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Per Hupfkästchen durch die Galaxis

Auf die Wegplatten neben dem neuen Spielplatz hat jemand von den Kindern Hupfkästchen gemalt. Allerdings Hupfkästchen für jemanden der wirklich, richtig weit werfen kann. Für die, die dieses Spiel nicht kennen (was nicht viele sein dürften, das wird von Kindern auf der ganzen Welt gespielt): es besteht aus einem auf den Boden gemalten Spielfeld aus abwechselnd einzeln und paarweise numerierten Kästchen und einem mittelgroßen flachen Stein oder einem kleinen Spielzeug. Nacheinander werfen die spielenden Kinder den Gegenstand auf das Spielfeld und hüpfen anschließend abwechselnd auf einem und auf zwei Beinen der Reihe nach durch die Kästchen. Der Witz dabei ist es, mitten im hupfen das Trumm auf einem Bein stehend aufzusammeln, ohne dabei den zweiten Fuß auf den Boden zu setzen oder die Kästchen zu verlassen, und anschließend ins Ziel zu tragen. Wer das am schnellsten schafft, hat gewonnen. Weshalb es sinnvoll ist, zu versuchen den Gegenstand gleich ins Ziel zu werfen, damit das aufsammeln entfällt und nur noch gehüpft werden muß. Weshalb die meisten Hupfkästen so zehn oder zwölf Felder haben, damit das überhaupt möglich ist.

Dieses Spielfeld hatte mehr Kästchen. Erheblich. Wer auch immer kein olympischer Hammerwerfer ist, hätte keine Freude dran. Douglas Adams hätte die schon gehabt: es ging bis 42:

Auch eine Frage, deren Antwort 42 ist.

Bleibt die andere Frage: ein Kind, das bis 42 zählen kann (und den Witz um die Zahl kennt), aber offensichtlich noch nicht wirklich lesen und schreiben (nach dem „Ziehl“)? – ein künftiges Mathegenie! 🙂

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Zwei Frauenbilder

Aus den Tiefen des Netzes ins Netz gegangen: zwei Bilder von Frauen – Fotos, auf denen sie zu sehen sind (eins gefunden bei heplev, das andere bei realjstreets). Auf beiden Fotografien sind, nun genau wie im Titel steht, Frauen zu sehen, die, in gardinenähnliche Garderobe gewandet, zu jemandem aufsehen und ihn fotografieren.

Trotzdem sind es natürlich zwei völlig unterschiedliche Bilder, sonst wäre mir das schließlich nicht aufgefallen.

Erstes Bild (gefunden bei heplev):

Frauen in einem islamischen Land, gehüllt in gardinenähnliche schwarze Stoffsäcke. Die Frauen haben sich so verhüllt, weil sie unsichtbar sein müssen. Als Menschen zweiter Klasse müssen sie außerdem auf dem Boden sitzen (und zu allen anderen aufsehen), da ihr Platz ganz unten ist. Als Presseteam haben sie außerdem eine Kamera dabei. Die Umsitzenden ignorieren sie.

Zweites Bild (das ist von Realjstreets):

 

Drei kleine Mädchen in einem demokratischen Rechtsstaat, jede in mindestens drei Meter quietschbunte Tüllgardine gewickelt. Realjstreets hat das Foto zu Purim aufgenommen, die Kinder haben sich so verkleidet, weil sie Elfen sein wollen. Sie schauen zum Straßenmusiker auf; real, weil sie einen halben Meter kleiner sind; aber auch übertragen, weil sie sein Gitarrenspiel bewundern. Eine von Ihnen schießt sogar ein Foto; die andere hilft ihr, indem sie ihren Arm als Stativ zur Verfügung stellt, damit auch nichts verwackelt. Das Fotomodell lächelt für die Kamera.

Spot the difference.

Fehlfarbene Ladenschließung

farbfehlerJeder Blog hat irgendwo einen Klamottenkaufpost. Leider muß ich für einen typischen hier-gibt-es-nicht-die-besten-lilablauen-Schnürsenkel-Rant enttäuschen. Das hier wird auch keiner.

