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For the World is Global, and I Have Touched the Moon

For the World is Hollow and I Have Touched the Sky ist der Name einer uralten Star-Trek-Episode aus der Zeit in der die Menschen noch davon träumten, fremde Welten mit eigenen Augen zu sehen – und mit eigenen Füßen zu betreten. Womit auch sonst?

Mit einer Landefähre – denn beamen geht ja schlecht. Heute vor fünfzig Jahren betraten Menschen tatsächlich (mit der Raumfähre ColumbiaApollo 11 hieß die Mission) eine andere Welt: den Mond (und da „Mond“ hier strenggenommen wegen der Größen- und Schwerkraftverhältnisse nicht das richtige Wort ist, sondern eher „einer der beiden Planeten eines Zwillingsplanetensystems“ auf ihn passt, kann man auch sagen: wir waren auf einem anderen Planeten).

Wie unvorstellbar groß die technische, wissenschaftliche, politische und zivilisatorische Leistung war kann sich heute kaum noch jemand vorstellen. Der Flug zum Mond hätte mit derselben Wahrscheinlichkeit auch schiefgehen können, wie andere Raumfahrtprogramme vor und nach ihm; und hätte es das Rennen mit der Sowjetunion um die erste Mondlandung nicht gegeben, es hätte wahrscheinlich auch keine Mondlandungen gegeben. Es war nicht nur „weil wir es können“ – es ging auch darum, zu zeigen, daß eine freie Gesellschaft, die nach dem Prinzip der individuellen Rechte und des individuellen Nutzens organisiert ist und auf ethischen Prinzipien fußt die größer und wichtiger als das staatliche Kollektiv sind; daß diese Gesellschaft die Bereiche schützt in der das „wir“ nichts zu schnabeln hat das besser kann. Besser als ein Kollektiv in dem „das Wir gewinnt“, in dem alle mitmachen (müssen), und das für den Fortschritt der Menschheit den Neuen Menschen hervorgebracht hat, der sich vom kindischen Aberglauben vorheriger Zeiten (damit sind ethische und moralische Grundsätze gemeint!) freigemacht hat, weil das „wir“ seine Persönlichkeit so gut geformt hat – und der stattdessen wissenschaftsbasiert in einem großen Sprung nach vorne alle in eine neue Zukunft trägt.

Oder auch nicht: denn der „alte“ Mensch war schneller. Und besser. Die Sowjetunion war in diesem Rennen als zweite ins Ziel gekommen; und mehr als zu sagen „aber die USA waren vorletzte!“ blieb ihr hier nicht. Viele kleine Individuen, die den Mond am Himmel gesehen hatten und davon geträumt hatten hinzukommen, hatten gemeinsam den Großen Plan vom Fortschritt der ganzen Menschheit ausgestochen. Mit deshalb auch hat einer der Astronauten, Buzz Aldrin, über Funk beim Weltraum-Anblick der Erde spontan einen Psalm rezitiert: „die Himmel rühmen des Ewigen Ehre.

Auch deshalb, andererseits, war wahrscheinlich immer noch niemand auf dem Mars: die Träume sind verlorengegangen. Oder viele haben vergessen was sie bedeuten, seitdem es nicht länger den Vergleich mit dem real existierenden Sozialismus gibt (um das Schicksal hier nicht herauszufordern: hoffentlich werden wir hier in Europa nicht irgendwann noch eine Wiederholung der Idee vom ganz großen Wir). Der Schriftsteller Terry Pratchett (dessen Science Fiction kaum jemand liest; die meisten lesen die Fantasy) hat gesagt, er lebte in einer Zeit, in der er eigentlich erwartet hat, den ersten Menschen auf dem Mond zu sehen – er hätte aber nie erwartet, den letzten zu sehen.

Footnote fever, Footnote Feeee-veeer: „Der Flug zum Mond“ hier im Bild ist eine uralte Sonderausgabe einer Fernsehzeitung (der Bunten Jllustrierten), die ich irgendwann vor Jahrenden auf einem Bücherflohmarkt gefunden und wegen der alten Fotos gekauft habe. Das Plüschtier ist ein Tribbel-Esser aus der Star-Trek-Zeichentrickserie (aus „More Tribbles, More Troubles“) deswegen auch Tribbel statt Popcorn für den Filmabend (im Prinzip ist das aber eine etwas ungewöhnlich aussehene Hauskatze IM WELTRAUM!, weil ein Tribbel mehr oder weniger eine Maus ist); und das was die Weltraumkatze im Filmabend guckt ist diese Podcastserie über die Mondlandung. Von der Redaktion die sie produziert hat stammt auch der Becher im anderen Bild, das ich vom Glomp und dem Sonderdruck gemacht habe:

Auf dem Becher steht: Kommunistentränen – das passt (auch wenn der Becher hauptsächlich die Zeitschrift festhalten sollte). Und der Lichtreflex, der dafür sorgt daß es so aussieht als würde Buzz Aldrin sich hier beamen, ist ein Linsenfehler (schuld ist der reflektierte Blitz, auch das war keine Absicht) – was das ist habe ich schonmal erklärt; und zwar im Beitrag über verschwörungstheoretische Filmstudios:

Auch da ging es um die Mondlandung – das Bild habe ich allerdings im Miniaturwunderland in Hamburg geknipst.

