten Zeitung; sie flog mir nur als Müll entgegen, weiter nichts.

Schade, daß ich (wahrscheinlich) nicht in der als verflucht verschrienen Straße stand, aber auch auf der Metaebene kann man nicht immer alles haben. Ich muß mir noch überlegen, wofür die fluchende Zeitung ein Omen sein soll, oder womit sie die Straße denn verfluchen soll – aus mir wird also nicht so schnell ein Horrorfilmregisseur, fürchte ich.

Normalerweise flucht man ja umgekehrt über das was in der Zeitung steht, oder die Flüche anderer landen in der Zeitung. Letztens hatten Ari und ich auf der Internetseite einer Zeitung zusammen mit jemandem der sich „A Regular Guy“ nennt auch Gedichte über Flüche geschrieben, das geht natürlich auch. A Regular Guy hatte Shakespeare zititert, Macbeth. Das zu sagen soll einen übrigens auch verfluchen, wenn man Schauspieler ist – außer man probt gerade eine Rolle in Macbeth – weshalb Schauspieler von „the Scottish Play“ reden, um nicht den Fluch Shakespeares auf sich zu ziehen. Wir drei Kommentatoren waren alle keine Schauspieler, und so sagte A Regular Guy einfach „Macbeth!“ und zitierte:

Double, double toil and trouble;
Fire burn and caldron bubble.
Fillet of a fenny snake,
In the caldron boil and bake;
Eye of newt and toe of frog,
Wool of bat and tongue of dog,
Adder’s fork and blind-worm’s sting,
Lizard’s leg and howlet’s wing,
For a charm of powerful trouble,
Like a hell-broth boil and bubble.

Double, double toil and trouble;
Fire burn and caldron bubble.
Cool it with a baboon’s blood,
Then the charm is firm and good.

Mit der Anmerkung über die amerikanische Demokratische Partei, um deren Halloween-Spinnereien (Verkleiden ist kulturelle Aneignung! etc.) es gerade ging:

And for the heck of it… ear of Democrat and the toes of bats.

Aris Demokraten-Fluch-Gedicht darauf:

😀

… fillet of Pelosi snake,
bones of Waxine Maters fake;
eye and puke and toe of Hogg,
wool of Biden, taste of bog,
Cortez‘ phück and Stormy’s sting,
Shumer’s leg and Booker’s thing,
for the charmless leftist trouble!,
like a smell-broth shmoil and shmubble.

Und meine Fortsetzung:

… Michael Avenatti’s tongue,
Hogg-boy David’s left-wing lung,
Fauxcahontas‘ cheekbone marrow,
Washintonian bog’s ge-farrow,
Eye of Cortez, eye of Cory,
Online buIIies‘ quotes and quarry,
Bernie Sanders‘ pudding cup,
FIeas from Katzen’s strangled pup:
Stirr it to the left and spit –
This is instant gossip hit!

Womit wir wieder bei dem waren, was in der Zeitung steht. Und bei Fluch und Spuk. Auch bei Erlen in der Nähe soll es ja spuken: sie wachsen im Moor und das Harz ist blutrot, das reicht. Es reicht zumindest für den Erlkönig (den Quotenmann zu Shakespeares Hexen?). Aber nicht alle Kunst die ein Erlkönig sein könnte muß nun so unbedingt Kunst sein, wie beim zweiten Selbst letztens festgestellt, manchmal reicht es auch nur zu:

„Wer drahtet so spät in Wind und Nacht?“
„Das Bühnenbild hab ich nicht fertiggemacht!
Siehst, Alder, Du den Erlkönig nicht?“
„Das ist ein Gefrickel, das ist kein Gesicht!“
„Den Erlkönig, Alder, mit Bein und Schweif!“
„Mein Freund, das ist ein Drahtbügel-Reif.
Moderne Kunst mit Müh und Not –
Die Kritiker schlagen Dich morgen tot!“

Nicht jedesmal wenn jemand eine Zeitung (oder einen Draht) in neue Formen dreht ist es eben gleich Kunst.

Kunst am Wegrand 6: eigentlich

Eigentlich ist das was mir diesemal vor die Linse gekommen ist nicht Graffiti, mehr eine Zeichnung. Dafür ist der Titel auch „eigentlich…“:

Seitdem frage ich mich: eigentlich was? Eigentlich sollten die Streichhölzer ganz einfach mit der Maus zu bedienen sein, eigentlich ist das nicht das was man sich unter einem Heiligenschein vorstellt, oder unter Erleuchtung, eigentlich ist „die Sonne brennt, die Frisur auch“ nicht Sinn des Haarsprays, eigentlich sollte der Künstler mit „Highdagger“ unterschreiben?

Nun, in den weisen Worten Sir Terry Pratchetts: give a man a fire and he’s warm for a day, but set him on fire and he’s warm for the rest of his life.

ftp = forget the pizza

Oder: solange ich mir nur Lesefutter downloaden kann, dachte sich der wohl sehr hungrige Kunde dieses Buchladens, möchte ich keine Ebooks:

(auf dem Fensterbrett in der Leseecke stapeln sich die Pizzakartons; vielleicht war das von einer Autorenlesung?)