Nun bekomme ich beim – Textilerwerb? – Sachenkauf schon einige Sachen mit, die so nicht geplant waren. Ich klappere jedenfalls höchst selten (äh… garnicht) mehrere Geschäfte ab und suche das fehrpeckte Wasauchimmer. Ob mir das ein männliches Einkaufsverhalten gibt, weiß ich nicht, aber idealerweise stelle ich mir einen Klamottenkauf eher so vor wie eine Tüte Milch besorgen: ins Geschäft, Benötigtes schnappen, zahlen, nach hause. Vielleicht macht das auch den Charme von Secondhandgeschäften aus? Da könnte ich jetzt vorschieben daß das örtliche, welche, auch Menschen mit Behinderung beschäftigt (tun sie), oder einen anderen werbewirksamen Grund suchen; aber die Wahrheit ist: mir gefällt es, wenn es ein Kleidungsstück dort einmal gibt, in einer Farbe und einer Größe, und entweder es passt, oder eben nicht. What you see is what you get. Nicht nur sehe ich auch gleich, wie es ohne die ganzen Aufhübschereien nach ein paarmal Waschen aussieht – vor allem erspare ich mir, mich in der Größe zu verschätzen. Keine doch zu großen Hosen, von denen ich alle fünf Modelle nochmal eine Nummer kleiner raussuchen muß; kein zu enger Rock, der „wohl klein ausfällt“: Passt, oder eben nicht.

A propos Wäsche-Aufhübscherei: die Geschäfte haben manchmal eine sehr merkwürdige Auffassung von „hübsch“. Was sie nicht dazuzählen, gibt es schonmal günstiger. Das Betttuch im Bild etwa war um die Hälfte „reduziert wegen Fehlfarbe“. Und worin bestand die? Nicht etwa im falschen Blauton des Karos, nein: die Saison für Rentiere war schon vorbei. Muß ich nicht verstehen.

punkt1Was ich mindestens so zufällig aufgelesen habe wie das Betttuch, war der gepunktete Rock; und auch da habe ich etwas nicht verstanden. Die Punkte hatten den richtigen Blauton – aber das Geschäft hatte am Morgen vorher zugemacht. Nun brauchte ich für eine Feier trotzdem noch einen Rock, und das war der letzte in annähernd meiner Größe. Eine Nummer zu groß ist er, aber das hatte ich gleich gesehen. Einen, der mir besser gefiele, den hätte ich auch dann nicht gefunden wenn ich durch mehrere Geschäfte geklappert wäre und Mengen probiert hätte: ich wollte also diesen Rock. Es gibt ja Sicherheitsnadeln.

Ob ich ihn nicht vorher probieren wollte, die Kabine habe zwar keinen Vorhang mehr, sei aber hinten in der Ecke nicht einzusehen, und… Nein, ich wollte diesen Rock. Ich könne die Hose anlassen, und… Nein, ich wollte diesen Rock! Sie machen zu und Umtauschen ginge nicht mehr… Undsoweiter. Am Ende habe ich ihn doch probiert (eine Nummer zu groß, keine Überraschung) und bekommen. Und das ganze Überreden zum Kauf nicht verstanden, den ich sowieso schon tätigen wollte. Egal, jedenfalls sah der Rock auf der Feier gut aus; und ja, ich hatte ihn etwas zusammengesteckt. Irgendwann bringe ich den noch zum Schneider.

Was gleich von der Schneiderin kommt, ist das Kleid, das ich auf meinem Avatar anhabe – das war von ihr auf dem Mittelaltermarkt hauptsächlich zum angucken geschneidert, hat mir zufällig gepasst wie für mich gemacht; und wurde gegen Bares und ein Modellfoto dann meins. 🙂

So kann das Klamottenkaufen auch mal Spaß machen.

Zeit wirds

Winterzeit wirds, um genau zu sein. :sand:

Was mir die Gelegenheit gibt, meinen absoluten Liebling der Internetstorys zu verlinken. Sie ist (was dem Unterhaltungswert keinen Abbruch tut) keine typische Internetstory insofern, als daß sie wahr ist. Bestätigt. Von den Darwin Awards; deren Sieger 1999. Bitteschön 😀 : Living on Zionist Time

http://darwinawards.com/darwin/darwin1999-38.html

When they picked up the bombs, they neglected to ask whose watch was used to set the timing mechanism. As a result, the cars were still en-route when the explosives detonated, delivering the terrorists to their untimely demises.