Der Astronaut der in den NASA-Bildern auf den fürs Foto aufgeschlagenen Seiten der Zeitschrift zu sehen ist, ist jedesmal der oben beim Funkspruch erwähnte Edwin „Buzz“ Aldrin. Aldrin twittert auch, und zwar hier.

Schließlich, letzte Fußnote, habe ich das Bild vom Mond oben selbst geknipst. In Shanghai – weil ich mein Teleobjektv (das vier Kilo wiegt und ich so gut wie nie brauche) nicht ganz umsonst durch China geschleppt haben wollte. Manche Dinge – oder zumindest Bilder – werden eben doch nur gemacht, weil jemand das kann.

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Black Moon

mondWarum Irresein ‚lunacy‘ heißt? Es liegt am Mond, sagt das Onlinelexikon. Ich sage, es liegt an den neunundzwanzigeindrittel Tagen.

Neunundzwanzigeindrittel Tage, von Neumond zu Neumond: ein Mondmonat. Von angeheultem Vollmond zu angeheultem Vollmond auch. Was aber sonst ein Maß ist, das sympathischerweise nirgendwohin passt: neunundzwanzig ist schon Primzahl, dann noch das Drittel – für vier Wochen etwas zu lang, für einen Sonnenmonat etwas zu kurz. Zuweilen trotzdem zu lang, wenn Februar ist.

Einen Februar ohne Vollmond – das ist die eine mögliche Bedeutung – nennt das Englische ‚black moon‘. Moon, Monat, und black, dunkel. Was der Februar ja ganz unastronomisch sowieso ist, zuweilen hier in der relativen Nähe von Polarkreis und -nacht.

Logischerweise ist dann entweder im März oder im Januar zweimal Vollmond, der verschwindet ja nicht. Alle paar Jahre, wie zuletzt 2010 und demnächst wieder 2018, auch in beiden. Ein solcher ‚intercalary month‘ (das sagen die Astronomen zu diesem zweivollmondigen Januar oder März) hat dann einen ‚blue moon‘ (das sagen alle anderen). Und zwar ursprünglich – den ersten Vollmond: abgeleitet von belewe, trügerisch; ‚blue‘ heißt also: der erste Vollmond zählt nicht, der eigentliche, wahre und überhaupt für diesen Monat kommt noch. Später dann, als es blue geschrieben und belewe nicht mehr verstanden wurde, wurde der außerordentliche, zweite Vollmond zum blue moon. Und ‚once in a blue moon‘ hieß dann sel… garnicht mal so selten, besonders wenn gerade 2010 oder 2018 ist.

UntergangEs wird noch besser: daß der Vollmond nicht wirklich als Vollmond zählt, das passt zum Mond an sich. Je nachdem, wie abgehoben die Astronomen sind zählen die den Erdmond an sich auch nicht wirklich als Mond. Doch, wirklich. Weil er nicht die Erde umkreist (als Mond würde er das), sondern die Sonne. Oder elitär ausgedrückt, der Schwerkrafteinfluß der Sonne auf den Mond ist mehr als doppelt so groß wie der der Erde, der Mond hat ein ganzes Sechstel der Erdschwerkraft; und von der Erde aus gesehen umkreisen Erde und Mond einen gemeinsamen Schwerpunkt. Der liegt zwar (knapp) im Erdinneren, aber weit entfernt vom Erdmittelpunkt. Wenn die Bahn des Erdmonds von der Sonne aus gesehen aufgezeichnet wird, ist das auch zu sehen; die sieht nicht viel anders aus als die Erdbahn. Für etwas wie Erde und Mond gibt es das charmante englische Wort ‚binary‘, oder das sehr deutsche ‚Doppelplanetensystem‘. Was die Deutschen jetzt zu Pluto und Charon sagen (auch binär), seitdem Pluto kein Planet mehr ist, möchte ich mir nicht vorstellen. Überhaupt sprechen die Astronomen, die das so sehen, sowieso Englisch. Aber ich schweife ab.

Planetenchaos

Kürbis5Zurück zum black moon. Die eine mögliche Bedeutung ist also ein Februar ohne Vollmond. Die andere: der zweite Neumond im selben Sonnenmonat. Analog zum vollen blue moon. Und diesen Oktober gibt es einen black moon von zweiterer Art. Am einunddreißigsten Oktober. Soviele mögliche Daten gibt es für eine wiederholte Mondphase garnicht, aber: black moon zu Halloween – die Esoteriker und die esoterischen Verschwörungstheoretiker (das waren die die eben im Hintergrund gekreischt haben) werden ausflippen, wenn sie das wissen!

icon_ghoul3Was wieder zur lunacy zurückführt, denn: das worüber da geflippt werden könnte ist ja ein rein rechnerisches Phänomen, weil Sonnen- und Mondkalender nicht ganz aufeinanderpassen. hexemagierEs gibt nicht einmal etwas Außergewöhnliiches zu sehen: ein Neumond ist nicht außergewöhnlich; und dunkel ist er außerdem.

Lunacy.

 

 

P.S: die Comicfiguren sind leider nicht von mir.