Allein das macht die Sommerzeit doch sympathisch :herz:– wenn unschulige Zivilisten einem Anschlag dadurch entgehen daß sie einfach in einer anderen Zeit leben, umso besser. Zeitgemäße Sicherheitsmaßnahmen, sozusagen.

Fast dreiviertel der Befragten ist aktuellen Umfragen zufolge die Zeitumstellung aber unsympatisch.

Wenn ich mir Argumente so anhöre (oder lese) fällt auf daß bei „dagegen!“ so gut wie ausschließlich Punkte aufgezählt werden die gegen die Zeitumstellung sprechen; bei „dafür!“ nur für die Sommerzeit an sich. Denn die Sache mit dem Stromverbrauch hat sich bekanntlich lange erledigt. Im Grunde läuft es auf die Frage hinaus: würden Sie zwei Stunden Jetlag dafür eintauschen, daß Sie öfter abends um neun draußen sein können als nachts um drei? Ich schon.

Zeit umzustellen ist, und jetzt bin ich doch wieder bei einem meiner Lieblingsaufreger, auch Unterpunkt eines viel grundsätzlicheren Gegensatzes. Nämlich dem, ob ich etwas davon halte mit künstlichen Methoden (Sommerzeit) meine Lebensqualität zu steigern; oder dem Diktat der Natur (abends um neun ists dunkel, morgens um drei ists hell) hinterherrennen muß, einfach nur weil.

Eine Idee wäre angesichts des „Sommerzeit gut, Umstellung schlecht“ natürlich, einfach die Sommerzeit zu belassen. Im Winter ists eh dauerdunkel, wann die letzten Sonnenstrahlen daherkommen ist auch schon fast egal.

Wenn da nicht schöne Nebeneffekte wie die Geschichte oben wären: überleben dank zionistischer Zeit. Genial!  😀

Reifenglück, Wetterpech

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aka: Wetterreifen

Seit einigen Jahren ist es zuverlässig so: auf der ersten Fahrt nachdem ich meine Winterreifen aufgezogen habe, schneit es.

Oder stürmt. Oder friert. Oder ähnlich.

Dieses Jahr gab es – wieder auf der ersten Fahrt nachdem ich am Wochenende meine Winterreifen aufgezogen habe – einen Temperatursturz von fünfundzwanzig Grad auf vier. Sturmwarnung. Orkanböen. Eiskalten Regen.

Ich wars. Meinetwegen ist das Wetter schlecht. Andere essen nicht auf, bei mir liegts an der Bereifung.

Letztes Jahr hatte ich ewig keine Lust auf Reifenwechsel – wozu auch, der Winter hat sich lieber in Russland ausgetobt als hierher zu kommen. Oder umgekehrt. Der Sonne Bahn lenkt der Hahn.

Ein Jahr habe ich offiziell in der Vertragswerkstatt die Reifen wechseln lassen, da mußte ich sie wuchten lassen. Vorher hatte ich noch den Ölstand geprüft (vielleicht brauchte ich ja auch neues Öl?) – hinterher auch, weil mich der Mechaniker angepflaumt hat, mit so wenig Öl ginge der Motor kaputt. Es war vorher wie hinterher dreiviertel voll. Meine Schnauze von dieser Werkstatt auch. No sell.

Einen Winter halten diese Reifen noch, im nächsten brauche ich neue. Die besorge ich nicht über die grade erwähnte Vertrags-Werkstatt; sondern dann über einen Bekannten, der sich inzwischen als Mechaniker für Oldtimer selbständig gemacht hat. Vielleicht hört der meteorologische Einfluss mit neuen Reifen ja auch auf.

Oder mein Bekannter bastelt in Zukunft nicht nur Autos wie die schöne Corvette auf dem Foto, sondern auch Wetter wie den schönen Sonnenschein auf dem Foto. Zum mitnehmen und aufheben für lange, dunkle Winter. Davon würde ich sofort welches kaufen.

:pra: